Brandlöcher im Parkett, ein verschwundenes Entfeuchtungsgerät und eine nicht bezahlte Monatsmiete: Darüber stritten sich ein Vermieterpaar aus Männedorf ZH und die frühere Mieterin ihres Einfamilienhauses. Das Paar im Rentenalter ist Mitglied im Hauseigentümerverband. Es holte sich darum Rat beim regionalen Verbandspräsidenten Toni Fischer, einem im Mietrecht erfahrenen Anwalt. Der klagte.

Klage nicht korrekt eingereicht

Die Schlichtung blieb ergebnislos. Die nachfolgende Instanz, das Mietgericht, trat aus formellen Gründen nicht auf die Klage ein, da sie bei der Schlichtungsbehörde nur im Namen des Mannes eingereicht worden war. Im Mietvertrag war aber auch die Frau als Vermieterin aufgeführt, also können nur beide gemeinsam klagen. Unter Mietrechts­experten ist dieser Grundsatz wohlbekannt. Er gälte auch für klagende Mieter. Offenbar hatte der Anwalt die Lage ungenügend abgeklärt. «Es entstand ein Missverständnis beim Vor­gespräch mit den Klienten», sagt Fischer. Statt aber den Fehler mit einer korrekten Klage zu beheben, zog er das Urteil vors Zürcher Obergericht – erfolglos. Sein Einwand, die Ehefrau sei ja beim Schlichtungsversuch dabei gewesen, überzeugte nicht: «Wer eine Klägerschaft zu einer Verhandlung ­begleitet, wird damit noch nicht zur Prozesspartei», schreibt das Obergericht. So wurde die Klage sinnlos und teuer: «Statt die ­Sache mit dem Schaden geregelt zu bekommen, haben wir jetzt zwei Urteile, in denen steht, wir hätten falsch geklagt – und Rechnungen von fast 10'000 Franken für Anwalt und Gebühren», sagt die Vermieterin.

Das Paar könnte den Anwalt auf Schadenersatz verklagen. Doch vom Klagen hat es mittlerweile genug.