Drei grosse bunte Tasten, Lautsprecher, Mikrofon. Mobi-Click heisst das kleine Gerät, das aussieht wie ein Spielzeug – in Wirklichkeit aber ein Mobiltelefon ist. «Das einfachste Handy der Welt», rühmt die junge Entwicklerfirma aus Cham ihr Produkt. Und sie buhlt auf der Website mit einem lachenden Wal, einem Moby Dick, um neue Kunden.

Geworben wurde auch damit, dass pro verkauftes Gerät ein Franken an OceanCare (vormals ASMS, Arbeitsgruppe zum Schutz der Meeressäuger Schweiz) überwiesen werde. Für dieses Spendenabkommen gibt es einen Vertrag – Mobi-Click schuldet der Tierschutzorganisation mehrere tausend Franken. «Bis heute haben wir aber von der Firma keinen Rappen gesehen», ärgert sich OceanCare-Präsidentin Sigrid Lüber. «Dabei wirbt sie mit dem Pottwal und unserer Organisation als Sympathieträger.» Zielpublikum für das Dreitastentelefon sind vor allem ältere und behinderte Menschen, aber auch Kinder.

Vereinbarte Zahlungen blieben aus
Nach erfolglosen Mahnungen reichte Sigrid Lüber Zivilklage ein. Mobi-Click begründete die ausstehende Schuld gegenüber OceanCare mit finanziellen Engpässen. Schliesslich einigten sich die Parteien bei einem Schlichtungsverfahren vor dem Friedensrichteramt in Cham: Mobi-Click sollte bis 29. April 2005 einen einmaligen Betrag von 5000 Franken an OceanCare entrichten. Auch diese Zahlung ist ausgeblieben. Nun zieht Sigrid Lüber den Fall weiter ans Zuger Obergericht.

Mobi-Click-Chef Gerhard Pütter beteuert, dass er «den vor Gericht zugesagten Vergleich erfüllen» werde. Er fügt an: «Der Spendenvertrag war 2003 von einem – tierliebenden – Mitarbeiter ausgehandelt worden, der nicht mehr bei der Firma ist. Den Link zu ASMS-OceanCare haben wir entfernt.» Wirklich? Zum Zeitpunkt dieser Aussage war er noch auf der Website von Mobi-Click.

Anzeige