Das Europäische Patentamt in München hat letzte Woche der Firma Ino Therapeutics das Patent auf Stickstoffmonoxid aberkannt. Die Tochterfirma des Gabelstapler-Herstellers Linde hatte sich das Geschäft mit dem Gas unter den Nagel gerissen.

Stickstoffmonoxid rettet Neugeborenen mit Lungen- und Herzproblemen das Leben, jährlich brauchen zirka 150 Babys in der Schweiz das Gas. Ino Therapeutics meldete es unter dem Namen Inomax als Medikament an und verteuerte es um über 2000 Prozent. Der Beobachter hatte die schamlose Preistreiberei auf Kosten todkranker Kinder aufgedeckt.

Das Europäische Patentamt liefert die Begründung für den Entscheid demnächst nach. Fakt ist: Per sofort dürfen auch andere Hersteller das Gas wieder anbieten – die Preise dürften fallen. Eine aufwändige Registrierung bei der Medikamentenkontrollstelle Swissmedic braucht es nicht unbedingt: Artikel 9 des Heilmittelgesetzes lässt heute schon eine Tür offen, «kleinere Mengen» zu vertreiben.

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