Sind Frühstücksflocken, Joghurt und Milchschnitten wirklich so gesund, wie die Hersteller behaupten? Viele Produkte sind wahre Kalorienbomben, die aufgedruckten Zucker- und Fettangaben basieren auf unrealistisch kleinen Portionen und werden auf der Basis einer höheren Tagesdosis berechnet, als die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt (siehe Artikel zum Thema «Dickmacher: Und plötzlich sind sie gesund»).

Trotz mehrjährigen Abklärungen schiebt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) den Entscheid darüber, wie Konsumenten über versteckte Dickmacher informiert werden sollen, vor sich hin. Es favorisiert neuerdings ein Label, das nicht etwa ungesunde, sondern unbedenkliche Lebensmittel kennzeichnen soll. In Neuseeland, Belgien und den USA werden solche Logos verwendet. Sie zeigen ein O.-K.-Zeichen in einem grünen Punkt und prangen absurderweise gar über dem Gemüse- oder Früchteregal.

Quelle: Archiv

Heinrich von Grünigen, Präsident der Adipositas-Stiftung: «Ein solches Signet verhindert schlechte Produkte nicht. Eine BAG-Regelung müsste wesentlich weiter gehen.» Grossbritannien etwa kennt eine freiwillige, einfache und verständliche Nährwertdeklaration: das Ampelsystem. Für Zucker, Salz, Fett und gesättigte Fettsäuren werden grüne, orange oder rote Punkte vergeben. Auf einen Blick ist klar, was sie bedeuten: «Gesunde Wahl», «Es ist okay, dies häufiger zu essen» und «Nur in kleinen Mengen hin und wieder verzehren». In Deutschland fordern die Verbraucherminister der Bundesländer die verbindliche Einführung dieses Systems auf europäischer Ebene.

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