Ein Paar im Aargau schmückte Haus und Garten nicht nur in der Weihnachtszeit üppig mit Lichterketten, sondern, in etwas redu­ziertem Umfang, auch den Rest des Jahres über. Den Nachbarn vis-à-vis war das zu viel. Sie wandten sich an die Gemeinde, die aber keinen Grund zum Einschreiten sah. Das Verwaltungs­gericht ­hingegen sprach eine Beschränkung aus: Die Beleuchtung sei um 22 Uhr abzuschalten; in der Weihnachtszeit dürfe sie weiterhin bis ein Uhr brennen.

Mit dieser Beschränkung war nun das lichtbegeisterte Paar nicht einverstanden. Es gelangte ans Bundesgericht und argumentierte, die Zierbeleuchtung sei Ausdruck seiner Lebensfreude und bilde ­zusammen mit der Wohnungs­einrichtung ein Gesamtkunstwerk.

Der Sternenhimmel geht vor

Das Bundesgericht sah es anders. Laut Umweltschutzgesetz seien die elektromagnetischen Strahlen von Kunstlicht vorsorglich an der Quelle zu begrenzen. Die Beleuchtung beeinträchtige nicht nur das Erlebnis der nächtlichen Landschaft und die Wahrnehmung des Sternenhimmels, sondern wirke sich möglicherweise auch negativ auf Tiere und Pflanzen aus. Daher gebe es ein gewichtiges öffent­liches Interesse, Beleuchtungen nach 22 Uhr auszuschalten. Zur Weihnachtszeit erlaubt das Gericht mit Verweis auf die ortsübliche Tradition eine Beleuchtung bis ein Uhr morgens.

Bundesgericht, Urteil vom 12. Dezember 2013 (1C_250/2013)