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Bindehautentzündung

(Konjunktivitis)
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1. Überblick

Für rote Augen ist meistens eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) verantwortlich. Ursachen für eine entzündete oder irritierte Bindehaut gibt es viele – sie reichen von Infektionen mit Bakterien oder Viren über Allergien bis hin zu Erkrankungen wie Rheuma.

Von der jeweiligen Entzündungsursache hängt es ab, ob eine Bindehautentzündung ansteckend ist: Eine Konjunktivitis kann durch eine Infektion mit Erregern wie Bakterien (bakterielle Bindehautentzündung) oder Viren (virale Bindehautentzündung) entstehen. In beiden Fällen liegt eine infektiöse beziehungsweise ansteckende Bindehautentzündung vor. Wird eine Konjunktivitis durch sogeannte Adeno-Viren ausgelöst, its eine Ansteckung besonders wahrscheinlich. Fachleute sprechen auch von einer epidemischen Bindehautentzündung.

Entzündet sich die Bindehaut aufgrund einer Allergie (allergische Bindehautentzündung) oder führen äusserliche Reize zu den Beschwerden, ist die Bindehautentzündung hingegen nicht ansteckend. Gleiches gilt für den seltenen Fall, dass die Konjunktivitis im Zusammenhang mit einer rheumatischen Erkrankung auftritt.

Eine Bindehautentzündung kann vielfältige Symptome hervorrufen. In der Regel äussert sich die Konjunktivitis durch

  • ein gerötetes Auge,

  • Juckreiz oder

  • ein Fremdkörpergefühl im Auge,

  • Augenbrennen sowie

  • durch einen verstärkten Tränenfluss.


Je nach Ursache kann eine Bindehautentzündung weitere Symptome mit sich bringen: Zum Beispiel sondert das Auge vor allem bei bakteriellen Infektion vermehrt Sekret ab; bei Allergien schwillt die Bindehaut und bei Virus-Infektionen entwickeln sich mitunter kleine Vorwölbungen (sog. Follikel) in der Bindehaut.

Anhand dieser Anzeichen kann ein Augenarzt die Bindehautentzündung leicht feststellen und auch die Ursache eingrenzen. Dies ist wichtig, um eine Behandlung festzulegen, die am besten gegen die Entzündung hilft. Zur Verfügung stehen künstliche Tränen oder Augentropfen, die je nach Ursache der Bindehautentzündung auch antibiotische, antiallergische oder kortisonhaltige Wirkstoffe enthalten.

Um die Beschwerden der Bindehautentzündung zu lindern, bieten sich als Hausmittel ausserdem kalte Kompressen an. Gewöhnlich heilt eine Konjunktivitis bei geeigneter Therapie problemlos ab. Nur in seltenen schweren Fällen, bei denen auch die Hornhaut betroffen ist, kann es zu einer Sehschwäche kommen.

Wissenswertes

  • Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) gehört mit zu den häufigsten Augenerkrankungen. Vor allem Kinder sind davon betroffen, aber auch Erwachsene erkranken oft daran.

  • Typisch für eine Bindehautentzündung sind gerötete Augen, Juckreiz und Augenbrennen.

  • Ausserdem tränen die Augen oft oder sind durch Sekrete verklebt.

  • Eine Bindehautentzündung kann ein- oder beidseitig auftreten.

  • Ursachen für eine Bindehautentzündung gibt es viele – meist ist jedoch eine Augeninfektion mit Bakterien die Ursache. Daneben können auch Krankheitserreger wie Viren oder Pilze eine Entzündung der Bindehaut bewirken. In all diesen Fällen besteht Ansteckungsgefahr durch eine Schmierinfektion.

  • Daneben kommen jedoch auch nichtansteckende Ursachen infrage, wie etwa eine Allergie sowie äussere Reize, zum Beispiel durch Kontaktlinsen, Sandkörner, Zigarettenrauch oder die UV-Strahlung im Sonnenlicht.

  • Suchen Sie bei geröteten, juckenden Augen einen Arzt auf. Denn nur dieser kann die genaue Ursache feststellen und Ihnen sagen, ob eine Behandlung notwendig ist.

  • Meist heilt eine Bindehautentzündung durch Bakterien oder Viren jedoch von alleine ab, sodass eine medikamentöse Therapie nicht zwangsläufig erforderlich ist.

  • Ist die Ursache der geröteten, juckenden Augen eine Allergie, sollten Sie den Auslöser möglichst meiden.

  • Lindernd wirken kalte Kompressen oder künstliche Tränen ohne Konservierungsstoffe. Kortisonhaltige Augentropfen können beim Abschwellen der Augen helfen. Auch sogenannte Mastzellstabilisatoren oder Antihistaminika kommen infrage – lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten!

  • Bei einer Bindehautentzündung durch äussere Reize sollten Sie diese ebenfalls möglichst meiden beziehungsweise sich entsprechend schützen (z.B. durch eine Sonnenbrille mit UV-Filter).

  • Folgeschäden treten bei einer Bindehautentzündung normalerweise nicht auf. Nur in seltenen Fällen kann es zu bleibenden Schäden wie einem Verlust der Sehschärfe kommen, wenn die Hornhaut des Auges in Mitleidenschaft gezogen wurde.

  • Vorbeugen können Sie einer Bindehautentzündung nur bedingt. Ist Ihnen bekannt, dass Sie empfindlich auf Einflüsse wie Zugluft, UV-Licht oder Zigarettenrauch reagieren oder eine Allergie haben, sollten Sie die Auslöser meiden. Allergiker können auch mit Medikamenten vorbeugen.

  • Regelmässiges Händewaschen senkt zudem das Risiko von Schmierinfektionen.

Bindehautentzündungen (Konjunktivitis) sind meist ansteckend.

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2. Definition

Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist eine Entzündung oder Irritation der Bindehaut im Auge.

Die Bindehaut (bzw. Tunica conjunctiva) bedeckt die vordere, nach aussen gerichtete Seite des Augapfels und die Innenseite der Augenlider. Sie ist durchsichtig und besteht aus Schleimhaut. Durch den von ihr produzierten Schleim kann der Tränenfilm auf ihrer Oberfläche haften. So ermöglicht es die Bindehaut dem Auge, sich reibungsarm zu bewegen.

Darüber hinaus spielt die Bindehaut eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr des Auges – deshalb bezeichnet man sie mitunter als «Lymphknoten des Auges». Da die Bindehaut über eine gute Abwehrfunktion verfügt, verläuft eine Bindehautentzündung meist milde.

Die ungeschützte Lage der Bindehaut macht sie besonders empfänglich für äussere Reize und Keime; häufig stellt sie für Erreger die Eintrittspforte in den Körper dar. Typisch für eine Bindehautentzündung: Oft entzünden sich auch benachbarte Strukturen, wie die Hornhaut oder die Augenlider.

Häufigkeit

Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Auges und ist der Hauptgrund für rote Augen. Bindehautentzündungen treten vor allem bei Kindern sehr oft auf.

3. Ursachen

Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) kann vielfältige Ursachen haben. Ob die Bindehautentzündung mit dem Risiko einer Ansteckung verbunden ist, hängt vom jeweiligen Auslöser der Entzündung ab:

Häufig entsteht eine Bindehautentzündung aufgrund einer Infektion mit Erregern: So können Bakterien, Pilze oder Viren eine Konjunktivitis auslösen. Dann handelt es sich um eine ansteckende Bindehautentzündung.

Für eine Bindehautentzündung kommen als Ursachen aber auch Allergien oder äusserliche Reize infrage: So können beispielsweise physikalische oder chemische Reize wie ätzende Substanzen, Verletzungen oder Fremdkörper im Auge (auch Kontaktlinsen) Bindehautentzündungen verursachen. Umweltreize wie UV-Licht (z.B. im Gebirge oder unter der Höhensonne), Staub, Zugluft oder Rauch können ebenfalls für eine Konjunktivitis verantwortlich sein. Diese Formen der Bindehautentzündung sind nicht ansteckend.

Manchmal verursacht auch eine andere Augenerkrankung eine Bindehautentzündung, zum Beispiel eine Erkrankung der Tränenwege. Ausserdem kann sie als Alterserscheinung bei einem trockenen Auge auftreten. Welche der unterschiedlichen Formen von Konjunktivitis häufiger auftritt, schwankt regional und jahreszeitlich – abhängig davon, welche Erreger und Allergene gerade verbreitet vorkommen. Am weitesten verbreitet sind die bakterielle und die virale Bindehautentzündung.

Bakterien

Einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) liegen als Ursachen häufig Bakterien zugrunde. Für bakterielle Bindehautentzündungen kommen verschiedene Erreger infrage:

  • Pneumokokken
    Pneumokokken sind Bakterien, die die Haut oder Schleimhaut der Betroffenen besiedeln. Eine Bindehautentzündung durch Pneumokokken beginnt einseitig und nimmt einen akuten Verlauf mit mässiger eitriger Sekretion. In einigen Fällen kann sich ein Hornhautgeschwür ausbilden.

  • Staphylokokken
    Auslöser der meisten Bindehautentzündungen durch Staphylokokken ist das Bakterium Staphylococcus aureus. In der Regel kommt es dabei zu einer mässigen Schleimproduktion.

  • Gonokokken
    Gonokokken sind weltweit vorkommende Bakterien, die durch Geschlechtsverkehr übertragbar sind. Vor allem Säuglinge haben ein hohes Risiko, eine solche bakterielle Bindehautentzündung zu bekommen, da die Bakterien bei der Geburt von der Mutter auf das Baby gelangen können. Das Auge produziert bei dieser Form der Bindehautentzündung eine stark eitrige Absonderung (Sekret) und es bilden sich häufig Wassereinlagerungen im Augenlid. Um einer Bindehautentzündung des Säuglings vorzubeugen, besteht die Möglichkeit, ihm direkt nach der Entbindung einmalig eine vorbeugende Augensalbe zu geben. Die Salbe enthält das Antibiotikum Erythromycin oder Tetrazyklin.

  • Haemophilus influenzae
    Von einer durch Bakterien der Art Haemophilus influenzae verursachten Bindehautentzündung sind vor allem Kinder betroffen. Die Absonderungen des Auges sind dabei eher wässrig.

  • Chlamydien
    Chlamydien sind beim Geschlechtsverkehr übertragbar. Typisch für eine sexuell übertragene Konjunktivitis durch diese Bakterien ist, dass die Lymphknoten geschwollen sind und schmerzen. Unter schlechten hygienischen Bedingungen ist auch infektiöses Badewasser als Auslöser bekannt (sog. Schwimmbadkonjunktivitis). Darüber hinaus kann eine infizierte Mutter die Chlamydien auch bei der Geburt auf das Kind übertragen. Es können ein Auge oder auch beide Augen betroffen sein. Eine eitrige Sekretabsonderung und Schwellungen des Augenlids sind bei dieser Form der Bindehautentzündung häufig.

Viren

Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) kann sich aufgrund einer Infektion mit Viren entwickeln. Am häufigsten entsteht eine solche virale Bindehautentzündung durch:

  • Adenoviren
    Adenoviren verursachen meist eine fiebrige Allgemeinerkrankung mit Bindehautentzündung und sind sehr ansteckend. Das Auge sondert dabei ein wässriges Sekret ab. Häufig besteht eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht (Lichtscheu).

  • Herpesviren
    Eine durch Herpesviren ausgelöste Bindehautentzündung verläuft in der Regel mild. Dabei kann auch die Haut um das Auge herum betroffen sein.


Auch die für Masern, Windpocken oder Röteln verantwortlichen Viren können im Verlauf der jeweiligen Erkrankung eine Konjunktivitis hervorrufen.

Parasiten

Auch Parasiten wie Würmer oder Fliegenlarven können eine Bindehautentzündung auslösen. Parasitäre Bindehautentzündungen kommen vor allem in tropischen Gebieten Afrikas und Mittel- beziehungsweise Südamerikas vor.

Allergien

Einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) liegen als Ursachen sehr häufig Allergien zugrunde. Eine sogenannte Rhinokonjunktivitis (allergische Konjunktivitis) tritt durch eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten allergieauslösenden Substanzen (Allergenen) auf und ist meist mit Heuschnupfen verbunden. Zu bestimmten Jahreszeiten können sich die Beschwerden verstärken. Das Auge sondert bei einer durch eine Allergie verursachten Bindehautentzündung ein wässriges Sekret ab. Ausserdem treten

Äussere (exogene) Reize

Für eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) kommen als Ursachen auch äussere (exogene) Reize infrage: Fast jede reizende Substanz, die ins Auge gelangt, kann eine Entzündung der Bindehaut auslösen. Eine solche exogene Bindehautentzündung heilt in der Regel folgenlos aus. Zu den durch äussere Reize ausgelösten Bindehautentzündungen zählen zum Beispiel:

  • Toxisch allergische Konjunktivitis
    Zu den möglichen Ursachen zählen zum Beispiel Konservierungsmittel in Augentropfen.

  • Reizkonjunktivitis
    Bei der Reizkonjunktivitis stehen als Auslöser nicht die verminderte Tränenproduktion, sondern Faktoren der Umwelt wie Rauch, Wind oder trockene Luft im Vordergrund. In Mitteleuropa ist die Reizkonjunktivitis als Folge einer mangelhaften Flüssigkeitsbenetzung (trockenes Auge) die vorherrschende Form der Bindehautentzündung bei älteren Menschen. Sie tritt ohne zusätzliche Faktoren durch die stärkere Reibung des Auges auf.

Andere Ursachen

Für eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) kommen neben Infektionen mit verschiedenen Erregern, äusseren Reizen und Allergien auch körperliche Grunderkrankungen wie etwa rheumatische Erkrankungen oder Erkrankungen am Auge infrage. Des Weiteren kann eine Bindehautentzündung durch Kontaktlinsen entstehen, die zu lange ohne Pause getragen wurden, oder wenn die Linsen verunreinigt oder beschädigt sind.

4. Symptome

Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) kann folgende Symptome hervorrufen:

  • rote Augen

  • Augenbrennen, Druckgefühl am Auge

  • Lichtscheu

  • Juckreiz oder Fremdkörpergefühl (als wäre Sand im Auge)

  • verstärkter Tränenfluss

  • geschwollene Bindehaut

  • verklebte Augen durch Absonderungen


Die geröteten Augen sind das wichtigste Anzeichen für die Bindehautentzündung. Die Symptome können unterschiedlich ausgeprägt sein. Die Entzündung kann zunächst nur einseitig auftreten oder von Anfang an beide Augen betreffen, wobei einseitige Bindehautentzündungen häufig schwerwiegender sind als beidseitige.

Wie stark die Betroffenen die mit der Bindehautentzündung verbundenen Symptome empfinden, hängt dabei nicht unbedingt vom Ausmass der Entzündung ab: So kann auch eine scheinbar leicht entzündete Bindehaut sehr beeinträchtigend wirken und zum Beispiel dazu führen, dass man sich durch Licht stark geblendet fühlt und die Augen krampfhaft zukneifen muss.

Welche Symptome eine Bindehautentzündung im Einzelnen verursacht, richtet sich nach der Ursache der Entzündung: Wenn eine Infektion mit Bakterien vorliegt, ist eine vermehrte wässrige, schleimige oder eitrige Absonderung körpereigener Stoffe (Sekrete) für die Bindehautentzündung typisch. Diese vermehrte Sekretion stört besonders, da hierdurch die Augenlider am Morgen verklebt sein können.

Daneben kann eine durch Erreger verursachte (d.h. ansteckende) Bindehautentzündung die folgenden zusätzlichen Symptome auslösen:

  • erhöhte Lichtempfindlichkeit,

  • verstärkte Tränenproduktion,

  • krampfhafter Lidschluss,

  • Fremdkörpergefühl,

  • Augenbrennen,

  • Druckgefühl am Auge und

  • eine Schwellung der Bindehaut.


Vor allem die virale oder bakterielle Bindehautentzündung kann durch kleine Vorwölbungen in der Bindehaut (sog. Follikel) gekennzeichnet sein, die durch Ansammlung von bestimmten weissen Blutkörperchen (sog. Lymphozyten) entstehen. Solche Veränderungen an der Bindehaut können aber auch nach längerer Behandlung der Augen mit Pilocarpin-haltigen Augentropfen auftreten, wie es zum Beispiel beim grünen Star der Fall sein kann.

Eine durch äusserliche Reize oder Allergien ausgelöste Bindehautentzündung (nicht-infektiöse Konjunktivitis) ist eher durch Symptome wie verstärkt tränende, brennende, juckende Augen mit Fremdkörpergefühl gekennzeichnet. Bei nicht-ansteckenden Bindehautentzündungen sondert das Auge in der Regel kein Sekret ab, das die Augen verklebt. Dafür kann vor allem die allergische Bindehautentzündung mit einer besonders starken Schwellung der Bindehaut einhergehen; auch begleitende Symptome wie Niesen und Schnupfen sind möglich. Typisch für die allergische Konjunktivitis sind ausserdem Veränderungen an der Bindehaut in Form von abgeplatteten Vorwölbungen (sog. Papillen oder – bei starker Ausprägung – Pflastersteine).

5. Diagnose

Bei einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) gelingt die Diagnose anhand der typischen Symptome und Beschwerden: So können zum Beispiel ein gerötetes Auge, Juckreiz, ein Fremdkörpergefühl im Auge, Augenbrennen sowie ein verstärkter Tränenfluss auf eine Bindehautentzündung hinweisen. Welche Symptome auftreten, hängt auch vom Auslöser der Entzündung ab: Durch Bakterien verursachte Bindehautentzündungen gehen meist mit einer vermehrten Absonderung aus dem betroffenen Auge einher, bei virusbedingten Entzündungen können sich kleine Vorwölbungen (sog. Follikel) in der Bindehaut bilden und für eine allergische Bindehautentzündung ist typisch, dass zugleich Heuschnupfen-Beschwerden wie Niesen bestehen.

Der Arzt untersucht die Augen mit der sogenannten Spaltlampe: Mit deren Hilfe kann der Augenarzt das Auge bei einer bestimmten Beleuchtung vergrössert betrachten. In der Regel klappt der Augenarzt das Augenlid bei der Untersuchung vorsichtig um, um die Innenseite zu beurteilen und auf der Bindehaut Veränderungen, die bei einer Bindehautentzündung auftreten können, festzustellen.

Bei einer Bindehautentzündung ist es für die Diagnose auch wichtig, zu wissen, ob anfangs nur ein Auge betroffen war oder ob die Entzündung von Beginn an beidseitig bestand: Eine einseitige Konjunktivitis spricht eher für eine Infektion als Ursache (z.B. durch Herpes-simplex-Viren oder Bakterien) und ist oft schwerwiegender.

Um die Ursache der Bindehautentzündung bei der Diagnose sicher bestimmen zu können, kommen weitere Verfahren zum Einsatz: Bei Verdacht auf eine bakterielle Bindehautentzündung entnimmt der Arzt eine Probe (Bindehautabstrich), um den Erreger zu bestimmen. Ob und welche Allergie hinter der Konjunktivitis steckt, kann man durch einen Allergietest herausfinden.

6. Therapie

Bei einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) richtet sich die Therapie vor allem nach der Ursache der Entzündung, aber auch nach deren Schwere und Verlauf sowie nach dem Ausmass der Beschwerden. Solange die Bindehautentzündung besteht, ist es in jedem Fall ratsam, nach Möglichkeit keine Kontaktlinsen zu tragen.

Bakterielle Bindehautentzündung

Eine durch Bakterien ausgelöste Bindehautentzündung macht nicht immer unbedingt eine Therapie erforderlich: In den meisten Fällen heilt eine bakterielle Bindehautentzündung von allein ab. Als unterstützende Behandlung können Ihnen Augentropfen oder eine Augensalbe helfen, die gegen besonders viele Bakterien wirksame Antibiotika enthalten (d.h. ein breites Wirkungsspektrum aufweisen).

Wenn Sie eine schwere bakterielle Bindehautentzündung haben, ist es nötig, den Erreger genau zu ermitteln, um gezielt mit einem passenden Antibiotikum behandeln zu können. Die Therapie erfolgt in Form von Augentropfen und häufig begleitend in Tablettenform.

Virale Bindehautentzündung

Bei einer durch Viren verursachten Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist meist keine gezielte Therapie möglich. Stattdessen können gegen die virale Bindehautentzündung künstliche Tränen und kalte Kompressen zum Einsatz kommen, um die Symptome zu lindern. Nur wenn das Herpesvirus für Ihre Bindehautentzündung verantwortlich ist, steht zur Behandlung etwa mit dem Wirkstoff Aciclovir ein geeignetes Medikament zur Verfügung, mit dem man die Viren gezielt bekämpfen kann.

Allergische Bindehautentzündung

Steckt eine Allergie hinter Ihrer Bindehautentzündung (Konjunktivitis), ist es zur Therapie ratsam, den allergieauslösenden Stoff (sog. Allergen) zu ermitteln und nach Möglichkeit zu meiden. Kalte Kompressen und künstliche Tränen ohne Konservierungsstoffe helfen gegen die für die allergische Bindehautentzündung bedingten Beschwerden. Zusätzlich kommen zur Therapie abschwellende, kortisonhaltige Augentropfen zum Einsatz. Eventuell erfolgt gegen die allergische Bindehautentzündung auch eine längerfristige Behandlung mit sogenannten Mastzellstabilisatoren und Antihistaminika.

Des Weiteren ist bei einer allergiebedingten Konjunktivitis zur längerfristigen Therapie eine Hyposensibilisierung gegen das verantwortliche Allergen empfehlenswert: Bei der Hyposensibilisierung bekommen Sie über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren das entsprechende Allergen in allmählich steigenden Dosierungen gespritzt, um die Überempfindlichkeit Ihres Immunsystems herabzusetzen. Dies kann eine allergische Reaktion wie die allergische Bindehautentzündung auf Dauer verhindern.

Bindehautentzündung durch äussere Reize

Bei einer Bindehautentzündung durch äussere (exogene) Reize eignen sich zur Therapie künstliche Augentropfen und kalte Kompressen, um die Beschwerden zu lindern. Ausserdem ist es bei einer solchen Bindehautentzündung für eine erfolgreiche Behandlung wichtig, die jeweils verantwortlichen äusseren Reize – wie Konservierungsmittel, Rauch, Wind, trockene Luft oder UV-Licht – nach Möglichkeit zu meiden beziehungsweise sich entsprechend vor ihnen zu schützen.

7. Verlauf

Meist nimmt eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) einen milden Verlauf: In der Regel heilt sie ohne Folgen für das Auge und das Sehen ab. In seltenen schweren Fällen können jedoch bleibende Schäden mit einem Verlust der Sehschärfe auftreten, wenn die Hornhaut in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Es hängt unter anderem von der Ursache ab, wie lange eine Bindehautentzündung besteht. Die Dauer kann dabei wenige Tage bis zu einigen Wochen betragen. Meist nehmen die Beschwerden in den ersten Tagen zu und klingen dann innerhalb von etwa 10 bis 14 Tagen ab. Eine akute Bindehautentzündung dauert kürzer als vier Wochen, bei der chronischen Form ist eine Dauer von mehr als drei bis vier Wochen typisch.

8. Vorbeugen

Einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) können Sie nur bedingt vorbeugen. Wenn Ihre Augen empfindlich auf äussere Reize wie Zugluft oder Staub reagieren, sollten Sie versuchen, sich diesen Umweltfaktoren möglichst nicht auszusetzen.

Wenn bei Ihnen eine Allergie bekannt ist, dann können Sie einer Konjunktivitis vorbeugen, indem Sie die allergieauslösende Substanz nach Möglichkeit meiden. Alternativ oder zusätzlich können Medikamente, die die allergische Reaktion des Körpers verringern, gegen eine allergische Bindehautentzündung helfen. Dazu zählen sogenannte Mastzellstabilisatoren oder Antihistaminika.

Wenn Sie schwanger und mit Gonokokken infiziert sind, ist es wichtig, dass Sie einer Bindehautentzündung bei Ihrem Baby vorbeugen: Wenn Sie bei der Geburt die Gonokokken auf Ihr Kind übertragen, können diese Bakterien bei Ihrem Baby eine schwere bakterielle Konjunktivitis auslösen. Um diese Bindehautentzündung bei neugeborenen Kindern zu verhindern, bietet sich eine Behandlung der Säuglinge mithilfe von antibiotikahaltiger Augensalbe an.

Auch wenn in den meisten Fällen eine Bindehautentzündung die Ursache für rote Augen ist und Bindehautentzündungen in der Regel harmlos verlaufen, gilt: Bei geröteten Augen ist es stets ratsam, einen Augenarzt aufzusuchen, um vorsichtshalber andere Ursachen auszuschliessen. So können Sie möglichen Folgeschäden einer zu spät erkannten und behandelten Erkrankung vorbeugen.