Zwei weltbekannte Fifa-Funktionäre kauften sich für 5,5 Millionen Franken frei: Die Zuger Staatsanwaltschaft stellte im Gegenzug ein Strafverfahren wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung gegen die beiden und die Fifa 2010 ein. Der Beobachter wollte die Begründung dafür sehen. Die Staatsanwaltschaft hiess das Einsichtsgesuch gut, und das Zuger Obergericht wies die dagegen gerichtete Beschwerde der Betroffenen kurz vor Weihnachten 2011 ab. Es gebe ein «gewichtiges öffentliches (und weltweites) Interesse an den Umständen, die zur Einstellung des Strafverfahrens im Fall Fifa führten», begründeten die Richter.

Die Sache mit dem Briefpapier

Dagegen haben nun die beiden Fifa-Funktionäre Beschwerde ans Bundesgericht erhoben. Der Beobachter-Journalist ha­be das Gesuch als Privatperson gestellt, behaupten sie, obwohl es auf dem offiziellen Briefpapier des Beobachters erfolgte.

Weil Privatpersonen kein Ein­sichtsrecht haben, sei die Einsicht zu verweigern. Ausserdem liege kein konkreter Verdacht vor, dass die Justiz in diesem Fall nicht korrekt gearbeitet habe. Auch deshalb ­dürfe dem Beobachter keine Einsicht ge­währt werden.

Der Beobachter will im Fifa-Fall – wie im Fall des ehemaligen Armeechefs Roland Nef – wissen, ob Prominente von der Strafjustiz bevorzugt behandelt werden.