1000 Wasserwerke in den USA verklagten 2004 den Basler Konzern Syngenta, weil dessen Unkrautvernichter Atrazin das Grundwasser verseucht habe. 2012 legte man den Streit per Vergleich bei: Syngenta musste 105 Millionen Dollar zahlen.

Das US-Journalistenportal «100 Reporters» erstritt nun Gerichtsakten: Sie zeigen, wie Syngenta versuchte, den Prozess zu beeinflussen und einen renommierten Kritiker von Atrazin zu diskreditieren, Berkeley-Professor Tyrone Hayes. Man liess ein psychologisches Gutachten über ihn erstellen und hetzte Privatdetektive auf ihn. Zudem schrieb die Firmensprecherin in einem Memo, Hayes solle in einen Skandal verwickelt werden, um seiner Glaubwürdigkeit zu schaden.

Syngenta spielt die Enthüllungen herunter: Es seien «einseitige Beeinflussungsversuche, unseriöse Berichterstattungen, falsche Behauptungen von Aktivisten, Diskreditierung», so Sprecher Daniel Braxton.

Derzeit überprüfen die USA, wo jährlich 36'000 Tonnen At­razin verkauft werden, dessen Zulassung neu.