Dem Beobachter liegen Teilresultate der PEK-Studie vor. Sie sind brisant: Aufgrund dieser Daten muss Bundesrat Couchepin Ende Juni entscheiden, ob die Grundversicherung alternative Methoden weiterhin deckt.

Die chinesische Medizin schneidet mässig ab: «Wie zu erwarten, konnte kein Wirksamkeitsnachweis auf dem höchsten wissenschaftlichen Niveau erbracht werden», so die Assoziation Schweizer Ärztegesellschaften für Akupunktur und chinesische Medizin (ASA) in ihrem Antrag ans BAG. In einem 50-seitigen Papier, das sich auf die Resultate der PEK-Studie stützt, mussten die Alternativmediziner begründen, warum die Grundversicherung bezahlen soll. «Aufgrund vorhandener placebokontrollierter Studien kann demnach nicht abschliessend entschieden werden, ob traditionelle chinesische Medizin wirkt.» Ein Pluspunkt: Nebenwirkungen sind «50 Prozent weniger häufig» als bei Patienten, die sich schulmedizinisch behandeln lassen.

Besser weg kommt die Kräutermedizin, deren Daten dem Beobachter ebenfalls vorliegen: Studien zeigen eine Wirkung, die über den Placeboeffekt hinausgeht. Auch haben die Tinkturen und Salben weniger Nebenwirkungen als synthetische Medikamente. Die «totalen empirischen Kosten pro Patient» sind etwa gleich gross wie in der Schulmedizin.

Bereits vor Monaten sind Teilergebnisse über die Homöopathie an die Medien durchgesickert. Fazit: keine messbare Wirkung. Es dürfte also auch für die Globuli eng werden.

Generell gilt für die Alternativmedizin: Die Kosten pro Patient sind im Schnitt etwa gleich hoch wie in der Schulmedizin, wie kürzlich bekannt wurde. Man hätte allerdings weniger erwartet.

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