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Chronische Bronchitis

(Bronchitis, chronische)
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1. Überblick

Die einfache chronische Bronchitis ist eine dauerhafte Erkrankung der Atemwege mit fortwährendem Hustenreiz. Durch frühzeitiges und konsequentes Meiden der auslösenden Gifte lässt sich eine gute Prognose erzielen.

Eine chronische Bronchitis liegt dann vor, wenn Husten und Auswurf wenigstens drei Monate in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren bestehen. In der Schweiz ist das Rauchen der wichtigste Risikofaktor für eine chronische Bronchitis. Dauert die Erkrankung lange an, kann eine chronisch obstruktive Bronchitis, ein Lungenemphysem oder ein Bronchialkarzinom entstehen. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen. Ausserdem steigt das Risiko, eine chronische Bronchitis zu entwickeln, mit zunehmendem Lebensalter.

Ein chronischer Husten ist nicht nur für eine chronische Bronchitis typisch, sondern kann durch verschiedene Krankheiten entstehen. Da diese Krankheiten zwar sehr ähnliche Symptome, aber recht vielschichtige Entstehungsweisen zeigen, fasst man sie unter dem Begriff chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD = chronic obstructive pulmonary disease) zusammen. Obstruktiv bezeichnet dabei die Verengung der Atemwege, die mit den Erkrankungen einhergeht und zur Atemnot führen kann.

Die einfache chronische Bronchitis gehört – als mögliche Vorstufe zur chronisch obstruktiven Bronchitis – bedingt auch zu diesem Krankheitskomplex. Sie ist aber keine obstruktive Lungenerkrankung, weil hier die Bronchien (noch) nicht verengt sind.

2. Definition

Die chronische Bronchitis ist eine Dauererkrankung der Atemwege: Per Definition ist jeder ständige oder oft auftretende Hustenreiz mit Auswurf, der an den meisten Tagen während mindestens drei Monaten in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auftritt, eine chronische Bronchitis.

Somit ist die chronische Bronchitis klar von anderen Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale oder einem Lungenemphysem unterscheidbar: Die einfache chronische Bronchitis führt nur zu Husten mit Auswurf, nicht zu einer Verengung der Bronchien und damit nicht zur Atemnot.

COPD

Ein für die chronische Bronchitis typischer chronischer Husten kann auch durch andere Krankheiten entstehen. Diese Krankheiten sind in ihrer Entstehung zwar recht vielschichtig, äussern sich aber sehr ähnlich. Daher fasst man sie unter dem Begriff chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD = Chronic Obstructive Pulmonary Diseases) zusammen. Obstruktiv bezeichnet dabei die Verengung der Atemwege, die auf die Erkrankungen zurückzuführen ist und die zur Atemnot führen kann.

Die einfache chronische Bronchitis gehört – als mögliche Vorstufe zur chronisch obstruktiven Bronchitis – bedingt auch zu diesem Krankheitskomplex. Sie ist aber keine obstruktive Lungenerkrankung, weil hier die Bronchien (noch) nicht verengt sind.

3. Ursachen

Für eine chronische Bronchitis kommen verschiedene Ursachen infrage. Das Rauchen ist die häufigste Ursache für eine chronische Bronchitis. Dabei gilt: Je mehr Zigaretten man raucht, desto höher ist das Risiko, eine chronische Bronchitis zu entwickeln. 90 Prozent aller Bronchitiker sind aktive Raucher oder haben längere Zeit geraucht. Bei jedem zweiten Raucher über 40 Jahren liegt eine chronische Bronchitis vor.

Weitere mögliche Ursachen für eine chronische Bronchitis sind schädigende Stoffe, die beim Einatmen ins Atmungssystem gelangen. Besonders betroffen sind Bergleute und Arbeiter in Betrieben, in denen sie einer ständigen Belastung durch Staub, Gas oder Dämpfe ausgesetzt sind. Die inhalierten Schadstoffe schädigen das Lungengewebe und erhöhen somit das Risiko für Infektionen mit Viren und Bakterien.

Auch erblich bedingte Veranlagungen können bei einer Überempfindlichkeit des Bronchialsystems eine chronische Bronchitis verursachen.

Erreger

Die für eine chronische Bronchitis als Ursachen verantwortlichen Erreger sind in den meisten Fällen die Bakterien Haemophilus influenzae und Streptococcus pneumoniae.

4. Symptome

Die für eine einfache chronische Bronchitis typischen Symptome sind ein häufiger oder chronischer Husten und ein sich dabei teils bildender weisslicher zäher Schleim (Auswurf), der bei Infekten gelblich-eitrig ist. Vor allem in den Morgenstunden husten Bronchitiker massiv Schleim ab.

Diese für die chronische Bronchitis typischen Symptome können sich abhängig vom Wetter verstärken: Bei vielen Betroffenen verschlechtert sich der Gesundheitszustand, wenn eine Wetterlage vorherrscht, bei der durch mangelnde Luftbewegung und geringen Luftaustausch zwischen verschiedenen Luftschichten (wie z.B. bei Nebel) die Luftverschmutzung durch Gase, Partikel oder Ähnliches zunimmt.

In den meisten Fällen verläuft die chronische Bronchitis in drei Stadien, die fortschreitend stärkere Symptome zeigen:

  • Stadium 1: Einfache Erkrankung, die durch häufigen Husten mit weissem (bei bakterieller Infektion gelbem) Auswurf gekennzeichnet ist. Die Bronchien sind noch nicht chronisch verengt, es bestehen keine Anzeichen von Atemnot. In diesem Stadium ist die chronische Bronchitis heilbar, indem die Betroffenen aufhören zu rauchen.
  • Stadium 2: Die einfache chronische Bronchitis geht in die chronisch obstruktive Bronchitis über, in der die Bronchien dauerhaft verengt sind. Die Symptome zeigen sich besonders bei Anstrengung: Es kommt zu Luftnot und schweren Hustenattacken sowie zu einem deutlichen Leistungsabfall.
  • Stadium 3: Im dritten Stadium führt die chronische Bronchitis zu einem Lungenemphysem, das die Lunge dauerhaft schädigt. Der erhöhte Blutdruck in den Lungengefässen überlastet und schädigt das Herz (Cor pulmonale).

5. Diagnose

Der Verdacht auf eine chronische Bronchitis ergibt sich durch häufigen beziehungsweise dauernden Husten mit weissem, zähem Auswurf (v.a. bei Rauchern). Um die Diagnose zu sichern, stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung:

  • Als erster Schritt zur Diagnose einer chronischen Bronchitis erfolgt die körperliche Untersuchung der Betroffenen. Hierzu gehören das Abhören und Abklopfen der Lunge und die Untersuchung der Atemwege.
  • Die Blutuntersuchung gibt Auskunft über mögliche Komplikationen (durch Infektionen oder wichtige Begleiterkrankungen).
  • Die Untersuchung der Lunge durch eine Spirometrie ermöglicht es, die chronische Bronchitis von den obstruktiven und restriktiven Lungenerkrankungen abzugrenzen. (Zu den obstruktiven Lungenerkrankungen gehören Asthma, Lungenemphysem und chronisch obstruktive Bronchitis; bei restriktiven Lungenerkrankungen ist das Lungengewebe zerstört und im Lungengerüst das Bindegewebe durch Einlagerung von Kollagen, einem Eiweisskörper, krankhaft verändert.)
  • Eine Röntgenaufnahme der Lunge trägt zur Diagnose einer chronischen Bronchitis bei, weil sich so andere Lungenerkrankungen wie Tuberkulose, Lungenkrebs usw. ausschliessen lassen.
  • Das Elektrokardiogramm (EKG) liefert Hinweise auf eine mögliche Begleiterkrankung des Herzens (infolge Überlastung durch einen ständig erhöhten Blutdruck im Lungensystem, der allerdings bei einer einfachen chronischen Bronchitis noch nicht auftritt) beziehungsweise der Herzkranzgefässe koronare Herzkrankheit).

6. Therapie

Die gegen eine chronische Bronchitis wirksame Therapie besteht darin, die auslösenden Gifte zu meiden und die Beschwerden der Bronchitis medikamentös zu lindern. Hierzu stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Eine chronische Bronchitis ist jedoch nur in minderschweren Stadien heilbar – und auch dann nur, wenn Sie die Auslöser vollständig meiden.

Meiden der auslösenden Gifte

Wenn Sie eine chronische Bronchitis entwickelt haben, ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie das Meiden der auslösenden Gifte. Wenn Sie Raucher sind, bedeutet dies: mit dem Rauchen aufhören. In den meisten Fällen ist dieser Versuch jedoch vergeblich: Nur wenigen Rauchern mit einer sogenannten Raucherbronchitis gelingt es, ihre Nikotinsucht zu überwinden – trotz aller ernst zu nehmenden Warnungen, das Krankheitsbild könne sich bis zum Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) verschlimmern. Dabei ist ein rauchfreies Leben die einzige gegen chronische Bronchitis wirksame Behandlung – und der Husten verschwindet in den meisten Fällen bereits vier Wochen nach der letzten Zigarette.

Wenn Umweltbelastungen Ihre chronische Bronchitis ausgelöst haben, sollten Sie zur Therapie einen Ortswechsel in ein Gebiet mit sauberer Atemluft in Betracht ziehen. Ein Urlaub am Meer oder in den Bergen bringt schnelle Erleichterung.

Therapie bei Infekten

Wenn Sie eine chronische Bronchitis haben, sind zur Therapie verschiedene Mittel verfügbar, die bei Infekten Ihre Symptome (wie Schleimbildung, Schmerzen, Fieber und Husten) lindern können:

Dauertherapie

Ist die chronische Bronchitis unkompliziert, kommen bronchienerweiternde und entzündungshemmende Medikamente nicht zur Therapie zum Einsatz. Erst wenn im fortgeschrittenen Stadium die Atemwege verengt sind, sind diese Medikamente als Dauertherapie in Spray-, Pulver- oder Tablettenform einzunehmen.

Schleimlösende Mittel

Eine chronische Bronchitis lässt sich durch eine Therapie mit schleimlösenden Medikamenten Acetylcystein, Efeuextrakt usw.) nicht in ihrem Verlauf beeinflussen. Schleimlösende Mittel sind jedoch sinnvoll, um akute Infekte und massive Schleimbildung zu lindern.

Schmerz- und Fiebermittel

Ist Ihre chronische Bronchitis mit einem Infekt verbunden, bei dem Fieber und Schmerzen auftreten, sind zur Therapie Schmerz- und Fiebermittel geeignet. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Fieber zu einer wirkungsvollen Bekämpfung eines Infekts notwendig ist, weshalb Sie es nicht um jeden Preis unterdrücken sollten.

Hustenstiller

Geht die chronische Bronchitis mit trockenem, lästigem Reizhusten einher, kann zur Therapie ein Hustenstiller vom Kodeintyp oder Noscapin zum Einsatz kommen. Diese Mittel dürfen Sie allerdings nur kurzfristig und in Ausnahmefällen gegen den Husten einnehmen, denn: Hustenstiller unterdrücken zwar den Hustenreiz, aber auch das natürliche und gewollte Abhusten des Schleims. Wenn Sie Ihren Husten zu häufig stillen, kann sich der Schleim in den Bronchien festsetzen und letztendlich eine Lungenentzündung (Pneumonie) auslösen.

Antibakterielle Therapie

Gegen eine chronische Bronchitis sollte auf jeden Fall eine antibakterielle Therapie erfolgen, wenn sich Ihr Allgemeinzustand verschlechtert oder wenn Sie Fieber haben, verbunden mit grünlich-eitrigem Auswurf. In schwereren Stadien der chronischen Bronchitis sind auch bei virusbedingten Erkältungen Antibiotika hilfreich: Die in der Abwehr geschwächten Bronchien sind so vor einer Infektion mit Bakterien geschützt.

7. Verlauf

Eine chronische Bronchitis hängt in ihrem Verlauf in hohem Masse davon ab, ob die Betroffenen die Auslöser frühzeitig und konsequent meiden.

Prognose

Wer eine einfache chronische Bronchitis hat und in deren Verlauf früh die auslösenden Gifte – wie Tabakrauch und Gifte in der Atemluft – konsequent meidet, kann mit einer guten Prognose rechnen. Sind die Betroffenen diesen Giften weiter ausgesetzt, führt die chronische Bronchitis allerdings zu einer ernsthaften Erkrankung mit schweren Schäden an Lunge und Herz, bei der keine Heilung mehr möglich ist.

Komplikationen

Wer eine einfache chronische Bronchitis hat und die auslösenden Gifte nicht meidet, muss im weiteren Verlauf mit verschiedenen Komplikationen rechnen: Gelangen Tabakrauch, Gase, Dämpfe oder Stäube fortwährend über die Atmung in die Atemwege, geht eine lang andauernde, chronische Bronchitis in den meisten Fällen in das Stadium 2 (d.h. in eine chronisch obstruktive Bronchitis) über, in dem die Bronchien dauerhaft verengt sind. Durch die Verengung der Bronchien kommt es zu Atemnot und einem Leistungsabfall. Der zunehmende Widerstand in den Atemwegen führt im Stadium 3 zu einer Überblähung der Lunge (Lungenemphysem). Nimmt der Blutdruck in den Lungengefässen dadurch zu, überlastet und schwächt dies das Herz.

In den durch ständigen Einfluss von Giften geschädigten Bronchien kann die chronische Bronchitis mit der Zeit zu Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) führen. Weitere, nicht ungefährliche Komplikationen einer chronischen Bronchitis sind die Lungenentzündung (Pneumonie) und die eitrige Bronchitis.

8. Vorbeugen

Eine chronische Bronchitis ist vermeidbar, indem Sie die auslösenden Gifte meiden. Die wichtigste Massnahme zum Vorbeugen einer chronischen Bronchitis besteht darin, nicht zu rauchen: 90 Prozent aller Bronchitiker sind Raucher. Nichtraucher entwickeln nur in seltenen Fällen eine chronische Bronchitis.

Impfungen

Wer schon eine chronische Bronchitis hat, kann möglichen Komplikationen der chronischen Bronchitis durch Impfungen vorbeugen:

Grippe-Schutzimpfung

Wenn Sie eine chronische Erkrankung der Atmungsorgane – wie eine chronische Bronchitis oder eine COPD – haben, ist es besonders ratsam, sich gegen Grippe (Influenza) impfen zu lassen. Die Grippe-Schutzimpfung sollten Sie jährlich auffrischen lassen, weil die Grippeerreger jährlich wechseln. Sie ist ausschliesslich gegen die echte Grippe wirksam und nicht gegen einfache Erkältungskrankheiten.

Pneumokokken-Schutzimpfung

Wenn Sie eine chronische Bronchitis haben, ist die Pneumokokken-Schutzimpfung zum Vorbeugen von Komplikationen ebenso wichtig wie die Impfung gegen Grippe: Pneumokokken sind weit verbreitete Bakterien, die Lungenentzündungen hervorrufen können. Die Impfung gegen Pneumokokken sollten Sie alle fünf Jahre auffrischen lassen. Kürzere Abstände sind aufgrund der höheren Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen nicht zu empfehlen. Die Pneumokokken-Schutzimpfung ist für alle Menschen mit erkrankten Atmungsorganen (also auch für Asthmatiker und Menschen mit COPD) zu empfehlen.