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1. Überblick

Allergien sind weit verbreitet – Tendenz steigend. Bei manchen Menschen ist es eine bestimmte Pollenart, bei anderen ein Nahrungsmittel und wieder andere reagieren auf das Gift einer Wespe allergisch: Die Auslöser einer Allergie sind vielfältig. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem aussergewöhnlich stark auf eine oder mehrere Substanzen – die sogenannten Allergene.

Allergie ist nicht gleich Allergie: So unterschiedlich die Substanzen sind, auf die man allergisch reagieren kann, so vielfältig sind auch die Symptome, die auftreten können. Die Beschwerden reichen von

  • allergischem Schnupfen
  • juckenden und brennenden Augen
  • allergischem Asthma über
  • Hautreaktionen bis hin zu
  • Magen-Darm-Beschwerden.

Je nach Art der Allergie tritt die Reaktion unmittelbar, nach einigen Minuten oder Stunden oder aber auch erst nach Tagen auf. Nur in seltenen Fällen kann es zu einem sogenannten anaphylaktischen Schock kommen, der umgehend behandelt werden muss.

Es gibt verschiedene Allergie-Typen, die durch unterschiedliche Mechanismen im Körper ausgelöst werden.

Um herauszufinden, gegen was eine Person allergisch ist, kommen bestimmte Testverfahren zum Einsatz. Da es diverse mögliche Auslöser (Allergene) gibt, ist es manchmal nicht leicht, die allergieauslösende Substanz ausfindig zu machen. Umso wichtiger ist bei der Diagnose, dass der Arzt weiss, wann die Beschwerden seines Patienten auftreten und wann sie sich verschlimmern.

Die Behandlung einer Allergie beginnt meist damit, dass der Kontakt zum auslösenden Allergen möglichst vermieden werden sollte (Allergenkarenz). Ist dies nicht möglich, stehen Medikamente gegen Allergien zur Verfügung, die entweder den Ausbruch einer allergischen Reaktion abschwächen oder die bereits ausgebrochene Reaktion mildern oder abbrechen. Eine Sonderform der Therapie ist die Hyposensibilisierung, bei der der Körper lernt, langsam immer höhere Dosen eines Allergens zu tolerieren.

Wenn Sie von einer Allergie betroffen sind, können Sie – je nachdem, um welche Allergie es sich handelt – einiges tun, um einer allergischen Reaktion vorzubeugen. Besonders wichtig ist es, den Kontakt zur allergieauslösenden Substanz so gut es geht zu meiden.

2. Definition

Eine Allergie ist eine spezifische Reaktion des Immunsystems auf bestimmte, eigentlich harmlose Stoffe aus unserer Umwelt, die dann als Allergene bezeichnet werden. Das Immunsystem reagiert auf diese Stoffe wie auf einen Krankheitserreger. Im Unterschied zu der normalen Reaktion auf etwa Bestandteile eines Krankheitserregers ist die Reaktion auf ein Allergen jedoch deutlich übersteigert und überschiessend.

Grundsätzlich kann jeder Stoff aus der Umwelt zum Allergieauslöser werden. Dabei kann es sich sowohl um Pflanzen (z.B. Gräserpollen), Tierprodukte (z.B. Bienengift), aber auch Metalle (z.B. Nickel) oder Chemikalien (z.B. Konservierungsstoffe) handeln.

Eine Allergie entsteht normalerweise erst nach wiederholtem Kontakt mit einem Allergen (sog. Sensibilisierung). Beim ersten Kontakt treten noch keine Beschwerden auf.

Antigene und Allergene

Jedes Allergen ist gleichzeitig auch ein Antigen. Unter einem Antigen versteht man jede körperfremde Substanz, auf die der Körper mit einer spezifischen Antwort des Immunsystems reagiert. Dies können Bestandteile von Krankheitserregern sein, aber auch an sich harmlose Bestandteile unserer Umwelt, also zum Beispiel von Nahrungsmitteln, Pollen, Arzneimitteln oder Schmuck. Beginnt der Körper auf ein Antigen mit einer übertriebenen, allergischen Reaktion zu antworten, wird es zum Allergen.

Allergieformen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Allergien in Formen einzuteilen. Häufig unterscheidet man nach dem jeweiligen Aufnahmeweg:

 

  • Inhalationsallergie: hervorgerufen durch das Einatmen von Allergenen, z.B. Pollen, Hausstaub, Schimmelpilzen, Tierhaaren
  • Nahrungsmittelallergie: hervorgerufen durch den Verzehr von allergenhaltigen Nahrungsmitteln, z.B. Nüsse, Meeresfrüchte, Äpfel, Hühnerei
  • Arzneimittelallergie: als Reaktion auf bestimmte Medikamente, unabhängig von ihrer Darreichungsform als Tablette, Zäpfchen, Infusion usw.; ein besonders häufiges Allergen ist z.B. Penicillin
  • Insektengiftallergie: nach Insektenstichen von z.B. Bienen oder Wespen
  • Kontaktallergie: durch Hautkontakt mit Allergenen, wie z.B. Nickel oder Kosmetika

Mediziner teilen Allergien dagegen in der Regel nach den zugrunde liegenden Reaktionen des Immunsystems ein. Der britische Pathologe Robin Coombs beschrieb 1963 gemeinsam mit seinem Kollegen Philip Gell vier Typen allergischer Reaktionen (Typ I bis Typ IV), die auch als Mischformen auftreten können. Diese vier Reaktionstypen sind normale Reaktionsformen des menschlichen Immunsystems, die im Falle einer Allergie allerdings «über ihr Ziel hinausschiessen», so dass Beschwerden auftreten. Die Typen I bis III werden ausgelöst, weil das Immunsystem Antikörper gegen ein Allergen bildet. Der Typ IV hingegen wird durch die sogenannten T-Zellen vermittelt, weisse Blutkörperchen, die für die Immunabwehr zuständig sind.

AllergieTyp I (Soforttyp)

Die Allergie vom Typ I (Reaktion vom Soforttyp) ist eine durch sogenannte IgE-Antikörper (Immunglobulin E) vermittelte, umgehend eintretende allergische Reaktion. Kommt die Person in Kontakt mit einem Stoff, auf den sie allergisch reagiert, bildet der Körper spezifische IgE-Antikörper, die sich an bestimmte Zellen des Immunsystems, die sogenannten Mastzellen, binden. Daraufhin werden Entzündungsbotenstoffe (Mediatoren), wie zum Beispiel Histamin und Leukotriene, freigesetzt. Es entstehen akute Entzündungsreaktionen, wie etwa bei Heuschnupfen, allergischem Asthma bronchiale oder der allergischen Nesselsucht (Urtikaria).

Eine allergische Reaktion vom Typ I tritt nach wenigen Sekunden bis Minuten nach dem Kontakt mit dem Allergieauslöser ein. Unter Umständen kommt es nach etwa vier bis sechs Stunden zu einer weiteren Reaktion (verzögerte Soforttypreaktion).

Bei einigen Menschen liegt eine genetisch verankerte Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktion vom Soforttyp (Typ I) vor: Hier spricht man von einer sogenannten Atopie. Zu den Atopien zählt zum Beispiel die Neurodermitis (Atopische Dermatitis).

Allergie Typ II (Zytotoxischer Typ)

Bei einer Allergie vom Typ II (Zytotoxischer Typ) bildet das Immunsystem – wie auch bei einer Allergie vom Typ I – Antikörper gegen einen bestimmten Stoff (Allergen). Der Typ II gehört somit ebenfalls zu den antikörpervermittelten allergischen Reaktionen. Im Gegensatz zur Typ-I-Reaktion sind hier die sogenannten IgG- (Immunglobulin G) beziehungsweise IgM-Antikörper (Immunglobulin M) beteiligt. Beide Antikörpergruppen bilden sich bei einer normalen Immunreaktion gegen Krankheitserreger. Bei der Allergie vom Typ II bildet das Immunsystem diese Antikörper gegen Allergene auf der Oberfläche von körpereigenen Zellen oder Geweben. Die Folgen der allergischen Reaktion treten innerhalb von Stunden ein und betreffen nur die Zellen beziehungsweise Gewebe, welche die entsprechenden Allergene auf ihrer Oberfläche tragen.

Ein Beispiel für eine Typ-II-Reaktion ist die Zerstörung von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) nach einer Bluttransfusion mit einer falschen Blutgruppe. Typ-II-Reaktionen liegen auch einigen Autoimmunerkrankungen vor oder, wenn der Körper ein fremdes Organ nach einer Transplantation abstösst.

Allergie Typ III (Immunkomplextyp)

Die Allergie vom Typ III (Immunkomplexreaktion) gehört – wie auch die Allergie vom Typ II – zu den antikörpervermittelten allergischen Reaktionen, an denen IgG- und IgM-Antikörper beteiligt sind. Charakteristisch für die Typ-III-Reaktion ist, dass sich Immunkomplexe bilden. Immunkomplexe sind Verbindungen aus frei löslichen Antigenen, die sich nicht fest auf einer Zelloberfläche befinden, sowie aus Antikörpern. Solche Immunkomplexe werden normalerweise durch die Zellen der Immunabwehr beseitigt. Ist dies nicht der Fall, entstehen durch die Ablagerung dieser Immunkomplexe Krankheiten, die zu den Allergien vom Typ-III gezählt werden. Eine allergische Reaktion vom Typ III tritt nach etwa sechs bis zwölf Stunden ein.

Beispiele für eine Allergie vom Typ III sind:

  • Immunkomplex-Erkrankungen (z.B. Vaskulitis, Serumkrankheit)
  • Exogene allergische Alveolitis, eine Entzündung des Lungengewebes nach Einatmen von Allergenen (z.B. sog. Farmerlunge)

Allergie Typ IV (Spättyp)

Die Allergie vom Typ IV (T-Zell-vermittelter, verzögerter Typ; Spättyp) nimmt unter den allergischen Reaktionen eine Sonderstellung ein. Anders als die drei anderen Allergieformen wird dieser Typ nicht durch Antikörper, sondern durch T-Lymphozyten (T-Zellen), eine Untergruppe der weissen Blutkörperchen, vermittelt. Kommt eine Person mit einem für sie allergischen Stoff in Kontakt, sorgen die T-Zellen dafür, dass weitere Abwehrzellen angelockt und aktiviert werden. Als Folge davon entstehen die für die Typ-IV-Reaktion charakteristischen Veränderungen, die meist die Haut betreffen. Das wohl bekannteste Beispiel für eine Allergie vom Typ IV ist die Kontaktallergie der Haut, etwa auf Chrom- oder Nickelverbindungen.

Ein weiterer Unterschied zu den anderen Reaktionstypen besteht darin, dass die Typ-IV-Reaktion verzögert abläuft, das heisst frühestens nach zwölf Stunden auftritt. Es können aber auch bis zu drei Tage (72 Stunden) vergehen, bis eine Reaktion sichtbar wird.

Pseudoallergie

Bei manchen Menschen kommt es zu einer sogenannten Pseudoallergie. Hierbei zeigen Betroffene Symptome einer allergischen Reaktion vom Typ I (Sofortreaktion), obwohl im eigentlichen Sinne keine Allergie vorliegt. Der Körper reagiert hier vielmehr mit einer unspezifischen Überempfindlichkeit auf bestimmte Dinge.

Während sich eine Allergie immer erst herausbildet, nachdem der Körper wenigstens einmal, in der Regel aber mehrmals Kontakt zum allergieauslösenden Stoff hatte, entsteht eine Pseudoallergie nicht selten schon beim ersten Kontakt. Es findet also keine Sensibilisierung statt. Wie schwer die pseudoallergische Reaktion auf die jeweilige Substanz ist, ist dabei dosisabhängig.

Pseudoallergien können als Reaktion auf viele verschiedene Auslöser entstehen, so zum Beispiel auf bestimmte Wirkstoffe in Medikamenten (z.B. Acetylsalicylsäure) oder Nahrungsmitteln. Die allergischen Beschwerden durch Lebensmittel entstehen durch gefässerweiternde Substanzen in der Nahrung (so z.B. häufig bei Käse, Wein oder Walnüssen).

Manche Substanzen in Nahrungsmitteln können die Mastzellen auch zu einer nicht-allergischen und unspezifischen Freisetzung von Histamin stimulieren und so die gesamte Bandbreite einer pseudoallergischen Reaktion in Form von Schnupfen, juckenden Augen, Nesselausschlag (Urtikaria), Asthma oder anderen Beschwerden provozieren. Häufige Auslöser von Pseudoallergien sind zum Beispiel:

  • Röntgenkontrastmittel
  • Lebensmittelzusatzstoffe
  • Nahrungsmittel wie Erdbeeren oder Käse
  • Lokalanästhetika

Häufigkeit

Schätzungen zufolge leiden etwa 30 Prozent der deutschen Bevölkerung an mindestens einer Allergie – Tendenz steigend. Innerhalb der Allergien ist die Typ-I-Reaktion (Sofortreaktion) am häufigsten vertreten, meist in Form von Heuschnupfen.

In den letzten Jahren werden Allergien immer häufiger beobachtet und treten zunehmend bereits im Kindesalter auf. Eine mögliche Ursache dafür ist die fortwährend steigende Belastung durch Fremdstoffe in der Umwelt, aber auch veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, die auch mit einem erhöhten Konsum von Genussmitteln oder Medikamenten einhergehen.

Wissenschaftler führen das gehäufte Auftreten von Allergien auch auf eine übertriebene Hygiene in den ersten Lebensjahren von Kleinkindern zurück. So leiden Stadtkinder viel häufiger an Allergien als Kinder, die auf Bauernhöfen schon frühzeitig den zahlreichen Einflüssen von Gras-, Getreide- und Baumpollen sowie Tierhaaren oder Tierausscheidungen ausgesetzt waren.

3. Ursachen

Bei einer Allergie sind die Ursachen in einer Fehlregulation und überschiessenden Abwehrreaktion des Immunsystems zu finden.

Die eigentliche Aufgabe des Immunsystems besteht darin, Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Parasiten abzuwehren. Gelangen solche Erreger in den Körper, bilden sich im Verlauf einer Infektion spezifische Antikörper oder Abwehrzellen gegen den entsprechenden Krankheitserreger – der Körper wird immunisiert. Das bedeutet: Bei einem späteren Kontakt mit demselben Erreger erkrankt man nicht ein zweites Mal, weil sich das Immunsystem an den ersten Kontakt mit dem Erreger erinnert und unverzüglich mit der Produktion der spezifischen Antikörper beziehungsweise Abwehrzellen beginnt.

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem ebenfalls. Egal, um welche Allergieform es sich handelt: Wenn eine Allergie entsteht, laufen immer bestimmte Reaktionen im Immunsystem ab. Nach dem Kontakt mit einem körperfremden Stoff (Allergen) bildet der Körper für dieses Allergen spezifische Antikörper beziehungsweise Abwehrzellen aus, das heisst, der Organismus wird sensibilisiert. Diese Produktionsphase dauert neun bis zwölf Tage und verläuft unbemerkt. Bei einem erneuten Kontakt mit denselben Allergenen werden sofort die entsprechenden Antikörper produziert beziehungsweise Abwehrzellen aktiviert und es tritt je nach Allergie-Typ eine allergische Reaktion mit den entsprechenden Symptomen auf.

Für alle Formen einer Allergie gilt, dass eine Allergieneigung zwar oft vererbt wird, prinzipiell aber jeder Mensch zum Allergiker werden kann. Für die Entstehung einer Allergie sind die Menge und Konzentration, der Aufnahmemechanismus und das Sensibilisierungsvermögen des Allergens von Bedeutung. So sind bei schwach sensibilisierenden Stoffen, beispielsweise Pollen, oft viele Kontakte über mehrere Jahre notwendig, bis eine Allergie ausgelöst wird. Bei stark sensibilisierenden Stoffen, wie bei Medikamenten, reichen oft ein oder wenige Kontakte aus, damit eine Allergie entsteht.

Allergie Typ I

Bei einer Allergie vom Typ I führt der Kontakt zu bestimmten Allergenen (z.B. Pflanzenpollen, Nahrungsmittelbestandteile, Insektengifte, Kosmetika oder Medikamente) dazu, dass das Immunsystem sogenannte IgE-Antikörper (Immunglobulin E) bildet. Die Symptome der allergischen Reaktion werden durch die Wechselwirkung von IgE mit bestimmten Zellen des Immunsystems, den Mastzellen, ausgelöst.

Wenn IgE an eine Mastzelle bindet, setzt diese Zelle sogenannte Entzündungsbotenstoffe (Mediatoren) frei. Dabei handelt es sich um Stoffe, die Entzündungen im Gewebe auslösen. Bei der Typ-I-Reaktion kommt dem Entzündungsmediator Histamin eine besondere Bedeutung zu, den die Mastzellen in grossen Mengen enthalten. Histamin erweitert die Gefässe, erhöht die Durchlässigkeit der Übergänge zwischen Venen und Arterien (Kapillaren), verengt die Bronchien und lockt weitere Abwehrzellen des Körpers in das Entzündungsgebiet. Beim Allergiker führen diese durch Histamin vermittelten Wirkungen dazu, dass die entsprechenden Schleimhäute anschwellen, sich röten und verstärkt Sekret abgeben, was zu Atemnot führen kann. Mit dem Blut können sowohl das Allergen als auch das Histamin im Körper verteilt werden und so auch an anderen Körperstellen zu entzündlichen Reaktionen führen.

Allergie Typ II

Bei einer Allergie vom Typ II aktiviert der Körper die sogenannte antikörperabhängige Zytotoxizität. Dabei werden Zellen zerstört, die auf ihrer Oberfläche bestimmte Antigene tragen. Dieser Prozess wird durch Antikörper ausgelöst. Dabei spielt die sogenannte Phagozytose als Abwehrmechanismus des Organismus eine entscheidende Rolle. Körperfremde Stoffe werden durch bestimmte Abwehrzellen, die Fresszellen (Makrophagen), aufgenommen und dann im Zellinneren durch Enzyme zerstört und abgebaut. Die Aufnahme dieser Fremdstoffe wird durch IgG- und IgM-Antikörper vermittelt.

Sind die Fremdstoffe zu gross, um aufgenommen zu werden, setzen die Abwehrzellen ihre Enzyme nach aussen frei. Dies schädigt nicht nur den Fremdkörper, sondern auch das umgebende Gewebe. Bei der allergischen Typ-II-Reaktion treten an die Stelle des Fremdstoffs körpereigene Zellen und Gewebe, die durch die Prozesse der Phagozytose geschädigt werden.

Auch das sogenannte Komplementsystem zählt zu den Abwehrmechanismen des Körpers. Es besteht aus mehreren biologisch aktiven Eiweissen, deren Aktivität vorwiegend gegen Zellmembranen gerichtet ist. Die Aktivierung des Komplementsystems bedarf wiederum der Vermittlung durch Antikörper. Sind diese gegen Antigene auf körpereigenen Zellen oder Geweben gerichtet, bewirkt dies ebenfalls eine Schädigung der Zellen.

Allergie Typ III

Bei einer Allergie vom Typ III entstehen Immunkomplexe aus freibeweglichen Antigenen und Antikörpern. Normalerweise werden diese Immunkomplexe von den Zellen des Immunsystems erkannt und beseitigt. Ist dies nicht der Fall, können sich die Immunkomplexe im Gewebe ablagern und Entzündungsreaktionen in Gang setzen. Zunächst werden biologisch wirksame Eiweisse im Blut aktiviert, die eine vermehrte Durchblutung des Gewebes bewirken und insbesondere Abwehrzellen anlocken. Ausserdem verbessern sie die Durchlässigkeit der Gefässwände für Abwehrzellen, die schliesslich versuchen, die Immunkomplexe zu beseitigen. Da dies aufgrund der Grösse der Immunkomplexe und der Bindung an das Gewebe nicht gelingt, setzen sie ihre Enzyme nach aussen frei und schädigen somit das Gewebe.

Durch die gesteigerte Blutzufuhr gelangen ausserdem vermehrt Blutplättchen (Thrombozyten) in das Entzündungsgebiet. Sie können sich ebenfalls an die Immunkomplexe anlagern und auf diese Weise kleinste Blutgerinnsel (sog. Mikrothromben) bilden, was zu einer Verstopfung der kleinen Blutgefässe führen kann. In der Folge stirbt das nicht mehr durchblutete Gewebe ab, was von Funktionsstörungen bis hin zum Verlust eines Organs führen kann.

Allergie Typ IV

Eine Allergie vom Typ IV liegen die Ursachen in einer zellvermittelten Abwehrreaktion gegenüber einer Substanz (Allergen), die über eine längere Zeit im Körper anwesend ist und nicht über andere Mechanismen beseitigt wurde. Es gibt verschiedene Krankheitserreger und Fremdstoffe, bei denen das Immunsystem keine Antikörper bildet, nachdem sie in den Körper eingedrungen sind. Stattdessen werden Abwehrzellen aktiviert, die die Fremdstoffe beseitigen. Unter den Abwehrzellen gibt es eine Untergruppe, die T-Lymphozyten (T-Zellen), die in der Lage sind, bestimmte Allergene zu erkennen. Kommt es zu einem Kontakt zwischen einem Allergen und T-Lymphozyten, produzieren diese bestimmte Substanzen (Lymphokine), die andere Abwehrzellen, etwa Fresszellen (Makrophagen), anlocken und so Entzündungsreaktionen auslösen.

4. Symptome

Bei einer Allergie treten Symptome so lange auf, wie die allergieauslösende Substanz (Allergen) im Organismus vorhanden ist. Die Art der Allergie-Symptome ist nicht vom Allergen selbst, sondern vom zugrunde liegenden Allergietyp (Typ I, II, III oder IV) abhängig.

Der Allergietyp bestimmt auch, wann die ersten Symptome der Allergie auftreten. Sie können entweder sofort (Sofortreaktion), erst nach Stunden (verzögerte Soforttypreaktion) oder auch nach Tagen (Spätreaktion) auftreten.

Grundsätzlich können körperliche Reaktionen bei einer Allergie sowohl zu örtlich begrenzten (lokalen) als auch zu allgemeinen (generalisierten) Beschwerden führen.

Lokale Symptome einer Allergie äussern sich im Allgemeinen dort, wo der Kontakt mit dem Allergen stattgefunden hat, so etwa:

  • an den Schleimhäuten der Atemwege mit Niesen, Schnupfen oder Atemnot,
  • an den Schleimhäuten des Auges mit tränenden und juckenden Augen,
  • an den Schleimhäuten des Magen-Darm-Trakts mit Erbrechen oder Durchfall oder
  • an der Haut mit Nesselsucht (Urtikaria) oder Hautausschlägen.

 

Allgemeine Symptome im Rahmen einer allergischen Reaktion können im ganzen Körper auftreten, wenn sich die allergieauslösenden Substanzen mit dem Blut im Organismus verteilen. Besonders betroffen ist dabei das Herz-Kreislauf-System, indem sich die Herzfrequenz beschleunigt und der Blutdruck abfällt. Die schwerste Ausprägung einer allergischen Reaktion vom Typ I ist der allergische beziehungsweise anaphylaktische Schock, der meist mehrere Organsysteme gleichzeitig betrifft und unbehandelt innerhalb weniger Minuten zum Tod führen kann, was jedoch nur selten der Fall ist.

Symptome eines allergischen Schocks sind z.B. Atemnot, starke Kreislaufbeschwerden, Herzrasen und Hautausschlag. Rufen Sie bei möglichen Anzeichen umgehend den Notarzt!

5. Diagnose

Bei einer Allergie ist die genaue Diagnose aufgrund der Vielfalt der möglichen allergieauslösenden Substanzen (Allergene) häufig sehr schwer. Derzeit sind um die 20.000 Allergene bekannt. Daher ist es wichtig für den Arzt, den Betroffenen vorab zum Beispiel zu fragen, wann die Beschwerden auftreten und wann sie schlimmer werden (Anamnese).

Je nachdem, um welchen Reaktionstyp einer Allergie es sich handelt (Typ I, II, III oder IV), kann der Arzt verschiedene Verfahren anwenden, um festzustellen, auf welchen Stoff die Person allergisch reagiert. Mithilfe von Laboruntersuchungen können spezifische Antikörper oder Abwehrzellen im Blut nachgewiesen werden. Zudem gibt es Allergietests, in denen der Arzt bewusst einen Kontakt auf der Haut oder über die Lunge mit den verdächtigen Allergenen herbeiführt und die Reaktion darauf beobachtet. Der optimale Testzeitpunkt liegt bei etwa drei Wochen bis drei Monate nach der allergischen Reaktion. Die gängigsten Allergietests sind:

 

  • Reibetest
  • Pricktest
  • Intrakutantest
  • Epikutantest
  • Scratch-Test

Werden bei den jeweiligen Allergietests keine auslösenden Allergene gefunden, kann dennoch eine Allergie vorliegen, da es möglich ist, dass der Verursacher nicht in den untersuchten Proben vertreten war. In diesem Fall ist es hilfreich, einen Allergiekalender zu führen. In diesen trägt man ein, welche Speisen gegessen wurden, welche Medikamente man eingenommen hat und ob Kontakte zu besonderen Substanzen bestanden haben. Treten Symptome einer Allergie auf, kann der Arzt auslösende Allergene auf diese Weise weiter eingrenzen und eventuell ermitteln.

6. Therapie

Bei einer Allergie ist der erste Therapie-Schritt, nach Möglichkeit den Kontakt zur Allergie auslösenden Substanz zu vermeiden (Allergenkarenz). Je nach Art des Allergens, etwa bei Pollen oder Hausstaub, kann dies allerdings sehr schwierig sein. In diesem Fall stehen weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Hyposensibilisierung

Die wirksamste Therapieform, die besonders bei der Allergie vom Typ I angewandt wird, ist die Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie = SIT) beziehungsweise Desensibilisierung. Eine Hyposensibilisierung kann nur durchgeführt werden, wenn das auslösende Allergen bekannt und als Hyposensibilisierungslösung erhältlich ist.

Bei der Hyposensibilisierung spritzt der Arzt dem Allergiker über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren das entsprechende Allergen in allmählich steigenden Dosierungen unter die Haut (sog. subkutane SIT oder SCIT). Die Menge des Allergens wählt er dabei so, dass maximal eine örtliche Reaktion, wie eine kleine Schwellung mit Juckreiz an der Einstichstelle, auftritt. Da dennoch die Gefahr einer schweren allergischen Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock besteht, sollte man nach der Injektion noch 30 Minuten unter ärztlicher Beobachtung bleiben.

Durch die Hyposensibilisierung soll das Immunsystem so beeinflusst werden, dass nicht IgE-Antikörper gebildet werden, welche sonst als Reaktion auf das Allergen entstehen, sondern Antikörper einer anderen Klasse (IgG). IgG-Antikörper bildet das Immunsystem normalerweise gegen Krankheitserreger und sie entstehen nach jedem erneuten Kontakt mit dem Erreger sofort wieder. Die IgG-Antikörper veranlassen, dass die Fresszellen des Immunsystems den Krankheitserreger aufnehmen und vernichten. Dasselbe möchte man bei einer Allergie erreichen: Sofort nach Allergenkontakt sollen IgG-Antikörper gebildet werden und das Allergen neutralisieren, so dass der Körper keine IgE-Antikörpern mehr bildet.

Als Alternative zu Spritzen kann die Hyposensibilisierung (v.a. bei Pollenallergie) auch mit Tropfen, die unter die Zunge gegeben werden (Sublinguale Immuntherapie = SLIT), durchgeführt werden. Allerdings kann man hier nicht so genau dosieren wie mit einer Spritze: Die Tropfengrösse variiert immer ein wenig. Zudem kann die Aufnahme durch die Mundschleimhaut, durch unterschiedlichen Speichelfluss oder unwillkürliches Herunterschlucken verändert sein.

Eine Variante der sublingualen Immuntherapie ist die Gabe von bestimmten Gräserpollen (Wiesenlieschgras, Phleum pratense) in Form der sogenannten Gräsertablette. Die Tabletten enthalten unterschiedliche Dosierungen an Allergenen und werden langsam unter der Zunge aufgelöst. Über das tatsächliche Endergebnis dieser Form der Hyposensibilisierung beziehungsweise die Wirksamkeit gibt es jedoch zurzeit nicht genügend aussagekräftige Studien, allerdings konnte man ähnliche Effekte wie bei der SCIT beobachten. Wie die Tabletten bei Kindern wirken, ist bisher nicht abschliessend untersucht.

Medikamente gegen Allergie

Neben der Hyposensibilisierung steht ausserdem eine Vielzahl von Medikamenten gegen Allergien zur Verfügung, die aber nur die Symptome und nicht die Ursachen einer Allergie beseitigen können. Eingesetzt werden diese Medikamente in den unterschiedlichsten Formen: Inhaliersprays, Augentropfen, Nasensprays, Salben oder Gele für lokale und Tabletten, Zäpfchen oder Spritzen für allgemeine Beschwerden.

Zur Behandlung haben sich Wirkstoffe bewährt, die den Ausbruch einer allergischen Reaktion verhindern beziehungsweise in seiner Stärke abschwächen (z.B. Antihistaminika, Cromoglicinsäure) oder die bereits ausgebrochene Reaktion mildern (z.B. Kortison).

Alternative Therapiemöglichkeiten

Bei einigen Allergien, wie zum Beispiel bei Heuschnupfen, kommen neben der medikamentösen Therapie häufig auch Akupunktur und Homöopathie zum Einsatz.

Allergien werden in der Homöopathie mit der Gegensensibilisierung (unspezifische Desensibilisierung), einer Sonderform der Eigenbluttherapie, behandelt. Hierfür wird etwas Blut entnommen und daraus in einem Speziallabor ein individuelles Medikament hergestellt. Dieses wird nach einem genauen Therapieplan in ansteigender Dosis gespritzt. Entscheidend ist hierbei, dass im Blut alle krankheitsbezogenen Reaktionsprodukte vorhanden sind. Die auslösenden Allergene müssen also nicht bekannt sein und auch unerkannte Allergene werden erfasst.

Antihistaminika

Antihistaminika wirken dem Botenstoff der allergischen Reaktionen, dem Histamin, entgegen. Auf diese Weise lindern sie die Symptome einer Allergie. Die Wirkung der Antihistaminika tritt sehr schnell ein, je nach Darreichungsform bereits nach Minuten. In seltenen Fällen kann sich bei der örtlichen Anwendung von Antihistaminika ein Hautausschlag entwickeln. Ausserdem können Antihistaminika Müdigkeit verursachen, selten kommt es zu Sehstörungen, Mundtrockenheit und Übelkeit.

Cromoglicinsäure

Der Wirkstoff Cromoglicinsäure (auch Dinatriumcromoglycat oder kurz DNCG genannt) verhindert, dass Histamin im Körper freigesetzt wird, indem es die Membranen der Mastzellen stabilisiert. Cromoglicinsäure wirkt nur vorbeugend und nicht, wenn bereits Beschwerden bestehen. Aus diesem Grund muss es regelmässig, das heisst bis zu viermal täglich, und am besten vor Beginn der allergischen Symptome eingenommen werden. Cromoglicinsäure entfaltet ihr volles Wirkungsspektrum in der Regel erst nach zwei bis vier Wochen, eine rechtzeitige Einnahme ist daher sinnvoll. Mögliche Nebenwirkungen sind Hautausschlag, Gelenk- und Muskelschmerzen. DNCG wird nur selten eingesetzt, da ihr Erfolg als eher gering einzuschätzen ist.

Kortison

Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das entzündungshemmend wirkt und die Symptome einer Allergie effektiv bekämpfen kann. Es zählt zur Wirkstoffgruppe der natürlichen Kortikoide und wird ebenso wie bestimmte synthetische Kortikoide (z.B. Fluticason-Furoat, Dexamethason) bei der Behandlung von lokalen Beschwerden in Form von Nasensprays oder Salben und bei allgemeinen Beschwerden in Form von Tabletten, Zäpfchen oder als Injektion eingesetzt. Bei der kurzzeitigen örtlichen Anwendung treten nur selten Nebenwirkungen auf. Durch das Einatmen (Inhalation) von Kortison kannim Rachenraum eine Pilzinfektionen entstehen. Zur Behandlung von allergischen Symptomen am Auge sollte Kortison nur im Ausnahmefall und unter strenger ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden. Nimmt man Wirkstoffe aus der Gruppe der Kortikoide über Monate oder sogar Jahre hinweg in hoher Dosierung ein, kann dies das Immunsystem schwächen – Infektionen treten dadurch unter Umständen häufiger auf. Ausserdem kann es je nach Wirkstoff zu Knochenschwund (Osteoporose), Bluthochdruck (Hypertonie), Gewichtszunahme, einer Verschlechterung des Blutzuckerspiegels bei Diabetikern, erhöhtem Augeninnendruck, Magengeschwüren sowie einer dünnen, pergamentartigen Haut kommen.

7. Verlauf

Prognose

Da es viele verschiedene, unterschiedlich stark ausgeprägte Allergieformen gibt, ist auch die Prognose für diese nicht einheitlich. Allergien können sich nach Jahren zurückbilden, vor allem, wenn der Kontakt zu den allergieauslösenden Substanzen (Allergenen) vermieden wird. Auch ein gleichbleibendes Beschwerdebild über Jahre hinweg ist möglich.

Andererseits ist es auch möglich, dass ein Allergiker später auf ein anderes Allergen reagiert – so kann sich etwa eine Pollenallergie später in eine Allergie gegen Konservierungsstoffe umwandeln.

Komplikationen

Die möglichen Komplikationen einer Allergie hängen vom zugrunde liegenden Reaktionstyp ab. Sie können von einer chronischen Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlen-Entzündung über Asthma bronchiale bis hin zu dauerhaften Organschäden reichen.

Im Extremfall kann es zu einem allergischen beziehungsweise anaphylaktischen Schock kommen, der lebensbedrohlich ist.

 

Rufen Sie bei Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks umgehend den Notarzt ! Hierzu zählen Symptome wie Atemnot, starke Kreislaufbeschwerden, Herzrasen und Hautausschlag.

8. Vorbeugen

Bei einer Allergie können Sie einer allergischen Reaktion vorbeugen, indem Sie als ersten Schritt möglichst den Kontakt zu den entsprechenden Allergenen meiden (Expositionsprophylaxe). Je nach Art des Allergens, etwa bei Pollenallergie oder Hausstaubmilben, ist dies im Alltag jedoch nicht immer leicht.

Für Pollenallergiker gibt es viele Möglichkeiten, sich über aktuelle Pollenbelastungen der Luft zu informieren. Telefonische Informationsdienste, Radio und Fernsehen, das Internet sowie viele Tageszeitungen liefern täglich aktualisierte Informationen zum Pollenflug verschiedener Pflanzen. In besonders schweren Fällen kann ein Orts- beziehungsweise Klimawechsel – also zum Beispiel ein Urlaub am Meer oder in den Bergen, wenn zuhause gerade Pollenhauptsaison ist – sinnvoll sein.

In bestimmten Berufen treten Allergien häufiger auf als in anderen oder verschlechtern eine bereits bestehende Allergie möglicherweise – so zum Beispiel bei:

 

  • Reinigungskräften,
  • Krankenpflegepersonal,
  • Ärzten oder
  • Coiffeuren.

Menschen, die in diesen Berufen tätig sind, müssen sich besonders häufig die Hände waschen beziehungsweise ihre Haut kommt oft mit Wasser und Reinigungsmitteln in Berührung. Der häufige Kontakt mit Wasser greift die natürliche Hautbarrierefunktion an. Allergene können besser in die Haut eindringen und dort eine allergische Erstreaktion des Körpers hervorrufen. Spezielle Pflegeprodukte mit Inhaltsstoffen wie Dexpanthenol, Urea, Sanddorn oder Aloe Vera sowie pH-neutrale seifenfreie Waschlotionen können den natürlichen Säureschutzmantel der Haut stärken, für einen ausreichenden Feuchtigkeitsgehalt sorgen und so die Beschwerden lindern.

Wenn Sie Allergiker sind, sollten Sie weder aktiv noch passiv rauchen und auf Nahrungsmittel ohne Zusatzstoffe achten. Stoffe im Zigarettenrauch sind vermutlich schädlich für das Immunsystem, was das Allergierisiko erhöht.

Säuglinge, deren Eltern an einer Allergie erkrankt sind, sollten – wenn möglich – mindestens bis zum vierten Monat gestillt werden. Dies senkt das Risiko, später eine Allergie zu entwickeln.

Da Stadtkinder wesentlich häufiger an Allergien erkranken als Kinder, die auf dem Land gross werden und schon frühzeitig den zahlreichen Einflüssen von Gras-, Getreide- und Baumpollen sowie Tierhaaren und Tierausscheidungen ausgesetzt sind, muss bei Stadtkindern eine sinnvolle Vorbeugung schon in den ersten Lebensjahren einsetzen. Dazu gehört etwa das Spielen in der Natur oder ein Urlaub auf dem Land.

Sind ein oder mehrere Allergene genau identifiziert, stellt der Arzt einen Allergiepass aus, in dem alle allergieauslösenden Stoffe aufgeführt sind. Ausserdem wird beschrieben, worin diese enthalten sein können. Dies ist besonders für Medikamente und Nahrungszusatzstoffe (z.B. Konservierungsstoffe), aber auch für Kosmetikinhaltsstoffe, Gummibestandteile und Ähnliches wichtig. Besonders Allergiker, die bereits ernsthafte Komplikationen erlitten haben, sollten diesen Allergiepass und ihre Notfallmedikamente immer bei sich führen.