Von Veröffentlicht am 24.11.2016

1. Überblick

Blasensteine sind Harnsteine (Urolithiasis), die sich in der Niere bilden und in der Harnblase ablagern.

Harnsteine werden nach ihrer chemischen Zusammensetzung, Lage, Ursache oder ihrem Aussehen auf dem Röntgenbild eingeteilt. Die meisten Harnsteine bestehen aus Kalziumoxalat.

Die möglichen Ursachen von Blasensteinen sind vielfältig. Sie können zum Beispiel dann entstehen, wenn Betroffene vermehrt Substanzen ausscheiden, die begünstigen, dass Blasensteine entstehen oder wenn der Harn weniger von den Stoffen enthält, die Blasensteinen vorbeugen. Zusätzlich können bestimmte Risikofaktoren wie eine sehr eiweissreiche Ernährung dazu beitragen, dass sich bei einer entsprechenden Veranlagung Blasensteine bilden.

Als Symptome können eine sogenannte Stakkatomiktion (Wasserlassen mit wiederholtem Abbruch des Harnstrahls), Schmerzen beim Wasserlassen und Blut im Urin auftreten. Der Arzt stellt Blasensteine in der Regel mithilfe verschiedener Diagnose-Verfahren fest. Dabei spielen vor allem Blut- und Urinuntersuchungen eine Rolle. Bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung zeigen die Lage und Grösse der Blasensteine. Eine Röntgenuntersuchung gibt erste Hinweise auf die chemische Zusammensetzung der Harnsteine.

In den meisten Fällen ist bei Blasensteinen keine besondere Therapie notwendig, da sie von selbst mit dem Urin ausgeschieden werden. Verschiedene Medikamente können dies unterstützen und die dabei auftretenden Schmerzen lindern. Müssen die Blasensteine entfernt werden, wendet der Arzt dazu meistens die sogenannte extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL) an, bei der Stosswellen die Harnsteine von aussen zertrümmern.

Mit ausreichend Bewegung und einer gesunden Ernährung kann man Blasensteinen vorbeugen. Dazu gehört zum Beispiel, Lebensmittel zu meiden, die sehr viel Oxalsäure oder bestimmte Eiweisse – die sogenannten Purine – enthalten. Wer bereits einmal Blasensteine hatte, bekommt allerdings trotz einer erfolgreichen Therapie relativ häufig neue Harnsteine (sog. Rezidive).

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2. Definition

Unter Blasensteinen versteht man Harnsteine, die sich in der Harnblase befinden. Harnsteine sind krankhafte Gebilde (sog. Konkremente), die aus verschiedenen Kristallen bestehen können – die meisten Harnsteine bestehen aus Kalziumoxalat. Sie entstehen in der Niere und können sich dort ablagern (Nierensteine). Die Harnsteine können auch aus der Niere hinaus in die Harnwege und die Harnblase gelangen, sich dort weiterentwickeln – also grösser oder kleiner werden – und ablagern. In letzterem Fall spricht man von Harnleitersteinen oder Blasensteinen. Seltener lagern sich die Harnsteine in der Harnröhre ab.

Harnsteine können nach unterschiedlichen Kriterien unterteilt werden:

  • Ursache
  • Lage des Steins: in der Niere, der Harnblase oder den Harnleitern
  • Aussehen auf dem Röntgenbild
  • chemische Zusammensetzung: z.B. Oxalate, Phosphate, Harnsäure und Harnsäuresalze (Urate)

Heute ist die Einteilung nach der chemischen Zusammensetzung gängig.

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3. Ursachen

Blasensteine können verschiedene Ursachen haben. Meistens sind mehrere Faktoren dafür verantwortlich, wenn sich Blasensteine entwickeln. Blasensteine bilden sich, wenn Betroffene zum Beispiel:

  • vermehrt Substanzen mit dem Urin ausscheiden, welche die Bildung von Harnsteinen begünstigen (sog. lithogene Substanzen), z.B. Kalzium oder Oxalsäure
  • weniger Stoffe ausscheiden, welche die Bildung von Harnsteinen verhindern, z.B. Magnesium oder Zitrat
  • einen kritischen Urin-pH von ≤ 5,5 und > 7,0 aufweisen
  • einen zu konzentrierten Harn ausscheiden

Diese typischen Harnstein-Ursachen treten zum Beispiel auf bei einer Schilddrüsenüberfunktion, Osteoporose oder einer Überdosierung von Vitamin D. Weitere Risikofaktoren begünstigen, dass Blasensteine entstehen, wenn sie mit weiteren Ursachen zusammentreffen. Dazu gehören:

  • Harnstauungen, z.B. wenn der Harn nicht richtig abfliessen kann, weil die Harnwege verstopft sind
  • Harnwegsinfektionen
  • zu wenig Bewegung, z.B. wenn sich Betroffene bei Knochenbrüchen schonen müssen
  • sehr eiweissreiche Ernährung

Auch Personen, die zu wenig trinken, haben ein erhöhtes Risiko, Harnsteine zu entwickeln. Bei einer Diät zur Gewichtsreduktion können Blasensteine ebenfalls auftreten.

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4. Symptome

Blasensteine verursachen verschiedene Symptome. Typisch für Blasensteine ist eine sogenannte Stakkatomiktion, bei der der Harnstahl beim Wasserlassen wiederholt abbricht. Der beweglich in der Blase liegende Stein verschliesst immer wieder den Blasenausgang und unterbricht so das kontinuierliche Urinieren – es entsteht eine Art Stakkato. Weitere Symptome können sein:

  • häufiger Harndrang
  • kleine Urinmengen
  • Fremdkörpergefühl
  • Schmerzen am Ende des Wasserlassens, welcher bei Männern bis in die Spitze des Penis ausstrahlen kann
  • Blut im Urin
  • Blasenkrämpfe, die zu starken, wehenartigen Schmerzen führen

Bei Harnsteinen ist häufig die Harnblase entzündet, was die Beschwerden verstärkt.

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5. Diagnose

Blasensteine stellt der Arzt durch verschiedene Diagnose-Verfahren fest. Zu Beginn befragt er den Betroffenen nach den Beschwerden, zum Beispiel ob Schmerzen auftreten und wenn ja, wo. Ausserdem interessiert ihn, ob der Untersuchte in der Vergangenheit bereits einmal Blasensteine hatte. Anschliessend folgen eine körperliche Untersuchung und einige Blut- und Urinuntersuchungen.

Blasensteine kann der Arzt auch durch bildgebende Diagnose-Verfahren erkennen. Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen dienen vor allem dazu, die Lage und Grösse der Blasensteine festzustellen. Das Röntgenbild gibt ausserdem Hinweise auf die chemische Zusammensetzung der Harnsteine. Selten können auch Blasentumoren oberflächlich verkalken und so im Ultraschall als Steine erscheinen. Allerdings verändern diese Verkalkungen nicht ihre Position, wenn sich der Patient bewegt – Blasensteine liegen frei in der Blase und bewegen sich daher mit. So kann der Arzt meist zwischen Blasensteinen und verkalkten Blasentumoren unterscheiden.

Blasensteine erkennt der Arzt auch mithilfe einer Blasenspiegelung. Zur Diagnose schaut er dabei mit einem Endoskop in die Blase hinein. Oft kann er kleine Blasensteine schon im Rahmen dieser Blasenspiegelung entfernen.

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6. Therapie

Blasensteine erfordern häufig keine besondere Therapie. Gerade kleinere Harnsteine gehen meist von selbst mit dem Urin ab. Verschiedene Medikamente können dabei unterstützend wirken, zum Beispiel Goldrutenkraut oder sogenannte Alpha-Blocker. Ausserdem ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Wenn die Harnsteine durch die ableitenden Harnwege wandern, können Schmerzen auftreten. Schmerzlindernde Wirkstoffe wie Metamizol, Pethidin oder Diclofenac können hier helfen.

Scheiden Betroffene die Blasensteine nicht von selbst aus – etwa weil die Harnsteine zu gross sind – gibt es verschiedene Therapie-Optionen. Kleine Blasensteine kann der Arzt im Rahmen einer Blasenspiegelung entfernen. Für dieses Therapie-Verfahren ist nur eine örtliche Betäubung nötig. Fast alle Blasensteine werden heute aber ohne einen Eingriff durch die sogenannte extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL) entfernt. Dabei zerstören Stosswellen die Blasensteine, die kleinen Reste scheiden die Patienten mit dem Urin einfach aus. Nur noch in sehr seltenen Fällen ist eine Operation notwendig, um die Blasensteine zu entfernen.

Es ist wichtig, dass auch die Ursachen der Blasensteine durch die Therapie behoben werden. So können zum Beispiel Verengungen, die verhindern, dass der Urin richtig abfliesst, beseitigt werden. Eine bestehende Entzündung der Harnblase oder der Harnwege wird im Rahmen der Blasensteine-Therapie mit Antibiotika behandelt.

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7. Verlauf

Blasensteine und Harnsteine neigen dazu, auch nach erfolgreicher Therapie erneut aufzutreten (Rezidive). Etwa bei der Hälfte der Betroffenen bilden sich neue Harnsteine. Bei 20 bis 30 Prozent kommen Blasensteine im weiteren Verlauf sogar noch mehr als einmal vor. Das Risiko kann jedoch mithilfe von Medikamenten und einer Ernährungsumstellung gesenkt werden.

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8. Vorbeugen

Harnsteinen und somit Blasensteinen können Sie vorbeugen, indem Sie auf regelmässige Bewegung achten und viel trinken. Ausserdem sollten Sie bei einer Neigung zu Blasensteinen den Genuss purin- und oxalsäurereicher Lebensmittel einschränken. Es ist jedoch nicht nötig, diese Lebensmittel völlig zu meiden. Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Ballaststoffen, wenig Salz, einem normalen Eiweissgehalt und wenig tierischen Produkten kann Blasensteinen vorbeugen.

Purinreiche Lebensmittel:

  • Innereien (z.B. Leber, Niere)
  • Meeresfrüchte
  • Fleisch, Fisch
  • Linsen
  • Erbsen
  • Bohnen

Oxalsäurereiche Lebensmittel:

  • Rhabarber
  • Spinat
  • Mangold
  • Schokolade
  • Kakao
  • Rote Beete
  • Kaffee
  • schwarzer Tee
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