Im letzten Jahr erhielt das Seco 11‘502 Beschwerden allein wegen unerbetener Werbeanrufe – fast dreimal mehr als 2013. Weitere rund 2000 Beschwerden bekam es vorab zu Versandhandel, Adressbuchschwindel, Spamming oder Gewinnversprechen.

In 41 Fällen hat das Seco die Firmen mit Warnschreiben aufgefordert, das unlautere Geschäftsgebaren zu unterlassen. In 69 Fällen klagte das Seco bei den zuständigen kantonalen Behörden, in 24 Fällen kam es zu Verurteilungen. In einem Fall klagte das Seco auch beim Zürcher Handelsgericht, und zwar gegen die Preselection-Firma Primacall (der Beobachter berichtete). Diese Klage mündete in einem Vergleich: Primacall verpflichtete sich, den Sterneintrag in Zukunft zu beachten und bei ihren Anrufen klar zu machen, dass die Firma unabhängig von der Swisscom anruft.

Problematisch: Anrufe aus dem Ausland

Ein besonderes Problem stellen Anrufer aus dem Ausland dar, die eine Schweizer Nummer verwenden: Es ist schwierig, ihre Identität festzustellen. Zum einen werden Schweizer Nummern legal ins Ausland vergeben, von dort dann aber weitervergeben oder weiterverkauft. Um bis an die Täterschaft zu gelangen, hätte ein internationales Rechtshilfegesuch eingereicht werden müssen, schreibt das Seco. Doch die Staatsanwaltschaft lehnte das ab, weil der dafür nötige Aufwand «in keinem Verhältnis zu der Schwere und Bedeutung der untersuchten Straftaten stehe».

Zum andern gibt es das so genannte Spoofing. Dabei gelingt es den Anrufern, ihre Identität zu verschleiern. Beim Angerufenen erscheint eine falsche Nummer auf dem Display. Diese Anrufenden sind «kaum auffindbar», schreibt das Seco.