600 Millionen Franken will die Energiekommission des Nationalrates für den Bau neuer Wasserkraftwerke investieren, wie die «Handelszeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. Noch bevor das Parlament die Subventionen abgesegnet hat, melden Exponenten der Strombranche neue Ansprüche an. «Der Bund vergisst die bestehenden Wasserkraftwerke, die immerhin fast 60 Prozent des Stroms erzeugen», sagt Paul Michellod, Generaldirektor des Walliser Stromanbieters FMV, der ausschliesslich Wasserkraft produziert, gegenüber der «Handelszeitung». «Auch diese Anlagen müssen vom Bund finanziell unterstützt werden.» Schliesslich stehe man mit hochsubventionierten Konkurrenten im Wettbewerb.

Alte Wasserkraftwerke müssen gewartet werden

Als «betrüblich» bezeichnet es Roger Pfammatter, Chef des Schweizerischen Verbands der Wasserwirtschaft, dass für die bestehenden Wasserkraftwerke keine Lösung auf dem Tisch sei. Andere Stromproduzenten blicken mit Sorgen in die Zukunft, da erhebliche Investitionen in den Erhalt existierender Anlagen anstehen. «Viele dieser Wasserkraftwerke sind dann nicht mehr rentabel», sagt ein Vertreter eines Stadtwerks. Energieexperten halten zusätzliche Fördermassnahmen für die Wasserkraft für unnötig. Die meisten Wasserkraftwerke seien längst abgeschrieben und deren Stromproduktion marktfähig, so Jürg Buri von der Energiestiftung gegenüber der «Handelszeitung». Laut Urs Meister von der Denkfabrik Avenir Suisse belohnte der Bund Firmen, die in der Vergangenheit falsch oder übermässig investiert haben, wenn er nun auch bestehende Anlagen subventioniere.

Die neue «Handelszeitung» gibts ab heute am Kiosk.