Energy-Drinks sollen künftig nicht mehr als Speziallebensmittel, sondern als normale alkoholfreie Getränke gelten. Ab Anfang 2014 dürfen damit neu auch Mischgetränke aus Alkohol und Energy-Drinks verkauft werden. Dies beschloss das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit der Jahresrevision der Lebensmittelverordnung. Man vollziehe damit nur, was seit 2012 aufgrund einer Cassis-de-Dijon-Allgemeinverfügung so oder so erlaubt sei, sagt das BAG. Und: «Diese Angleichung an die international geltenden Bestimmungen führt zum Abbau von Handelshemmnissen.»

Das mag gut sein für die Wirtschaft, gehört aber kaum zu den Aufgaben des BAG. Es hat dafür zu sorgen, dass die Volksgesundheit gewährleistet ist. Das darf in Sachen Energy-Drinks bezweifelt werden.

Laut BAG gibt es nicht genügend Beweise für die Schädlichkeit solcher Mischgetränke, «um ein absolutes Verbot aus Gründen des Gesundheitsschutzes zu rechtfertigen». Zahlreiche Forscher und Ämter weltweit sehen das allerdings anders: Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung kam schon 2009 zum Schluss, die Nebenwirkungen des hohen Koffeinkonsums könnten sich insbesondere dann verstärken, wenn Alkohol beigemischt wird. Es riet dazu, «das Inverkehrbringen von Energy-Shot-Produkten» zu verbieten.

Forscher der Uni Bonn fanden heraus, dass «Energy-Alkopops» Herzklopfen, erhöhten Blutdruck und Krämpfe bewirken und sogar den plötzlichen Tod auslösen können.

Amerikanische Forscher wollen nachgewiesen haben, dass der Konsum von Energy-Drinks mit Alkohol gefährlicher sei als der von Alkohol allein: Das Koffein verhindere, dass man müde werde, und verleite so dazu, mehr zu trinken. Das führe zu Vollrausch, Alkoholvergiftungen und Suchtgefahr. Die US-Gesundheitsbehörde FDA registrierte von 2008 bis 2012 bereits 18 Todesfälle, die mit Energy-Drinks in Zusammenhang stehen.

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Paris erhöht die Steuern

Frankreich zieht Konsequenzen aus den Erkenntnissen: Das Parlament will Energy-Drinks mit einer hohen Steuer belegen. Begründet wird das mit Gesundheitsrisiken, die mit dem Konsum der Koffeinlimonaden einhergingen, und den daraus resultierenden Kosten. Das BAG will bloss «Veränderungen im Konsumverhalten kritisch beobachten».