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Veröffentlicht am 28.08.2019

1. Allgemeines

Ätherische Öle haben es in sich. Ob bei Erkältungssymptomen, Magen-Darm-Problemen oder zur Steigerung des Wohlbefindens: Ätherische Öle können manche Beschwerden lindern. Voraussetzung ist, dass man sie richtig einsetzt und einige Vorsichtsmassnahmen beachtet. Insbesondere für kleine Kinder sind ätherische Öle nicht oder nur eingeschränkt geeignet.

Das Erkältungsbad mit Eukalyptus, die Sportsalbe mit Fichtennadelöl oder magenberuhigender Fencheltee – viele bekannte Heilpflanzen haben ihre Wirkung den darin enthaltenen ätherischen Ölen zu verdanken.

Die wohlriechenden Pflanzenextrakte sind in Pflanzenteilen wie Blüten, Blättern, Früchten und Wurzeln enthalten. Jeder Pflanzenarzt enthält ein ätherisches Öl mit einer ganz charakteristischen Zusammensetzung.

Ätherische Öle sind wahre Multitalente, die nicht nur in Lebensmitteln und Getränken für das nötige Aroma sorgen. Auch in der Kosmetikindustrie haben sie ihren Platz gefunden und geben vielen wohlriechenden Pflegeprodukten ihre charakteristische Duftnote. Zudem kommen ätherische Öle zum Einsatz, um leichte gesundheitliche Beschwerden wie SchnupfenHalsschmerzen oder einen nervösen Magen zu behandeln. Ätherische Öle können beispielsweise inhaliert, eingerieben oder eingenommen werden.

Nicht immer ist ein bestimmtes Öl zur Verwendung geeignet. Daher sollten Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt oder Apotheker zu Rate ziehen. Manche Öle wie Teebaumöl oder Nelkenöl können die Haut reizen. Empfindliche Personen können allergisch reagieren. Wer versehentlich hoch konzentriertes ätherisches Öl einnimmt, kann Vergiftungserscheinungen davontragen. Insbesondere bei Säuglingen und kleinen Kindern sollte man ätherische Öle nur sehr vorsichtig und auf keinen Fall in konzentrierter Form einsetzen, da dies zu Verkrampfungen des Kehlkopfs führen kann. Auch verdünnte ätherische Öle können für Kinder gefährlich sein. Verwenden Sie daher nur Präparate, die ausdrücklich für Säuglinge und Kleinkinder geeignet sind, und verwenden Sie das Produkt immer nur so wie vorgesehen.

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2. Was sind ätherische Öle?

Ätherische Öle sind in Bestandteilen von Pflanzen oder Lebensmitteln pflanzlichen Ursprungs enthalten, so zum Beispiel in:

  • Blüten,
  • Früchten,
  • Wurzeln,
  • Blättern,
  • Hölzern,
  • Stängeln und Rinden.

Ätherische Öle setzen sich aus unterschiedlichen leicht flüchtigen Stoffgemischen zusammen. Diese werden in den Pflanzenzellen gebildet und anschliessend in sogenannten Exkretbehältern angereichert. Als Exkretbehälter dienen beispielsweise Drüsenhaare, -schuppen oder Ölzellen, die sich in einzelnen Pflanzenbestandteilen befinden. Jede Pflanzenart enthält ein für sie charakteristisches ätherisches Öl mit einem spezifischen intensiven Geruch.

Bekannte Beispiele für Pflanzenteile mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen sind:

  • Eukalyptusblätter
  • Kamillenblüten
  • Pfefferminzblätter
  • Fenchel
  • Kiefernnadeln

Um ätherische Öle zu gewinnen, werden die Pflanzenbestandteile ausgepresst. Eine weitere Methode ist die Destillation mit Wasser oder Wasserdampf, darüber hinaus kann man die Öle mithilfe spezieller Substanzen gewinnen. Ätherische Öle werden häufig mit anderen ähnlichen Substanzen gestreckt.

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3. Anwendungsgebiete und Wirkung

Die Anwendungsgebiete ätherischer Öle sind so vielfältig wie ihre Wirkung. Beim Inhalieren gelangen ätherische Öle über die Schleimhäute in den Blutkreislauf, von wo aus sie in die Organe transportiert werden. Beim Einreiben dient die Haut, beim Einnehmen der Magen-Darm-Trakt als Eintrittspforte in den Körper. Auch die Riechnerven bleiben nicht untätig: Sie senden den wahrgenommenen Geruch an das Gehirn, wo er eine positive Wirkung auf das Wohlbefinden entfaltet.

Je nach Pflanze wirken ätherische Öle beispielsweise:

  • verdauungsfördernd
  • appetitanregend
  • durchblutungsfördernd
  • entblähend
  • schmerzstillend

Ätherische Öle haben eine antientzündliche und antibakterielle Wirkung. Sie sorgen dafür, dass bei einer Erkältung der Schleim in den Atemwegen flüssiger wird und so leichter abtransportiert werden kann. Die Atemwege werden zudem besser durchblutet.

In folgenden Bereichen finden ätherische Öle beispielsweise Anwendung:

Erkältungskrankheiten: Ätherische Öle können in Form von Erkältungsbädern, Badeölen oder zum Inhalieren bei Erkältungskrankheiten Beschwerden wie etwa Schnupfen lindern. Hierzu zählen insbesondere:

  • Menthol
  • Eukalyptus
  • Kamille
  • Campher

Bei Husten mit Auswurf können Inhalationen mit Anis, Fenchel, Thymian oder Eukalyptus Linderung verschaffen. Bei Halsschmerzen oder Heiserkeit helfen Kamille, Salbei und Thymian.

Magen-Darm-Beschwerden: Ätherische Öle aus Anis und Fenchel wirken krampflösend und haben auf den Magen-Darm-Trakt eine beruhigende Wirkung. Als Tee zubereitet können sie leichte Magen-Darm-Beschwerden verringern.

Durchblutung: Äusserlich angewendet können beispielsweise Fichtennadel- oder Kiefernnadelöl die Durchblutung anregen und Schmerzen lindern.

Wohlbefinden: Der Duft ätherischer Öle kann auch eine positive Wirkung auf die Psyche haben, zum Beispiel als Duftöl.

Aromatherapie: Ein besonderes Feld, in dem ätherische Öle zu therapeutischen Zwecken zum Einsatz kommen, ist die Aromatherapie. Mithilfe der Aromatherapie, die als Teil der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) anzusehen ist, sollen zum Beispiel Infektionen der Atemwege, Erkältungs- und Magen-Darm-Beschwerden gezielt behandelt werden.

Zudem sind ätherische Öle wegen ihres Geruchs häufig in kosmetischen Produkten enthalten.

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4. Anwendung

Ob Inhalation, Salben, Tees oder Kapseln: Ätherische Öle können sowohl innerlich als auch äusserlich Anwendung finden.

Als Tee genossen, ist die Wirkung eines ätherischen Öls eher gering. Der Grund: Die Öle sind nur schwer wasserlöslich. Um zu verhindern, dass die rasch flüchtigen Wirkstoffe nicht verdampfen, sollten Sie den Tee beim Ziehenlassen zudecken.

Inhalation

Inhalieren ist insbesondere bei Erkältungsbeschwerden wie Schnupfen oder Husten geeignet. Beim Inhalieren nimmt man die ätherischen Öle direkt mit dem heissen Wasserdampf über die Schleimhäute auf. Die Substanzen gelangen in Mund und Rachen und können dort ihre Wirkung entfalten. So können sie etwa bei einer Erkältung Linderung verschaffen.

Achtung: Bei Augenproblemen, entzündlichen Hautkrankheiten, Kreislaufbeschwerden oder sehr niedrigem Blutdruck sollten Sie auf das Inhalieren lieber verzichten.

Zur Inhalation benötigen Sie nicht viel: Zunächst einmal reichen eine grosse, mit heißem Wasser gefüllte Schüssel sowie ein Handtuch. Je nach Beschwerdebild können Sie nun unterschiedliche Zusätze in das Wasser geben. Informieren Sie sich vorab sicherheitshalber beim Arzt oder Apotheker, welche Inhalationszusätze für Sie geeignet sind und in welcher Konzentration Sie diese verwenden sollten.

Setzen Sie sich zur Anwendung vor den Tisch, decken Sie ein Handtuch über Ihren Kopf und beugen Sie sich über die Schüssel. Das Handtuch soll verhindern, dass der Wasserdampf entweicht. Achten Sie darauf, sich nicht zu nah über das Wasser zu beugen, um Verbrennungen zu vermeiden – halten Sie mindestens einen Abstand von zwei Handbreiten. Atmen Sie tief durch Mund und Nase ein. So sollten Sie für etwa 10 bis 20 Minuten inhalieren.

In der Apotheke erhalten Sie alternativ sogenannte Inhaliergeräte (Inhalatoren), welche passende Aufsätze für Mund und Nase beinhalten, mit deren Hilfe man die Öle gut dosieren kann.

Waschen Sie nach der Anwendung Ihr Gesicht mit lauwarmem Wasser. Vermeiden Sie den Gang ins Freie und Zugluft: Entspannen Sie sich vielmehr noch eine Weile. Gönnen Sie sich am besten eine kleine Pause – zum Beispiel im warmen Bett –, damit sich Ihr Kreislauf erholen kann.

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5. Risiken und Anwendung bei Säuglingen

Ätherische Öle können auch Risiken bergen. Im Umgang mit reinen ätherischen Ölen sollte man vorsichtig sein: Nicht immer ist das jeweilige Öl zur Verwendung geeignet. Ätherische Öle können mit Nebenwirkungen einhergehen. So können Teebaumöl oder Nelkenöl die Haut reizen.

Darüber hinaus führen ätherische Öle in manchen Fällen auch zu Allergien. Auch Öle, die in Kosmetikprodukten enthalten sind, rufen manchmal unerwünschte Wirkungen hervor.

Vorsichtig sollte man im Umgang mit Präparaten sein, die einen hohen Anteil an stark wirksamen ätherischen Ölen enthalten. Zu besonders starken ätherischen Ölen zählen:

  • Campher
  • Eukalyptus
  • Menthol (Pfefferminzöl)

Auch Orangen- und Zitronenschalenöl, Teebaumöl, Nelkenöl und Terpentinöl gelten als stark wirksam.

Bei versehentlicher Einnahme von hoch konzentriertem ätherischem Öl können Vergiftungserscheinungen die Folge sein. Beschwerden wie Hautreizungen, ÜbelkeitBauchschmerzen, Unruhe oder Zittern können darauf hinweisen. Im Zweifelsfall sollten Sie Tox Info Suisse alarmieren.

Auf Inhalieren mit ätherischen Ölen sollten Sie verzichten, wenn Sie unter folgenden Beschwerden leiden:

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