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Veröffentlicht am 22.06.2020

1. Überblick

Einmal Umknicken, und schon schmerzt es: Eine Bänderzerrung ist schnell passiert. Wer weiss wie reagieren, erhöht die Chance auf eine rasche Heilung.

Eine Bänderdehnung (Bänderzerrung) ist eine der häufigsten Verletzung im Sport. Sie entsteht, wenn die ein Gelenk umgebenden Bänder durch eine hohe Belastung über den normalen Bewegungsspielraum hinaus gedehnt werden. Schnelle und unnatürliche Bewegungen – wie das Umknicken mit dem Fuss oder das Verdrehen des Knies – können eine solche Überdehnung verursachen.

Die Bänderdehnung ist eine Vorstufe von Bänderanriss und Bänderriss – sie ist der niedrigste Schweregrad einer Bandverletzung. Im Gegensatz zum Bänderriss wird bei einer Bänderdehnung das Gewebe nur leicht beschädigt, so dass das Gelenk stabil bleibt. Bandverletzungen am Fuss und Sprunggelenk gehören zu den häufigsten Sportverletzungen. Aber auch andere Gelenke wie das Knie oder die Fingergelenke können davon betroffen sein. Bandverletzungen kommen überwiegend im Zusammenhang mit Ballsportarten wie Fussball, Basketball oder Squash und Sprungdisziplinen vor.

Als erste Massnahme bei einer Bänderdehnung ist die PECH-Regel anzuwenden: Pause, Eis, Compression, Hochlagern. Eine Bänderdehnung führt oft nur zu einer vorübergehenden Beeinträchtigung. Das Gelenk ist in der Regel weiterhin belastbar – der Verletzte sollte aber in jedem Fall eine (Sport)-Pause einlegen, bis die Schmerzen nachlassen und die Schwellung abgeklungen ist.

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2. Definition von Bänderdehnung

Eine Bänderdehnung (Bänderzerrung) entsteht, wenn der normale Bewegungsspielraum der Bänder überschritten wird, so dass sie überdehnt werden.

Die Bänderdehnung gehört neben dem Bänderanriss und dem Bänderriss zu den Bandverletzungen – sie ist die leichteste Form einer Bandverletzung. Bandverletzungen lassen sich in drei unterschiedliche Schweregrade einteilen:

 

  • Grad 1: Bänderdehnung (auch als Bänderzerrung bekannt)
  • Grad 2: Bänderanriss (Partialriss)
  • Grad 3: Bänderriss (Totalriss)

Eine Bänderdehnung zeichnet sich durch Schmerzen beim Auftreten und Bewegen des Knöchels und durch eine leichte Schwellung aus. Im Gegensatz zu einer Bandverletzung zweiten oder dritten Grades (Bänderanriss, Bänderriss) entstehen bei einer Bänderdehnung keine Risse des Gewebes, so dass das Gelenk stabil bleibt.

Bänder festigen die Gelenke und können Bewegungen führen und eingrenzen. Eine Gewalteinwirkung von aussen hebelt die Gelenkflächen für einen Moment aus ihrer normalen Position, ohne sie vollständig auszurenken. Dieser Vorgang überdehnt die beteiligten Bänder, sodass die kleinen Fasern darin auseinandergezerrt werden. Die Haut bleibt bei einer Bänderdehnung unverletzt.

Bandverletzungen der Aussenbänder im oberen Sprunggelenk des Fusses gehören zu den häufigsten Verletzungen im Sport. Auch am Kniegelenk kommt es beim Sport oft zu einer Bandverletzung. Aber auch weitere Bänder des Sprunggelenks und die Fingergelenke können von einer Bänderdehnung betroffen sein.

Ein Mann sitzt am Boden und hat ein Kühlpack auf dem Knöchel.

Eine Pause einlegen und die betroffene Stelle kühlen sind die ersten Massnahmen bei einer Bänderzerrung.

Quelle: Getty Images

Bandverletzungen des Sprunggelenks

Eine Bandverletzung des Sprunggelenks ist vielen Sportlern bekannt. Dabei kann die Verletzung sowohl am oberen als auch am unteren Sprunggelenk auftreten. Das obere Sprunggelenk setzt sich aus dem unteren Schienbeinende, dem Wadenbein und dem Sprungbein zusammen. Neben Muskeln und Sehnen stabilisieren Bandverbindungen das Gelenk. Dazu gehören:

 

  • das vordere, mittlere und hintere Aussenband
  • das Innenband (auch Deltaband genannt)
  • die hintere und vordere Syndesmose (Syndesmosenband, die äussere Bandstruktur zwischen Schien- und Wadenbein)

Das untere Sprunggelenk besteht aus drei Knochen: dem Sprungbein, dem Fersenbein und dem Kahnbein. Auch hier stabilisieren verschiedene Bänder das Gelenk.

Zu den häufigsten Sportverletzungen gehören Aussenbandverletzungen im oberen Sprunggelenk des Fusses. Vor allem Ballsportarten und Sprungdisziplinen führen zu dieser Art der Bandverletzung: Wenn man nach einem Sprung mit dem Fuss umknickt, kann dies durch die dabei entstehende hohe Belastung der Bänder eine Bandverletzung am Fuss hervorrufen. Dabei senkt sich die äussere Fusskante ab und der innere Fussrand hebt sich, sodass die Aussenbänder stark überdehnt werden (Supinationstrauma). Je nachdem wie stark die Belastung ist, können dabei ein oder mehrere Bänder betroffen sein. Auch der schnelle Wechsel zwischen Starten und Stoppen in den Bewegungsabläufen von Sportarten wie Fussball, Basketball, Badminton oder Squash kann schnell zu einer Bänderdehnung im Sprunggelenk führen.

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Bandverletzungen des Kniegelenks

Neben den Bandverletzungen des Sprunggelenks zählen auch die Bandverletzungen des Kniegelenks zu den häufigen Sportverletzungen. Vor allem bei Sportarten wie Fussball, Handball und beim alpinen Skisport ist das Kniegelenk hohen Belastungen ausgesetzt und dementsprechend anfällig für Verletzungen wie eine Bänderdehnung.

Das Kniegelenk wird stabilisiert durch das Aussenband, das Innenband, das vordere Kreuzband und das hintere Kreuzband. Diese Bänder führen das Kniegelenk und sorgen für Stabilität. Neben dem Kreuzband (wobei man zwischen Riss des vorderen Kreuzbands und Riss des hinteren Kreuzbands unterscheidet) sind sehr oft die Seitenbänder von einer Bandverletzung betroffen. Zu den Seitenbändern zählen das Innenband und das Aussenband – sie stabilisieren das Knie, wenn es gestreckt ist. Bandverletzungen der Seitenbänder entstehen durch ein gewaltsames Verdrehen des Kniegelenks oder durch abruptes Strecken des Beins. Manchmal werden auch mehrere Bänder des Knies gleichzeitig überdehnt.

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3. Ursachen von Bänderdehnung

Eine Bänderdehnung (Bänderzerrung) ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen. So kann zum Beispiel eine extreme Bewegung eines Gelenks – wie das Umknicken mit dem Fuss oder das Verdrehen des Knies – durch Verkanten oder Hängenbleiben eine Bänderdehnung auslösen. Auch eine gewaltsame Einwirkung auf das Gelenk von aussen wie ein Schlag oder Tritt zählt zu den Ursachen einer Bänderdehnung.

Bei einer Bänderdehnung wird der natürliche Bewegungsspielraum der Bänder überschritten, so dass es zu einer Überdehnung kommt. Die Bänderdehnung ist die Vorstufe zum Bänderanriss oder Bänderriss.

Häufig tritt eine Bänderdehnung bei Sportarten wie Fussball, Basketball, Badminton und Squash auf. Durch extreme Bewegungen wie schnelles Abstoppen, Starten und Drehen ist die Belastung der Bänder besonders hoch. Gerade beim Fussball besteht ein hohes Risiko, umzuknicken oder sich durch Hängenbleiben oder Verkanten ein Gelenk zu verdrehen. Auch Tritte des Gegners können ein Gelenk treffen und so eine Bänderdehnung verursachen.

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4. Symptome von Bänderdehnung

Eine Bänderdehnung (Bänderzerrung) ruft Symptome wie Schmerzen bei der Bewegung hervor und führt zu einem Funktionsverlust des betroffenen Gelenks. Da bei einer Bänderdehnung das Gewebe nicht geschädigt wird, tritt in der Regel kein Blut in das umliegende Gewebe aus. Deshalb bildet sich bei einer Bänderdehnung meistens kein Hämatom (Bluterguss). Es treten jedoch neben den Schmerzen weitere Symptome wie Kraftverlust und eine Schwellung auf. Im Gegensatz zu einem Bänderriss entsteht jedoch meist nur eine leichte Schwellung.

Bänder stabilisieren das Gelenk. Da das Band bei einer Bänderdehnung nicht gerissen ist, bleibt das Gelenk im Gegensatz zu Bandverletzungen wie Bänderanriss und Bänderriss trotz der Überdehnung stabil und ist weiterhin belastbar; Gehen und Stehen sind weiterhin möglich.

Ein Arzt untersucht das Fussgelenk eines Patienten.

Um herauszufinden, welches Band wie stark verletzt ist, prüft der Arzt die Beweglichkeit des Fusses.

Quelle: Getty Images

5. Diagnose von Bänderdehnung

Bei einer Bänderdehnung (Bänderzerrung) begutachtet die Ärztin für die Diagnose zunächst die offensichtlich auftretenden Symptome wie Schmerzen und Schwellung des betroffenen Gelenks. Dabei tastet sie das Gelenk ab, um festzustellen, ob bei Druckausübung Schmerzen bestehen. Sie überprüft ausserdem, ob ein Bluterguss entstanden ist. Ein Bluterguss und eine starke Schwellung weisen eher auf einen Bänderriss als auf eine Bänderdehnung hin. Da bei einer Bänderdehnung kein Gewebe verletzt ist und sich deshalb kein Blut einlagert, sprechen ein fehlender Bluterguss und eine nur leichte Schwellung für eine Bänderdehnung. Wenn der Verletzte das Gelenk ausserdem belasten kann, bekräftigt dies die Diagnose einer Bänderzerrung.

Um einen Bänderanriss oder einen Bänderriss auszuschliessen, kann der Arzt zusätzlich einige Tests durchführen, um die Stabilität und die Funktionstüchtigkeit des betroffenen Gelenks zu prüfen. Eine Verletzung des Aussenbands am Sprunggelenk wird zum Beispiel mittels eines Aufklapptests untersucht: Dabei versucht der Arzt, ob sich der Fuss nach aussen aufklappen lässt. Ist das Band gerissen, lässt sich der hintere Fussteil nach innen kippen. Ausserdem kann der Arzt testen, ob ein Talusvorschub vorhanden ist, also ob sich das Sprungbein vermehrt gegenüber dem Schienbein verschieben lässt. Wenn dies der Fall ist, ist ebenfalls anzunehmen, dass ein Bänderriss vorliegt.

Ist das Kniegelenk von einer Verletzung betroffen, kann die Ärztin auf verschiedene Tests zurückgreifen. Mithilfe des sogenannten Schubladentests kann sie zum Beispiel feststellen, ob und inwieweit das vordere Kreuzband beschädigt ist. Wenn ein Band gerissen ist, ist es möglich, den Unterschenkel des Verletzten wie eine Schublade nach vorne zu ziehen. Eine Verletzung des hinteren Kreuzbands erkennt man daran, dass sich der Unterschenkel des Betroffenen in angewinkelter Position im Liegen nach hinten schiebt. Bleiben die Gelenke stabil, deutet dies darauf hin, dass ein Band lediglich überdehnt, aber nicht gerissen ist.

Eine Verletzung der Seitenbänder des Knies kann der Arzt ebenfalls mithilfe eines Aufklapptests einschätzen. Bei einem Innenbandriss lässt sich das Gelenk nach innen aufklappen, bei einem Aussenbandriss nach aussen. Ist ein solches Aufklappen nicht möglich, spricht dies dementsprechend gegen einen Bänderriss und für eine Bänderdehnung.

Diese Funktions- und Stabilitätsprüfungen können dem Arzt helfen, eine Verletzung einzuschätzen. Häufig liefern diese Untersuchungen jedoch keine 100-prozentig sicheren Aussagen, da der Verletzte seine Muskeln durch akute Schmerzen meistens stärker anspannt. Dadurch wird das Gelenk unbeweglicher, was die Testergebnisse verfälschen kann. Eventuell sind bildgebende Verfahren (zum Beispiel Röntgen) sinnvoll, um weitere Verletzungen auszuschliessen.

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6. Therapie von Bänderdehnung

Bei allen Bandverletzungen sollte die Aktivität abgebrochen und das Gelenk geschont werden.

Als Erstmassnahme sollte sich der Betroffene an die sogenannte PECH-Regel halten: Pause, Eis, Compression, Hochlagern. Besteht der Verdacht auf eine Bänderdehnung, sollte der Verletzte die Belastung des betroffenen Gelenks sofort einstellen, um das verletzte Band zu schonen (Pause). Die Kühlung (Eis) lindert Schmerzen und wirkt ebenfalls einer Schwellung entgegen. Zum Kühlen eignen sich Kühlpackungen. Alternativ können Eiswürfel verwendet werden, die am besten in einer Plastiktüte zu Eisbrei zerschlagen werden. Dieser passt sich dem verletzten Gelenk gut an. Das Eis sollte die Haut jedoch nicht direkt berühren, da es sonst zu Erfrierungen kommen kann. Das Anlegen eines Druckverbands (Compression) soll der verstärkten Durchblutung entgegenwirken, die durch die Kälteanwendung einsetzt. Das Hochlagern des Gelenks verhindert Schwellungen, da weniger Blut in das verletzte Gelenk fliesst.

Das Gelenk lässt sich bei einer Bänderdehnung weiterhin voll belasten, vorausgesetzt die Belastung verursacht keine Schmerzen. Der Verletzte sollte aber in jedem Fall eine Sportpause einlegen, bis die Schmerzen nachlassen und die Schwellung abgeklungen ist. Dies dauert in der Regel einige Tage.

In einigen Fällen wird das betroffene Gelenk für sechs bis acht Wochen mit einer sogenannten pneumatischen Stabilisationsschiene gestützt, um das verletzte Band zu stabilisieren und vor einem erneuten Umknicken oder Verdrehen zu schützen.

Wenn keine Schmerzen mehr bestehen, kann der Verletzte die Belastung langsam wiederaufnehmen – und der Sportler kann wieder mit dem Training beginnen.

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7. Verlauf von Bänderdehnung

Eine Bänderdehnung (Bänderzerrung) ist in der Regel nur mit vorübergehenden Beeinträchtigungen verbunden – sie nimmt daher einen recht harmlosen Verlauf.

Meistens genügt es, sportliche Aktivitäten für einige Tage einzustellen und das betroffene Gelenk zu schonen. Dann sollten die Schmerzen schnell nachlassen und auch die Schwellung rasch wieder abklingen.

Das Gelenk ist bei einer Bänderdehnung weitgehend belastbar. Sobald keine Schmerzen mehr bestehen, spricht nichts gegen eine volle Belastung des Gelenks.

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8. Vorbeugen gegen Bänderdehnung

Einer Bänderdehnung (Bänderzerrung) können Sie nur bedingt vorbeugen. Eine unglückliche Bewegung eines Gelenks kann man nicht mit absoluter Sicherheit vermeiden. Die wichtigsten Voraussetzungen, um Verletzungen beim Sport generell vorzubeugen, sind ein gut trainierter Körper, passende Sportschuhe, eine geschulte Koordinationsfähigkeit und spezielle Stützverbände (Tapeverbände, Braces).

Vor allem bei Jogging- und Laufschuhen sollte man darauf achten, dass diese den persönlichen Bedürfnissen und Voraussetzungen entsprechen. Wer zum Beispiel überwiegend im Wald läuft, benötigt andere Laufschuhe als jemand, der ausschliesslich auf asphaltierten Strassen unterwegs ist. Viele Laufschuhe sind auch mit erhöhten Absätzen ausgestattet, weil die Hersteller zusätzliche Dämpfungssohlen eingearbeitet haben. Mit solchen Schuhen knickt man jedoch leichter um.

Auch in anderen Sportarten können passende Sportschuhe das Risiko einer Bänderdehnung verringern. So tragen Basketballspieler zum Beispiel spezielle Basketballschuhe, die am Schaft über die Knöchel hinweg erhöht sind. Die Erhöhung stützt die Bänder und vermindert die Gefahr des Umknickens. Das kann eine Aussenbanddehnung am Sprunggelenk verhindern.

Neben passenden Sportschuhen kann auch eine geschulte Koordinationsfähigkeit dazu beitragen, einer Bänderdehnung vorzubeugen. Koordinationsübungen verbessern die Steuerung von Bewegungsabläufen und schulen das Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen. Sie umfassen Technik- und Gleichgewichtsübungen, die die Muskulatur trainieren.

Wer zum Beispiel regelmässig auf einem Wackelbrett übt, das Gleichgewicht zu halten, trainiert damit effektiv die Koordination der Beinmuskulatur und schützt Knie und Sprunggelenk vor einer Bänderdehnung. Eine trainierte Muskulatur kann die Gelenke zusätzlich stabilisieren und die Bänder entlasten.

Stützverbände (Tapeverbände, Braces) können ein Gelenk nach einer Verletzung unterstützen, aber auch einer erneuten Verletzung vorbeugen. Sie stabilisieren das Gelenk, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

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