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  4. Anlagestörungen der Brust

Von Veröffentlicht am 24.11.2016

Anlagestörungen der Brust sind angeborene Brustfehlbildungen, die allerdings teilweise erst mit der Pubertät auftreten.

Die Anlagestörungen der Brust lassen sich demnach wie folgt einteilen:

  • In Anlagestörungen, die sich nach der Geburt – also in der Pubertät – noch verändern, wie beispielsweise zusätzliche, zu grosse, zu kleine oder unterschiedlich grosse Brüste, und
  • in Anlagestörungen, die ab der Geburt (also schon vor der Pubertät) offenkundig sind, wie zusätzliche oder fehlende Brustwarzen.

Anlagestörungen der Brust können zu den verschiedensten Fehlbildungen der Brust führen. Möglich sind:

  • unterschiedlich grosse Brüste (Anisomastie),
  • überzählige Brustwarzen (Polythelie),
  • zusätzliche Brüste (Polymastie),
  • fehlende Brüste (Amastie)
  • fehlende Brustwarzen (Athelie),
  • für das Alter der Betroffenen zu grosse Brüste (Makromastie)
  • für das Alter der Betroffenen zu kleine Brüste (Mikromastie),
  • Hängebrüste als Zeichen einer allgemeinen Bindegewebsschwäche (Mastoptose).

Überwiegend sind Frauen von Anlagestörungen der Brust betroffen. Dabei sind unterschiedlich grosse Brüste besonders häufig. Überzählige Brustwarzen können jedoch auch bei Männern auftreten. Insgesamt sind Anlagestörungen der Brust relativ selten.

Anlagestörungen der Brust sind weitgehend harmlos: Diese angeborenen Fehlbildungen der Brust stellen kein Gesundheitsrisiko dar, können manche Betroffene aus kosmetischen Gründen jedoch seelisch belasten. Dann kann es sinnvoll sein, die Fehlbildung der Brust durch eine Operation zu korrigieren. Eine operative Korrektur ist ausserdem ratsam, wenn die Anlagestörung mit einer Haltungsanomalie oder starken Rückenschmerzen und Nackenschmerzen einhergeht.

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2. Definition

Anlagestörungen der Brust sind angeborene Fehlbildungen der Brust. Teilweise bilden sich diese Brustfehlbildungen aber erst mit der Pubertät aus beziehungsweise werden erst dann offenkundig. Brustanlagestörungen stellen kein oder nur ein geringes gesundheitliches Risiko dar. Je nachdem, wie stark eine Anlagestörung ausgeprägt ist, kann sie jedoch kosmetisch sehr störend sein und einen erheblichen Leidensdruck bei den Betroffenen hervorrufen.

Zu den Anlagestörungen der Brust gehören:

Anisomastie 

Die Anisomastie zählt zu den häufigsten Anlagestörungen der Brust. Hierbei sind die beiden Brüste unterschiedlich gross. In der Pubertät entwickeln sich Brüste häufig nicht gleich schnell. Ein deutlicher Grössenunterschied kann sich jedoch im Verlauf der Brustentwicklung noch etwas angleichen.

Polythelie 

Als Polythelie bezeichnet man überzählige Brustwarzen. Diese treten entlang der sogenannten Milchleiste auf. Die Milchleiste ist ein Überbleibsel aus der embryonalen Entwicklung. Sie ist als imaginäre Linie vorstellbar, die beidseitig von der Achselhöhle zu den grossen Schamlippen der gleichen Seite zieht. Diese Brustfehlbildung kann auch bei Männern auftreten.

Polymastie 

Bei einer Polymastie treten zusätzliche Brüste auf. Diese bezeichnet man als akzessorische Mammae. Sie treten, wie die überzähligen Brustwarzen, entlang der embryonalen Milchleiste auf. Eine Sonderform der Polymastie ist die sogenannte aberrierende Mamma. Bei dieser Fehlbildung der Brust handelt es sich ebenfalls um eine zusätzliche Brustdrüse, die sich in Richtung Achselhöhle verlagert entwickelt hat. Die zusätzlichen Brüste entwickeln sich, genau wie die normalen Brüste, in der Pubertät. Überzählige Brustanlagen treten mit einer Häufigkeit von einem bis fünf Prozent auf.

Amastie und Athelie 

Ebenso wie zusätzliche Brüste oder Brustwarzen auftreten, können Brüste und Brustwarzen auch fehlen. Die fehlende Brust bezeichnet man als Amastie, die fehlende Brustwarze als Athelie.

Makromastie und Mikromastie

Eine sogenannte Makromastie liegt vor, wenn die Grösse der Brust in einem Mass zunimmt, das nicht dem Alter der Betroffenen entspricht. Das genaue Gegenteil, nämlich eine zu kleine Brust, heisst Mikromastie.

Mastoptose 

Die sogenannte Mastoptose bezeichnet Hängebrüste, die als Ausdruck einer allgemeinen Bindegewebsschwäche sowohl bei übergewichtigen als auch bei älteren Frauen auftreten können.

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3. Ursachen

Anlagestörungen der Brust können verschiedene Ursachen haben; in manchen Fällen bleiben die Gründe für die angeborene Brustfehlbildung auch unklar. Im Wesentlichen kommen hormonelle oder erblich bedingte Auslöser für eine Anlagestörung der Brust infrage.

So ist zum Beispiel die Ursache für das Auftreten zusätzlicher Brüste (Polymastie) unbekannt. Bei Anlagestörungen der Brust in Form einer zu kleinen Brust (Mikromastie) liegt entweder einfach vermindertes Brustdrüsengewebe vor oder aber die Ursache für die Fehlbildung ist ein Mangel an Rezeptoren für die Hormone Östrogen und Progesteron. Wenn die Brustdrüse unterentwickelt ist, kommen auch erworbene Ursachen für die Brustfehlbildung – wie Verletzungen, entzündliche Erkrankungen oder (strahlen-)therapeutische Massnahmen in der Kindheit – in Betracht.

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4. Symptome

Anlagestörungen der Brust sind angeboren, die Drüsengänge bilden sich jedoch erst in der Pubertät aus. Daher entwickeln sich die Symptome der Brustfehlbildung bei manchen fehlerhaften Anlagen erst zwischen dem 8. und 14. Lebensjahr.

Welche Symptome bei Anlagestörungen der Brust auftreten, hängt von der Form der daraus entstehenden Fehlbildung der Brust ab. Oft treten die Anzeichen der Anlagestörung nur einseitig auf: Die Brust kann bei Anlagestörungen beispielsweise ein- oder beidseitig unterentwickelt sein oder fehlen. Überzählige Anlagen entwickeln sich meist einseitig entlang der embryonalen Milchleiste. Solche überzählige Brustanlagen unterliegen den gleichen hormonellen Einflüssen wie die normale Brust. Daher können diese Brustanlagen in der Pubertät wachsen, vor jeder Menstruation anschwellen und während der Stillzeit Milch bilden.

Zu den Anlagestörungen der Brust, die sich erst in der Pubertät zeigen oder dann noch ihre Symptome verändern, gehören zusätzliche, zu grosse, zu kleine oder unterschiedlich grosse Brüste. Zu grosse Brüste (Makromastien) treten in der Pubertät auf. Diese Anlagestörung der Brust kann, wenn sie stark ausgeprägt ist, zu Beschwerden wie Rückenschmerzen und Nackenschmerzen, Migräneattacken und Kopfschmerzen führen. In der Unterbrustfalte kommt es häufig zu Infektionen der Haut. Manche Betroffene entwickeln auch eine Körperfehlhaltung.

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5. Diagnose

Obwohl Anlagestörungen der Brust in den meisten Fällen erst mit der Geschlechtsreife in Erscheinung treten, ist die Diagnose oft schon vor der Pubertät möglich. Dies gilt vor allem dann, wenn überzählige Brustanlagen vorliegen. Neben dem typischen klinischen Bild – wie Hervorwölbungen, leichten Verhornungen, Haarinseln oder einer fleckförmigen Pigmentierung der Haut – kann eine feingewebliche Untersuchung Aufschluss darüber geben, welche Art der Brustanlagestörung vorliegt und wie stark sie ausgeprägt ist.

Manche Anlagestörungen der Brust sind schon bei Neugeborenen offenkundig. Hierzu zählen zusätzliche Brüste (Polymastie) und überzählige Brustwarzen (Polythelie). Die Diagnose dieser beiden Brustfehlbildung direkt nach der Geburt ist vor allem deshalb von grosser Bedeutung, da sie oft zusammen mit anderen Entwicklungsstörungen (z.B. der Nieren oder des Magen-Darm-Trakts) auftreten.

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6. Therapie

Anlagestörungen der Brust erfordern selten eine Therapie: Eine solche Anlagestörung ist meistens nicht oder kaum mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Es ist jedoch möglich, Brustfehlbildungen aus kosmetischen Gründen operativ zu korrigieren – wenn der Leidensdruck für die Betroffenen zu gross ist.

In einigen Fällen, die bereits mit Haltungsanomalien oder starken Rückenschmerzen und Nackenschmerzen einhergehen, ist es auch aus medizinischer Sicht sinnvoll, Anlagestörungen der Brust durch eine Operation zu korrigieren. Diese Therapie ist zum Beispiel bei einem über 50-prozentigen Grössenunterschied zwischen den Brüsten (Anisomastie) oder bei zu grossen Brüsten (Makromastie) ratsam. Wenn Sie von einer Brustanlagestörung betroffen sind und diese aus rein kosmetischen Gründen operativ beheben lassen möchten, sollten Sie bedenken, dass es sich hierbei um einen erheblichen körperlichen Eingriff handelt. Bei Brustkorrekturen sind Langzeitkomplikationen und eventuell notwendige Folgeoperationen nicht selten.

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7. Verlauf

Die meisten Anlagestörungen der Brust haben keinen oder nur einen geringen Krankheitswert und nehmen einen entsprechend günstigen Verlauf.

Manche Anlagestörungen der Brust, zum Beispiel ein über 50-prozentiger Grössenunterschied zwischen den Brüsten (Anisomastie) oder beidseitig zu grosse Brüste (Makromastie), können jedoch zu Haltungsanomalien oder zu starken Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und Kopfschmerzen führen. Lassen die Betroffenen die Ursache für diese Beschwerden nicht operativ (durch ein- oder beidseitige Brustverkleinerung) beheben, kann die Brustfehlbildung im weiteren Verlauf einen Verschleiss im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule und somit eine Verschlimmerung der Beschwerden zur Folge haben.

Wenn durch Anlagestörungen der Brust zusätzliche Brustdrüsen im Bereich der Milchleiste auftreten (Polymastie), ist es ratsam, die Fehlbildung der Brust zu dokumentieren und eine Therapie in Erwägung zu ziehen. Der Grund hierfür ist, dass sich durch solche möglicherweise wachstumsbereiten embryonalen Gewebestrukturen gut- und bösartige Veränderungen bilden können.

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8. Vorbeugen

Da Anlagestörungen der Brust angeborene Fehlentwicklungen sind, sind keine Massnahmen zum Vorbeugen bekannt.

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