Die Primacall AG bietet unter Anwendung der sogenannten Preselection-Methode Dienstleistungen für die Fixnetztelefonie an. Die Kunden der Swisscom sollen mit ihrem Festnetztelefon auf Rechnung der Primacall telefonieren, müssen aber weiterhin den Swisscom-Anschluss von Fr. 25.35 Franken bezahlen.

Mit Werbeanrufen oder Hausbesuchen überrumpeln die Primacall-Mitarbeiter die Konsumentinnen und Konsumenten. Diese glauben, mit einem Angestellten der Swisscom zu sprechen. Wegen zahlreicher Beanstandungen im Beratungszentrum berichtete der Beobachter bereits darüber (siehe Beobachter Nr. 12/2012). Viele beklagten sich beim Staatssekretariat für Wirtschaft Seco, dass sie trotz Sterneintrag im Telefonbuch Werbeanrufe erhielten. Dass hinter dem Angebot gar nicht die Swisscom steckt, war vielen gar nicht bewusst.

Wende vor dem Handelsgericht

Nachdem das Seco im November 2012 die Primacall AG abgemahnt hatte, sich aber keine Besserung zeigte, reichte es am 19. Dezember 2013 eine Zivilklage gegen das Callcenter ein. Vor dem Handelsgericht des Kantons Zürich erreichte das Seco einen Vergleich mit der Primacall AG. In diesem Vergleich verpflichtet sich das Callcenter, den Sterneintrag im Telefonbuch zu respektieren. Der Vergleich schliesst auch ein, den schriftlich oder mündlich geäusserten Willen von potenziellen Kunden zu akzeptieren, wenn diese keine Werbeanrufe wünschen. Die Primacall AG ist ausserdem verpflichtet, ihre Kunden ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass diese weiterhin den Swisscom-Anschluss behalten und neu für die Preselection-Dienste bezahlen müssen.

Weitere Infos

Den Wortlaut des abgeschlossenen Vergleichs finden Sie beim Schweizerischen Handelsamtsblatt.

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