Der Mann am Telefon drängte und drängte: Carmen Monopoli müsse nur seinen Fax unterschreiben, bat er die Inhaberin eines Coiffeursalons. Dann laufe das Inserat automatisch aus, das sie früher einmal geschaltet hatte. So versprach er es.

In Wahrheit war es genau umgekehrt: Erst durch Carmen Monopolis Unterschrift wäre ein Inseratevertrag entstanden. Ausserdem log der Telefonverkäufer, indem er versicherte, es gehe um Inserate fürs lokale Gewerbeblatt. In Wirklichkeit arbeitet er für den «Gewerbe- und Wirtschaftsverlag GWV» im luxemburgischen Remich. Monopoli roch den Braten und unterschrieb nicht – obwohl der Mann noch mehrmals anrief.

Hätte sie unterschrieben, müss­te sie mindestens 1800 Franken für einen Eintrag in einer nicht näher umschriebenen «Informations-Broschüre» bezahlen. 500 Stück davon sollen gemäss Vertragstext verteilt werden – aber nicht etwa an Monopolis Standort in Biberist SO, sondern irgendwo in der Schweiz, vielleicht gar im Ausland. Der teure Eintrag wäre mit Sicherheit vollkommen nutzlos. Die Firma GWV nahm zu entsprechenden Fragen des Beobachters nicht Stellung.

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Endlich das Gesetz verschärft

Mitte Juni beschloss das Parlament eine Änderung im Bundesgesetz gegen den unlauteren Wett­bewerb. Wer für ein Branchenregister Offerten verschickt und dabei nicht «in grosser Schrift, an gut sichtbarer Stelle und in verständlicher Sprache» auf den Gesamtpreis hinweist sowie darauf, dass es nicht um einen offiziellen Eintrag geht (etwa ins Handelsregister), der handelt «unlauter», so das neue Gesetz. Damit haben Gewerbetreibende, die auf solche Geschäftemacher hereinfallen, bald die Möglichkeit, sich gegen die Rechnungen zu wehren. Voraussichtlich Anfang 2012 wird das verschärfte Gesetz in Kraft treten.