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  4. Arthritis (Gelenkentzündung)

Von Veröffentlicht am 01.01.1970

1. Überblick

Eine Arthritis (Gelenkentzündung) kann zahlreiche Ursachen haben. So kann sie durch eine Infektion mit Bakterien ausgelöst werden oder durch eine Stoffwechselerkrankung wie Gicht verursacht sein. Die häufigste Form der Gelenkentzündung ist die rheumatoide Arthritis, im Volksmund kurz Rheuma genannt.

Typische Symptome einer Gelenkentzündung sind Schmerzen, Schwellung, Überwärmung, Rötung und eine eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gelenks. Generell können Gelenkentzündungen das betroffene Gelenk zerstören und zu dauerhaften Fehlstellungen und Behinderungen führen. Entzündet sich nur ein Gelenk, etwa das Kniegelenk, sprechen Mediziner von einer Monarthritis. Sind viele Gelenke betroffen, handelt es sich um eine Polyarthritis. Neben dieser Einteilung unterscheidet man auch akute und chronische Gelenkentzündungen. Akute Entzündungen treten plötzlich auf und können beispielsweise durch eine Infektion bedingt sein. Ein chronischer Verlauf ist dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenke dauerhaft betroffen sind und die Entzündung gegebenenfalls in Schüben immer wieder aufflammt.

Zur Diagnose der Arthritis befragt der Arzt den Patienten genau nach den Symptomen und zum Beispiel auch danach, welche Gelenke betroffen sind. So kann er bereits rückschliessen, welche Form der Gelenkentzündung vorliegt. Ist zum Beispiel das Gelenk der grossen Zehe gerötet und schmerzhaft angeschwollen, gilt dies schon als Hinweis auf eine durch Gicht verursachte Arthritis. Weitere Untersuchungen, zum Beispiel eine Röntgenaufnahme oder spezielle Blutuntersuchungen, können ebenfalls nötig sein, um die genaue Ursache herauszufinden und die geeignete Therapie einzuleiten. Denn die Behandlung einer Gelenkentzündung richtet sich nach ihrer Ursache. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Gründe für eine Arthritis können deshalb auch viele verschiedene Massnahmen hilfreich und angebracht sein. Die Bandbreite reicht von Ruhigstellung und Kühlung über schmerz- und entzündungshemmende Medikamente und Gelenkspülungen bis hin zum künstlichen Gelenk.

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2. Definition

Die Entzündung eines Gelenks bezeichnet man als Arthritis. Der Wortteil Arth- stammt aus dem Griechischen und bedeutet Gelenk oder Glied, -itis ist die Wortendung für Entzündungen.

Nach ihrer Ursache unterscheidet man infektiöse Gelenkentzündungen, die rheumatoide Arthritis, die Gicht-Arthritis, die Psoriasis-Arthritis und viele mehr.

Jedes Gelenk im menschlichen Körper kann von einer Entzündung betroffen sein, beispielsweise Knie-, Schulter-, Hüft- oder Fingergelenke. Ist nur ein Gelenk entzündet, spricht man von einer Monoarthritis, sind mehrere betroffen, von einer Polyarthritis.

Eine Gelenkentzündung kann plötzlich auftreten. Man spricht dann von einer akuten Arthritis, die etwa durch eine Infektion entsteht. Wenn eine Gelenkentzündung länger andauert und zum Beispiel schubweise immer wieder aufflammt, handelt es sich um eine chronische Arthritis wie die rheumatoide Arthritis.

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3. Ursachen

Es gibt zahlreiche Formen der Arthritis (Gelenkentzündung), die unterschiedliche Ursachen haben. Die häufigsten sind:

  • Infektionen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Gelenkverschleiss: Erkrankungen des Gelenkknorpels, sogenannte aktivierte Arthrose

Infektionen

Häufig sind Infektionen für eine Arthritis (Gelenkentzündung) verantwortlich. Bakterien oder andere Erreger können über eine Wunde direkt ein Gelenk infizieren. Ausserdem kann eine Entzündung von einem Infektionsherd im Körper über den Blutweg in das Gelenk weitergeleitet werden (z.B. Herpes-Infektion wie Lippenherpes).

Autoimmunerkrankungen

Bei einer Autoimmunkrankheit greift das Immunsystem, also die körpereigene Abwehr, fälschlicherweise die eigenen Gelenke und Gewebe an und zerstört sie. Zu den Autoimmunerkrankungen zählen beispielsweise:

Die rheumatoide Arthritis, auch chronische Polyarthritis oder kurz RA genannt, ist die häufigste Form der Gelenkentzündung.

Stoffwechselerkrankungen

Zu den Stoffwechselerkrankungen gehört zum Beispiel die Gicht. Dabei wird die Arthritis durch eine Harnsäureerhöhung ausgelöst (Gichtanfall). Sie ist sehr schmerzhaft, betroffen ist dabei oft das Grosszehengrundgelenk.

4. Symptome

Bei einer Arthritis (Gelenkentzündung) sind die typischen Symptome Schmerzen, Schwellung, Überwärmung, Rötung und eine eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gelenks. Es kann sich auch Flüssigkeit im Gelenk bilden (Gelenkerguss). Bildet sich Eiter, spricht man von einem Gelenkempyem.

Je nach Ursache der Gelenkentzündung treten spezifische Symptome auf. Die rheumatoide Arthritis beispielsweise zeichnet sich durch nächtliche und morgendliche Gelenkschmerzen, eine Morgensteifigkeit der Gelenke und typischerweise eine Schwellung in den Fingergrund- und Fingermittelgelenken aus.

Bei einem Gichtanfall ist häufig das Grosszehengrundgelenk betroffen: Die grosse Zehe ist dick geschwollen, rot, überwärmt und sehr schmerzhaft.

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5. Diagnose

Bei einer Arthritis (Gelenkentzündung) sind die wesentlichen Schritte zur Diagnose die Schilderung der Symptome, die körperliche Untersuchung, eine Blutuntersuchung sowie ein Röntgenbild.

Die Schilderung des Beschwerden gibt erste Hinweise über die Ursache und das Ausmass der Arthritis. Folgende Fragen sollten dabei geklärt werden:

  • Welches Gelenk beziehungsweise welche Gelenke sind betroffen?
  • Welche Beschwerden bestehen?
  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Wurde das Gelenk belastet (Sport, Unfall etc.)?
  • Gibt es Grunderkrankungen (z.B. Gicht)?

Neben der allgemeinen körperlichen Untersuchung wird das betroffene Gelenk darauf überprüft, ob es geschwollen, gerötet, überwärmt und beweglich ist.

Bei einer Arthritis sind häufig die Entzündungswerte im Blut (Leukozyten, CRP und die Blutsenkungsgeschwindigkeit) erhöht. Bei der rheumatoiden Arthritis finden sich mitunter sogenannte Rheumafaktoren und beim Gichtanfall sind die Harnsäurewerte im Blut erhöht.

Röntgenuntersuchungen sind sinnvoll, wenn der Verdacht besteht, dass das Gelenk durch die Gelenkentzündung beschädigt ist. So finden sich beispielsweise bei der rheumatoiden Arthritis nach einigen Jahren meist typische Gelenkzerstörungen im Röntgenbild.

Gegebenenfalls sind weitere Untersuchungen notwendig, beispielsweise eine Gelenkpunktion (Entnahme von Flüssigkeit oder Gewebe aus dem Gelenk) oder eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie).

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6. Therapie

Bei einer Arthritis (Gelenkentzündung) richtet sich die Therapie nach ihrer Ursache. Eine zugrundeliegende Erkrankung wie etwa Gicht sollte immer ursächlich mitbehandelt werden.

Die Bandbreite an Behandlungsmöglichkeiten von Arthritis ist gross. Grundsätzlich kommen bei einer Gelenkentzündung folgende Therapie-Massnahmen in Betracht:

  • Ruhigstellung, Kühlung und Hochlagerung bei akuter Arthritis
  • Schmerzmittel
  • entzündungshemmende Medikamente
  • Antibiotika bei akuten Infektionen
  • spezielle Rheumamedikamente (Basistherapeutika) bei rheumatoider Arthritis
  • Immunsuppressiva (Medikamente, welche die körpereigene Abwehr unterdrücken)
  • Operationen (minimal-invasiv während einer Gelenkspiegelung oder offene Gelenkoperation)
  • Physiotherapie, physikalische Therapie und Ergotherapie, zum Beispiel bei chronischen Gelenkentzündungen mit versteiften Gelenken
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7. Verlauf

Bei einer Arthritis (Gelenkentzündung) hängt der Verlauf von der Ursache der Erkrankung ab. Gelenkentzündungen können das Gelenk zerstören, die Gelenke versteifen und zu dauerhaften Fehlstellungen und Behinderungen führen.

Eine akute infektiöse Arthritis heilt bei adäquater und rechtzeitiger Behandlung meistens vollständig aus.

Eine chronische Gelenkentzündung wie die rheumatoide Arthritis schreitet in der Regel allmählich fort. Nach einigen Jahren sind fast immer Gelenkzerstörungen mit Funktionseinschränkungen die Folge.

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8. Vorbeugen

Einer Arthritis (Gelenkentzündung) kann man vorbeugen, indem man seinen Gelenken regelmässige Bewegung gönnt, bei der alle Gelenke gleichmässig belastet werden, zum Beispiel tägliches Spazierengehen, Schwimmen, Velofahren und Gymnastik.

Es ist wichtig, Verletzungen wie eine offene Wunde am Knie frühzeitig und angemessen zu behandeln, damit sich keine Entzündung auf das Gelenk ausbreitet.

Entsteht eine Arthritis im Rahmen von Grunderkrankungen wie Gicht, sollten die Betroffenen eine entsprechende Therapie erhalten und die verschriebenen Medikamente vorschriftsmässig einnehmen, damit es gar nicht erst zu einer Gelenkentzündung kommt.

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