Auf den ersten Blick sehen die Gelenkgüterwaggons vom Typ «Sggrss» aus wie viele andere. Doch die neuen Wagen der Deutschen Bahn zum Transport von Containern sind gefährlich - dies ergaben Recherchen des deutschen Fernsehmagazins «Plusminus». Bei Messfahrten wurde ein Sicherheitsgrenzwert deutlich überschritten: Die Wahrscheinlichkeit einer Entgleisung ist höher, als die internationalen Vorschriften es erlauben. Gleichwohl liess das Bundesverkehrsministerium die Waggons zu.

Die ersten der 160 in Tschechien bestellten Wagen fahren in ganz Europa - auch in der Schweiz. Zuständig für die Zulassung ist hierzulande das Bundesamt für Verkehr (BAV). Wird im Ausland ein Güterwagen für den internationalen Verkehr freigegeben, kann die Schweizer Behörde aber nur Auflagen und Einschränkungen verfügen. Davon sieht das BAV ab. Mediensprecher Gregor Saladin: «Uns ist die Problematik der Gelenkgüterwagen bekannt. Es verkehren aber ganze Serien von Wagen ähnlicher Bauart in Europa, ohne dass diese häufiger entgleisen würden.»

Pro Monat werden dem BAV rund zwei Entgleisungen gemeldet. Am häufigsten passieren Zwischenfälle beim Rangieren. Nicht immer sind sie harmlos. So entgingen in den neunziger Jahren Bahnanwohner in Zürich-Affoltern und Lausanne knapp einer Katastrophe: In beiden Fällen waren Güterwaggons entgleist, die leicht entzündliche Stoffe transportierten. Jetzt wird sich der internationale Eisenbahnverband UIC mit den Waggons der Deutschen Bahn befassen.

Quelle: Bildagentur Keystone