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Veröffentlicht am 28.08.2019

1. Allgemeines

Die Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) ist eine Methode zur Untersuchung des Augenhintergrunds, also der Innenfläche des Augapfels. Diese Fläche ist normalerweise von aussen nicht sichtbar.

Bei der Augenspiegelung wird der Augenhintergrund ausgeleuchtet, so dass die unterschiedlichen Strukturen wie Netzhaut, Aderhaut, Sehnervkopf, gelber Fleck und die versorgenden Blutgefässe zu sehen sind. Ein Arzt kann auf diese Weise krankhafte Veränderungen erkennen. Die Untersuchung ist nur möglich, wenn keine Trübung der Hornhaut oder der Linse vorliegt und keine Blutungen im Augeninneren bestehen.

Es gibt zwei verschiedene Techniken, mit denen der Augenarzt den Augenhintergrund seines Patienten spiegeln kann: Die direkte und die indirekte Augenspiegelung. Bei der direkten Augenspiegelung kann der Arzt die Strukturen am Augenhintergrund in circa 16-facher Vergrösserung beurteilen. Nachteilig ist, dass bei der direkten Augenspiegelung nur ein bestimmter Bereich einsehbar ist. Einen besseren Überblick liefert die indirekte Augenspiegelung. Der einsehbare Bereich ist hier grösser. Allerdings erreicht diese Form der Ophthalmoskopie hingegen nur eine 4,5-fache Vergrösserung. Kombiniert eingesetzt ergänzen sich die beiden Augenspiegelung-Techniken gut.

Die Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) selbst birgt nur ein sehr geringes Risiko und läuft schmerzlos ab. Wenn Sie einen Termin zu einer Augenspiegelung haben, sollten Sie aber Folgendes bedenken: Die Untersuchung ist nur dann möglich, wenn Ihre Pupillen sehr weit gestellt sind. Dazu erhalten Sie vor der Augenspiegelung spezielle Augentropfen («Weittropfen»). Die Wirkung der Tropfen hält noch einige Zeit nach der Untersuchung an und schränkt Ihre Sehfähigkeit ein. Eine aktive Teilnahme am Strassenverkehr ist dann nicht möglich. Denken Sie schon vor dem Termin daran, dass Sie sich nach der Augenspiegelung nicht selber hinters Steuer oder auf das Fahrrad setzen können – und organisieren Sie zum Beispiel, dass Sie jemand abholt.

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2. Durchführung

Kurz vor der Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) werden pupillenerweiternde Tropfen ins Auge getropft, um die Pupille für die Untersuchung weit geöffnet zu halten. Der Untersuchte sieht dadurch etwas verschwommen und darf erst nach Abklingen der Wirkung wieder am Strassenverkehr teilnehmen.

Die Ophthalmoskopie kann direkt oder indirekt erfolgen. Bei der direkten Augenspiegelung verwendet der Augenarzt einen elektrischen Augenspiegel. Das ist ein stabförmiges Gerät, an dessen Kopf ein Augenspiegel mit Lupe und eingebauter Lampe angebracht sind. Der Arzt sitzt bei der direkten Ophthalmoskopie dicht vor dem Patienten und hält dem Augenspiegel zwischen sein eigenes Auge und das zu untersuchende Auge des Patienten. Der Arzt schaut wie durch ein Schlüsselloch in das Auge hinein. Dabei fällt das Licht des Augenspiegels parallel zur Blickrichtung des Arztes in den Innenraum des untersuchten Auges und leuchtet diesen aus. Die eingebauten Linsen sind nötig, um Fehlsichtigkeiten des Patienten und des Arztes auszugleichen und ein optimales Bild des Patienten-Augenhintergrunds in bis zu 16-facher Vergrösserung beim Arzt zu erzeugen. Allerdings kann er bei dieser Untersuchung nur einen Ausschnitt des gesamten Augenhintergrunds beurteilen.

Bei der indirekten Ophthalmoskopie leuchtet eine Lampe aus circa 60 Zentimetern Entfernung in das zu untersuchende Auge. Die Lichtquelle kann der Augenarzt dabei zum Beispiel am Kopf tragen (sog. Kopfopthalmoskop). Mit ausgestrecktem Arm hält der Arzt gleichzeitig eine Sammellinse nah vor das Auge des Patienten. Der Abstand zwischen Patientenauge und Linse beträgt dabei circa 5 Zentimeter. Mithilfe der Linse wird das Licht in das Augeninnere geleitet und der Augenhintergrund grossflächig ausgeleuchtet. Zugleich entsteht im Auge des betrachtenden Arztes ein Bild des Augenhintergrunds in ungefähr 4,5-facher Vergrösserung – der vergrössernde Effekt ist also deutlich geringer als bei der direkten Augenspiegelung. Dafür kann der Arzt aber einen grösseren Bereich des Augenhintergrunds einsehen.

Bei der direkten Augenspiegelung sieht der Arzt den Augenhintergrund des Patienten als aufrechtes Bild. Im Gegensatz dazu nimmt der Arzt bei der indirekten Augenspiegelung den Augenhintergrund umgekehrt, also «kopfüber» wahr.

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3. Anwendungsgebiete

Neben Krankheiten des Auges selbst, wie etwa eine Netzhautablösung, eine Makuladegeneration oder Sehnervenschäden, haben auch eine Reihe allgemeiner Erkrankungen Auswirkungen auf den Augenhintergrund. Zu diesen Erkrankungen zählen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Bluthochdruck (Hypertonie) und Arteriosklerose (Gefässverkalkung). Menschen, die an einer solchen Krankheit oder einer Augenkrankheit leiden, sollten in regelmässigen Abständen eine Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) durchführen lassen.

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4. Risiken und Komplikationen

Die Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) selbst birgt nur ein sehr geringes Risiko. Die Anwendung von pupillenerweiternden Augentropfen ist in der Regel harmlos, kann aber in Einzelfällen zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks bis hin zu einem Glaukomanfall führen.

Ausserdem ist nach der Gabe von pupillenerweiternden Augentropfen im Rahmen der Augenspiegelung die Teilnahme am Strassenverkehr und das Bedienen von Maschinen nicht möglich. Diese Tätigkeiten können Sie erst nach vollständigem Abklingen der Augentropfenwirkung wieder durchführen.

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