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Veröffentlicht am 02.12.2019

1. Allgemeines

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) ist ein eigenständiges medizinisches System, das sowohl Diagnosetechniken als auch verschiedene Therapieformen umfasst. Schulmedizin und traditionelle chinesische Medizin müssen sich nicht ausschliessen – sie können sich vielmehr gegenseitig ergänzen.

Unter dem Begriff traditionelle chinesische Medizin existiert diese Art der Behandlung etwa seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Verfahren der TCM beruhen jedoch auf jahrhundertealten Erfahrungen und Prinzipien. Ihre Ursprünge hat die TCM schon in der Steinzeit, wo bereits Naturheilverfahren und Akupunktur angewendet wurden. Die Fünf-Elemente-Lehre wurzelt in den Lehren des Konfuzius.

Mittlerweile ist die TCM auch im Westen als Heilverfahren verbreitet. Neben der Akupunktur umfasst die traditionelle chinesische Medizin die Therapie mit Naturstoffen (Arzneimitteltherapie), Massagen, Meditationen, Muskelentspannung sowie die Ernährungslehre.

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2. Durchführung

Basis der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist es, dem Körper zu helfen, sich selbst zu heilen. Gezielte Reize sollen die Heilkräfte des Körpers wecken und stärken. Die Durchführung einiger Methoden der TCM erfolgen von speziellen Therapeuten, andere können selbstständig angewendet werden.

Die TCM unterscheidet sich von der westlichen Schulmedizin unter anderem dadurch, dass sie auf der Fünf-Elemente-Lehre (Holz, Feuer, Erde, Wasser, Metall) sowie auf den Theorien von Yin und Yang (Gegensatzpaare wie z.B. weiblich und männlich), Qi (Lebensenergie) und anderen beruht. Diese ehemals abstrakten Begriffe liefern heutzutage eine Grundlage für das Verständnis von Naturgesetzen, die auch im Körper gültig sind.

Das Ziel der traditionellen chinesischen Medizin ist es, die Elemente sowie Yin, Yang und Qi im Körper im Gleichgewicht zu halten beziehungsweise das Gleichgewicht wieder herzustellen. Wird eine der Kräfte ungleich stärker oder schwächer, wird sie über die Behandlung mit ihrem Gegenstück wieder ausgeglichen. Die Diagnose wird dabei über vier Untersuchungsmethoden gestellt:

  • Befragung (Lokalisation des Schmerzes, der Stimmung, …)
  • Betrachten (Körperhaltung, Zungenbelag, …)
  • Hören, Riechen (Atmung, Schweiss, Stuhlgang, …)
  • Betasten (Puls, Akupunktur-Punkte, …)

 

Können während der Untersuchung schwer wiegende Erkrankungen nicht ausgeschlossen werden, müssen diese (zunächst) schulmedizinisch diagnostiziert und gegebenenfalls behandelt werden. Bei «leichteren» Funktionsstörungen kann eine Behandlung mittels der TCM erfolgen.

Dabei beruht die TCM darauf, Beschwerden mit ihrem Gegenteil zu therapieren und den Körper so wieder in Balance zu bringen. Frieren wird mit Wärme behandelt, Schwitzen mit Kälte. Bei Schwäche wird der Körper angeregt, bei Überaktivität beruhigt.

Arzneimitteltherapie

Die grösste Rolle in der TCM spielt die Arzneimitteltherapie mit etwa 80 Prozent der Anwendungen. Grundlage der Arzneimitteltherapie sind Naturstoffe mit bestimmten Eigenschaften, die vorwiegend als Tees verabreicht werden. Dabei muss es sich nicht ausschliesslich um pflanzliche Naturstoffe handeln – auch tierische Produkte und Mineralien finden Verwendung. Unterschiedliche Stoffe, die sich in ihrer Wirkung ergänzen, werden gemischt und als sogenannter Dekokt eingenommen. Dabei wird die Arzneimittelmischung in kaltes Wasser gegeben, zweimal aufgekocht und dann abgegossen.

Äussere Anwendungen

Zu den äusseren Anwendungen in der TCM gehören Akupunktur, Moxa-Therapie (Moxibustion) und Tuina-Massage. Über bestimmte Akupunktur-Punkte am Körper können alle Organe beeinflusst werden. Verstärkt wird diese Behandlung, indem Moxa-Wolle an den Nadeln abgebrannt wird. Die Nadeln erhitzen sich so und können gegen Frieren oder kalte Hände und Füsse eingesetzt werden. Moxa-Wolle kann auch unabhängig von den Akupunktur-Nadeln eingesetzt werden, etwa in Form von Moxa-Zigarren, über die die Akupunktur-Punkte erwärmt werden. Bei der Tuina-Massage wird im Wechsel fest und leicht massiert, wobei diese Art der Massage der Akupressur ähnlich ist.

Moxa-Behandlung und Tuina-Massage können bei einem gelernten TCM-Therapeuten erlernt und in der Folge selbstständig angewendet werden.

Auch Qigong kann erlernt und anschliessend selbstständig angewendet werden. Es dient dazu, den Körper mittels Atemübungen, Bewegungen und Meditation in Einklang zu bringen.

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Ernährungslehre

Die Ernährungslehre spielt eine grosse Rolle in der traditionellen chinesischen Medizin. Sie lehnt sich stark an die Arzneimitteltherapie an. Die Ernährungslehre der TCM gründet sich auf den Pfeilern Ausgewogenheit, Nahrungs- und Trinkmenge sowie dem Nicht-Fasten. Fasten wird – ausser bei Beschwerden wie Völlegefühl – als schädlich angesehen.

3. Anwendungsgebiete

Einerseits ist es unvermeidbar, besonders chronische oder schwer wiegende Erkrankungen mit der westlichen Schulmedizin zu behandeln. Um Therapien individuell auf den Menschen auszurichten und die Nebenwirkungen gering zu halten, werden mittlerweile jedoch immer häufiger Alternativverfahren wie die traditionelle chinesische Medizin (TCM) als sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin eingesetzt.

Die TCM kommt vorwiegend zum Einsatz bei Erkrankungen wie:

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4. Risiken und Komplikationen

Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) ist besonders für chronische Erkrankungen, deren Ursache nicht ersichtlich ist, geeignet.

Die TCM kann jedoch bei ernsthaften Erkrankungen nicht die Schulmedizin ersetzen, daher muss bei der Diagnose ausgeschlossen werden, dass es sich um eine schwer wiegende Krankheit handelt. Im besten Fall ergänzen sich Schulmedizin und TCM in der Behandlung.

Die traditionelle chinesische Medizin sollte nicht in Eigenregie angewendet werden, ohne vorher die Grundlagen von einem Trainer zu erlernen.

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