Der Weg am Stadtzürcher Seeufer ist in Wollishofen an einer Stelle nicht durchgehend. Daher plant die Stadt, die Lücke mit einem Steg zu schliessen. Doch einige Anwohner befürchten dadurch mehr Lärm, Dreck und eine Beeinträchtigung des Ortsbildes. Sie bekämpften das Projekt bis vor Bundesgericht.

Bescheidene optische Störung

Das Gericht gewichtete das öffent­liche Interesse am Steg jedoch höher als die Befürchtungen der Anwohner und wies die Beschwerde ab. Durch den Steg werde ein wertvoller Erholungsraum für die städtische Bevölkerung geschaffen. Mit 284 Metern Länge und 2,8 Metern Breite sei der Weg eher bescheiden dimensioniert. Die schlanke, möglichst lichtdurchflutete Stahlkonstruktion mit Seilnetzen als Geländer und minimaler Beleuchtung beanspruche die Seefläche optisch nur geringfügig. Ein bisher der Öffentlichkeit entzogener Bereich der Bucht werde der Allgemeinheit endlich zugänglich gemacht. Die höchsten Richter erachten zudem die Befürchtung der Anwohner in Sachen Lärm und Abfall für unbegründet und sehen gegenwärtig keine Veranlassung, den Steg nachts zu schliessen und Sitzbänke abzumontieren. Solche Massnahmen müsse die Stadt erst anordnen, wenn es tatsächlich zu Nachtruhestörungen komme. Eine solche Massnahme präventiv anzuordnen sei unverhältnismässig.

Bundesgericht, Urteil vom 10. März 2014 (1C_634/2013)