Claudio Caluori, 26, lächelt verschmitzt: «Alle finden, wir Downhiller seien Spinner. Das stimmt aber gar nicht.» Der Bündner verschränkt die Arme über seinem Pulli: «Einen Skifahrer, der den Berg runterrast, hält ja auch niemand für verrückt.» Dabei erzielten diese ähnliche Geschwindigkeiten wie Downhiller: 50 bis 100 Kilometer pro Stunde.

Die Geschwindigkeit ist sein Kick: «Es ist ein geiles Gefühl, mit hohem Tempo runterzufahren und sein Velo dabei im Griff zu haben.» Caluori begann seine Sportlerkarriere als Junior beim Eishockeyclub Kloten, wechselte dann zum Mountainbiken und ist seit 1997 professioneller Downhiller. Täglich trainiert er vier Stunden.

Ein speziell abgefedertes Downhill-Fahrrad wiegt etwa 20 Kilogramm und kostet zwischen 4000 und 10000 Franken. Die Ausrüstung wie Helm, Rückenschutz, Knie- und Ellbogenschoner kommt locker auf 1000 Franken zu stehen. Durch den Materialverschleiss werden Ersatzteile für zwei Velos pro Saison verbraucht – eine teure Sache. Nur dank Sponsoren kann Caluori sich das leisten.

Downhillen ist populär. Es sieht ja auch spektakulär aus, wie die Biker über Stock und Stein hinabrasen und dabei waghalsige Sprünge vollführen. In der Schweiz gibts rund 50 Profi-Downhill-Fahrer und Tausende von Hobbyfahrern. Entsprechend hoch ist die Unfallrate.

Als Selbstständigerwerbender ist Claudio Caluori ganz normal bei einer Krankenkasse gegen Unfall versichert. Dazu hat er eine Rennlizenz mit Zusatzversicherung. Damit ist er zu 100 Prozent versichert, wenn er auf dem Velo sitzt – egal, ob es sich um ein Training oder ein Rennen handelt.

Die Suva hingegen kürzt die Leistungen bei Downhill-Rennunfällen um 50 Prozent, da das Risiko als zu hoch eingeschätzt wird.

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