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OpferschutzOpferhilfe wird Polit-Thema

Die Debatte um die Folgen von Straftaten verlagert sich in die Bundespolitik: Verschiedene parlamentarische Vorstösse streben eine Besserstellung für die Opfer von Gewaltverbrechen an.

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Die Diskussionen um den «Fall Carlos» sowie der Mord an der Genfer Sozialtherapeutin Adeline M. bringen die Opferhilfe wieder aufs politische Parkett. Besonders die Sozialdemokraten gehen in die Offensive: In verschiedenen Vorstössen, die in diesen Tagen im Parlament eingereicht werden, fordert die SP eine Besserstellung von Gewaltopfern. So wird in einer Motion die Überarbeitung des Opferhilfegesetzes verlangt, unter anderem im Hinblick auf bedarfsweise höhere Entschädigungs- respektive Genugtuungszahlungen. «Ein Opfer soll so viel Geld erhalten, wie es für eine Therapie oder Wiedergutmachung nötig ist», fasst SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr gegenüber dem «Tages-Anzeiger» die Stossrichtung zusammen. Ein Täter erhalte schliesslich auch eine auf ihn zugeschnittene Therapie.

Das Opferhilfegesetz geht auf eine Initiative des Beobachters zurück und wurde vor 20 Jahren in Kraft gesetzt, am 1. Januar 1993. Dies hatte der Beobachter Anfang Jahr zum Anlass genommen, anhand von aktuellen Fällen die Situation von Opfern von Gewalttaten zu beleuchten. Im Artikel forderte der forensische Psychiater Frank Urbaniok unter anderem mehr Informationsrechte der Opfer, etwa wenn es um Vollzugslockerungen auf Täterseite geht. Ein Anliegen, das durch die jüngsten Vorfälle neue Brisanz erhalten hat und ebenfalls Teil der politischen Debatte ist.

Veröffentlicht am 24. September 2013