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1. Überblick

Eine Blepharitis ist eine Lidrandentzündung – eine Augenerkrankung, die relativ häufig auftritt: Unter den Erkrankungen des Augenlides rangiert sie auf Platz zwei. Typische Symptome sind brennende, juckende und gerötete Augen sowie verklebte Lidränder beim Aufwachen.

Häufig ist eine bakterielle Infektion mit Staphylokokken die Ursache für die Blepharitis. Neben einer bakteriellen Infektion gibt es jedoch auch verschiedene nicht-infektiöse Ursachen für die Lidrandentzündung, wie zum Beispiel

  • eine ohnehin erhöhte Talgproduktion der Haut (Seborrhö) oder
  • eine Funktionsstörung der sog. Meibom-Drüsen, also den Talgdrüsen am Lidrand des Auges. Die Meibom-Drüsen produzieren dadurch zu wenig Talg.

Akute Infektionen heilen mit der richtigen Behandlung in der Regel innerhalb weniger Tage oder Wochen aus. Einige Betroffene entwickeln jedoch eine chronische Blepharitis, bei der die Lidrandentzündung immer wiederkehrt. Das kann zwar unangenehm sein, mit der richtigen Behandlung lassen sich die Beschwerden jedoch lindern.

Bei einer Blepharitis gehört eine tägliche Lidrandpflege mit zu den wichtigsten Therapie-Massnahmen. Zu dieser Lidrandhygiene gehören zum Beispiel eine Lidrandreinigung (mit verdünntem Babyshampoo), warme und feuchte Kompressen sowie eine Lidrandmassage. Insbesondere Betroffene mit einer chronischen Blepharitis sollten die Lidrandpflege in ihre tägliche Körperpflege mit einbauen – so kommt es seltener zu Rückfällen.

Verursachen Bakterien die Lidrandentzündung, kann eine Behandlung mit Antibiotika (meist in Form von Augensalben, manchmal auch als Tabletten) notwendig werden.

Liegen der Blepharitis andere Erkrankungen zugrunde (wie etwa Herpes oder ein Filzlausbefall) müssen diese behandelt werden.

Auf lange Sicht sollte eine Blepharitis nicht unbehandelt bleiben, da auf Dauer Schäden am Auge entstehen können.

2. Definition

Unter einer Blepharitis versteht man eine Entzündung der Augenlidränder. Eine Lidrandentzündung kann durch eine bakterielle Infektion (z.B. durch Staphylokokken) entstehen, aber auch nicht-infektiöse Ursachen haben. Einige Betroffene entwickeln eine chronische Blepharitis, bei der es immer wieder zu Rückfällen kommt.

3. Ursachen

Eine Blepharitis (Lidrandentzündung) kann verschiedene Ursachen haben. Zum einen kann eine Infektion mit Bakterien eine Blepharitis auslösen: Die häufigste Ursache ist eine Infektion mit Staphylokokken. Eine Lidrandentzündung durch Staphylokokken verläuft in vielen Fällen chronisch.

Staphylokokken gehören bei den meisten Menschen zur normalen Hautflora und finden sich neben anderen Bakterien auch am Lidrand. Bei geschwächter Immunabwehr, kann es zu immer wiederkehrenden Infektionen mit den Staphylokokken kommen, da sie die Haut ständig besiedeln.

Staphylokokken produzieren verschiedene Substanzen wie Enzyme und Giftstoffe, die zu Entzündungsreaktionen am Auge und Störungen des Tränenfilms führen können. Die Folge: Der Talg in den Drüsen am Lidrand wird zähflüssiger und kann schwerer abfliessen.

Weitere mögliche Ursachen für eine Lidrandentzündung sind unter anderem:

  • eine akute Infektion mit anderen Bakterien
  • eine akute Infektion mit Viren (z.B. Herpesviren, Varizella-Zoster-Viren)
  • Filzläuse
  • Milben
  • erhöhte Talgproduktion der Haut (Seborrhö)
  • erhöhte Liddrüsensekretion (zu viel Tränenflüssigkeit)
  • Funktionsstörung der Talgdrüsen (Meibom-Drüsen) am Lidrand, durch die zu wenig Talg produziert wird
  • allergische Reaktion
  • Rosacea (chronische Hauterkrankung mit Rötung, Knötchen, Pusteln und oberflächlich erweiterte Äderchen)

Äussere Faktoren, die das Auge reizen, können die Entstehung einer Blepharitis fördern, wie etwa:

  • Staub
  • Zugluft/Wind
  • Kälte/Hitze
  • Rauch
  • chemische Substanzen (z.B. in Kosmetika)
  • ungenügende Hygiene
  • häufiges Augenreiben

Oft wird eine Blepharitis durch mehrere Ursachen ausgelöst. Beim gleichzeitigen Vorliegen von Seborrhö, Staphylokokken und trockenen Augen (sog. Sicca-Syndrom) spricht man auch vom Triple-S-Syndrom.

4. Symptome

Bei einer Blepharitis (Lidrandentzündung) kommt es zu typischen Symptomen wie

  • Augenbrennen
  • gerötete Augen
  • Augenjucken
  • verklebte und/oder verkrustete Lidränder morgens nach dem Aufwachen
  • Fremdkörpergefühl im Auge

Ausserdem können folgende Symptome bei einer Lidrandentzündung auftreten:

  • harte Schuppen am Lidrand bzw. Wimperansatz
  • gerötete Lidränder
  • glänzende Lidränder
  • Wimpern wirken fettig und kleben zusammen.
  • Am Lidrand bilden sich Schuppen und Verkrustungen sowie teilweise ölige Tröpfchen.

5. Diagnose

Um bei einer Blepharitis (Lidrandentzündung) die Diagnose zu stellen, fragt der Arzt zum einen nach den Beschwerden, die beim Patienten auftreten. Ausserdem betrachtet er das Auge des Betroffenen mit einer sogenannten Spaltlampe, die einen gebündelten spaltförmigen Lichtstrahl auf das Auge wirft und es ermöglicht, das Auge gleichzeitig vergrössert zu betrachten.

6. Therapie

Bei einer Blepharitis (Lidrandentzündung) können folgende Therapie-Massnahmen zum Einsatz kommen:

Eine tägliche Lidrandhygiene hilft dabei, Verkrustungen am Auge zu entfernen beziehungsweise die Lidränder von aussen zu reinigen. Hierzu eignet sich eine mit Wasser verdünnte, milde Seifenlösung (z.B. mit einem Babyshampoo). Für eine geeignete Wasser-Seifen-Mischung tauchen Sie ein frisches Wattestäbchen in das Babyshampoo und lösen das Shampoo in einer halben Tasse mit kaltem Wasser (möglichst vorher abgekocht) auf. Achten Sie dabei darauf, die Wattestäbchen immer nur einmal zu benutzen (auch nicht mehrfach für dasselbe Auge) und tauchen Sie sie nicht mehrfach in die Seifenlösung. So vermeiden Sie es, Bakterien aus dem Auge zu verschleppen.

Tägliche, feucht-warme Kompressen können dabei helfen, eventuell in den Lidranddrüsen verhärteten Talg zu verflüssigen. Legen Sie diese einmal täglich für zehn Minuten oder zweimal täglich für fünf Minuten aufs geschlossene Auge. Nehmen Sie hierfür ein sauberes Tuch oder einen sauberen Waschlappen. Die feuchte Kompresse sollte nicht kochend heiss sein, aber gerade noch erträglich heiss. Kühlt die Kompresse aus, müssen Sie sie wieder erhitzen.

Im Anschluss an die Kompressen-Behandlung kann eine sanfte, aber kräftige Lidrandmassage den überflüssigen Talg aus den Drüsen entfernen. Streichen Sie hierzu entweder mit gewaschenen Fingern oder einem frischen, angefeuchteten Wattestäbchen beim Oberlid von oben zum Lidrand hin oder beim Unterlid von unten zum Lidrand hin.

Ist der Tränenfilm des Auges gestört, wird der Arzt zudem zu Tränenersatzflüssigkeit in Form von Augentropfen raten. Steckt dagegen eine bakterielle Infektion hinter der Lidrandentzündung, verschreibt er in der Regel zur Behandlung eine Augensalbe, die Antibiotika enthält (z.B.die Wirkstoffe Ofloxacin, Erythromycin, Gentamicin oder Lefloxacin). In einigen Fällen kann auch eine Einnahme von Antibiotika in Tablettenform notwendig sein. Je nach Art der Blepharitis ist es sinnvoll, kurzzeitig entzündungshemmende Wirkstoffe wie Glukokortikoide am Auge einzusetzen.

Falls Sie Augentropfen oder Augensalben verschrieben bekommen haben, sollten Sie alle Massnahmen zur Lidrandhygiene, warme Kompressen und Lidrandmassagen vor deren Anwendung vornehmen.

Sind andere Erkrankungen die Ursachen für die Blepharitis (z.B. Rosacea, Herpes, Gürtelrose oder Filzläuse), müssen diese behandelt werden.

7. Verlauf

Ist die Ursache der Blepharitis (Lidrandentzündung) eine akute Infektion mit Bakterien, heilt sie mit der richtigen Behandlung meist innerhalb weniger Tage bis Wochen aus.

Bei vielen Betroffenen handelt es sich jedoch entweder um eine chronische anlagebedingte Lidrandentzündung oder eine chronische bakterielle Infektion mit Staphylokokken, bei der es immer wieder zu neuen Blepharitis-Episoden kommt. Diese chronische Form der Blepharitis lässt sich im Grunde nicht heilen, sondern nur lindern.

Eine tägliche Lidrandpflege hilft dabei, dass Lidrandentzündungen seltener auftreten und sollte bei den Betroffenen deshalb zur täglichen Pflegeroutine gehören. Eine chronische Blepharitis ist zwar unangenehm, aber nicht gesundheitsgefährdend, sofern man sie entsprechend behandelt.

Komplikationen

Unbehandelt kann eine Blepharitis auf Dauer zu Schäden am Auge führen, wie etwa zu

8. Vorbeugen

Einer akuten Blepharitis (Lidrandentzündung) lässt sich im Grunde nicht wirklich vorbeugen. Betroffene mit einer chronischen Blepharitis können jedoch erneuten Ausbrüchen vorbeugen, indem sie auf eine tägliche Lidrandpflege achten und auslösende Faktoren für das Auge meiden. Zu solchen Reizen zählen zum Beispiel Rauch, Staub oder Zugluft.