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Veröffentlicht am 25.09.2019

1. Allgemeines

Die Fussreflexzonenmassage ist eine bestimmte Massagetechnik, bei der man spezielle Bereiche der Fusssohle massiert – die sogenannten Fussreflexzonen. Örtlich verbessert dies die Durchblutung des Fusses. Der Zweck der Massage geht aber darüber hinaus.

Bei der Fussreflexzonenmassage setzt der Therapeut mit der Hand oder den Fingern bestimmte Griffe an den Fussreflexzonen an und übt dort durch Massage Reize aus. Diese Grifftechnik beruht auf der Vorstellung, dass der Fuss in Wechselbeziehung zum ganzen Körper steht. Die einzelnen Reflexzonen am Fuss sind dabei bestimmten Organen zugeordnet: Demnach ist es möglich, über die Massage der entsprechenden Fussreflexzone auf das jeweilige Organ therapeutisch einzuwirken – es also positiv zu beeinflussen und so Erkrankungen zu lindern.

Die Fussreflexzonenmassage gilt als sogenannte Umstimmungstherapie – also als ein Behandlungsverfahren, dessen Ziel darin besteht, allgemein die Körperreaktionen positiv zu beeinflussen oder das Immunsystem anzuregen. So kann die Massage der Fussreflexzonen beispielsweise folgende Zwecke verfolgen:

  • den Lymphabfluss in Armen und Beinen fördern
  • Muskelverspannungen lösen
  • Schmerzen lindern
  • zu einem besseren Schlaf verhelfen
  • die körperliche Verfassung kräftigen

Umstimmungstherapien wie die Massage der Fussreflexzonen kommen vor allem bei chronischen Erkrankungen zum Einsatz, um deren Heilung anzukurbeln und zu unterstützen. Entsprechend gross ist das Anwendungsgebiet der Fussreflexzonenmassage. In Frage kommt sie zum Beispiel als ergänzende oder unterstützende Behandlung bei:

Ob die Fussreflexzonenmassage eine langfristige Wirkung hat, ist allerdings wissenschaftlich bisher nicht nachgewiesen. Fussreflexzonenmassagen gelten jedoch als fast nebenwirkungsfrei. Nur in bestimmten Fällen ist davon abzuraten, die Fussreflexzonen zu massieren – zum Beispiel bei:

  • Beschwerden im Bereich der Füsse, zum Beispiel:
  • akuten Infektionskrankheiten mit hohem Fieber
  • Psychosen
  • Risikoschwangerschaften
  • akuten Venen- und/oder Lymphgefässentzündungen

Geschichte

Die Fussreflexzonenmassage hat eine lange Geschichte: Schon die traditionelle chinesische Medizin bediente sich Massagetechniken, die auf der Behandlung einzelner Körperbereiche beruhten und den gesamten Energiefluss des Körpers steuern sollten.

Als Begründer der heute in Deutschland angewendeten Massage der Fussreflexzonen gilt der US-Amerikaner William Fitzgerald (1872-1942). Der HNO-Arzt lernte Anfang des 20. Jahrhunderts bei den Indianern in Mittel- und Nordamerika die Techniken der Fussreflexzonenmassage kennen, dokumentierte und erweiterte sie.

Von da an breitete sich diese Massagetechnik auch bis Europa aus. In den 1930er Jahren erweiterte die Masseurin Eunice Ingham die Grundtechnik zur heute angewendeten Massage der Fussreflexzonen. Ihre Schülerin Hanne Marquardt ist die bedeutendste deutsche Repräsentantin der Fussreflexzonenmassage.

2. Technik

Die Fussreflexzonenmassage ist eine manuelle Behandlungstechnik: Der Therapeut setzt dabei mit der Hand oder den Fingern bestimmte Griffe am Fuss (vor allem im Bereich der Fusssohle) an und übt so Reize an den sogenannten Fussreflexzonen aus. Diese Technik steigert zum einen die örtliche Durchblutung. Zum anderen soll sie aber auch über den Fuss hinaus wirken.

Die Fussreflexzonenmassage beruht wie jede andere Technik der Reflexzonenmassage auf der Idee, dass alle Organe und Strukturen des Körpers bestimmten Bereichen auf der Körperoberfläche zugeordnet sind. Entsprechend unterteilt man den gesamten menschlichen Körper in zehn senkrechte Körperzonen, deren Linien im Fuss münden, und dann noch einmal in drei waagerechte Zonen. Demnach steht der Fuss also in Wechselbeziehung zum ganzen Körper und bietet so die Möglichkeit, über die entsprechenden Fussreflexzonen auf deren Ursprungsgebiete therapeutisch einzuwirken.

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3. Durchführung

Vor Beginn einer Fussreflexzonenmassage steht die Durchführung einer äusserlichen Untersuchung der Füsse: Dabei betrachtet der Therapeut die Füsse genau und tastet sie feinfühlig (mit Daumen oder Zeigefinger) ab, um Veränderungen (z.B. Abweichungen von der normalen Fussform, Schwellungen, Druckstellen) sowie die Schweissbildung und Hauttemperatur zu erfassen. Anhand der dabei aufgespürten Veränderungen der Hautstruktur und Stellen, an denen stärkerer Druck Schmerzen auslöst, zieht der Masseur Rückschlüsse auf betroffene Organe, ohne eine genauere Diagnose zu stellen.

Bei der Fussreflexzonenmassage bearbeitet der Masseur die Zehen, Sohlen und Fussränder beider Füsse durch Drücken und Reiben. Die Anwendung beginnt mit oberflächlich angesetzten Streichungen. Anschliessend kommen bestimmte Griffe zum Einsatz, die – je nach Grund für die Anwendung der Reflexzonenmassage – anregend / kräftigend (bzw. tonisierend) oder beruhigend / abschwächend (bzw. sedierend) wirken. Soll die Massage der Fussreflexzonen zum Beispiel akute Schmerzen lindern (wie bei einer Ischialgie), wendet der Therapeut eher sedierende Griffe an. Um mithilfe der Fussreflexzonenmassage Verhärtungen zu lösen, behandelt der Therapeut manche Stellen auch mit Fingerkuppen oder -nägeln.

In der Regel dauert eine Fussreflexzonenmassage etwa 20 bis 25 Minuten. Die Durchführung einer Reflexzonentherapie am Fuss findet üblicherweise in 2 bis 3 Einzelsitzungen pro Woche bei insgesamt 6 bis 12 Einzelsitzungen statt.

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4. Wirkung

Eine Fussreflexzonenmassage hat zum einen eine örtliche Wirkung: Das Massieren der Reflexzonen am Fuss verbessert dessen Durchblutung. Die Reflexzonentherapie am Fuss beruht jedoch auf der Vorstellung, dass die Füsse über die Fussreflexzonen in Wechselbeziehung zum ganzen Körper stehen. Daher soll die Massage der Fussreflexzonen über die örtliche Wirkungsweise hinaus beispielsweise Folgendes bewirken:

  • den Lymphabfluss in Armen und Beinen fördern
  • Muskelverspannungen lösen
  • Schmerzen lindern
  • zu einem besseren Schlaf verhelfen
  • die körperliche Verfassung kräftigen

Allgemein soll die Fussreflexzonenmassage ausserdem eine anregende Wirkung auf das Abwehrsystem haben und das vegetative Nervensystem günstig beeinflussen können. Aus diesem Grund kommt die Massage der Fussreflexzonen als sogenannte Umstimmungstherapie zum Einsatz.

Umstimmungstherapien wie die Fussreflexzonenmassage dienen vor allem bei chronischen Erkrankungen dem Zweck, die Heilung in Gang zu setzen und zu fördern.

Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit der Fussreflexzonenmassage sind allerdings rar: Nachweislich kann eine Fussreflexzonenmassage die Wirkung haben, dass Eingeweide und Nieren stärker durchblutet sowie die Bewegungsaktivität des Darms erhöht sind. Ob und wie lange diese Veränderungen anhalten oder ob die Massage der Fussreflexzonen weitere Langzeiteffekte hat, ist nicht bekannt.

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5. Anwendungsgebiete

Die Fussreflexzonenmassage beruht auf der Idee, dass der Fuss über verschiedene Reflexzonen (die sogenannten Fussreflexzonen) Zugang zum ganzen Körper bietet. Die Anwendungsgebiete der Reflexzonenmassage am Fuss sind entsprechend breit gefächert. Zum einen dient die Massage der Fussreflexzonen als Hilfsmittel bei der Diagnose, zum anderen kommt die Fussreflexzonenmassage bei verschiedensten Störungen ergänzend oder unterstützend zur Behandlung zum Einsatz.

Die Anwendungsgebiete umfassen:

  • Funktionsstörungen innerer Organe (z.B. Verstopfung, Menstruationsbeschwerden)
  • Funktionsstörungen der Muskulatur aufgrund einer statischen Fehlhaltung (wie z.B. beim Schulter-Arm-Syndrom, bei degenerativ bedingten Rückenschmerzen im Bereich der Rumpfwirbelsäule oder bei Ischiasschmerzen)
  • Schulterschmerzen im Weichteilbereich durch ein degenerativ verändertes Schultergelenk
  • Beschwerden bei Funktionsstörungen der Haltungs- und Bewegungsorgane (z.B. wenn das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk oder kleine Wirbelgelenke blockiert sind)

Des Weiteren kommt die Fussreflexzonenmassage beispielsweise für folgende Anwendungsgebiete infrage:

Für die Langzeitwirkung der Reflexzonentherapie am Fuss liegt allerdings kein wissenschaftlicher Nachweis vor. Dennoch bietet sich die fast nebenwirkungsfreie Fussreflexzonenmassage für manche Anwendungsgebiete an: Gerade bei ausgeprägten Störungen des vegetativen Nervensystems – wie starke Migräne oder Schmerzen aufgrund einer geschädigten Nervenwurzel mit Kraft-, Gefühls- und Reflexminderung – kann eine Massage der Fussreflexzonen die Schmerzen häufig lindern und beruhigend wirken. Auch bei der Behandlung von Multiple-Sklerose-Symptomen hat die Fussreflexzonenmassage schon oft positive Ergebnisse erzielt, sodass ein Therapieversuch lohnenswert sein kann.

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6. Risiken

Unter bestimmten Umständen kann eine Fussreflexzonenmassage Risiken mit sich bringen: So ist es besser, von einer Reflexzonentherapie der Füsse Abstand zu nehmen, wenn eines der folgenden Probleme besteht:

  • Knochen- oder Gelenkbeschwerden im Bereich der Füsse
  • eine Pilzinfektion (Fusspilz)
  • ein diabetischer Fuss
  • eine offene Wunde am Fuss

Darüber hinaus kann eine Fussreflexzonenmassage mit Risiken verbunden sein bei:

  • einer akuten Infektionskrankheit mit hohem Fieber (da die Erregung des vegetativen Nervensystems durch die Therapie die Beschwerden verstärken kann)
  • einer Psychose
  • einer Risikoschwangerschaft
  • akut entzündeten Venen und/oder Lymphgefässen
  • Morbus Sudeck im Stadium I
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