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Veröffentlicht am 06.05.2020

1. Überblick

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit: Schätzungsweise jeder vierte Schweizer ist betroffen. Die Folgen zeigen sich meist erst nach Jahren oder Jahrzehnten.

Bei Bluthochdruck ist der Druck in den Arterien – den Blutgefässen, die das Blut vom Herzen weg befördern – deutlich erhöht. Diesen vom Herzschlag und den Gefässwänden erzeugten Druck gibt man anhand zweier Werte in der Masseinheit Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) an. Hoher Blutdruck (arterielle Hypertonie) besteht, wenn Werte von mindestens 140 zu 90 mmHg vorliegen.

Bei 9 von 10 Menschen mit Bluthochdruck kann der Arzt keine Ursachen feststellen: Dann liegt eine sogenannte primäre oder essentielle Hypertonie vor. In den restlichen Fällen entsteht Bluthochdruck als Folge einer anderen Erkrankung (z.B. der Nieren oder des Stoffwechsels) oder durch Medikamente: Ein so hervorgerufener hoher Blutdruck heisst auch sekundäre Hypertonie.

Meist löst hoher Blutdruck jahre- bis jahrzehntelang keine Symptome aus. Dies kann dazu führen, dass die Hypertonie unentdeckt bleibt und keine Therapie erfolgt. In dieser Zeit richtet der Bluthochdruck im Körper oft Schaden an.

Die Möglichkeiten, einen Bluthochdruck zu behandeln, sind vielfältig und richten sich nach dem jeweiligen Einzelfall. Ein gesunder Lebensstil ist dabei besonders wichtig und die unverzichtbare Grundlage der Therapie von Bluthochdruck. Wer beispielsweise auf eine salzarme Ernährung achtet, sich viel bewegt und Übergewicht abbaut, kann seinen Blutdruck dauerhaft senken. Ausserdem ist es bei Bluthochdruck ratsam, keinen oder nur wenig Alkohol zu trinken und das Rauchen aufzugeben oder zumindest einzuschränken und Stress zu verringern. Darüber hinaus tragen unterschiedliche Medikamente dazu bei, die Werte bei einer Hypertonie zu normalisieren. Beispiele sind Diuretika, Betablocker, ACE-Hemmer und Kalziumkanalblocker.

Dauerhaft zu hoher Blutdruck kann Herz, Blutgefässe, Gehirn, Augen und Nieren schädigen. Diese Schäden wiederum können Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall nach sich ziehen. Daher ist es besonders wichtig, Bluthochdruck rechtzeitig zu behandeln.

Wer es schafft, seinen Blutdruck auf normale Werte zu senken, fördert seine Gesundheit.

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Eine Ärztin misst bei einer Patientin den Bluthochdruck.

Um den Blutdruck verlässlich zu bestimmen, sind mehrmalige Messungen nötig.

Quelle: Getty Images

2. Definition

Der Begriff Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) bezeichnet per Definition den Druck in den Arterien , wenn dieser eine bestimmte Grenze überschreitet. Arterien sind Blutgefässe, die das Blut vom Herzen weg befördern. Die genaue medizinische Bezeichnung für zu hohen Druck in den Arterien lautet arterielle Hypertonie. Den vom Herzschlag und von der Anspannung der Gefässwände erzeugten Blutdruck gibt man in der Masseinheit Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) an und beschreibt ihn anhand von zwei Werten.

Bluthochdruck besteht laut Definition, wenn die Werte mindestens 140 zu 90 mmHg betragen.

Der erste, obere (höhere) Wert ist der systolische Blutdruck. Er entspricht dem Druck, der entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und das Blut in die Arterien pumpt. Anschliessend erschlafft das Herz wieder – der dabei entstehende geringere Druck ist der diastolische Blutdruck (hinterer Wert). Beide Werte gibt man immer paarweise an. Je nachdem, wie hoch die Werte sind, kann man den Blutdruck in Klassen einteilen (fallen die beiden Blutdruckwerte dabei in zwei unterschiedliche Klassen, gilt die höhere Klasse als ausschlaggebend).

Klassifikation systolisch diastolisch
optimal < 120 < 80
normal < 130 < 85
hoch-normal 130-139 85-89
leichter Bluthochdruck (Hypertonie Grad 1) 140-159 90-99
mittelschwerer Bluthochdruck (Hypertonie Grad 2) 160-179 100-109
schwerer Bluthochdruck (Hypertonie Grad 3) > 180 > 110
isolierter systolischer Bluthochdruck (nur der erste, obere Wert ist zu hoch) > 140 < 90
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Formen von Bluthochdruck

Es gibt zwei Formen von Bluthochdruck (Hypertonie): die primäre und die sekundäre Hypertonie.

  • Die sekundäre Hypertonie kann zum einen durch bestimmte Medikamente entstehen (durch Hormonpräparate wie die Antibabypille). Zum anderen kann aber auch eine andere Erkrankung dazu führen, dass der Blutdruck steigt. Dies kann zum Beispiel bei einer Nierenerkrankung oder einer Stoffwechselstörung wie dem sogenannten Cushing-Syndrom der Fall sein.
  • Die primäre oder essentielle Hypertonie ist eine Ausschlussdiagnose: Der Arzt geht nur dann von dieser Form aus, wenn er keine direkte Ursache für den Bluthochdruck findet. Die primäre Hypertonie entsteht ohne eine von aussen erkennbare Ursache.

Eine häufige Sonderform des Bluthochdrucks ist die isolierte klinische Hypertonie (oder auch Weisskittel-Bluthochdruck). Die vom Arzt gemessenen Blutdruckwerte liegen hierbei über denen, die der Patient zu Hause selbst gemessen hat. Der Grund hierfür ist möglicherweise die Anspannung, die man beim Betreten einer Arztpraxis und im Gespräch mit dem Arzt oder Praxispersonal manchmal verspürt und die den Blutdruck in die Höhe treibt.

Häufigkeit

Da Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) in den Industrienationen zu den Erkrankungen mit der grössten Häufigkeit zählt, bezeichnet man ihn auch als Volkskrankheit. Nahezu jeder vierte Schweizer hat zu hohen Blutdruck, ab dem 50. Lebensjahr sogar mehr.

Bei etwa 90 Prozent der Menschen mit Bluthochdruck ist die Ursache nicht bekannt. Es liegt eine sogenannte primäre Hypertonie vor, das heisst, der Bluthochdruck ist nicht Folge bestimmter Medikamente oder Erkrankungen. Die Zahl der Betroffenen steigt mit zunehmendem Alter. Aber auch viele junge Menschen haben Bluthochdruck – oftmals, ohne es zu wissen.

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3. Ursachen

Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) kann viele verschiedene Ursachen haben. Wenn sich keine direkten Ursachen für den Bluthochdruck finden lassen – und dies ist meist der Fall – liegt eine sogenannte primäre Hypertonie vor. An ihrer Entstehung sind vermutlich mehrere Faktoren beteiligt.

Erblich bedingte (genetische) Faktoren

Es gibt mehrere Hinweise darauf, dass bei den für Bluthochdruck verantwortlichen Ursachen erblich bedingte (genetische) Faktoren eine Rolle spielen: So besteht bei Kindern ein doppelt bis dreifach höheres Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln, wenn ein oder beide Elternteile bereits Hypertonie haben.

In sehr seltenen Fällen ist hoher Blutdruck auf eine bestimmte Schädigung an einem Träger der Erbanlage (einem sog. Gen) zurückzuführen. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass mehrere solcher Gendefekte in Kombination mit äusseren Faktoren eine Hypertonie auslösen.

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Kochsalzverbrauch

Zu den für Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) infrage kommenden Ursachen zählt auch der Kochsalzverbrauch: Etwa jeder dritte Mensch ist salzsensitiv, reagiert also empfindlich auf Kochsalz. Bei Menschen mit Hypertonie ist es sogar mehr als die Hälfte. Die Folge: Die Blutdruckwerte steigen bei übermässiger Kochsalzzufuhr und sinken bei Salzentzug. Insgesamt kann man beobachten, dass in einer Gesellschaft der Blutdruck umso niedriger ist, je geringer der Kochsalzkonsum ist.

Stress

Zu möglichen Ursachen für Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) zählt möglicherweise auch Stress: Stresshormone, sogenannte Katecholamine, bewirken, dass sich die Muskulatur der Blutgefässe zusammenzieht. Dadurch nimmt der Gefässwiderstand zu – der Blutdruck steigt. Wahrscheinlich reagieren Menschen mit Bluthochdruck (Hypertoniker) zudem besonders empfindlich auf diese Stresshormone.

Hinreichende Beweise, dass psychische Belastungen als Ursachen für dauerhaften (chronischen) Bluthochdruck angesehen werden können, gibt es allerdings nicht.

Bewegungsmangel

Menschen, die sich viel bewegen, entwickeln deutlich seltener eine Hypertonie als körperlich wenig aktive Menschen. Eine Ursache hierfür ist, dass Bewegungsmangel die Entstehung von Arteriosklerose fördert, wobei die Blutgefässe versteifen. Zudem geht Bewegungsmangel oft mit Übergewicht einher, wodurch der Blutdruck ebenfalls erhöht sein kann.

Übergewicht

Bei Bluthochdruck kann unter den Ursachen auch Übergewicht eine Rolle spielen: Hoher Blutdruck ist bei übergewichtigen Menschen häufig. Vor allem die Bauchfettleibigkeit spielt als möglicher Auslöser für die Entstehung von Hypertonie eine Rolle. Bei Männern sollte der Bauchumfang daher weniger als 102 Zentimeter, bei Frauen weniger als 88 Zentimeter betragen.

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Alkohol und Nikotin

Bei Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) können als Ursachen auch Alkohol und Nikotin eine Rolle spielen. Schon geringe Mengen Alkohol führen dazu, dass der Blutdruck steigt: Alkohol aktiviert das vegetative Nervensystem, das Herz schlägt schneller und pumpt mehr Blut aus der linken Herzkammer in die Arterien. Chronischer Alkoholmissbrauch ruft in vielen Fällen einen dauerhaften Bluthochdruck hervor.

Rauchen gehört zwar nicht zu den direkten Bluthochdruck-Ursachen. Allerdings erhöht Nikotin massgeblich das Risiko für Folgeerkrankungen, die ein zu hoher Blutdruck mit sich bringen kann – wie zum Beispiel einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Wer das Rauchen aufgibt, trägt in entscheidendem Mass dazu bei, sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine Reihe von Atemwegserkrankungen und Krebserkrankungen zu senken – dies gilt im Übrigen nicht nur bei Hypertonie, sondern für alle Menschen.

Sekundäre Hypertonie

Selten hat Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) seine Ursachen in anderen Erkrankungen oder der Einnahme bestimmter Medikamente: Dann liegt eine sogenannte sekundäre Hypertonie vor.

Zu den Medikamenten, die für einen Bluthochdruck als Ursachen infrage kommen, zählen Hormonpräparate wie Verhütungsmittel (Östrogen-Pille), sogenannte Kortikosteroide, abschwellende Nasentropfen mit gefässverengenden Wirkstoffen, und Mittel zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen (Antirheumatika).

Zu den Erkrankungen, in denen zu hoher Blutdruck seine Ursachen haben kann, gehören bestimmte Nieren-, Gefäss- oder Stoffwechselerkrankungen. Eine sekundäre Hypertonie kann beispielsweise entstehen durch:

  • Gefässentzündungen
  • Gefässveränderungen (Arteriosklerose) der Nierengefäße
  • Nierenentzündung (Glomerulonephritis)
  • Verengung der Hauptschlagader (Aorten-Isthmusstenose)
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Nebennierentumoren, die Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin im Übermass bilden (Phäochromozytom)
  • Cushing-Syndrom (erhöhter Kortisolspiegel im Blut)

Häufig haben Asthmatiker erhöhte Blutdruckwerte. Bei ihnen entsteht der Bluthochdruck vermutlich durch die Behandlung mit bestimmten Medikamenten (Kortikosteroide und Betasympathomimetika).

Auch Schnarchen und längere Atempausen während der Nacht mit anschliessender Tagesmüdigkeit (Schlafapnoe) können für einen sekundären Bluthochdruck verantwortlich sein.

Oft tritt Bluthochdruck auch in der Schwangerschaft auf: Etwa 15 Prozent der Schwangeren entwickeln eine sekundäre Hypertonie. Zu den Risikofaktoren für einen schwangerschaftsbedingt zu hohen Blutdruck gehören unter anderem ein höheres Alter der werdenden Mutter (> 40 Jahre) sowie Mehrlingsschwangerschaften.

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4. Symptome

Bis ein Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) Symptome auslöst, kann einige Zeit vergehen: Oft dauert es Jahre bis Jahrzehnte, bis die ersten Anzeichen für Bluthochdruck auftreten. Daher wissen viele Betroffene gar nicht, dass ihr Blutdruck zu hoch ist.

Dies birgt allerdings Risiken, denn: Auch ein Bluthochdruck ohne Symptome schädigt auf Dauer den Körper. Zu hoher Blutdruck kann langfristig Herz, Blutgefässe, Gehirn, Augen und Nieren schädigen. Diese Schäden können wiederum Folgeerkrankungen wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall nach sich ziehen.

Durch frühzeitige Gegenmassnahmen sind solche Folgeschäden von Bluthochdruck aber vermeidbar. Daher ist es wichtig, regelmässig die Gesundheits-Checkups beim Hausarzt wahrzunehmen und auf Anzeichen zu achten, hinter denen eventuell ein zu hoher Blutdruck steckt. Mögliche Symptome hierfür sind zum Beispiel:

Wenn der Bluthochdruck Organe in Mitleidenschaft zieht, können die Symptome hierfür sehr unterschiedlich sein. Zu den möglichen Anzeichen für Organschäden durch Hypertonie gehören:

Treten bei bestehendem Bluthochdruck Symptome auf, die den Anzeichen für einen Schlaganfall ähneln (d.h. Schwindel, Sehstörungen, Lähmungserscheinungen, Bewusstseinsstörungen), kann dies auf einen hypertensiven Notfall hindeuten, der Organe wie das Gehirn, die Augen oder das Herz schädigen kann. Dabei sind die Blutdruckwerte stark erhöht, meist über 230 zu 130 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg).

Wenn ein Bluthochdruck Symptome eines hypertensiven Notfalls auslöst, ist es notwendig, den Notarzt zu kontaktieren, den Betroffenen unverzüglich ärztlich zu behandeln und dann ins Spital zu bringen, da der hohe Druck in den Gefäßen kurzfristig gefährlich werden kann. Es stehen Medikamente zur Verfügung, die den Blutdruck in einer solchen Situation schnell senken können – zum Beispiel die Wirkstoffe Nitroglycerin, Urapidil und Nifedipin. Wichtig ist es zudem, den Betroffenen zu beruhigen und weiteren Stress von ihm abzuwenden.

Von einer hypertensiven Krise sprechen Ärzte, wenn ein starker Bluthochdruck vorliegt, aber trotz des Blutdruckanstiegs keine Beschwerden auftreten. Es besteht dann meist keine akute Gefahr für Organschäden. Bei einer hypertensiven Krise ist es – im Gegensatz zum hypertensiven Notfall – nicht nötig, den Bluthochdruck schnell durch Medikamente zu senken. Dennoch sollte man plötzlich stark angestiegene Blutdruckwerte nicht verharmlosen, sondern zeitnah abklären lassen – entweder durch einen kurzfristigen Arzttermin oder im nächstgelegenen Spital.

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5. Diagnose

Bei Bluthochdruck erfolgt die Diagnose oft erst spät, denn: Hohe Blutdruckwerte treten überwiegend ohne erkennbare Ursache auf – und diese sogenannte primäre Hypertonie verläuft oft jahre- oder jahrzehntelang beschwerdefrei, so dass sie unbemerkt bleibt.

Um bei Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) eine Diagnose stellen zu können, ist es nötig, den Blutdruck mehrmals zu messen: So kann der Arzt feststellen, ob tatsächlich Bluthochdruck vorliegt, und in Verbindung mit anderen Befunden beurteilen, welche Behandlung infrage kommt. Ein Bluthochdruck gilt als bestätigt, wenn dreimalige Messungen an mehreren Tagen erhöhte Blutdruckwerte zeigen (höher als 140/90 mmHg).

Um eine verfälschte Bluthochdruck-Diagnose zu vermeiden, ist es wichtig, vor der Messung der Werte zumindest fünf Minuten zur Ruhe zu kommen, etwa in einem Stuhl oder auf einer Behandlungsliege. Dies ist vor allem wichtig, wenn jemand gehetzt in die Arztpraxis kommt oder während des Arztbesuches aufgeregt ist. Es ist ratsam, die erste Blutdruckmessung an beiden Armen und Beinen vorzunehmen, um Veränderungen an den Gefässen auszuschliessen (wie z.B. eine Verengung der Hauptschlagader). Die Messung selbst erfolgt im Sitzen, zwischen den Messungen wird ein Abstand von jeweils ein bis zwei Minuten eingehalten.

Darüber hinaus ist es zur Bluthochdruck-Diagnose entscheidend, den Arzt über die Krankengeschichte und die genauen Lebensumstände und -gewohnheiten zu informieren. So wird der Arzt zum Beispiel wissen wollen, ob bestimmte Vorerkrankungen bestehen, die mit einem Bluthochdruck in Zusammenhang stehen könnten oder das Risiko für spätere Schäden an Organen wie den Augen oder Nieren erhöhen. Dies kann zum Beispiel Diabetes mellitus, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder eine Nierenkrankheit sein. Aber auch Angaben zum Körpergewicht, zur sportlichen Betätigung, zu Ess- und Trinkgewohnheiten und zur Einnahme von Medikamenten können dabei helfen, eine Hypertonie zu diagnostizieren.

Daneben besteht die Möglichkeit, zur Bluthochdruck-Diagnose den Blutdruck über eine ambulante 24-Stunden-Messung, eine Belastungsmessung (Ergometrie) oder durch die Selbstmessung zu überprüfen.

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Blutdruck-Selbstmessung

Bei Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) spielt im Rahmen der Diagnose ebenso wie bei der nachfolgenden Therapie die Blutdruck-Selbstmessung eine wichtige Rolle. Zu empfehlen sind Geräte, mit denen die Betroffenen den Blutdruck am Oberarm messen. Dabei ist darauf zu achten, dass das Gerät die offiziellen Genauigkeitskriterien erfüllt. Die Grösse der Blutdruckmanschette sollte sich nach dem Umfang des Oberarms richten. Wenn man bei dickeren Armen eine zu kleine Manschette auswählt, kann der tatsächliche Blutdruck niedriger sein als der gemessene.

Alle Menschen mit Bluthochdruck sollten zweimal täglich ihren Blutdruck selbst in Ruhe messen und in einen Blutdruckpass eintragen. Optimaler Zeitpunkt für diese Blutdruck-Selbstmessung ist morgens zwischen 6:00 und 9:00 Uhr und abends zwischen 18:00 und 21:00 Uhr, jeweils vor dem Essen und der Medikamenteneinnahme.

Hat sich der Blutdruck durch die Therapie stabilisiert oder normalisiert, reichen seltenere Messungen aus (z.B. einmal pro Monat). Die Werte beim selbst gemessenen Blutdruck sollten 135 zu 85 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) nicht überschreiten.

Ergänzende Untersuchungen

Neben den Blutdruckmessungen kommen bei Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) zur Diagnose ergänzende Untersuchungen zum Einsatz, denn: Die moderne Bluthochdruck-Diagnostik richtet sich – wie die Therapie – nicht allein nach den Blutdruckwerten. Sie berücksichtigt auch die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bereits bestehende Organschäden und Begleiterkrankungen. Zu den Risikofaktoren zählen vor allem:

Bei der Basisuntersuchung bestimmt der Arzt daher Fette (Lipide) und Zucker (Glukose) im Blut, ferner Mineralstoffe wie Kalium, die Nierenwerte (Kreatinin) und die Schilddrüsenwerte. Da Bluthochdruck die Niere schädigen kann, beziehungsweise sie bei einem begleitenden Diabetes mellitus eventuell schon in ihrer Funktion beeinträchtigt ist, ist es ratsam, auch den Urin zu untersuchen.

Folgende Verfahren können bei der Diagnose von Bluthochdruck die Blutuntersuchung und die Urinuntersuchung ergänzen, um bereits eingetretene Organveränderungen zu erkennen und Ursachen für eine sekundäre Hypertonie zu bestimmen:

  • Untersuchung des Augenhintergrunds
  • Elektro-Kardiogramm (EKG)
  • Ultraschall (Sonographie) von Herz (Echokardiographie) und Nieren
  • Röntgenaufnahme des Brustkorbs
  • Hormonanalysen (z.B. Katecholamine oder Schilddrüsenhormone)
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6. Therapie

Bei einem Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) sollte die Therapie frühzeitig beginnen, um späteren Organschäden und Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen. Wer seinen Blutdruck ausreichend und langfristig senkt, fördert seine Gesundheit und schont aktiv sein Herz-Kreislauf-System.

Bei Bluthochdruck besteht das Ziel der Behandlung stets darin, den Ruhe-Blutdruck unter Werte von 140 zu 90 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) zu senken. Abweichende Empfehlungen gelten für Personen, die zusätzlich an anderen Erkrankungen leiden. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (v.a. koronare Herzkrankheit) sind auch schon bei höheren normalen Blutdruckwerten (130-139 zu 85-89 mmHg) blutdrucksenkende Medikamente ratsam.

Die Bluthochdruck-Therapie ist individuell. Die Behandlung stützt sich wesentlich auf allgemeine Massnahmen, um den Blutdruck zu senken. Hierzu gehören Stressabbau oder eine Änderung der Lebensgewohnheiten und in vielen Fällen auch blutdrucksenkende Medikamente.

Da die sekundäre Hypertonie als Folge bestimmter Grunderkrankungen oder Medikamente entsteht, richtet sich bei dieser Form von Bluthochdruck die Behandlung entsprechend nach dem jeweiligen Auslöser des hohen Blutdrucks. Darüber hinaus gelten für folgende Personengruppen besondere Empfehlungen zur Behandlung von Bluthochdruck:

  • Für 18- bis 65-Jährige gilt ein systolischer Blutdruck von 130 bis 120 mmHg als erstrebenswert – ausser wenn sie zusätzlich zum Bluthochdruck ein chronisches Nierenversagen haben.
  • Für Menschen mit Nierenversagen (unabhängig vom Alter) sowie für alle über 65-Jährigen lautet der systolische Zielwert 139 bis 130 mmHg.
  • Der diastolische Zielblutdruck liegt immer bei 79 bis 70 mmHg – egal, wie alt die Betroffenen sind. Allerdings ist es besonders bei älteren Menschen wichtig, auf unerwünschte Wirkungen zu achten und den Zielblutdruck bei Bedarf anzupassen.

Solange jemand die Behandlung verträgt, sollte das Alter allein aber nie ein Grund dafür sein, Bluthochdruck nicht zu behandeln.

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Allgemeine Massnahmen

Bei Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) ist ein gesunder Lebensstil – dazu gehören gesunde (ev. kalorienreduzierte) Ernährung, viel Bewegung und Anti-Stress-Massnahmen – unverzichtbare Grundlage der Behandlung. Denn diese allgemeinen Massnahmen können einer Hypertonie nicht nur sicher und wirkungsvoll vorbeugen, sondern auch bei bestehendem Bluthochdruck den Blutdruck natürlich senken, bei leichtem Bluthochdruck den Einsatz blutdrucksenkender Medikamente hinauszögern oder ganz vermeiden, und helfen, andere Risikofaktoren besser in den Griff zu bekommen.

Ist der Bluthochdruck nur leicht erhöht (Hypertonie Grad 1), kann es zur Behandlung schon ausreichen, den Lebensstil zu ändern. Dies kann leichten Bluthochdruck oft so weit senken, dass keine Medikamente mehr nötig sind.

Für die Bluthochdruck-Behandlung sind allgemeine und spezielle Massnahmen bei der Ernährung empfehlenswert: Bei Bluthochdruck ist vor allem auf die Zufuhr von Kochsalz zu achten. Die meisten Menschen nehmen täglich viel zu viel Kochsalz zu sich.

Wer seine Salzzufuhr auf höchstens 4 bis 6 Gramm pro Tag beschränkt, kann seinen Bluthochdruck positiv beeinflussen und auf natürliche Weise senken.

Als allgemeine Massnahme zur Hypertonie-Therapie ist es ratsam, Ihre Ernährung umzustellen: Empfehlenswert ist frische, kochsalzarme und individuell zubereitete Nahrung. Fertigprodukte und viele Wurst- und Käsewaren sind oft stärker gesalzen und daher besser zu meiden, wenn der Blutdruck zu hoch ist.

Wer bei Bluthochdruck viel Obst und Gemüse zu sich nimmt, kann seinen Blutdruck ebenfalls deutlich senken. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Fisch- und Pflanzenölen können die Blutdruckwerte ebenfalls senken.

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Die bei Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) zur Therapie empfehlenswerten allgemeinen Massnahmen umfassen auch die Bekämpfung von Übergewicht: Wer ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen hat und ein wenig abnimmt, tut seinem Blutdruck einen Gefallen. Schon fünf Kilogramm Körpergewicht weniger reichen aus, um den Blutdruck um etwa zehn Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) zu senken. Vor allem wenn in Ihrer Familie Bluthochdruck vorkommt, sollten Sie darauf achten, Übergewicht rechtzeitig entgegenzuwirken. Kinder, deren Bluthochdruck mit Übergewicht in Verbindung steht, erreichen durch regelmässigen Sport und gesunde Ernährung oft mehr als durch Medikamente.

Des Weiteren wirkt sich bei der Bluthochdruck-Behandlung der richtige Umgang mit Alkohol und Rauchen positiv aus: Besteht bei Ihnen ein zu hoher Blutdruck, schränken Sie Ihren Alkoholkonsum stark ein oder verzichten Sie am besten ganz auf Alkohol. Es ist ratsam, an einem Tag nicht mehr als 20 Gramm Alkohol zu sich zu nehmen. Zum Vergleich: Ein Glas zwölfprozentiger Rotwein enthält etwa 12 Gramm Alkohol, ein viertel Liter Bier etwa 10 Gramm Alkohol. Allgemein gilt jedoch: auf täglichen Alkoholkonsum verzichten, um das Risiko einer Abhängigkeit zu verringern.

Bleiben Sie an mindestens zwei bis drei Tagen in der Woche alkoholfrei!

Außerdem gilt im Allgemeinen und speziell bei Bluthochdruck: Wer Herz-Kreislauf-, Atemwegs- und Krebserkrankungen vorbeugen möchte, sollte auf das Rauchen verzichten. Besondere Vorsicht ist bei Kindern geboten: Sogar gesunde Kinder, die Zigarettenrauch ausgesetzt sind, haben schon im Vorschulalter ein erhöhtes Risiko, durch das Passivrauchen einen Bluthochdruck zu entwickeln. Darum sollte man auf keinen Fall in der Nähe von Kindern rauchen!

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Stressabbau

Bei Bluthochdruck ist im Rahmen der allgemeinen Therapie-Maßnahmen auch Stressabbau wichtig: Wer Stress beruflich und privat gut bewältigen kann, beeinflusst den Verlauf von Hypertonie günstig. Mit Entspannungstechniken (wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Yoga, Tai-Chi oder Atemübungen) können Sie Ihren Blutdruck zusätzlich senken – dies gilt besonders, wenn hoher Blutdruck teils auf psychische Faktoren zurückzuführen ist.

Körperliche Aktivität

Zu den für die Bluthochdruck-Therapie empfehlenswerten allgemeinen Massnahmen gehört auch ausreichende körperliche Aktivität. Sport und Bewegung haben gleich mehrere positive Effekte:

  • Wer regelmässig ins Schwitzen kommt, kann Stress leichter abbauen.
  • Die Bewegung regt den Stoffwechsel an, sodass Sie zum Beispiel auch mehr Kalorien verbrennen.
  • Sport fördert die Elastizität der Blutgefässe.

Alle Menschen mit Bluthochdruck profitieren von einem regelmässigen körperlichen Training, besonders solche, die sich vorher nicht oder nur ungenügend sportlich betätigt haben. Eine Trainingsfrequenz von etwa 30 Minuten an drei Tagen in der Woche sollten Sie mindestens einhalten, um eine blutdrucksenkende Wirkung zu erzielen. Das Belastungsmass ist individuell unterschiedlich. Geeignet ist zur Bluthochdruck-Behandlung vor allem Ausdauersport wie zum Beispiel:

  • Joggen
  • Walking
  • Wandern
  • Schwimmen
  • Velofahren

Kraft- und Hochleistungssportarten sind bei Bluthochdruck dagegen nicht empfehlenswert.

Medikamentöse Therapie

Gegen Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) hilft eine Therapie durch Medikamente weiter, wenn allgemeine Maßnahmen wie Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme, Stressabbau oder Bewegung alleine keinen ausreichenden und dauerhaften Erfolg bringen. Während der medikamentösen Behandlung von Bluthochdruck ist es notwendig, den Blutdruck viertel- bis halbjährlich kontrollieren zu lassen.

Zur Bluthochdruck-Behandlung stehen Medikamente aus verschiedenen Wirkstoffklassen zur Verfügung. Jeder erhält eine individuell passende Hypertonie-Therapie. Die Herausforderung besteht darin, möglichst wirksame, aber zugleich verträgliche Mittel gegen Bluthochdruck einzusetzen, die sich idealerweise auch für eine lebenslange Behandlung eignen. Zu den Standardmedikamenten gegen Bluthochdruck zählen:

  • Entwässernde Medikamente (Diuretika): Diuretika wie zum Beispiel der Wirkstoff Hydrochlorothiazid sorgen dafür, dass Sie über die Nieren verstärkt Wasser und Salze ausscheiden. Die Blutgefässe sind dadurch weniger stark mit Flüssigkeit gefüllt – der Druck in den Gefässen sinkt.
  • Medikamente, die den Herzschlag verlangsamen (Betablocker): Betablocker sorgen für einen langsameren Herzschlag, so dass der Blutdruck sinkt. Sie schirmen das Herz zudem gegen Stresshormone ab. Bei Asthma und sehr langsamem Herzschlag dürfen Sie Betablocker nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt und einer Risikoabschätzung einnehmen.
  • Medikamente, die die Wirkung des Proteins ACE hemmen (ACE-Hemmer): ACE ist an der Herstellung des Hormons Angiotensin-II beteiligt, welches den Blutdruck erhöht. Ist ACE blockiert, sinkt somit auch der Blutdruck.
  • Medikamente, die die Wirkung von Kalzium reduzieren (Kalzium-Antagonisten, Kalziumkanalblocker): Kalzium führt zu einer erhöhten Spannung der Blutgefässe. Ist der Kalziumkanal an den Gefässen blockiert, weiten sich die Blutgefässe wieder.
  • Medikamente, die die Rezeptoren des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin-II blockieren (Angiotensin-II-Rezeptorblocker, AT1-Antagonisten oder «Sartane»).

Zudem stehen zur medikamentösen Bluthochdruck-Behandlung drei Therapiestrategien zur Auswahl:

  • Stufentherapie: Sie erhalten gegen den hohen Blutdruck zunächst ein blutdrucksenkendes Medikament, bei unzureichender Wirkung kann der Arzt Ihnen ein weiteres Medikament verabreichen.
  • Kombinationstherapie: Ab Therapiebeginn erhalten Sie bestimmte niedrig dosierte Kombinationspräparate.
  • Sequenzielle Monotherapie: Hat ein Medikament nicht die gewünschte Wirkung erzielt, tauscht der Arzt dieses gegen ein anderes ein, bis Ihr Blutdruck deutlich sinkt.

Ein sehr hoher Blutdruck, Begleiterkrankungen oder vorhandene Organschäden erfordern eine Kombinationstherapie. Dies ist bei der Mehrheit der Hypertoniker der Fall. Dabei kommen gegen den Bluthochdruck zwei Medikamente gleichzeitig in Form eines vorgegebenen Kombinationspräparats und in möglichst niedriger Dosierung zum Einsatz. Ist der dadurch erzielte Erfolg dauerhaft unzureichend, ist es möglich, die Dosis zu steigern oder eine Dreifachkombination (z.B. Diuretikum mit ACE-Hemmer und Kalzium-Antagonist) einzusetzen. Ihre vollständige Wirkung entfalten die Medikamente innerhalb von zwei bis sechs Wochen.

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7. Verlauf

Bei Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) hängt der Verlauf in hohem Mass von einer frühzeitigen Therapie ab. Ein Bluthochdruck verläuft meist jahre- bis jahrzehntelang beschwerdefrei. Mit der Höhe des Blutdrucks steigt auch die Wahrscheinlichkeit, eine Folgeerkrankung zu entwickeln. Besteht der hohe Blutdruck unbehandelt weiter, kann er Herz, Blutgefässe, Gehirn, Augen und Nieren schädigen. Durch eine geeignete Therapie und eine Änderung des Lebensstils lässt sich der Blutdruck jedoch auf normale Werte senken.

Bei einem nicht rechtzeitig behandelten Bluthochdruck sterben viele Betroffene an den Komplikationen des hohen Blutdrucks: etwa die Hälfte an den Folgen einer koronaren Herzerkrankung (Herzinfarkt), ein Drittel an Durchblutungsstörungen im Gehirn (Schlaganfall) und bis zu 15 Prozent an Nierenversagen.

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Komplikationen

Ein unbehandelter oder unzureichend behandelter Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) kann im weiteren Verlauf verschiedene Komplikationen hervorrufen. Betroffen sind in erster Linie das Herz- und Gefässsystem, die Gehirndurchblutung sowie die Nieren. Andere Krankheiten wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) treten häufig in Kombination mit Bluthochdruck auf.

Die bei Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) im weiteren Verlauf auftretenden Komplikationen betreffen häufig das Herz- und Gefässsystem: Bluthochdruck führt zu einer ständigen Druckbelastung im Herz-Kreislauf-System. Dadurch vergrössert sich die linke Herzkammer, was zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen kann.

Bluthochdruck fördert zudem die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) in den Herzkranzgefässen und in anderen Körperregionen. Beschwerden wie Angina pectoris oder ein Herzinfarkt können die Folge sein. Bluthochdruck gilt als Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit, bei der die Herzkranzgefässe verengt sind. Die Arteriosklerose kann in den Beinen zu Durchblutungsstörungen führen. Bei Hypertonikern ist auch das Risiko erhöht, dass sich die Hauptschlagader weitet (Aortenaneurysma), die in der Folge reissen und zu einer lebensbedrohlichen Blutung führen kann.

Zu den bei Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) häufig von Komplikationen betroffenen Körperteilen gehört das Gehirn: Bluthochdruck ist der grösste Risikofaktor für einen Schlaganfall. Bis zu 70 Prozent aller Schlaganfälle bei Menschen im Alter von über 65 Jahren treten infolge einer Hypertonie auf.

Die bei Bluthochdruck im weiteren Verlauf auftretenden Komplikationen betreffen auch oft die Nieren: So sind Nierenerkrankungen (Schrumpfniere) bis hin zum Nierenversagen möglich; Bluthochdruck ist die häufigste Ursache für ein voranschreitendes chronisches Nierenversagen (Niereninsuffizienz): Der erhöhte Blutdruck schädigt die kleinen Gefässe in der Niere und funktionsfähige Nierenareale sterben ab. Die Gesamtfunktion der Niere lässt nach – bis zum akuten Nierenversagen. Nierenschäden durch Bluthochdruck sind der dritthäufigste Grund, warum Menschen zur Dialyse (Blutwäsche) müssen.

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8. Vorbeugen

Wer einem Bluthochdruck (hoher Blutdruck, Hypertonie) vorbeugen oder schon erhöhte Werte senken möchte, kann eine Menge tun. Die Änderung des Lebensstils kann entscheidend dazu beitragen, dass zu hohe Blutdruckwerte wieder sinken – oder dass Bluthochdruck gar nicht erst entsteht.

Mit regelmässiger Bewegung, gesunder Ernährung Stressabbau und einem normalen Gewicht können Sie dem Blutdruck etwas Gutes tun und die Werte dauerhaft im Normalbereich halten!

Wenn Sie bereits Medikamente gegen Bluthochdruck einnehmen, empfiehlt es sich, die individuelle Therapie einzuhalten, um dauerhaft stabile Blutdruckwerte zu erreichen.

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