Grossrat Peter Schuhmacher (FDP) und Grossrätin Cécile Frei (SP) planen zwei parlamentarische Vorstösse. Ziel: Der Fall soll an einen ausserkantonalen Untersuchungsrichter übertragen werden.

Der Brugger Bezirksamtmann Samuel Sumi, dessen schleppende Untersuchungsführung der Beobachter kritisiert hat (siehe Artikel zum Thema «Todesfahrer: Warum musste Olivia sterben?»), wollte den Fall nach Erscheinen des betreffenden Artikels selbst loswerden. Die Medienkritik habe das Mass des Verkraftbaren deutlich überschritten, begründete er ein entsprechendes Gesuch ans Aargauer Obergericht.

Doch die Richter wiesen sein Begehren ab: Die Medienkritik sei von einem Justizbeamten hinzunehmen, «der die Untersuchung ‹jederzeit ordnungsgemäss› geführt haben will». Vom Fall dispensiert könne er nur werden, wenn seine Unparteilichkeit nicht mehr gewährleistet sei.

«Kontrollen versagen»
Beim Regierungsrat liegt noch eine Aufsichtsbeschwerde gegen Sumi. Und das Aargauer Strassenverkehrsamt geriet letzte Woche wegen eines weiteren Falls unter Beschuss: Das Amt hat einem 38-jährigen Mann den Führerausweis nicht sofort entzogen, obwohl dieser bei Wohlen AG eine 14-jährige Velofahrerin zu Tode gefahren und bereits zuvor sechsmal wegen übersetzter Geschwindigkeit das Billett verloren hatte.

«Bei diesem Strassenverkehrsamt scheinen die Kontrollen zu versagen», meint Anwalt Ueli Vogel-Etienne, Stiftungsrat von Roadcross. «Das ruft nach einer gründlichen Untersuchung.»