Die Kontrollbehörde Swissmedic hat einige chinesische Arzneimittel landesweit vom Markt genommen. Grund: Die betroffenen Pflanzenpräparate enthielten viel mehr Alkaloide, als das Gesetz erlaubt. Einzelne überschritten den erlaubten Wert gar um ein «Hundertfaches», wie Karoline Mathys von der Swissmedic bestätigt. Betroffen sind Chargen von vier grossen Vertreibern in der Schweiz. In höheren Konzentrationen schädigen Alkaloide die Leber, wer die Arznei längere Zeit einnehme, riskiere gar Krebs, so Mathys.

In der Schweiz verordnen zirka 800 Ärzte und Therapeuten regelmässig chinesische Arzneien. Bisher fanden keine systematischen Kontrollen statt, weil solche Arzneien erst seit 2002 einer Zulassung durch die Swissmedic bedürfen.

Diese Meldung kommt für die Anhänger chinesischer Medizin zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn bis Ende Juni muss Bundesrat Pascal Couchepin entscheiden, ob Arzneien aus China weiterhin von der Grundversicherung bezahlt werden müssen (Beobachter Nr. 8). Die chinesische Arzneitherapie steht ohnehin auf der Abschussliste des Bundesrats, weil deren Wirksamkeit nicht streng wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte.

Schon früher sind Fälle bekannt geworden, in denen chinesische Arzneien mit Schwermetallen wie Arsen, Blei und Quecksilber belastet waren. Sogar die Alternativmediziner selber schreiben in ihrem Antrag auf Verbleib in der Grundversicherung an die Behörde, dass einige «wenige Arzneimittel genauer observiert» werden müssten.

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