Kurt Hänggi hätte sich nie träumen lassen, was er auslösen würde, als er der IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt Zürich eine Rechnung über 300 Franken zuschickte: So viel hatten ihn die orthopädisch angepassten Schuhe gekostet. Seit einem Motorradunfall vor 18 Jahren ist Hänggi auf spezielles Schuhwerk angewiesen.

Sein früherer Orthopäde hatte immer direkt mit der Versicherung abgerechnet, doch nach dessen Geschäftsaufgabe musste Hänggi die Rechnung des neuen Schusters selbst einschicken. Die IV-Stelle Zürich verlangte von Hänggi ein ärztliches Gutachten. Er wehrte sich, es seien doch längst alle Akten vorhanden. Doch die IV-Stelle blieb hart. Schliesslich musste sich der Zürcher von seinem Hausarzt untersuchen lassen. Der Hausarzt schickte ihn zu einer mehrstündigen Abklärung zu einem Spezialisten.

Die Invalidenversicherung erhielt vom Hausarzt das Gutachten. Bezahlen wollte sie aber immer noch nicht. Sie beschied Hänggi, sie anerkenne die Schuhmacherei nicht, die seine Schuhe abgeändert hatte. Hänggi platzte der Kragen, und er wandte sich an den Beobachter. Erst als dieser intervenierte, ging die IV-Stelle noch einmal über die Bücher. Das Resultat: Die IV sei überhaupt nicht zuständig, entschuldigte sich der zuständige Mitarbeiter bei Kurt Hänggi – und leitete den Fall weiter. An die Suva. «Endlich fühlte ich mich ernst genommen. So müsste man mit Fehlern umgehen», sagt Kurt Hänggi.

Zum endgültigen Happy End fehlt jetzt bloss noch die Kostengutsprache der Suva.

Quelle: Simone Broder