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  4. Altersbedingte Makuladegeneration (AMD, Makuladegeneration, altersbedingte)

Von Veröffentlicht am 01.01.1970

1. Überblick

Die altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) ist eine meist erst nach dem 60. Lebensjahr auftretende Sehstörung, bei der zunehmend das zentrale – also scharfe – Sehen beeinträchtig ist.

Die altersbedingte Makuladegeneration äussert sich typischerweise durch folgende Symptome:

 

  • verschlechterte Sehschärfe
  • verzerrtes Sehen
  • vermindertes Kontrastsehen

Die altersabhängige Makuladegeneration verläuft zwar fortschreitend, führt aber – auch wenn sie beide Augen betrifft – im Endstadium nicht zur völligen Erblindung: Die Orientierung im Raum bleibt erhalten; bestimmte Tätigkeiten wie Lesen und Autofahren sind dann jedoch nicht mehr möglich. Die altersbedingte Makuladegeneration tritt in zwei verschiedenen Formen auf:

 

  • Die trockene Makuladegeneration ist (mit etwa 85 Prozent der Fälle) die häufigere und langsam fortschreitende AMD-Form.
  • Die feuchte Makuladegeneration ist seltener, schreitet aber schneller fort.

Die altersbedingte Makuladegeneration tritt mit steigendem Lebensalter zunehmend häufiger auf. Frühformen der AMD finden sich bei 35 Prozent der über 75-Jährigen, während das Endstadium bei 5 Prozent derselben Altersgruppe feststellbar ist. Die Ursache für die altersabhängige Makuladegeneration ist noch nicht eindeutig geklärt.

Die altersbedingte Makuladegeneration lässt sich über eine augenärztliche Untersuchung diagnostizieren. Eine Behandlung durch Lasertherapie, Medikamente oder Operation kann das Fortschreiten der Makuladegeneration unter Umständen stoppen oder zumindest verlangsamen; ausserdem können vergrössernde Sehhilfen bei altersbedingter Makuladegeneration oft die Lesefähigkeit verbessern. Eine völlige Heilung der Augenkrankheit ist jedoch nicht möglich.

Obwohl nicht genau geklärt ist, wie die altersbedingte Makuladegeneration entsteht, sind jedoch einige Risikofaktoren wie Rauchen und hoher Blutdruck bekannt. Vorbeugend ist es demnach empfehlenswert, auf Tabakkonsum zu verzichten und den Blutdruck regelmässig zu kontrollieren. Daneben ist es ratsam, die Augen bei besonders hellem Licht (z.B. am Strand oder in den Bergen) durch eine Sonnenbrille zu schützen. Zur Gesunderhaltung der Netzhaut und somit zum Schutz vor der altersabhängigen Makuladegeneration ist ausserdem eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse ratsam.

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2. Definition

Die altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) ist eine Augenerkrankung, die im höheren Alter auftritt und zu einem meist fortschreitenden Verlust der zentralen Sehschärfe führt. Die infolge der Erkrankung degenerativ veränderte Makula (bzw. gelber Fleck) ist die zentrale Stelle auf der Netzhaut des Auges. Während die übrige Netzhaut hauptsächlich Umrisse und Hell-Dunkel-Kontraste wahrnimmt, ist die Makula für das scharfe Sehen (sog. Fixierung, Fixation) zuständig.

Obwohl die altersbedingte Makuladegeneration mit einem fortschreitenden Sehverlust einhergeht, ist auch im Spätstadium nicht mit einer völligen Erblindung zu rechnen. Menschen mit AMD haben häufig keine Schwierigkeiten, sich noch in ihrer Umgebung zu orientieren. Allerdings verlieren sie in der Regel ihre Lesefähigkeit, sind nicht mehr fahrtüchtig und können ihre Mitmenschen oft nur noch schwer erkennen.

Formen

Die altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) zeigt sich in der Frühphase, die noch nicht zu Sehstörungen führt, im Makulabereich durch sogenannte Drusen (gelblich-weisse, rundliche Stoffwechseleinlagerungen) oder unregelmässige Pigmentierungen. Im Spätstadium kommt es zu einem Verlust der Sehschärfe. Man unterscheidet hier zwei Formen:

 

  1. Die trockene altersbedingte Makuladegeneration macht etwa 85 Prozent der Fälle aus. Diese Form schreitet langsam fort, wobei es zu einem landkartenähnlichen Schwund (Atrophie) der Pigmentschicht der Netzhaut kommt.
  2. Die feuchte altersabhängige Makuladegeneration betrifft etwa 15 Prozent der Fälle. Diese Form verläuft meist schnell und ist durch Gefässneubildungen der Aderhaut, Abhebungen der Pigmentschicht oder eine Narbenbildung im Bereich der Makula gekennzeichnet.

Häufigkeit

Die altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) tritt im Alter mit zunehmender Häufigkeit auf. Im Durchschnitt zeigen bereits 20 Prozent aller 65- bis 74-Jährigen und 35 Prozent der 75- bis 84-Jährigen Frühformen der Netzhauterkrankung. Bei 1 Prozent aller Menschen im Alter von 65 bis 74 Jahren liegt die Erkrankung im Endstadium vor; im Alter zwischen 75 und 84 Jahren sind es 5 Prozent.

3. Ursachen

Die altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) tritt meist erst nach dem 65. Lebensjahr auf. Die genauen Ursachen für den fortschreitenden Verlust der zentralen Sehschärfe sind noch nicht bekannt. Vermutlich schädigen Stoffwechselprodukte im Laufe des Lebens die unter der Makula, also der Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut, liegende Pigmentschicht.

Obwohl während des normalen Alterungsprozesses in jedem Auge vielfältige degenerative Veränderungen stattfinden, ist nur ein Teil der Menschen von Veränderungen betroffen, die die Sehschärfe mindern. Ob eine altersbedingte Makuladegeneration entsteht, hängt neben der erblich bedingten Veranlagung auch von individuellen Faktoren ab. So erhöht beispielsweise Rauchen das AMD-Risiko. Als weitere mögliche Ursachen für die altersabhängige Makuladegeneration gelten Arteriosklerose, Bluthochdruck, die Einwirkung von UV-Licht und eine geringe Konzentration von Betakarotinoiden im Blut: Die Makula (auch gelber Fleck genannt) erhält ihre Farbe durch die Farbstoffe Lutein und Zeaxanthin und ist so vor zu starker Lichteinwirkung geschützt.

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4. Symptome

Die für eine altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) typischen Symptome sind:

 

  • verschlechterte Sehschärfe
  • verzerrtes Sehen
  • vermindertes Kontrastsehen

In manchen Fällen zeigt sich die altersbedingte Makuladegeneration zunächst nur in einem Auge, während das andere jahrelang symptomfrei bleibt. Je nach Verlaufsform entwickeln sich die AMD-Symptome unterschiedlich schnell:

 

  • Die häufige trockene altersbedingte Makuladegeneration schreitet langsam fort,
  • während die seltenere feuchte Makuladegeneration mit einem schnelleren Verlust der Sehfunktion verbunden ist.

Meist merken die Betroffenen die ersten Anzeichen für die altersbedingte Makuladegeneration beim Lesen: Die Wörter sind verschwommen und in der Mitte der Schriftseite erscheint ein verschwommener Fleck oder ein grauer Schatten, der mit der Zeit grösser wird. Ausserdem können Farben blasser erscheinen. Sind die AMD-Symptome fortgeschritten, können die Betroffenen weder lesen noch Gesichter erkennen. Eine völlige Erblindung hat die altersbedingte Makuladegeneration jedoch nicht zur Folge: Meistens sind die Betroffenen auch im Spätstadium der Erkrankung noch in der Lage, die Randbereiche ihres Gesichtsfelds (also die Bereiche, auf die ihr Blick nicht direkt gerichtet ist) zu sehen und sich im Raum zu orientieren. Auch Schmerzen entstehen durch die altersabhängige Makuladegeneration nicht.

Eine altersbedingte Makuladegeneration im Spätstadium ist dennoch aufgrund der mit dem Sehverlust einhergehenden Einschränkungen oft sehr belastend: Viele Dinge, die bisher im Alltag selbstverständlich waren (wie Autofahren, Lesen usw.), sind wegen der ausgeprägten Symptome nicht mehr möglich. Etwa 30 Prozent der Menschen mit fortgeschrittener AMD entwickeln eine Depression.

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5. Diagnose

Bei Verdacht auf eine altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) kann der Augenarzt die Diagnose durch eine Untersuchung des Augenhintergrunds stellen. Erste Hinweise auf eine Makuladegeneration kann auch ein einfacher Test mit dem sogenannten Amsler-Gitter liefern: Dies ist ein quadratisches Liniengitter mit einem zentralen Fixationspunkt. Wenn die Linien bei Fixierung dieses Punkts verzerrt oder wellig erscheinen, deutet dies möglicherweise auf eine Makuladegeneration hin.

Um die altersbedingte Makuladegeneration genauer zu beurteilen und die spätere geeignete Therapie auswählen zu können, ist die sogenannte Farbstoff-Gefässdarstellung (Fluoreszenzangiographie) der Netzhaut zur weiteren Diagnose hilfreich: Dabei spritzt der Arzt eine Farbstofflösung in die Armvene und verfolgt die Verteilung des Farbstoffs mit einer Augenhintergrundkamera. Mit dieser Methode lassen sich Veränderungen frühzeitig erkennen und die einzelnen Formen unterscheiden, in denen die altersabhängige Makuladegeneration auftreten kann (trocken oder feucht).

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6. Therapie

Wenn Sie eine altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) haben, stehen zur Therapie verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder sogar aufhalten können. Für die Auswahl der Behandlung ist die Form der Makuladegeneration entscheidend. Eine vollständige Heilung der altersbedingten Makuladegeneration ist allerdings (noch) nicht möglich.

Lasertherapie

Liegt bei Ihnen die altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) in der selteneren feuchten Form vor, die mit Gefässneubildungen einhergeht, kann zur Therapie im Frühstadium die herkömmliche Laserkoagulation zum Einsatz kommen: Bei dieser Lasertherapie verbrennt der Arzt die neu gebildeten Gefässe gezielt mit einem Laser. Ob die Laserbehandlung für Sie infrage kommt, hängt von der Lage der Gefässneubildungen ab: Nur in sechs Prozent der Fälle ist die Lasertherapie möglich.

Erfolgt eine Lasertherapie gegen die feuchte altersbedingte Makuladegeneration, bilden sich in jedem zweiten Fall innerhalb eines Jahres nach der Therapie neue Gefässe, die oft nicht mit dem Laser zugänglich sind, weil sie direkt unter dem Bereich der Stelle des schärfsten Sehens in der Mitte der Makula (sog. Fovea) liegen. Durch die herkömmliche Laserbehandlung wäre dann die Sehschärfe auf maximal zehn Prozent begrenzt.

Photodynamische Therapie (PDT)

Wenn die altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) bei Ihnen mit Gefässneubildungen unterhalb der Stelle des schärfsten Sehens in der Mitte der Makula (sog. Fovea) einhergeht, kommt als Alternative zur herkömmlichen Therapie mit dem Laser die photodynamische Therapie (PDT) infrage. Bei der PDT spritzt der Arzt einen speziellen Farbstoff in Ihre Armvene, der sich fast ausschliesslich in der inneren Schicht der neu gebildeten Gefässe anreichert. Dies ermöglicht es, bei der anschliessenden Laserbehandlung mit einem speziellen Laser nur diese Gefässe zu verschliessen und umliegendes Netzhautgewebe zu schonen. Auch diese Behandlung ist nur in bestimmten Fällen geeignet: Ob die photodynamische Therapie für Sie infrage kommt, hängt von der Art der Gefässneubildung ab.

Medikamente

Gegen eine altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) kann womöglich auch eine Therapie durch Medikamente helfen: Bei der Suche nach der Ursache für die Gefässneubildungen unter der Netzhaut fand sich als entscheidender Faktor der Botenstoff VEGF (= vascular endothelial growth factor). Wirkstoffe wie Ranibizumab und Pegaptanib sowie Bevacizumab, das eigentlich zur Behandlung von Darm- und Brustkrebs zum Einsatz kommt, können diesen Botenstoff hemmen. Der Arzt spritzt die Medikamente mit einer feinen Nadel in den Glaskörper des Auges (sog. intravitreale Injektion). Diese Injektionen sind aber regelmässig zu wiederholen, da die Wirkung nur eine bestimmte Zeit anhält.

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Neuere Ansätze

Gegen die altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) sind zur Therapie auch vielversprechende neuere Ansätze verfügbar. Hierzu gehört die sogenannte Makularotation, ein chirurgischer Ansatz zur AMD-Behandlung. Dabei löst der Operateur die Makula mit der gesamten Netzhaut vom Untergrund ab und verlagert sie auf intaktes Gewebe. Insgesamt erfordert diese Vorgehensweise eine aufwendige Operationstechnik, ausserdem muss anschliessend eine zusätzliche komplizierte Augenmuskeloperation erfolgen, damit es nicht zu Doppelbildern kommt.

Die altersbedingte Makuladegeneration führt zu einem fortschreitenden Verlust der Sehschärfe. Die Beseitigung bestimmter Eiweisse aus dem Blut mit der sogenannten Membran-Differenzial-Filtration führt zu einer Verbesserung der Fliesseigenschaften des Bluts, was wiederum die Sehschärfe verbessern kann. Auch hieraus ergeben sich neuere Ansätze zur AMD-Therapie.

Vergrössernde Sehhilfen

Wenn Ihre altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) durch keine Therapie hinreichend behandelbar ist, kann Ihnen eine vergrössernde Sehhilfe helfen: In bis zu 80 Prozent der AMD-Fälle gelingt es durch vergrössernde Sehhilfen zumindest vorübergehend, die bei Makuladegeneration zunehmend beeinträchtigte Lesefähigkeit wiederzuerlangen. Es stehen je nach Bedürfnis Lupen, Lupenbrillen, Fernrohr- und Prismenlupenbrillen sowie elektronische Sehhilfen, wie Bildschirmlesegeräte, zur Verfügung. Die Fahrtauglichkeit ist durch die Sehhilfen jedoch nicht wiederherstellbar.

7. Verlauf

Die altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) nimmt typischerweise einen fortschreitenden Verlauf. Die Geschwindigkeit des Fortschreitens ist nicht vorhersagbar. Sie hängt vor allem davon ab, welche Form der Makuladegeneration vorliegt:

 

  • Die trockene altersbedingte Makuladegeneration zeigt einen langsam fortschreitenden Verlauf.
  • Die feuchte altersabhängige Makuladegeneration verläuft meist schnell.

Zu einer völligen Erblindung führt die altersbedingte Makuladegeneration in keiner Form: In der Regel können sich die Betroffenen auch bei fortgeschrittenem Verlauf der Augenerkrankung im Raum orientieren. Früher oder später verlieren sie jedoch ihre Lesefähigkeit.

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8. Vorbeugen

Wie sich eine altersbedingte Makuladegeneration (altersabhängige Makuladegeneration, AMD) sicher verhindern lässt, ist nicht bekannt. Zum Vorbeugen des Verlusts der zentralen Sehschärfe ist es jedoch empfehlenswert, das Rauchen aufzugeben, da dies ein bekannter Risikofaktor ist. Ein hoher Blutdruck kann ebenso das Risiko für die altersbedingte Makuladegeneration erhöhen. Daher ist es wichtig, diesen regelmässig zu kontrollieren und gegebenenfalls behandeln zu lassen.

Da als weiterer Risikofaktor für die altersabhängige Makuladegeneration auch das Sonnenlicht infrage kommt, gilt zusätzlich ausreichender Sonnenschutz zum Vorbeugen der Augenerkrankung als sinnvoll: So ist es bei besonders hellem Licht (z.B. am Strand oder in den Bergen) ratsam, eine Sonnenbrille zu tragen. Ausserdem ist eine gesunde Lebensweise mit genug Bewegung und ausgewogener Ernährung empfehlenswert – sie fördert Ihre Gesundheit allgemein (z.B. durch Vermeidung von Übergewicht) und trägt speziell zur Gesunderhaltung der Netzhaut und somit zum Schutz vor der altersbedingten Makuladegeneration bei: Essen Sie hierzu am besten viel Obst und Gemüse – viele Sorten (z.B. Grünkohl, Spinat, Lauch, Broccoli, Pflaumen, Kiwis) enthalten die Farbstoffe Lutein und Zeaxanthin, die auch der Makula (sog. gelber Fleck) ihre Farbe verleihen und sie vor zu starker Lichteinwirkung schützen.

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