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Veröffentlicht am 06.11.2019

1. Allgemeines

Katheter sind meist biegsame, schlauchförmige Instrumente. Mit ihrer Hilfe können Mediziner Erkrankungen sowohl erkennen als auch behandeln. Sie setzen Katheter zum Beispiel bei der koronaren Herzkrankheit oder bei Blasen- und Nierenerkrankungen ein. Verwendet ein Arzt einen Katheter heisst das Verfahren entsprechend «Katheterisierung».

Der Arzt führt einen Katheter beispielsweise in Blutgefässe und innere Hohlorgane wie die Blase oder den Magen-Darm-Trakt ein. Ebenso lassen sich natürliche Körperhöhlen wie die Hirnkammern oder die Bauchhöhle sowie durch Krankheiten entstandene Hohlräume (z.B. Zysten oder sog. Abszesshöhlen) mithilfe von Kathetern erreichen.

Der Vorteil von Katheter-Verfahren ist, dass der Arzt direkt an den «Ort des Geschehens» gelangt. Über einen Katheter kann er zum Beispiel Medikamente genau dort verabreichen, wo sie wirken sollen. Auch Röntgenkontrastmittel lässt sich mithilfe eines Katheters speziell in die Körperregion einbringen, die in der Röntgenuntersuchung gut erkennbar sein soll. Katheter ermöglichen es ausserdem, Körperflüssigkeiten und Sekrete aus dem Körperinneren auszuleiten und – wenn nötig – weiter zu untersuchen (z.B. auf einen Befall mit Bakterien).

Bestimmte Verfahren, an denen Katheter beteiligt sind, sind medizinisch und technisch hoch anspruchsvoll und fallen deshalb in das Tätigkeitsfeld erfahrener Spezialisten – zum Beispiel die Herzkatheter-Untersuchung. Für solche Katheter kann es notwendig sein, dass der Arzt einen Hautschnitt setzt, durch den er den Katheter in grössere Blutgefässe einführen kann. Andere Katheter muss nicht zwingend ein Arzt einführen: Die Katheterisierung der Harnblase (Blasenkatheter) über ihren natürlichen Zugang, die Harnröhre, können zum Beispiel das Pflegepersonal oder – mit entsprechender Übung – der Patient selbst vornehmen.

Sowohl in technischer als auch praktischer Hinsicht haben Katheter Gemeinsamkeiten mit sogenannten Drainagen, die Chirurgen zur Ableitung von Wundsekret oder Eiter nutzen, oder mit den vielfältig eingesetzten Endoskopen.

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2. Historisches

Katheter sind bereits seit dem Altertum bekannt. Die damals verwendeten starren Röhrchen waren aus Bronze oder Silber und dienten zur Entleerung des Harns aus der Blase. Die Behandlung der Harnstauung mittels eines starren Katheters gehörte bereits in der klassischen persischen Medizin zu den Standardverfahren. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts benutzten die Eunuchen des kaiserlichen Hofs in Peking solche starren Katheter aus Silber zur Selbstkatheterisierung. Südamerikanische Indios verwenden noch heute ein zusammengerolltes glattes Blatt als Katheter, mit dem sie sich entzündungshemmende Pflanzensäfte bei Entzündungen der Harnröhre einführen.

Die Entwicklung des modernen biegsamen, flexiblen Katheters ist eng an die Verbesserung der verwendeten Materialien gebunden. Der erste Entwicklungsschub wurde durch die Erfindung des vulkanisierten Kautschuks im 19. Jahrhundert ausgelöst (Goodyear 1843: Vulkanisierung des Kautschuks; Hancock 1851: erstes Patent für Gummi). Ab den 1940er Jahren kamen synthetische Kunststoffe hinzu.

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3. Medizinische Anwendung

Katheter sind aus der medizinischen Versorgung heute nicht mehr wegzudenken. Die biegsamen, schlauchförmigen Instrumente ermöglichen sowohl die Erkennung von Krankheiten als auch die Behandlung unterschiedlichster Störungen und Erkrankungen. Daher gibt es Katheter auch in vielfältigen Varianten, die – je nach medizinischem Einsatzgebiet – auch mit verschiedenen zusätzlichen Verfahren kombiniert werden.

Unterschiedliche Erkrankungen können es erforderlich machen, einen Katheter zu legen – deshalb gehören Katheter zum medizinischen Alltag verschiedener Fachgebiete: Grosse Bedeutung haben Katheter zum Beispiel in folgenden Bereichen:

  • Urologie
  • Innere Medizin
  • Radiologie
  • Schmerztherapie
  • Neurologie

Zu den häufig verwendeten Kathetern gehören unter anderem:

  • Blasenkatheter
  • Venenkatheter
  • Herzkatheter

 

Ganz gleich, wo ein Katheter zum Einsatz kommt – der Umgang mit Kathetern erfordert immer eine absolut saubere, soweit wie möglich keimfreie Handhabung. Die Hygienemassnahmen verhindern, dass Infektionen durch Bakterien auftreten, wenn Ärzte oder medizinisches Personal einen Katheter legen.

Blasenkatheter

Ein klassisches Anwendungsfeld für Katheter ist die Diagnostik und Behandlung urologischer Erkrankungen oder ihrer Symptome.

Der Blasenkatheter ist dabei ein bekanntes Beispiel: Mit einem sogenannten Einmal-Katheter durch die Harnröhre können Arzt oder entsprechend geschultes Pflegepersonal eine Urinprobe (z.B. für die Untersuchung auf Bakterien) entnehmen oder aufgestauten Urin ablaufen lassen. Patienten können solche Einmal-Katheterisierungen mit einem Blasenkatheter auch selbst erlernen und durchführen. So können zum Beispiel Personen, bei denen der Blasenschliessmuskel aufgrund einer Querschnittslähmung ein normales Wasserlassen verhindert, in regelmässigen Abständen ihre Blase entleeren.

Alternativ zu wiederholten Einmal-Katheterisierungen kann bei manchen Erkrankungen – zum Beispiel wenn die Harnröhre durch einen Tumor oder eine vergrösserte Prostata dauerhaft eingeengt ist – das langfristige Einlegen eines Blasenkatheters sinnvoll sein. Diese Dauer- oder Verweilkatheter genannten Blasenkatheter leiten den Urin kontinuierlich in angeschlossene Auffang-Beutel ab. Dauerkatheter durch die Harnröhre (transurethrale Katheter) sind geeignet, um die Blase während langer Operationen und bei intensivmedizinisch betreuten Patienten zu entleeren.

Ist ein Dauerkatheter über einen längeren Zeitraum notwendig, ist ein sogenannter suprapubischer Blasenkatheter sinnvoll, da bei dieser Variante für den Betroffenen ein geringeres Risiko für Harnwegsinfektionen besteht. Der suprapubische Blasenkatheter verläuft nicht durch die Harnröhre, sondern der Urologe legt den Katheterschlauch durch die Haut am Unterleib direkt in die Blase ein.

Sowohl für den suprapubischen als auch für den Harnröhren-Katheter gilt grundsätzlich: Eine gute Hygiene und die regelmässige Katheterpflege sind wichtig!

Neben dem Blasenkatheter, gibt es auch weitere Katheter bei speziellen urologischen Erkrankungen: Drückt zum Beispiel ein Tumor im Bauch- beziehungsweise Beckenraum auf einen Harnleiter (Ureter), so fliesst der Harn aus der Niere nicht in die Blase ab und staut sich zurück. Dieser Rückstau, der letztlich zu Schäden am Nierengewebe führen kann, lässt sich durch den sogenannten Double-J-Katheter beheben. Dieser Katheter liegt wie ein biegsamer Strohhalm oder eine «Schiene» im Harnleiter und hält die Engstelle offen – das obere Ende des Double-J-Katheters liegt dabei im Nierenbecken, das untere in der Blase. So kann der Harn aus der Niere wieder normal abfliessen. Um Verletzungen im Nierenbecken oder der Blase zu vermeiden, sind die beiden Enden des Double-J-Katheters zu Kringeln aufgewunden – der Katheter heisst deshalb auch Pigtail-Katheter (engl. pigtail = Schweineschwänzchen).

Venen- und Herzkatheter

Legt ein Arzt einen Katheter in ein Blutgefäss, so schafft er damit einen vorübergehenden Zugang zum Blutkreislauf des Patienten. Das wiederum ermöglicht die Diagnose und zum Teil auch die Therapie vieler unterschiedlicher Erkrankungen – unter anderem von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie der ;koronaren Herzkrankheit.

Wer schon einmal Blut gespendet hat oder im Rahmen eines Spitalaufenthalts Infusionen bekam, dem ist eine sehr häufig verwendete Katheter-Form bereits begegnet: der sogenannte periphere venöse Verweilkatheter. Mit einer Hohlnadel sticht der Arzt in eine Vene des Patienten – besonders die Venen in der Armbeuge oder am Unterarm bieten sich hier an. Dann schiebt er über diese Nadel einen kleinen Katheterschlauch in das Blutgefäss hinein. Anschliessend zieht der Arzt die Nadel heraus – der Katheter verbleibt dabei in der Vene. Damit er danach nicht wieder aus dem Blutgefäss herausrutscht, fixiert ihn der Arzt mit einem Pflaster. Über den Venenverweil-Katheter erhält der Patient zum Beispiel Flüssigkeit oder Medikamente (z.B. Antibiotika-Infusionen).

In manchen Fällen ist es notwendig, einen Venenkatheter in eine grosse herznahe Vene einzulegen. Diesen Katheter bezeichnen Mediziner dann als zentralen venösen Katheter, (auch: zentraler Venenkatheter, kurz ZVK). Über diesen Katheter lassen sich spezielle Flüssigkeiten zur künstlichen Ernährung (sog. parenterale Ernährung) und Medikamente verabreichen. Ausserdem können Ärzte mithilfe zentraler Venenkatheter in den grossen Venen den Druck messen. Das Einlegen beim ZVK ist komplizierter als beim peripheren Venenkatheter: Meist sticht der Arzt dazu in eine Vene am Hals und führt den Katheterschlauch über einen Draht bis in die richtige Position vor. Ein EKG und eine Röntgenaufnahme dienen dabei in der Regel zur Kontrolle.

Fachärzte für Herzerkrankungen (Kardiologen) nutzen ganz spezielle Katheter – zum Beispiel zur Beurteilung und Behandlung von verengten Herzkranzgefässen (sog. Koronararterien). Der sogenannte Herzkatheter wird dazu meist in eine Leistenarterie eingeführt und in Richtung Herz vorgeschoben. Der Herzkatheter besteht aus mehreren Schläuchen (Kanälen), über die der Arzt Kontrastmittel direkt in die Herzkranzgefässe einspritzen kann. So macht er mögliche Engstellen oder komplette Verschlüsse dieser Blutgefässe gut auf einem Röntgenbildschirm sichtbar. Ausserdem kann der Arzt Spezial-Instrumente über den Herzkatheter bis in die Koronararterien schieben: So kann er zum Beispiel mithilfe von kleinen aufblasbaren Ballons die Verengungen wieder aufdrücken (Ballondilatation) oder kleine Röhrchen – sogenannte Stents – platzieren, die dann das Blutgefäss offen halten.

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Schmerztherapie und Anästhesie

In der Anästhesie spielen Katheter zum einen bei der Behandlung von Schmerzen und zum anderen bei der Betäubung während operativer Eingriffe eine wichtige Rolle.

Bei der Periduralanästhesie sticht der Anästhesist mit einer feinen Nadel in den Bereich, der den Wirbelsäulenkanal umgibt (Epiduralraum) und legt durch die Stichstelle einen feinen Katheterschlauch ein. Über diesen sogenannten Periduralkatheter – kurz PDK – kann er ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) verabreichen, dass die Schmerzübertragung in den Rückenmarksnerven hemmt – entsprechend schmerzfrei laufen dann Operationen oder auch Entbindungen für die Patienten ab. Auch die Therapie von chronischen Schmerzen über solche Katheter ist möglich. Meist kommen dabei stärkere Schmerzmittel zum Einsatz.

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4. Katheter-Formen

In der heutigen Medizin sind Katheter ein wichtiges Hilfsmittel, um verschiedene Erkrankungen zu erkennen und zu behandeln. Die vielen unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten für Katheter machen deutlich, dass nicht jeder Katheter dem anderen gleicht. Ein Blasenkatheter unterscheidet sich zum Beispiel sehr deutlich von einem peripheren Venenkatheter, der wiederum ganz anders aussieht als ein Herzkatheter.

Das wichtigste Ausgangsprodukt für einen modernen Katheter ist ein Kunststoffschlauch, der – je nach Einsatzgebiet – weiter verarbeitet wird, sodass ihn Ärzte oder Pflegepersonal als medizinischen Katheter verwenden können.

Monolumenkatheter

Die einfachste Form des Katheterschlauchs ist aufgebaut wie ein einzelnes biegsames Röhrchen. Der innere Hohlraum wird dabei als «Lumen» bezeichnet. Weil dieser Katheter nur ein Lumen hat, lautet der Fachbegriff für diese Katheter-Form auch Einlumen- oder Monolumenkatheter.

Ein typisches Beispiel für einen Monolumenkatheter ist ein Blasenkatheter: Durch das Lumen des Katheters läuft der Urin aus der Blase nach aussen ab. Auch der periphere Venenverweilkatheter, der schon bei fast jedem, der bereits einmal im Spital lag, in einer Vene am Unterarm oder in der Armbeuge lag, ist ein Monolumenkatheter. Über sein Lumen gelangen zum Beispiel Bluttransfusionen oder Infusionen in den Blutkreislauf des Patienten.

Mehrlumenkatheter

Aufwändiger sind Katheter mit ;mehreren nebeneinander liegenden Hohlräumen (Lumen). Man kann sich diese Mehrlumenkatheter so vorstellen, dass in dem Katheter mehrere dünnere einzelne Schläuche verlaufen. Man spricht in diesem Zusammenhang dann auch von verschiedenen «Kanälen». Diese Katheter-Form ermöglicht es dem Arzt, durch einen Kanal zum Beispiel Flüssigkeiten wie Kontrastmittel oder Spülflüssigkeit in den Körper einzuleiten und über den anderen Kanal spezielle Instrumente vorzuschieben. Mehrlumenkatheter sind daher oft bei der Diagnose und Behandlung der koronaren Herzkrankheit (KHK) wichtig (sog. Herzkatheter-Untersuchung).

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5. Katheter-Material

Moderne Katheter müssen zahlreiche Anforderungen erfüllen, die mit dem klassischen Material Gummi allein nicht zu erreichen sind. Das Katheter-Material muss zum Beispiel gut verträglich sein, lange halten und auch bei unterschiedlichen Temperaturen biegsam bleiben.

Dabei ist auch wichtig, dass das Material widerstandsfähig ist: Es darf durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Urin keinen Schaden nehmen. Katheter, die der Arzt in Blutgefässe vorschiebt, müssen so beschichtet sein, dass das Blut nicht an ihrer Oberfläche anfängt zu gerinnen. Das Material sollte ausserdem abweisend gegen Keime sein und verhindern, dass sich Krankheitserreger wie Bakterien auf ihm festsetzen und vermehren. Um Infektionen durch Katheter zu vermeiden, müssen Arzt und Pflegepersonal möglichst keimfrei arbeiten – aus demselben Grund verläuft bereits die industrielle Fertigung von Katheter-Materialien unter strengen hygienischen Bedingungen.

Gummi wird in der Urologie aus Kostengründen noch häufig eingesetzt. Gummiartikel aus Naturkautschuk können allerdings je nach Aufbereitung und Verarbeitung des Materials in unterschiedlicher Menge Proteine des Gummibaums enthalten. Manche Menschen reagieren beim Kontakt mit solchen Produkten mit einer allergischen Reaktion (Kontaktallergie). Auch Zusatzstoffe bei der Herstellung von Gummi-Kathetern können Allergien hervorrufen – deshalb sind diese Katheter für Patienten mit einer bekannten Gummi-Allergie nicht geeignet.

Heute haben synthetische Kunststoffe Gummi als klassisches Katheter-Material abgelöst. Dazu gehören vor allem Polyamide und Polyurethane.

Um Materialeigenschaften zu erzielen, die mit einem einzelnen Stoff allein nicht zu erreichen wären, kombinieren die Katheter-Hersteller unterschiedliche Kunststoffe miteinander (sog. Multilayerkatheter).

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6. Methoden der Oberflächenveredlung

Manche wünschenswerte Oberflächeneigenschaften von Kathetern lassen sich mit einem einzelnen Kunststoff alleine nicht erreichen. Hier spielen Multilayerkatheter eine wichtige Rolle, die die Vorteile verschiedener Kunststoffe miteinander kombinieren. Zusätzlich kann man auch bestimmte Veredlungsverfahren anwenden, welche die Oberflächeneigenschaften eines Katheterschlauchs verbessern.

Silikone sind für die medizinische Anwendung gut geeignet. Silikonbeschichtete Katheter sind körperverträglich, widerstandsfähig gegenüber Körperflüssigkeiten und besonders gleitfähig. Dünnflüssiges Silikonöl erleichtert zum Beispiel als Gleitmittel auch das Einführen von Magensonden und Endoskopen. Es ist geschmacks- und geruchsneutral und greift Gummiartikel nicht an.

Zur Verbesserung der Gleitfähigkeit sind auch sogenannte Hydrogele geeignet. Diese Kunststoffe vermindern auch das Anhaften von Bakterien und können mit Medikamenten angereichert sein. Die Beschichtung mit Medikamenten senkt das Infektionsrisiko durch den Katheter. Chlorhexidin und Silbersulfadiazin sind entsprechend verwendete Wirkstoffe. Auch Beschichtungen mit Antibiotika können Infektionen verhindern.

Spezielle Oberflächenbeschichtungen sind aber auch wichtig, um zu verhindern, dass das Blut durch den Kontakt mit dem Katheter gerinnt – die verwendeten Materialien und Wirkstoffe verhindern, dass durch die Katheteruntersuchung ein Blutgerinnsel entsteht, und beugen so Thrombosen und Embolien vor.

Da viele Kunststoffe wasserabweisend sind, eignen sie sich für das Einführen in Blutgefässe oder andere flüssigkeitsgefüllte Körperhöhlen nur bedingt. Ein besonderes Verfahren – die Plasmaaktivierung – verändert die Oberfläche des Kunststoffs und macht ihn «wasserliebend» (hydrophil). Diese positive Eigenschaft kann unter anderem auch durch eine Beschichtung mit DLC (diamond-like carbon) erzielt werden.

«Intelligente» Katheter

Die sogenannten «intelligenten» Katheter sind mit besonderen elektronischen Zusatzfunktionen ausgestattet. Es handelt sich meist um sogenannte Mehrlumenkatheter, die im Prinzip mehrere voneinander getrennte Schläuche (Kanäle) enthalten. Ein Beispiel sind spezielle Blasenkatheter, die in einem zweiten Kanal einen Temperatursensor enthalten. Dadurch können Arzt oder Pflegepersonal über den Katheter gleichzeitig den Harn ableiten und die Körperkerntemperatur des Patienten messen.

Die technische Weiterentwicklung der Katheter ermöglicht zum Beispiel auch die bildliche Darstellung der Blutgefässe «von innen» heraus. Der Arzt führt dazu in die Blutbahn einen Katheter ein, an dessen Spitze ein Ultraschallkopf befestigt ist. So kann er zum Beispiel krankhaft veränderte Gefässwände wie bei der Arteriosklerose erkennen.

7. Risiko und Komplikationen

Je nach Anwendungsgebiet kommen unterschiedliche Katheter zum Einsatz – dementsprechend variieren Risiken.

Geht es um Katheter-Komplikationen, ist das Vermeiden von Infektionen von besonders wichtiger Bedeutung: Beim Einführen eines Katheters (z.B. in ein Blutgefäss oder in die Harnblase) müssen der Arzt beziehungsweise das Pflegepersonal möglichst keimfrei arbeiten, damit sie dabei keine Krankheitserreger wie Bakterien ins Körperinnere verschleppen. Auch eine sorgfältige Katheterpflege ist besonders bei Kathetern wichtig, die über einen längeren Zeitraum eine Verbindung zwischen der Aussenwelt und inneren Hohlorganen schaffen. Typische Beispiele sind hier der zentrale Venenverweilkatheter (ZVK) und der Blasendauerkatheter. Die entsprechenden hygienischen Massnahmen sollen verhindern, dass Keime entlang des Katheterschlauchs in den Blutkreislauf oder in die Harnwege gelangen und zu Komplikationen wie Harnwegsinfektionen oder einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Innere Verletzungen durch Katheter oder Gefässverschlüsse durch abgelöste Katheterteile sind theoretisch möglich, kommen aber aufgrund der heute verwendeten biegsamen, hochwertigen Kunststoff-Katheter und bei einer geübten Hand des Untersuchers selten vor. Allergische Reaktionen können bei der Verwendung von Kathetern aus Gummi auftreten – die heutigen Katheter bestehen aber oft aus reizarmen, beschichteten Kunststoffen.

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