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Adipositas

(Fettsucht)
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1.  Überblick

Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht treten in den westlichen Industrieländern mit besonders grosser Häufigkeit auf und gilt als chronische Erkrankung. Besonders besorgniserregend ist der Umstand, dass Adipositas und Übergewicht auch bei Kindern und Jugendlichen vermehrt auftreten.

Besonders besorgniserregend ist der Umstand, dass Übergewicht und Adipositas auch bei Kindern und Jugendlichen vermehrt auftreten. Ob jemand Adipositas oder Übergewicht hat, lässt sich mithilfe des sogenannten Body-Mass-Index (BMI) berechnen: Der Begriff Adipositas beschreibt eine über das Normalmass hinausgehende Vermehrung von Körperfett bei einem BMI von über 30. Eine solche Fettsucht gilt als chronische Erkrankung. Übergewicht ist die Vorstufe von Fettleibigkeit.

Adipositas und starkes Übergewicht schränken die Lebensqualität erheblich ein und können zu schweren gesundheitlichen Schäden führen: Zu den möglichen Folgen von Fettleibigkeit zählen unter anderem Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen (erhöhte Cholesterin- und Triglyzeridwerte im Blut) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Treten diese Faktoren zusammen auf, besteht ein sogenanntes metabolisches Syndrom.

40-Jährige mit Übergewicht oder Adipositas haben eine um drei bis sechs Jahre geringere Lebenserwartung; eine schwere Adipositas kostet sogar bis zu 20 Lebensjahre. Durch eine Senkung des Körpergewichts bei Adipositas und auch bei Übergewicht lässt sich jedoch das Risiko für die häufig mit Fettleibigkeit einhergehenden Erkrankungen und Komplikationen erheblich verringern. Wenn es gelänge, in einem der von Adipositas und Übergewicht besonders betroffenen Industrieländern alle Erwachsenen auf ihr Normalgewicht zu bringen, würde die mittlere Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung deutlich steigen. Neben Rauchen und Alkohol ist Adipositas der häufigste Grund für Erkrankungen und Todesfälle, die durch konsequentes Ausschalten des Risikofaktors vermeidbar wären.

Gegen Adipositas oder Übergewicht ist – unabhängig vom Alter der Betroffenen – eine Therapie ratsam, die aus mehreren Teilen besteht: aus Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und Verhaltenstherapie. Nur in besonderen Fällen können zusätzlich Medikamente oder eine Operation gegen die Fettleibigkeit zum Einsatz kommen. Um Adipositas oder Übergewicht bei Kindern langfristig erfolgreich bekämpfen zu können, ist es ausserdem wichtig, dass die Eltern (bzw. Familie oder Betreuer) in gleichem Mass in die Behandlung einbezogen sind (sog. familienbasierte Therapie).

Übergewicht belastet den Körper

Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) ist ein chronischer Krankheitszustand, bei dem sich im Körper über das Normalmass hinausgehend Fettgewebe ansammelt und so das Körpergewicht erhöht ist. Übergewicht ist der Übergang von Normalgewicht zu Adipositas. Zur Definition von Adipositas und Übergewicht dient der sogenannte Body-Mass-Index (BMI, dt.: Körpermassenindex), der sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergrösse in Meter zum Quadrat ergibt: Ein BMI über 25 kg/m2 gilt per Definition als Übergewicht, ein BMI von 30 kg/m2 und höher als Adipositas (siehe Tabelle):

 

Kategorie Body-Mass-
Index (BMI)
Risiko für
Begleiterkrankungen
Untergewicht <18,5 niedrig
Normalgewicht 18,5-24,9 durchschnittlich
Präadipositas 25-29,9 gering erhöht
Adipositas Grad I 30-34,5 erhöht
Adipositas Grad II 35-39,9 hoch
Adipositas Grad III 40 und höher sehr hoch

Adipositas und auch Übergewicht erhöhen das Risiko für Stoffwechsel- beziehungsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um das individuelle Risiko einschätzen zu können, ist es aber neben dem Körpergewicht auch notwendig, das Fettverteilungsmuster zu bestimmen:

Ein einfaches Mass ist hierbei die Schätzung des Bauchfetts anhand des Taillenumfangs. Bei einem Taillenumfang von mehr als 80 Zentimetern bei Frauen beziehungsweise mehr als 94 Zentimetern bei Männern ist das Risiko für Folgeerkrankungen erhöht. Bei einem Umfang von mehr als 88 Zentimetern bei Frauen beziehungsweise mehr als 102 Zentimetern bei Männern liegt eine Bauchfettsucht (abdominale Adipositas) mit einem deutlich erhöhten Risiko für Stoffwechsel- beziehungsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Häufigkeit

Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht treten international besonders in den westlichen Industrieländern mit grosser Häufigkeit auf, wobei die Anzahl neuer Fälle seit Jahrzehnten stetig steigt. In der Schweiz waren im Jahr 2001 1,8 Millionen Personen über 15 Jahren übergewichtig und 500'000 waren adipös. Das bedeutet, dass mehr als ein Drittel der Bevölkerung über 15 Jahren, nämlich 2,2 Millionen übergewichtig oder adipös ist.

Im jüngeren Lebensalter sind Männer mit grösserer Häufigkeit von Übergewicht betroffen, ab dem vierzigsten Lebensjahr überwiegt der Anteil der Frauen.

Ein besonderes gesellschaftliches Problem ist die Tatsache, dass auch die Häufigkeit von Adipositas und Übergewicht bei Kindern seit Jahren dramatisch ansteigt.

Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht haben ihre Ursachen in einer zu hohen Energiezufuhr: Das Körpergewicht steigt, weil die Betroffenen ihrem Körper mehr Energie in Form von Kalorien zuführen, als er verbrauchen kann. In diesem Fall liegt eine positive Energiebilanz vor.

Enthält eine Mahlzeit zu viel Fett und zu viele Kohlenhydrate, kann der Körper die Fette nicht ausreichend abbauen – stattdessen lagern sich die überschüssigen Fette in den sogenannten Fettzellen ein. Je stärker die Adipositas bei einem Erwachsenen ausgeprägt ist, desto mehr steigt der Gehalt – und damit auch die Grösse – der Fettzellen. Gleichzeitig nehmen mit steigendem Übergewicht Anzahl und Empfindlichkeit der sogenannten Insulinrezeptoren (Insulinempfänger) im Fettgewebe ab. Dies ist die Ursache dafür, dass die Fettzellen bei Fettleibigkeit nicht mehr so gut auf das Hormon Insulin ansprechen, das entscheidend an der Kontrolle des Blutzuckers (Glukose) beteiligt ist, und den durch Nahrungsaufnahme ansteigenden Blutzucker nicht mehr ausreichend verwerten können. Die Folge: Das Hungergefühl wächst.

Bestimmte Hormone, körperliche Bewegung und die Nahrungsmenge haben entscheidenden Einfluss auf die Grösse und Anzahl der Fettzellen. Kortison zum Beispiel erhöht die Beladung der Fettzellen, während männliche Sexualhormone (Androgene) die Fettzellenzahl senken, ohne das Zellvolumen zu beeinflussen. Hungerzustände und körperliche Bewegung sind die Ursachen für eine Verringerung der Fettzellgrösse. Im Erwachsenenalter scheint die Anzahl Fettzellen im Gegensatz zu ihrem Fettgehalt kaum noch beeinflussbar zu sein. Deshalb ist die Therapie von Adipositas und Übergewicht häufig sehr schwierig und kann nur durch grundlegende Veränderungen in der Lebensweise langfristig erfolgreich sein.

Faktoren für eine positive Energiebilanz

Für Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht kommen als Ursachen mehrere Faktoren infrage, die für eine positive Energiebilanz sorgen:
 

 

  • Essverhalten:
    In Ländern mit ausreichender Nahrungsversorgung nehmen Menschen oft erheblich mehr Kalorien zu sich, als zur Deckung ihres Energiebedarfs nötig wäre. Grund hierfür ist, dass die aufgenommene Nahrung zu viele Fette und Kohlenhydrate und zu wenig Ballaststoffe enthält. Viele Menschen unterschätzen auch, wie viel Energie ihre Getränke (wie Fruchtsäfte oder Bier) enthalten. Darüber hinaus essen einige Übergewichtige häufiger und vor allem schneller als normalgewichtige Menschen. Ein solches gestörtes Essverhalten spielt bei der Entstehung von Übergewicht und Adipositas eine bedeutende Rolle. Die Ursache: Bei der Nahrungsaufnahme dehnt sich der Magen, woraufhin der Körper über Nerven Impulse an das Gehirn aussendet, die das Sättigungsgefühl herbeiführen. Wer zu schnell ist, bei dem stellt sich dieses Sättigungsgefühl erst ein, wenn der Körper bereits mehr Nahrung aufgenommen hat als eigentlich benötigt.
     
  • Mangelnde körperliche Bewegung:
    Bewegungsmangel ist in der modernen Gesellschaft ein wichtiger Faktor für eine positive Energiebilanz. Der durch zu wenig Bewegung verursachte geringe Energieverbrauch begünstigt entscheidend die Entstehung von Adipositas und Übergewicht.
     
  • Psychische Faktoren:
    Seelische Unausgeglichenheit, Ärger, Ängste, Stress oder Langeweile können zur Entstehung von Fettsucht beitragen, da sie häufige Ursachen für gestörtes Essverhalten sind – zum Beispiel für sogenannte «Heisshungerattacken» oder «Frustfressen».
     
  • Erbliche Ursachen:
    Da in manchen Familien Adipositas und Übergewicht häufiger vorkommen als in anderen, scheinen auch erbliche Ursachen wichtige Faktoren für eine positive Energiebilanz zu sein. So ist der individuelle Grundumsatz im Stoffwechsel eines Menschen – also die Kalorienmenge, die der Körper im Ruhezustand verbraucht – vermutlich erblich festgelegt. Manche Menschen verbrauchen in Ruhe viele Kalorien, sodass sie entsprechend viel essen können, ohne zuzunehmen. Andere dagegen haben nur einen geringen Grundumsatz und nehmen schnell an Körpergewicht zu. Hinsichtlich der Häufung von Fettleibigkeit und Übergewicht in bestimmten Familien kommt neben erblichen Ursachen jedoch vor allem auch die Weitergabe von Ernährungsgewohnheiten als Grund infrage.
     
  • Medikamente:
    Viele Mittel wie Glukokortikoide, die Antibabypille, Antidiabetika, Antidepressiva oder Neuroleptika steigern den Appetit und können so zu einer vermehrten Nahrungsaufnahme führen. Erhöhtes Körpergewicht ist die Folge.
     
  • Hormonelle Erkrankungen:
    Für Übergewicht und Adipositas kommen als Ursachen auch bestimmte hormonelle Faktoren infrage. So kann für eine positive Energiebilanz zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder das sogenannte Cushing-Syndrom mitverantwortlich sein.
     
  • Weitere Faktoren:
    Weitere Faktoren für eine positive Energiebilanz, die Übergewicht und Adipositas verursachen können, sind beispielsweise ständiger Schlafmangel, eine lange Bettlägerigkeit, Schwangerschaft, Nikotinverzicht oder Operationen in der Hypothalamusregion.

Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht können verschiedene Symptome auslösen. Dabei bleiben die Folgen von Übergewicht nicht immer nur auf den Körper beschränkt, sondern können auch die seelische Verfassung beeinflussen und Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben haben.

Geringere Belastbarkeit

Menschen mit Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht sind körperlich weniger belastbar. Typische Symptome für die geringere körperliche Belastbarkeit sind eine rasche Ermüdung und manchmal auch Atemnot bei körperlicher Anstrengung.

Schwitzen

Die für Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht typischen Symptome umfassen auch vermehrtes Schwitzen: Stark übergewichtige Menschen neigen nicht nur bei körperlicher Anstrengung oder hohen Temperaturen verstärkt zur Schweissbildung.

Gelenkbeschwerden

Bei Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht häufige Symptome sind Gelenkbeschwerden: Dauerhaftes Übergewicht führt zu einer Überbelastung der Gelenke, vor allem im Bereich der unteren Wirbelsäule, in den Hüftgelenken sowie in Knie- und Sprunggelenken. Frühzeitige Abnutzungserscheinungen (Arthrose) mit Schmerzen in den betroffenen Gelenken sind die Folge.

Psychosoziale Folgen

Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht äussern sich nicht nur durch körperliche Symptome, sondern haben oft auch seelische und gesellschaftliche (psychosoziale) Folgen: Obwohl Fettleibigkeit in einigen Kulturen dem Schönheitsideal entspricht, führt sie bei extremer Ausprägung in unseren Breiten häufig zu einer gesellschaftlichen Ausgrenzung der Betroffenen. Depressionen, Ängstlichkeit in sozialen Situationen und ein vermindertes Selbstwertgefühl sind die Folgen. Die starke Einschränkung der körperlichen Beweglichkeit, die die Lebensqualität in vielen Bereichen erheblich verringert, verstärkt die seelische Belastung zusätzlich.

Menschen mit Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht können die Diagnose leicht selbst stellen, indem sie sich auf die Waage stellen, den Body-Mass-Index (BMI) berechnen und den Taillenumfang erfassen. Beträgt der berechnete BMI 30 kg/m2 oder mehr, liegt eine Adipositas vor. Dann ist es wichtig, das Körpergewicht durch geeignete Massnahmen zu senken, um das Risiko für Folgeerkrankungen zu minimieren. Dies ist am besten mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

Für die ärztliche Diagnose der Adipositas sind ausführliche Informationen zur Krankheitsgeschichte und zu den bisherigen Lebensgewohnheiten (v.a. Ernährung, Essverhalten, familiäres und berufliches Umfeld, körperliche Aktivitäten usw.) wichtig, um später einen geeigneten Therapieplan erstellen zu können. Anschliessend erfolgen verschiedene Untersuchungen wie Blutanalyse, Blutdruckmessung, EKG oder Ultraschall (Sonographie) von Gallenblase und Leber, um die Ursachen für das bestehende Übergewicht genau abzugrenzen und festzustellen, ob bereits Folgeerkrankungen vorliegen.

Bei Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit), also bei einem Body-Mass-Index von 30 kg/m2 oder mehr, besteht die Therapie darin, durch geeignete Massnahmen das Übergewicht abzubauen: Körpergewicht zu verlieren ist wichtig, um das Risiko für mögliche Folgeerkrankungen zu minimieren. Doch nicht bei jedem Übergewicht ist eine Behandlung nötig: Sind Sie leicht übergewichtig (BMI 25-29,9), ist dies nur dann behandlungsbedürftig, wenn

 

  • gleichzeitig übergewichtsbedingte Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ II oder Bluthochdruck vorliegen,
  • Erkrankungen bestehen, die sich durch Übergewicht verschlimmern,
  • Sie ein abdominales Fettverteilungsmuster (Taillenumfang >88 cm cm bei Frauen und >102 cm bei Männern) aufweisen oder
  • Sie aufgrund Ihres Übergewichts hohen seelischen und gesellschaftlichen Druck verspüren.

Bei Adipositas und behandlungsbedürftigem Übergewicht ist das Ziel der Therapie realistisch und dem jeweiligen Einzelfall angemessen abzustecken. Dabei geht es nicht um das Abnehmen alleine – die Behandlung zielt vor allem darauf ab, das Körpergewicht über die eigentliche Phase der Gewichtsabnahme hinaus langfristig zu stabilisieren. Wichtig ist auch kein schneller Gewichtsverlust – stattdessen ist eine allmähliche Abnahme des Körpergewichts über einen längeren Zeitraum erstrebenswert, um die mit dem Abnehmen einhergehende Belastung für den Körper möglichst gering zu halten. Zu jedem Zeitpunkt der Adipositas-Behandlung steht die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund.

Ohne die Kooperationsbereitschaft und Motivation der Betroffenen ist eine erfolgreiche Therapie von Adipositas oder Übergewicht nicht möglich. Langfristig lässt sich das Körpergewicht nur in Eigenverantwortung stabil halten. Daher ist es wichtig, sich umfassend über die Erkrankung, die damit einhergehenden Risiken und erfolgreiche Behandlungskonzepte zu informieren. Um Adipositas oder Übergewicht bei Kindern langfristig erfolgreich bekämpfen zu können, ist es wichtig, dass die Eltern (bzw. Familie oder Betreuer) in gleichem Mass in die Behandlung einbezogen sind (sog. familienbasierte Therapie). Bei Jugendlichen, die übergewichtig oder adipös sind, gilt dies nicht unbedingt, da mit zunehmendem Alter der Kinder der Einfluss der Familie sinkt.

Bei Adipositas oder Übergewicht ist es – unabhängig vom Alter der Betroffenen – ratsam, dass sich die Behandlung aus Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und Verhaltenstherapie zusammensetzt. In besonders schweren Fällen von Fettleibigkeit sind gezielte Therapieprogramme unter stationären Bedingungen oder in geeigneten Rehabilitationseinrichtungen empfehlenswert. Auch Selbsthilfegruppen oder selbstständig durchgeführte Diätmassnahmen unter ärztlicher Aufsicht sind zu empfehlen. Unter besonderen Umständen können zusätzlich Medikamente oder eine Operation zur Therapie infrage kommen.

Ernährung

Bei Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht spielt zur Therapie die richtige Ernährung eine grosse Rolle. Eine Ernährungstherapie bedeutet nicht zwangsläufig strenge Diät, in der zum Beispiel der Verzicht auf Süssigkeiten oder Alkohol erforderlich ist. Vielmehr kommt es kommt auf die Ausgewogenheit der Ernährung und die Nahrungsmenge an.

Um bei Adipositas oder Übergewicht direkt Gewicht zu verlieren, ist es empfehlenswert, täglich 500 bis 800 Kilokalorien (kcal) weniger Energie zu sich zu nehmen, als der Körper verbraucht. Um dieses Energiedefizit zu erreichen, ist eine ausgewogene Mischkost, die am besten fettarm, ballaststoff- und stärkereich ist, ratsam. Günstig sind bei dieser Ernährung vor allem Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Dabei ist es wichtig, auch die Energiemenge der aufgenommenen Getränke hinzuzurechnen, wobei die tägliche Trinkmenge 1,5 bis 2 Liter nicht unterschreiten sollte. Wenn Sie sich zur Adipositas-Therapie für eine solche fettarme Kost entscheiden und die körperliche Aktivität gleichzeitig steigern, können Sie Ihr Übergewicht über einen Zeitraum von 12 bis 24 Wochen um etwa 0,3 bis 1 Kilogramm pro Woche abbauen.

Eine Gewichtssenkung zur Therapie von Adipositas oder Übergewicht lässt sich auch durch eine Verringerung der Fettaufnahme auf etwa 60 Gramm pro Tag bei unbegrenztem Verzehr von Kohlenhydraten erreichen: Diese Ernährung führt ebenfalls zu einem Energiedefizit. Der zu erwartende Gewichtsverlust ist dabei umso grösser, je höher das Ausgangsgewicht ist, beträgt im Mittel jedoch nur etwa 3,2 Kilogramm. Darüber hinaus ist die alleinige Verringerung der Fettaufnahme geeignet, um nach einer Gewichtssenkung das Körpergewicht stabil zu halten.

Kostformen mit sehr niedriger Energiezufuhr (800 bis 1200 kcal/Tag), zum Beispiel Formula-Diäten, ermöglichen einen hohen Gewichtsverlust innerhalb kurzer Zeit. Sie sind vor allem bei starkem Übergewicht empfehlenswert, wenn Sie aus medizinischen Gründen (z.B. vor einer Operation) kurzfristig Gewicht abnehmen sollen. Da aufgrund des starken Energiedefizits Nebenwirkungen auftreten können, ist eine solche kalorisch sehr niedrige Ernährung nicht als langfristige Therapie von Adipositas oder Übergewicht, sondern höchstens über eine Dauer von zwölf Wochen und unbedingt unter ärztlicher Betreuung ratsam. Darüber hinaus ist auf eine tägliche Trinkmenge von 2,5 Litern zu achten. Eine weitere Möglichkeit, das Körpergewicht kurzfristig zu senken, stellt eine eiweissreiche Kost dar.

Extrem einseitige Diäten wie Ananas-Diät, Atkins-Diät oder gar Fasten bergen medizinische Risiken und sind für die Therapie von Übergewicht oder Adipositas nicht zu empfehlen.

Auch nachdem Sie gewünschte Körpergewicht erreicht haben, ist es für den langfristigen Erfolg der Therapie von Adipositas oder Übergewicht wichtig, die ausgewogene Ernährung beizubehalten. Da der Energieverbrauch des Körpers im Rahmen einer Gewichtssenkung insgesamt zurückgeht, würde die Rückkehr zur früheren Ernährung eine erneute Zunahme bedeuten (sog. Jo-Jo-Effekt).

Bewegung

Bei Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht ist zur erfolgreichen Therapie auch Bewegung wichtig: Körperliche Aktivität erhöht den Energieverbrauch und ist daher bei Übergewicht ein entscheidender Faktor, um das Körpergewicht zu senken beziehungsweise zu stabilisieren. Um das Körpergewicht messbar zu senken, ist ein zusätzlicher Energieverbrauch von mindestens 2500 Kilokalorien (kcal) pro Woche notwendig. Empfehlenswert sind daher zur Behandlung von Übergewicht mindestens fünf Stunden körperliche Bewegung pro Woche zusätzlich zu den bisherigen Aktivitäten. Bewegung ist besonders geeignet, um ein reduziertes Körpergewicht stabil zu halten. Hierfür sind drei bis fünf Stunden vermehrte Bewegung pro Woche ratsam.

Art und Intensität der zur Therapie von Adipositas oder Übergewicht empfehlenswerten Bewegung hängen von Ihrem körperlichen Zustand und von bestehende Erkrankungen ab. Auch Ihre persönlichen Vorlieben und besonderen Bedürfnisse für bestimmte Sport- oder Bewegungsarten können die Wahl der richtigen Bewegungstherapie beeinflussen. Es ist wichtig, dass Sie Spass an der entsprechenden Aktivität haben, da sie künftig regelmässig Teil Ihres Lebens sein wird. Ausdauersportarten wie Walken, Wandern, Joggen, Schwimmen oder Radfahren sind bei Übergewicht oder Fettleibigkeit besonders zu empfehlen. Auf sportliche Höchstleistungen kommt es dabei jedoch keinesfalls an.

Verhaltenstherapie

Bei Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht kann zur Therapie neben der Ernährungsumstellung und Bewegung auch eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein: Meist reicht es zur erfolgreichen Behandlung von Übergewicht oder Fettsucht nicht aus, einfach nur den Speiseplan umzustellen. Um langfristig das Körpergewicht auf einem niedrigeren Wert stabil halten zu können, ist es in vielen Fällen unverzichtbar, die bisherigen Lebensgewohnheiten, vor allem das Essverhalten, umzustellen.

Eine wichtige Massnahme bei der Verhaltenstherapie von Adipositas oder Übergewicht ist es, langsam und bedächtig essen zu lernen. Viele Übergewichtige essen zu schnell, so dass sich das Sättigungsgefühl erst einstellt, wenn sie bereits mehr Nahrung als eigentlich nötig aufgenommen haben. Auch die Beobachtung des eigenen Ess- und Trinkverhaltens, zum Beispiel in Form eines Ernährungstagebuchs, kann bei der Therapie hilfreich sein. Dadurch ist es möglich herauszufinden, welche Faktoren zu Störungen im Essverhalten führen, zum Beispiel Auslöser für Heisshungerattacken sind. Kontrolliertes Essen – also nicht nebenbei essen oder während der Mahlzeit Zeitung lesen – kann dazu beitragen, solche Auslöser künftig zu vermeiden.

Medikamentöse Therapie

Wenn Sie Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) – also einen Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 30 haben – und sich Ihr Übergewicht mit einer Kombination aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie nicht ausreichend senken lässt, können bei Ihrer Therapie zusätzlich gewichtsreduzierende Medikamente zum Einsatz kommen. Diese medikamentöse Therapie ist nur dann über einen längeren Zeitraum zu empfehlen, wenn innerhalb der ersten vier Wochen eine Gewichtsabnahme von mindestens zwei Kilogramm gelingt.

Adipositas-Chirurgie

Bei Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) sind zur Therapie chirurgische Massnahmen gegen das starke Übergewicht in Betracht zu ziehen, wenn alle anderen Behandlungsmethoden fehlgeschlagen sind und

 

  • der Body-Mass-Index (BMI) höher als 35 kg/m2 ist und Begleiterkrankungen vorliegen oder
  • der BMI mehr als 40 beträgt

Eine Obergrenze hinsichtlich des Lebensalters gibt es für die operative Therapie nicht. Allerdings erfolgt eine Operation zur Adipositas-Behandlung bei Jugendlichen unter 18 Jahren nur in absoluten Ausnahmefällen.

Häufigstes Operationsverfahren ist die Magenverkleinerung, zum Beispiel durch ein anpassbares Magenband. Diese Verkleinerung bewirkt, dass Sie im Anschluss an die Operation nur noch kleine Nahrungsportionen zu sich nehmen können. Bei extrem hohen Übergewicht (BMI über 55 kg/m2) besteht zusätzlich zur Verkleinerung des Magens die Möglichkeit, den Dünndarm zu verkürzen (Magenbypass). Dies führt zu einer Verkürzung der Strecke, auf der der Körper Nahrungsbestandteile aufnehmen (resorbieren) kann. Der Anteil der Nahrung, die der Körper verwerten kann, verringert sich so.

Neben dem Operationsrisiko ist dabei zu bedenken, dass sich die hiermit verbundene Veränderung der Verdauungsabläufe in vielen Fällen nicht mehr rückgängig machen lässt, woraus zum Teil erhebliche Langzeitwirkungen entstehen. Unter anderem kann die operative Adipositas-Therapie durch Magenverkleinerung oder -bypass folgende Störungen auslösen: Störungen der Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen, Fett und Eiweiss, Störungen des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts, Durchfälle, Fettstühle, Gallensteine und erhöhte Aufnahme von Oxalat mit erhöhtem Risiko für Nierensteine. Aus diesem Grund sind die Eingriffe nur im Ausnahmefall zu empfehlen.

Die operative Fettabsaugung (Liposuktion) ist als Massnahme zur langfristigen Therapie der Adipositas nicht zu empfehlen. Durch sie ist lediglich eine räumliche Verringerung der Fettmenge möglich.

Jede operative Therapie der Adipositas erfordert eine konsequente Nachbehandlung über meist mehrere Jahre, um einen Langzeiterfolg zu gewährleisten und Komplikationen rechtzeitig erkennen oder verhindern zu können.

Die operative Fettabsaugung (Liposuktion) zählt nicht zu den Maßnahmen der Adipositas-Chirurgie und ist auch nicht zur langfristigen Therapie von Übergewicht zu empfehlen. Durch sie ist lediglich eine räumliche Verringerung der Fettmenge möglich.

Appetitzügler

Auf dem Markt sind zwar unzählige Appetitzügler verfügbar, die das Körpergewicht angeblich schnell und zuverlässig reduzieren, gegen Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht ist eine medikamentöse Therapie durch Appetitzügler jedoch nicht ratsam: Bei ihrer Anwendung zeigen sich zum Teil lebensbedrohliche Nebenwirkungen. Die Wirksamkeit der Appetitzügler beruht im Wesentlichen auf dem Prinzip des Magenfüllers: Die Flüssigkeit im Magen schwemmt die eingenommene Kapsel ähnlich einem Schwamm auf. Der Magen füllt sich auf diese Weise, so dass sich ein Sättigungsgefühl einstellt. Die Wirksamkeit dieser Schlankheitsmittel ist jedoch in vielen Fällen umstritten.

Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht kann man in ihrem Verlauf stark beeinflussen: Neben Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum ist Adipositas der häufigste Auslöser für Erkrankungen und Todesfälle, die durch konsequentes Ausschalten des Risikofaktors vermeidbar wären.

Ein deutlich zu hohes Gewicht erhöht das Risiko für verschiedenste Erkrankungen, die ihrerseits die Lebenserwartung deutlich verkürzen können – eine Senkung des Körpergewichts bei Adipositas und auch bei Übergewicht bringt dagegen erhebliche Vorteile: So kann zum Beispiel bei starkem Übergewicht durch Abnehmen das Risiko für die Ausbildung von Diabetes mellitus Typ II um mehr als 30 Prozent und für die Entwicklung bösartiger Tumoren um mehr als 40 Prozent sinken. Auch das Risiko für die Entstehung von chronischem Bluthochdruck im Verlauf von Adipositas oder starkem Übergewicht verringert sich durch Gewichtsabnahme. Wenn Menschen mit Übergewicht und schon bestehendem chronischem Bluthochdruck ihr Körpergewicht um zehn Kilogramm verringern, sinkt ihr Blutdruck um 7 mm Hg systolisch und 3 mm Hg diastolisch. Bei einer Abnahme von zehn Kilogramm sinkt der Spiegel an Gesamtcholesterin um durchschnittlich 10 Prozent, an LDL-Lipoprotein (sog. schlechtes Cholesterin) um 15 Prozent und an Triglyzeriden um 30 Prozent. Die Konzentration an HDL-Lipoprotein (sog. gutes Cholesterin) steigt dagegen um 8 Prozent. Insgesamt ist bei Bekämpfung der Fettleibigkeit eine um bis zu 20 Prozent verminderte Sterblichkeitsrate zu beobachten.

Die Senkung des Körpergewichts bei Adipositas und Übergewicht birgt jedoch auch einige Nachteile: So steigt im Verlauf der Gewichtsabnahme das Risiko für die Bildung von Gallensteinen – und zwar umso stärker, je schneller und ausgeprägter der Gewichtsverlust ist. Bei drastischen Gewichtssenkungen kann die Knochendichte abnehmen. Vor allem Frauen über 50 haben daher ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, besonders für Hüftfrakturen. Die häufige Annahme, dass Diäten beziehungsweise Programme zur Senkung des Körpergewichts die Entwicklung von Essstörungen fördern sollen, ist allerdings bisher nicht eindeutig bewiesen.

Komplikationen

Eine Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit), also ein Übergewicht mit einem BMI von 30 kg/m2 oder mehr, erhöht das Risiko für verschiedene Erkrankungen und kann im weiteren Verlauf entsprechend zu folgenden Komplikationen führen:

Diabetes mellitus

Zu den bei Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht im weiteren Verlauf häufigen Komplikationen zählt der Diabetes mellitus: Bei dauerhaft überreicher Ernährung sinken durch das Überangebot an Blutzucker (Glukose) und den damit verbundenen ständig erhöhten Insulinspiegel Sensibilität und Anzahl der Insulinrezeptoren (Insulinempfänger) an den Körperzellen. Das freigesetzte Insulin reicht somit nicht mehr aus, um den Glukoseüberschuss abzubauen, weshalb im Körper ein relativer Insulinmangel herrscht und sich neues Insulin bilden muss. Die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse sind über längere Zeit vermehrt beansprucht, was schliesslich zu ihrer Erschöpfung führt. Nachfolgend bildet sich ein sogenannter insulinresistenter Diabetes mellitus vom Typ II aus.

Stoffwechselstörungen

Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht führen im weiteren Verlauf oft auch zu Komplikationen in Form von Stoffwechselstörungen: Adipositas und Übergewicht verursachen Veränderungen im Fettstoffwechsel, wobei es zu einem Überangebot von Cholesterin und Triglyceriden im Blut kommt. Die Konzentration von sogenanntem HDL-Lipoprotein, das für den Abtransport von Cholesterin aus dem Körpergewebe in die Leber verantwortlich ist und auf diese Weise dessen Abbau unterstützt, sinkt. Die Konzentration an LDL-Lipoprotein dagegen steigt an. LDL enthält besonders viel Cholesterin und begünstigt eine Schädigung der Blutgefässwände durch Verkalkung (Arteriosklerose). Weitere Folgen der bei Übergewicht und Adipositas chronisch erhöhten Blutfettwerte sind eine Verfettung der Leber (sog. Fettleber) und die Bildung von Gallensteinen. Störungen im sogenannten Purinstoffwechsel mit einer Steigerung der Harnsäurekonzentration führen zur Entstehung von Gicht.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Zu den bei Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht im weiteren Verlauf häufigen Komplikationen gehören ausserdem Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Adipositas und Übergewicht stellen für das Herz-Kreislauf-System eine starke Belastung dar. Folgeerscheinungen der Fettleibigkeit wie Diabetes mellitus und Störungen im Fettstoffwechsel schädigen die Blutgefässe (Arteriosklerose) und begünstigen somit die Entstehung von Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzerkrankungen (wie koronare Herzkrankheit bzw. Angina pectoris oder Herzmuskelschwäche bzw. Herzinsuffizienz).

Lungenerkrankungen

Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht können in ihrem Verlauf auch für Komplikationen in Form von Lungenerkrankungen verantwortlich sein: Grosse Fettpolster behindern den normalen Atemmechanismus. Kurzatmigkeit (Dyspnoe) und chronischer Sauerstoffmangel (Zyanose) sind die Folge. Während des Schlafens entsteht das sogenannte Schlaf-Apnoe-Syndrom. Starkes Schnarchen in Verbindung mit Atemaussetzern führen hierbei zu ständigen Unterbrechungen des Schlafs, weshalb die Betroffenen tagsüber sehr müde und abgeschlagen sind.

Tumorerkrankungen

Ausserdem können Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht im weiteren Verlauf zu Komplikationen in Form von Tumorerkrankungen führen: Wer übergewichtig oder adipös ist, hat ein erhöhtes Risiko für bösartige Tumoren im Bereich des Darms (Kolon, Rektum), der Prostata, der Gebärmutter, der Eierstöcke, der Brust und der Niere.

Magen-Darm-Erkrankungen

Bei Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht können im weiteren Verlauf ausserdem Komplikationen verschiedener Magen-Darm-Erkrankungen auftreten: Mehr als 35 Prozent aller übergewichtigen Frauen entwickeln Erkrankungen der Gallenwege, vor allem Entzündungen der Gallenblase (Cholezystitis) und Gallensteine (Cholezystolithiasis). Auch die sogenannte Refluxkrankheit, verbunden mit einer Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis), ist bei Übergewicht häufig.

Wenn Sie Adipositas (Fettsucht, Fettleibigkeit) und Übergewicht vorbeugen möchten, sind grundsätzlich ein gesunder Lebensstil mit regelmässiger körperlicher Bewegung, regelmässigen Mahlzeiten und einer fettarmen, stärke- und ballaststoffreichen Ernährung empfehlenswert. Es ist immer besser, das Körpergewicht regelmäßig zu kontrollieren und bei leichter Gewichtszunahmen frühzeitig gegenzusteuern, denn: Die Behandlung von Adipositas gestaltet sich mit zunehmender Dauer und Ausprägung des Übergewichts immer schwieriger. In manchen Fällen ist es nicht mehr möglich, durch Fettleibigkeit bedingte Folgeerkrankungen zu heilen, indem Sie das Körpergewicht senken.

Ein besonderes Problem besteht darin, dass viele Menschen im beruflichen oder privaten Alltag unter Bewegungsmangel leiden. Grundsätzlich ist daher jede Form von zusätzlicher Bewegung nützlich, wenn Sie Übergewicht und Adipositas vorbeugen möchten. So ist es beispielsweise zu empfehlen, im Büro bestimmte Arbeitsgeräte wie Telefon, Drucker oder Handbücher aus dem bequemen Greifraum am Schreibtisch zu entfernen, so dass Sie die sitzende Tätigkeit durch wiederholtes Aufstehen unterbrechen müssen. Verzichten Sie immer mal wieder auf Rolltreppe oder Fahrstuhl. Kleinere Wege, die viele gern mit dem Auto erledigen, kann man oft durch einen Spaziergang an der frischen Luft zurücklegen.

Über das von starkem Übergewicht für die eigene Gesundheit ausgehende Risiko hinaus stellt die Adipositas in den westlichen Industrieländern mittlerweile eine erhebliche gesellschaftlich-wirtschaftliche Belastung dar. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sowohl vonseiten der Gesundheitspolitik als auch vonseiten der Bevölkerung alle nötigen Anstrengungen erfolgen, um eine Entstehung von Übergewicht zu verhindern. Geeignete Maßnahmen zum Vorbeugen von Übergewicht und Adipositas setzen am besten bereits im frühesten Kindesalter in der Familie an: Betreuungsprogramme führen zu einer langfristigen Gewichtsreduktion übergewichtiger Kinder, wenn die Eltern der Kinder in die Verhaltenstherapie mit eingebunden sind.