«Zucker ist eine ­toxische Substanz. Wenig davon ist kein Problem, viel davon tötet – langsam», schreiben Robert Lustig und seine Kollegen in einem Kommentar im Wissensmagazin «Nature». Sie verweisen auf Studien der University of California, die zeigen, dass Zucker den Insulinstoffwechsel verändert und sowohl den Blutdruck wie auch die Blutfettwerte erhöht. Zudem mache Zucker süchtig und dick.

130 Gramm Zucker isst ­jeder Schweizer täglich im Durchschnitt. Das entspricht 35 Stück Würfelzucker. Ein grosser Teil davon wird in flüssiger Form aufgenommen. Softdrinks und Fruchtsäfte enthalten grosse Mengen der Zucker­arten Fructose und Glucose.

Die Weltgesundheits­organisation (WHO) empfiehlt für Erwachsene höchs­tens 50 Gramm ­Zucker pro Tag. Darum macht man sich auch hierzulande Gedanken, wie man den ­Konsum eindämmen könnte. Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz schreibt: «Strengere Zulassungs­bedingungen für Anbieter kalorienreicher Getränke sowie eine Steuer auf Süssgetränke sollten diskutiert werden.»

Zudem sei eine Regulierung der Werbung für Süssgetränke anzustreben – vor allem wenn sich diese an Kinder richte. Denn jedes fünfte Kind in der Schweiz ist über­gewichtig, fünf Prozent gelten gar als krankhaft fettsüchtig. Seit den achtziger Jahren ist der Anteil dicker Kinder um satte 50 Prozent gestiegen.

Der Handlungsbedarf ist also erwiesenermassen gross. Dennoch hat der Ständerat im letzten Dezember die Vorlage für das geplante Präven­tionsgesetz abgelehnt. Es hätte die Krankheitsvorsorge und Gesundheitsförderung auf nationaler Ebene verankert. Nun geht der Entwurf wieder zurück an den Nationalrat.