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Balanitis

(Eichelentzündung)
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1. Überblick

Balanitis (Eichelentzündung) und Posthitis (Vorhautentzündung) sind häufige Entzündungen bei Jungen und Männern: Bei der Posthitis ist die Vorhaut beziehungsweise das innere Vorhautblatt des männlichen Glieds entzündet. Meist liegt gleichzeitig eine Entzündung der Eichel vor – dies bezeichnet man als Balanoposthitis.

Die Ursachen für eine Posthitis oder Balanitis sind vielfältig. Zu den Faktoren, die das Risiko für eine Eichelentzündung und Vorhautentzündung erhöhen, gehören:

  • feuchte Bedingungen, die zur Aufweichung des Gewebes führen (z.B. bei einer Vorhautverengung),
  • mechanische Einflüsse (z.B. wiederholte Reibung bei häufiger sexueller Aktivität),
  • häufiges (täglich mehrfaches) Waschen mit Seife, was der Haut zunehmend Fett entzieht,
  • höheres Alter, da die oberste Hautschicht altersbedingt dünner ist,
  • starke Vermehrung von schon vorhandenen oder (z.B. durch Geschlechtsverkehr) übertragenen Erregern.

In der Regel entstehen Entzündungen der Penisvorhaut und der Eichel durch eine Infektion mit Bakterien oder anderen (teils sexuell übertragbaren) Mikroorganismen. Mangelnde Hygiene ist oft der ideale Wegbereiter für die Entzündung der Eichel oder Vorhaut: Das Smegma, die Absonderung von Eichel- und Vorhautdrüsen, sammelt sich örtlich an und bildet so den Nährboden für jede Art von Erreger.

Kommt es zu einer Eichelentzündung oder Vorhautentzündung, ist die entzündete Eichel oder Vorhaut gerötet und schmerzhaft angeschwollen, weist also typische Entzündungszeichen auf. Weitere häufige Posthitis- und Balanitis-Symptome sind Juckreiz und ein eitriger Ausfluss. Bei der Diagnose entnimmt der Arzt Abstriche von den entzündeten Bereichen, um die die Ursache der Posthitis oder Balanitis zu bestimmen und anschliessend die bestmögliche Behandlung festlegen zu können.

Bei der Balanitis und Posthitis besteht die Therapie darin, die Entzündung einzudämmen. Dies gelingt durch gezielte Bekämpfung der auslösenden Erreger: Sind Bakterien die Verursacher, helfen  Antibiotika sehr gut; bei Pilzbefall (z.B. Candida) kommen entsprechend Antimykotika (Antipilzmittel) gegen die Posthitis oder Balanitis zum Einsatz. Unterstützend ist eine örtliche Therapie von Eichel und Vorhaut mit Kamillebädern und einer desinfizierenden Salbe empfehlenswert.

2. Definition

Balanitis (Eichelentzündung) und Posthitis (Vorhautentzündung) sind häufige Hauterkrankungen des Penis:

  • Bei einer Balanitis ist die Eichel (Glans) des Penis entzündet,
  • bei einer Posthitis ist die Vorhaut beziehungsweise das innere Vorhautblatt (Posthion) des Penis entzündet.

Meist tritt eine Vorhautentzündung zusammen mit einer Eichelentzündung auf. Diese kombinierte Entzündung der Vorhaut und Eichel bezeichnet man als Balanoposthitis. Typische Merkmale der Balanitis und Posthitis sind:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Brennen
  • Juckreiz
  • Nässen
  • evtl. wässrige/eitrige Absonderung

Abhängig davon, wie Balanitis und Posthitis entstehen und wie alt die Betroffenen sind, unterscheidet man mehrere (teils nicht klar voneinander abzugrenzende) Formen der Entzündung:

  • Balanitis/Posthitis bei Jungen vor der Pubertät: bei etwa jedem 20. Jungen; oft zusammen mit angeborener Vorhautverengung (Phimose) oder Vorhautverklebung (sog. Konglutination), oft infektiös
  • Balanitis/Posthitis bei jungen, geschlechtsreifen Männern: seltener als beim Kind; oft infolge sexueller Aktivität, infektiös oder nicht-infektiös
  • Balanitis/Posthitis bei reifen Männern: seltener infektiös, dafür nimmt der Einfluss körperlicher Bedingungen als Entzündungsursache zu; typisch: Reinlichkeitsbalanitis
  • Balanitis/Posthitis bei alten Männern (auch: Balanitis plasmacellularis Zoon): häufig; begünstigt durch altersbedingt dünnere Haut und Gewebeaufweichung; tritt nur bei unbeschnittenen Männern auf
  • Infektiöse Balanoposthitis (z.B. Balanitis candidomycetica durch Infektion mit Candida-Pilzen): selten; betrifft besonders Diabetiker, aber auch junge Männer, wenn sie sexuellen Kontakt zu Frauen mit Scheidenpilz haben
  • Chronische Balanitis: mögliche Folge ist eine sogenannte Balanitis xerotica obliterans, bei der die Vorhaut knorpelähnlich verdickt und verengt ist

3. Ursachen

Für eine Balanitis (Eichelentzündung) oder Posthitis (Vorhautentzündung) kommen vielfältige Ursachen infrage:

In der Regel entzünden sich Vorhaut und Eichel des Penis durch Bakterien. Neben Bakterien können auch Viren, Pilze (z.B. Candida) oder andere sexuell übertragbare Auslöser (z.B. Parasiten wie Krätzemilben) die Ursachen einer Balanitis oder Posthitis sein.

Ursachen für eine Eichelentzündung oder Vorhautentzündung durch Infektionen mit Erregern sind in erster Linie Sexualkontakte und mangelnde Genitalhygiene: Bei mangelnder Hygiene sammelt sich das Smegma, die Absonderung von Eichel- und Vorhautdrüsen, örtlich an und bildet so den Nährboden für jede Art von Erreger. In seltenen Fällen kommt es auch im Rahmen von Systemerkrankungen zu einer Posthitis oder Balanitis (z.B. bei Morbus Reiter oder Morbus Behcet).

Viele Faktoren können die Entstehung einer Eichelentzündung oder Vorhautentzündung begünstigen. Zu den möglichen Ursachen für ein erhöhtes Balanitis- oder Posthitis-Risiko gehören:

  • feuchte Bedingungen, die örtlich zur Aufweichung von Gewebe führen (z.B. bei einer Vorhautverengung),
  • mechanische Einflüsse (z.B. wiederholte Reibung bei häufiger sexueller Aktivität),
  • häufiges Waschen mit Seife, was der Haut zunehmend Fett entzieht,
  • höheres Alter, da die oberste Hautschicht altersbedingt dünner ist,
  • übermässige Vermehrung von schon vorhandenen oder (z.B. durch Geschlechtsverkehr) übertragenen Erregern.

So kommen beispielsweise bei Jungen vor der Pubertät oft eine angeborene Vorhautverengung (Phimose) und eine Vorhautverklebung als Ursachen für eine entzündete Vorhaut und Eichel infrage. Besonders Kinder im Säuglings- und Kleinkindalter mit hochgradig verengter Vorhaut haben ein erhöhtes Risiko für eine Posthitis und Balanitis: Bei einer Vorhautverengung besteht ein Missverhältnis zwischen Grösse der Eichel und der dehnbaren Weite der Vorhautöffnung, so dass sich die Vorhaut nicht über die Eichel zurückziehen lässt. Der Urin staut sich unter der Vorhaut, was bakterielle Infektionen begünstigt.

Weitere Ursachen für ein erhöhtes Posthitis- und Balanitis-Risiko sind eine eingeschränkte Funktion des Abwehrsystems und bestimmte Erkrankungen: So entwickeln zum Beispiel Menschen mit HIV oder anderen Immunschwächen oder mit Diabetes mellitus schneller eine Eichelentzündung oder Vorhautentzündung.

4. Symptome

Bei einer Balanitis (Eichelentzündung) und Posthitis (Vorhautentzündung) treten Symptome einer Entzündungsreaktion auf: Die entzündete Vorhaut beziehungsweise Eichel ist schmerzhaft gerötet und geschwollen. Brennen und Juckreiz sind weitere typische Anzeichen für die Posthitis und Balanitis. Es können auch kleine, nässende Bläschen an der Eichel auftreten. Oft kommt es bei den Betroffenen zu einem eitrigen Ausfluss.

Schreiten Balanitis und Posthitis weiter fort, nehmen die Symptome zu: Dann können sich infolge von Eichelentzündung und Vorhautentzündung Fieber oder Probleme beim Wasserlassen bis hin zu einer Blutvergiftung (Sepsis) entwickeln.

5. Diagnose

Bei Verdacht auf eine Balanitis (Eichelentzündung) und/oder Posthitis (Vorhautentzündung) besteht der erste Schritt zur Diagnose darin, den Penis und die Leistenlymphknoten zu untersuchen. Letztere sind bei Entzündungen meist tastbar vergrössert. Die Verdachtsdiagnose ergibt sich anhand der typischen Symtome: Sind Eichel und Vorhaut des Penis entzündet,

  • ist die Haut dort gerötet und geschwollen,
  • brennt und juckt der entzündete Bereich,
  • treten nässende Bläschen auf;
  • manchmal bilden sich auch wässrig-eitrige Absonderungen (Ausfluss).

Um bei der Diagnose der Balanitis und Posthitis die Entzündungsursache genau zu bestimmen, sind Abstriche der entzündeten Eichel und Vorhaut nötig: Mit einem Wattestäbchen sammelt der Arzt aus den entzündeten Bereichen Erreger und züchtet diese anschliessend in einer für ihre Vermehrung geeigneten Umgebung an. Sobald die Erreger bestimmt sind, kann der Arzt eine gezielte Behandlung der Eichelentzündung beziehungsweise Vorhautentzündung einleiten.

6. Therapie

Bei der Balanitis (Eichelentzündung) und Posthitis (Vorhautentzündung) besteht die Therapie darin, die Infektion durch gezielte Bekämpfung der Erreger zu beseitigen. Haben Bakterien die Posthitis oder Balanitis verursacht, erfolgt in erster Linie eine Behandlung mit Antibiotika. Sind Pilze (z.B. Candida) für die Entzündung an der Eichel und/oder Vorhaut verantwortlich, kommen zur Therapie Antimykotika zum Einsatz. In manchen Fällen macht eine Balanitis oder Posthitis auch eine Chemotherapie oder Immuntherapie notwendig, um sexuell übertragbare Mikroorganismen wirksam zu bekämpfen.

Wenn Sie eine Balanitis und/oder Posthitis haben und sexuell aktiv sind, ist eine Therapie nicht nur für Sie ratsam: In den meisten Fällen ist es gerechtfertigt und sinnvoll, die Partner der betroffenen Männer ebenfalls zu behandeln. Wenn Ihre Eichelentzündung oder Vorhautentzündung aufgrund einer Systemerkrankung (z.B. Morbus Reiter oder Morbus Behcet) entstanden ist, steht die Behandlung dieser zugrunde liegenden Erkrankung im Vordergrund.

Neben der ärztlichen Balanitis- und Posthitis-Therapie gibt es auch einiges, was Sie selbst gegen die Entzündung Ihrer Eichel und/oder Vorhaut tun können: Unterstützend können Sie die Eichelentzündung oder Vorhautentzündung durch örtliche Massnahmen wie Kamillebäder und eine desinfizierende Salbe behandeln. Ausserdem ist es – vor allem, wenn Vorhaut und Eichel wiederholt entzündet sind – sinnvoll, eine bestehende Vorhautverengung frühzeitig beseitigen zu lassen. Dieser operative Eingriff erfolgt am besten in einem infektfreien Intervall.

7. Verlauf

Eine Balanitis (Eichelentzündung) und/oder Posthitis (Vorhautentzündung) lässt sich durch eine angemessene Behandlung in ihrem Verlauf positiv beeinflussen: Sowohl Vorhautentzündungen als auch Eichelentzündungen haben gute Heilungschancen, wenn die medikamentöse Therapie konsequent erfolgt. Die Entzündung der Vorhaut oder Eichel heilt – sofern Krankheitserreger sie verursacht haben – meist komplikationsfrei ab.

Komplikationen

Setzt die Therapie gegen die Balanitis (Eichelentzündung) und Posthitis (Vorhautentzündung) zu spät ein (wenn etwa die Betroffenen nicht rechtzeitig ärztliche Hilfe suchen), kann es im weiteren Verlauf zu behandlungsaufwendigen Komplikationen kommen: Da sich die Entzündung von der Eichel über die Harnröhre weiter ausbreiten kann, kann in der Folge eine Harnröhrenentzündung, Blasenentzündung und Prostataentzündung entstehen. Auch eine Nebenhodenentzündung ist möglich.

8. Vorbeugen

Allgemein können Sie einer Balanitis (Eichelentzündung) und Posthitis (Vorhautentzündung) vorbeugen, indem Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome verwenden. Ausserdem sind folgende Massnahmen zur Prophylaxe von Entzündungen der Vorhaut und Eichel wirksam:

  • regelmässige Kamillebäder
  • Spülungen mit Kochsalzlösung
  • konsequente, jedoch nicht übertriebene Genitalhygiene (beim Waschen der Eichel die Vorhaut zurückziehen, um Smegma zu entfernen)
  • Einhaltung der medikamentösen Therapie im Erkrankungsfall

Mit diesen Massnahmen können Sie auch möglichen Komplikationen vorbeugen, wenn Sie schon eine Balanitis und/oder Posthitis haben. Achten Sie in dem Fall am besten auch darauf, niemanden anzustecken: Besonders während der medikamentösen Behandlung einer Eichelentzündung oder Vorhautentzündung ist es ratsam, Geschlechtsverkehr nur geschützt mit einem Kondom auszuführen, damit Sie keine Bakterien oder Pilze auf Ihre Sexualpartner übertragen.

Hat sich Ihre Eichel und/oder Vorhaut durch begünstigende Faktoren entzündet (z.B. durch Immundefekte und/oder Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus), ist es für Sie empfehlenswert, der Hygiene und Grundtherapie besondere Aufmerksamkeit zu schenken: So können Sie die Heilung beschleunigen und auch zukünftigen Enzündungen am Penis weitgehend vorbeugen.