Über zwei Millionen Dosen des Asthmamittels Ventodisk 400 werden hierzulande pro Jahr verschrieben und über die Krankenkassen abgerechnet. Kosten: 736'936 Franken. Hätte sich nicht der aufmerksame Leser Martin Schmidhauser beim Beobachter gemeldet, würde das Mittel die Krankenkassen künftig gegen zwei Millionen Franken kosten - und dem Hersteller, Glaxo Smith Kline (GSK), Mehreinnahmen bescheren. Denn Ventodisk 400 gibt es nicht mehr. Das Ersatzprodukt, Ventolin Diskus 200, kostet bei gleicher Dosierung zweieinhalbmal so viel.

Geschah die Verteuerung mit Absicht? «Mit der Herstellung von Ventodisk 400 haben wir aus produktionstechnischen Gründen aufgehört», sagt GSK-Mediensprecher Eric Bandle, «und nicht, um mit dem neuen Mittel höhere Einnahmen zu erzielen.» Zudem stehe mit dem Ventolin Dosieraerosol ein günstiger Ersatz zur Verfügung. Allerdings gibt jener Spray den Wirkstoff in flüssiger statt in Pulverform ab und enthält zudem ein Treibgas - medizinisch nicht immer eine valable Lösung. Und da die teure Pulverform mit dem alten Produkt identisch ist, wird mancher Arzt das kostspieligere Medikament verschreiben.

Preisaufsicht für die Pharmabranche hat das Bundesamt für Gesundheit. Auf Anfrage des Beobachters liess es verlauten: «Wir haben das Problem jetzt erkannt und werden die Preisgestaltung mit dem Hersteller zusammen überprüfen.»

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