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COPD

(Chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
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1. Überblick

Unter dem Begriff COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) fasst man verschiedene chronische Atemwegserkrankungen zusammen, die mit Husten, Atemnot und Auswurf einhergehen. In vielen Fällen lässt sich die COPD vermeiden – denn ihre Hauptursache ist das Rauchen.

COPD ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung chronic obstructive pulmonary disease (übersetzt: chronisch obstruktive Lungenkrankheit) und steht für verschiedene Atemwegserkrankungen, die eins gemeinsam haben:

Alle Atemwegserkrankungen bei einer COPD sind durch eine zunehmende Blockierung des Luftstroms in der Lunge gekennzeichnet (sog. Obstruktion).

Allerdings unterscheiden sich die verschiedenen Atemwegskrankungen in ihrer

  • Entstehung,
  • Diagnose und
  • Therapie.

Die COPD ist in erster Linie durch folgende Lungenerkrankungen gekennzeichnet:

Fakten über COPD

  • Was ist COPD? Die Abkürzung COPD steht für den englischen Begriff chronic obstructive pulmonary disease, was übersetzt "chronisch obstruktive Lungenkrankheit" bedeutet.
  • Die Bezeichnung COPD dient als Sammelbegriff für verschiedene chronische Atemwegserkrankungen, die eins gemeinsam haben:
    Sie alle sind durch eine zunehmende Störung des Luftstroms der Atemwege gekennzeichnet – entweder, weil die Bronchien dauerhaft verengt und entzündet sind (chronisch obstruktive Bronchitis) oder weil die Lunge krankhaft überbläht ist (sog. Lungenemphysem).
  • Die Folge: Betroffene bekommen Probleme beim Atmen – zunächst nur bei körperlicher Belastung, in fortgeschrittenen Stadien aber auch in Ruhe.
  • Ohne Behandlung verstärkt sich die Atemnot, bis die Betroffenen fast ständig das Gefühl haben, zu wenig Luft zu bekommen.
  • Ohne Behandlung verstärkt sich die Atemnot, bis die Betroffenen fast ständig das Gefühl haben, zu wenig Luft zu bekommen.
  • Viele Betroffene leiden auch unter chronischem Husten (vor allem morgens und nachts) und morgendlichem Auswurf.
  • Häufig ist eine COPD auch mit Leistungsschwäche und einer allgemein verminderten Belastbarkeit verbunden.
  • Eine COPD entsteht in der Regel durch eine lang anhaltende Schadstoffbelastung der Lunge – etwa durch jahrelanges Einatmen schädlicher Stoffe.
  • Dabei steht das Rauchen an erster Stelle: Für bis zu 90 Prozent aller Fälle von COPD ist das Tabakrauchen verantwortlich.
  • Seltener sind giftige Stäube, Dämpfe und Gase verantwortlich, wie sie bei einigen Berufsgruppen (z.B. bei Bergleuten) vorkommen.
  • Bevor eine COPD auftritt, besteht meist eine einfache chronische Bronchitis. Bei der einfachen chronischen Bronchitis kommt es nur zu Husten mit Auswurf, nicht jedoch zu einer Verengung der Bronchien.
  • Eine einfache chronische Bronchitis ist heilbar, indem man die auslösenden Gifte konsequent meidet.
  • COPD hingegen lässt sich nicht heilen – man sagt, die Veränderungen der Lunge sind irreversibel.
  • Eine geeignete Behandlung kann jedoch das Leben mit COPD verbessern, indem sie das Fortschreiten der Krankheit verringert, die Symptome und die Anfallshäufigkeit mindert und somit die Lebenserwartung und Lebensqualität der Betroffenen erhöht.
  • Entscheidend bei der COPD-Therapie ist es, die Auslöser der Lungenkrankheit zu vermeiden. Für viele Betroffene heißt das in erster Linie: auf Zigaretten verzichten!
  • Bestimmte Medikamente können dabei helfen, die Bronchien weit zu stellen und dadurch die Atmung zu verbessern.
  • Wenn diese Mittel keine ausreichende Wirkung zeigen, ist der Einsatz kortisonhaltiger Medikamente sinnvoll.
  • Erreicht die COPD ein fortgeschrittenes Stadium, hat sich eine Therapie mit Sauerstoff bewährt dabei bekommen Betroffene über eine Nasensonde mindestens 16 bis 24 Stunden täglich Sauerstoff.
  • Die Sauerstoff-Langzeittherapie (LTOT) steigert die Lebenserwartung der Betroffenen mit COPD deutlich.
  • Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie vorbeugen! Konkret bedeutet das:
    Rauchen Sie nicht und versuchen Sie, das Einatmen von Schadstoffen am Arbeitsplatz oder Luftverschmutzungen im Freien (Staub, Dämpfe und Gase) so weit wie möglich zu vermeiden.

Ursache der COPD ist meist eine lang anhaltende Schadstoffbelastung der Lunge durch jahrelanges Einatmen schädlicher Stoffe. Der grösste Risikofaktor für die chronisch obstruktive Lungenkrankheit ist das Rauchen. Seltener sind Umweltfaktoren oder erbliche Ursachen die Auslöser für eine COPD.

Einer COPD geht meist eine einfache chronische Bronchitis mit Husten und Auswurf voraus. Im Gegensatz zur COPD ist die einfache chronische Bronchitis noch umkehrbar (reversibel). Wer von einer chronischen, also dauerhaft bestehenden, Bronchitis betroffen ist und die Ursachen nicht behebt, geht das Risiko ein, dass sich die Bronchien im weiteren Krankheitsverlauf verengen und eine chronisch obstruktive (einengende) Bronchitis entsteht.

Die wichtigsten COPD-Symptome sind:

  • chronischer Husten,
  • Auswurf,
  • Atemnot (vor allem bei Belastung) und
  • eine deutliche Leistungsminderung.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung kann dann bei ganz normalen Alltagsbelastungen wie Treppensteigen oder auch beim Ankleiden zunehmend Probleme bereiten.

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Die COPD ist weltweit die dritthäufigste Todesursache. Hat sich erst einmal eine COPD entwickelt, ist eine vollständige Heilung nicht mehr möglich. Eine geeignete COPD-Behandlung kann jedoch das Leben mit der Lungenkrankheit vereinfachen, indem sie ihr Fortschreiten aufhält, die Symptome der COPD mildert und somit Lebenserwartung und Lebensqualität der Betroffenen erhöht beziehungsweise erhält.

Häufig wird eine COPD erst spät diagnostiziert. Aus diesem Grunde haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das National Institute of Health (NIH) die sogenannte Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) gegründet. Die GOLD hat sich das Ziel gesetzt, die Diagnose und die Behandlung der COPD zu verbessern und die Bevölkerung über die Krankheit zu informieren.

Zur Therapie der COPD kommen Medikamente zum Einsatz (v.a. um die Bronchien zu erweitern). Zudem spielen bei der Behandlung einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung auch nicht-medikamentöse Massnahmen eine Rolle, so etwa körperliches Training, Patientenschulungen, Physiotherapie, Ernährungstherapie oder die Langzeitbehandlung mit Sauerstoff.

Entscheidend für den Behandlungserfolg ist es, die Auslöser der COPD zu vermeiden. Das heisst insbesondere, mit dem Rauchen aufzuhören – denn das fortlaufende Inhalieren von Tabakrauch verstärkt die chronische Entzündung der Schleimhäute.

2. Definition

Die Abkürzung COPD steht für den englischen Begriff chronic obstructive pulmonary disease (= chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Die COPD ist eine dauerhafte (= chronische) Lungenkrankheit, die gekennzeichnet ist durch eine zunehmende Störung des Luftstroms der Atemwege. Die zugrunde liegenden Veränderungen in der Lunge sind verantwortlich für die wichtigsten Symptome der COPD:

Die COPD umfasst laut Definition folgende Lungenkrankheiten (einzeln oder in Kombination):

  • die chronisch obstruktive Bronchitis, die durch verstopfte beziehungsweise verengte (= obstruktive) Bronchien gekennzeichnet ist
  • das Lungenemphysem, bei dem das Lungengewebe krankhaft überbläht ist

Vor Beginn einer COPD steht meist eine einfache chronische Bronchitis – eine anfangs eigenständige Lungenkrankheit, bei der die Luftwege nicht dauerhaft verengt sind. Im Gegensatz zur COPD kann sich die Lunge von einer einfachen chronischen Bronchitis wieder erholen. Im weiteren Krankheitsverlauf kann sich aus der chronischen Bronchitis jedoch eine chronisch obstruktive Bronchitis entwickeln – eine COPD. Bei einer COPD verengen sich die Bronchien und es kommt vor allem bei Belastung zu Atemnot. Die Veränderungen der Lunge bei der chronisch obstruktiven Bronchitis lassen sich nicht rückgängig machen (irreversibel).

Häufigkeit

In Europa und Nordamerika hat etwa jeder 7. bis 12. Erwachsene eine COPD, wobei die Häufigkeit im höheren Alter stark zunimmt. Die COPD gilt inzwischen als die Volkskrankheit mit der höchsten Steigerungsrate.

Experten gehen von aus, dass in Europa nur jeder fünfte Fall diagnostiziert wird – die meisten Betroffenen sind sich ihrer Lungenerkrankung demnach nicht bewusst. Bei schwerer COPD trifft dies noch auf über 40 Prozent der Fälle zu.

Weltweit ist die chronisch obstruktive Lungenerkrankung derzeit die dritthäufigste Todesursache. Überflügelt wird die COPD nur noch durch die koronare Herzkrankheit (KHK) und Erkrankungen der hirnversorgenden Blutgefässe, die zum Schlaganfall führen können (sog. cerebrovaskuläre Erkrankungen).

Zwar sind Männer immer noch häufiger als Frauen von der COPD betroffen, doch liegen die Zahlen lange nicht mehr so weit auseinander wie früher. Mittlerweile sind weltweit etwa jeder 8. Mann und jede 12. Frau betroffen.

3. Ursachen

Eine COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) entsteht in der Regel durch eine lang anhaltende Schadstoffbelastung der Lunge – etwa durch jahrelanges Einatmen schädlicher Stoffe:

  • Dabei steht das Rauchen unter den COPD-Ursachen an erster Stelle: Für bis zu 90 Prozent aller Fälle von COPD ist das Tabakrauchen verantwortlich. Etwa jeder zweite ältere Raucher entwickelt eine COPD. Dabei gilt: Je mehr Sie rauchen, desto höher ist das Risiko an COPD zu erkranken. Auch das Passivrauchen ist ein Risikofaktor und gilt als mögliche Ursache einer COPD.
  • Wesentlich seltener sind giftige Stäube, Dämpfe und Gase für die COPD verantwortlich. Bei Bergleuten in Steinkohlegruben unter Tage ist beispielsweise die als Lungenemphysem bezeichnete chronisch obstruktive Lungenerkrankung eine Berufskrankheit.

In seltenen Fällen kann eine COPD auch erbliche Ursachen haben: Ein bestimmter vererbter Schaden am Erbgut (Gendefekt), der sogenannte Alpha-1-Antitrypsinmangel, kann zu Störungen in der Lunge führen und so ein Lungenemphysem verursachen. Desweiteren können häufige Atemwegsinfekte in der Kindheit später eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung zur Folge haben.

4. Symptome

Eine COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) äussert sich vor allem durch die typischen Symptome

Häufig ist eine COPD auch mit Leistungsschwäche und einer allgemein verminderten Belastbarkeit verbunden.

Husten

Ob die COPD-Symptome im Einzelfall Husten umfassen, hängt davon ab, in welcher Form die chronisch obstruktive Lungenerkrankung vorliegt: Für die chronisch obstruktive Bronchitis ist ein meist schon länger anhaltender Husten typisch. Die Symptome sind abhängig von der Tageszeit: Vor allem morgens nach dem Aufstehen ist ein sehr starker Husten, oft verbunden mit Auswurf, typisch – der Grund dafür ist nicht bekannt. Liegen zusätzliche Atemwegsinfekte vor, ist die chronisch obstruktive Bronchitis oft mit heftigen Anfällen von Atemnot verbunden.

Bei einer COPD nur mit Lungenemphysem hingegen beinhalten die typischen Symptome selten Husten. Wenn diese COPD-Form mit Husten verbunden ist, dann tritt er meistens morgens auf – wobei die Betroffenen den Schleim abhusten, der sich über Nacht angesammelt hat.

Häufiger Reizhusten, der meist ohne Schleimproduktion und vor allem morgens und nachts vorkommt, weist auf eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung mit asthmatischer Komponente hin. Die Betroffenen husten häufig anfallartig oder haben Anfälle von Atemnot – Auslöser hierfür sind oft äussere Reize wie Tabakrauch, Küchendünste, Parfum und andere Reizstoffe. Der Grund für diese Anfälle liegt in einem überempfindlichen Bronchialsystem. Oft wecken Hustenanfälle die Betroffenen auch nachts auf. Im Verlauf der COPD nehmen die Symptome an Häufigkeit und Ausprägung zu.

Auswurf

Auch Auswurf ist nicht bei jeder COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) eines der typischen Symptome. So kommt Auswurf beim Lungenemphysem selten vor – wenn, dann vorwiegend morgens.

Die chronisch obstruktive Bronchitis verursacht allerdings – ebenso wie ihre Vorstufe, die chronische Bronchitismeist Husten mit starkem Auswurf. Noch bevor sich die COPD entwickelt, können diese Symptome also schon bestehen. Der Auswurf ist normalerweise weiss, bei bakteriellen Infekten gelb-grün verfärbt.

Atemnot

Jede COPD ist gekennzeichnet durch zunehmende Symptome einer Atemnot. Zunächst verursacht die chronisch obstruktive Lungenerkrankung die Symptome nur bei körperlicher Belastung; im fortgeschrittenen Stadium kommt es auch in Ruhe zu Luftnot.

Eine einfache chronische Bronchitis vor Beginn einer COPD ist allerdings so gut wie nie mit Atemnot verbunden. Die Symptome treten erst dann auf, wenn sich aus der Lungenkrankheit eine chronisch obstruktive Bronchitis entwickelt hat, und verstärken sich ohne geeignete Behandlung, bis die Betroffenen fast ständig das Gefühl haben, zu wenig Luft zu bekommen. Auch bei einer COPD mit Lungenemphysem besteht eine fast dauerhafte Atemnot. Je nachdem, wie die COPD ausgeprägt ist, kann die Luftnot sich so ausweiten, dass die Betroffenen selbst minimale Anstrengungen als Schwerstarbeit empfinden.

5. Diagnose

Zur Diagnose der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) kommt es oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Lungenkrankheit. Der Grund: Wer unter morgendlichem Husten und gelegentlicher Atemnot leidet, vermutet nicht gleich eine COPD.

Um eine COPD von anderen Erkrankungen wie zum Beispiel Asthma oder Tuberkulose abgrenzen und die passende Therapie festlegen zu können, ist eine genaue Diagnose wichtig. Daher überweisen viele Hausärzte den Patienten an einen Lungenfacharzt – fachsprachlich Pneumologe genannt. Er kann mithilfe einer Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) eine COPD feststellen.

Die Untersuchung beginnt in der Regel mit einer sorgfältigen Erfassung der Krankheitsgeschichte (sog. Anamnese). Anschliessend kommen folgende Untersuchungen zur COPD-Diagnose zum Einsatz:

  • die körperliche Untersuchung
  • die Lungenfunktionsdiagnostik durch eine Spirometrie
  • die Allergiediagnostik – gelegentlich sinnvoll, um Asthma bronchiale auszuschliessen

Reicht dies nicht aus, um eine COPD sicher festzustellen, können weitere Untersuchungen folgen. Dazu zählen:

  • Blutuntersuchung
  • eventuell Röntgenaufnahmen oder Computertomographie (CT) der Lunge
  • Ganzkörperplethysmographie
  • Bronchoskopie

Einteilung der COPD nach GOLD

Es ist üblich, die COPD nach den Kriterien der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) in vier Stadien und vier Schweregrade einzuteilen. Das COPD-GOLD-Stadium wird dabei von dem Ergebnis eines Lungenfunktionstests bestimmt – der Schweregrad der COPD richtet sich nach

  • der Lungenfunktion,
  • der Exazerbationsrate (Anzahl von deutlichen Verschlechterungen der Symptome) und
  • dem Ergebnis eines Patienten-Fragebogens (sog. COPD Assessment Test) zu den Symptomen.

Die vier COPD-Stadien

Wichtig für die Einteilung der COPD in die Stadien I bis IV sind zwei bestimmte Werte des Lungenfunktionstest:

  1. die grösstmögliche Menge an Luft, die Sie innerhalb von einer Sekunde ausatmen können (FEV1, Forced Expiratory Volume in 1 second)
  2. die Luftmenge, die Sie nach tiefem Einatmen mit maximaler Geschwindigkeit insgesamt wieder ausatmen können (FVC, forced vital capacity)

Das Verhältnis von FEV1 zu FVC beträgt normalerweise mehr als 0,75 – bei Menschen mit COPD ist dieser Wert niedriger.

Die Einteilung der vier COPD-Stadien nach GOLD

COPD-GOLD-StadiumFEV1 (Sollwert = 100 %)FEV1/FVC
I (leicht)≥ 80% Soll< 70%
II (mittel)50% bis 80% Soll< 70%
III (schwer)30% bis 50% Soll< 70%
IV (sehr schwer)< 30% Soll

< 70%

Für die Einteilung der COPD in die Stadien eins bis vier spielen nur die Ergebnisse des Lungenfunktionstests eine Rolle – die Symptome werden dabei nicht berücksichtigt.

Die vier COPD-Schweregrade nach GOLD

Nach den Kriterien der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) lässt sich die COPD zusätzlich zu den vier COPD-GOLD-Stadien in vier Schweregrade unterteilen. Der Schweregrad der COPD richtet sich nach

  1. dem COPD-GOLD-Stadium,
  2. der Häufigkeit von Krankheitsschüben in den vergangenen 12 Monaten (Exazerbationsrate) und
  3. der individuellen Ausprägung der Symptome (gemessen anhand eines Patientenfragenbogens).

Nach diesen Kriterien ergeben sich vier Patientengruppen (A bis D) mit unterschiedlichen Schweregraden.

Die Einteilung der vier COPD-Schweregrade nach GOLD

SchweregradCOPD-StadiumExazerbationsrisikoSymptome
AI bis IIniedrig (≤ eine Exazerbation pro Jahr)wenige Symptome (CAT < 10)
BI bis IIniedrig (≤ eine Exazerbation pro Jahr)vermehrte Symptome (CAT ≥ 10)
CIII bis IVhoch (≥ zwei Exazerbationen pro Jahr)wenige Symptome (CAT < 10)
DIII bis IVhoch (≥ zwei Exazerbationen pro Jahr)vermehrte Symptome (CAT ≥ 10)

Ausschlaggebend für die Bestimmung des COPD-Schweregrads sind dabei die höchsten Risikoparameter. Ein Beispiel: Eine Person weist relativ gute FEV1-Werte auf und entspricht damit dem COPD-GOLD-Stadium II. Bei einem hohen Exazerbationsrisiko (zwei oder mehr Exazerbationen im Jahr) und einem CAT-Score von mehr als 10 würde diese Person trotz der guten FEV1-Werte zur Patientengruppe D gehören.

Die Einteilung der vier COPD-GOLD-Schweregrade mag auf den ersten Blick etwas komplex wirken – für die entsprechenden Therapieempfehlungen ist sie allerdings hilfreich.

Körperliche Untersuchung

Bei Anzeichen einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) erfolgt zur Diagnose zunächst eine körperliche Untersuchung: Hierzu gehören die Begutachtung der Lunge, die Blutdruckmessung sowie eine Untersuchung von Herz, Bauch und Beinen.

Bei der COPD-Diagnose spielt die Begutachtung der Lunge eine zentrale Rolle. Hierbei untersucht der Arzt die Atemwege und prüft auf krankhafte Atemgeräusche, indem er den Brustkorb abklopft und abhört. Durch das Klopfgeräusch kann der Arzt feststellen, ob sich die Lunge während der Atmung ausreichend verschieben kann – oder ob sich beispielsweise Wasser in der Lunge befindet, das eine Dämpfung des Klopfschalls hervorruft.

Beim Abhören der Lunge achtet der Arzt auf Rasselgeräusche, die durch Schleimbildung entstehen und vor allem bei den Bronchitisformen der COPD auftreten. Ausserdem prüft er auf trockene Atemgeräusche, wie etwa Brummen oder Pfeifen. Solche Laute sprechen eher für verengte Luftwege bei akutem Asthma bronchiale.

Bei einer COPD mit Lungenemphysem ist der Brustkorb fassförmig verändert und die Atembewegungen sind deutlich eingeschränkt. Das Atemgeräusch ist schwächer zu hören als bei gesunden Menschen und der Klopfschall klingt hohl.

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Lungenfunktionsdiagnostik

Bei der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) kommt zur Diagnose die sogenannte Spirometrie zum Einsatz – eine Messung und Aufzeichnung der Atmung, die eine umfassende Lungenfunktionsdiagnostik ermöglicht. Dabei lassen sich zum Beispiel folgende Werte erfassen:

  • das Gesamtfassungsvermögen der Lunge
  • die Kraft, die man aufbringen kann, um Luft aus der Lunge auszuatmen
  • den Widerstand der Atemwege, den verengte Bronchien verursachen

Die häufig vor Beginn einer COPD bestehende einfache chronische Bronchitis zeigt gewöhnlich keine wesentlichen Veränderungen in der Spirometrie. Liegt eine chronisch obstruktive Bronchitis vor, sind bei der Diagnose dagegen deutliche Zeichen einer Verengung der Bronchien feststellbar.

Beim Lungenemphysem verursacht der Verlust von Lungengewebe eine erhöhte Luftmenge in der Lunge. Die Ausatmungskraft ist bei dieser COPD-Form aber deutlich vermindert.

Bei der Diagnose einer COPD ist zur Unterscheidung zusätzlich ein sogenannter Bronchospasmolyse-Test hilfreich: Dazu inhalieren die Betroffenen ein Medikament, das ihre Bronchien erweitert. Wenn bei einem erneuten Lungenfunktionstest nach etwa zehn Minuten die Luftwege nicht mehr verengt sind, spricht dies für eine asthmatische Erkrankung. Der Grund: Nur bei einer asthmatischen Erkrankung sind die Bronchien vollständig erweiterbar. Bleibt nach dem Test die Verengung bestehen, liegt eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung vor.

Diese zur COPD-Diagnose eingesetzte Lungenfunktionsdiagnostik ermöglicht es ausserdem, den Schweregrad der Lungenkrankheit festzustellen. Nach den Kriterien der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) unterscheidet man die COPD-Stadien 0 bis IV:

  • Schweregrad 0: Die Ergebnisse der Spirometrie sind nach Einnahme eines Bronchodilatators normal; die Betroffenen haben aber chronischen Husten und Auswurf sowie ein erhöhtes Risiko für eine COPD.
  • Schweregrad I: Die Ergebnisse der Spirometrie weisen auf eine leichte COPD hin, wobei Husten, Auswurf und Atemnot chronisch oder zeitweise (z.B. bei körperlicher Belastung) auftreten können.
  • Schweregrad II: Die Ergebnisse der Spirometrie weisen auf eine mittelschwere COPD hin (die Ausatmungskraft, ermittelt als Atemvolumen, das die Betroffenen nach maximaler Einatmung forciert in der ersten Sekunde ausatmen können, beträgt weniger als 80%, aber mindestens 50% vom Normalwert), wobei Husten, Auswurf und Atemnot chronisch oder zeitweise auftreten können.
  • Schweregrad III: Die Ergebnisse der Spirometrie weisen auf eine schwere COPD hin (die Ausatmungskraft beträgt weniger als 50%, aber mindestens 30%), wobei Husten, Auswurf und Atemnot chronisch oder zeitweise auftreten können.
  • Schweregrad IV: Die Ergebnisse der Spirometrie weisen auf eine sehr schwere COPD hin (die Ausatmungskraft beträgt weniger als 30% oder bei gleichzeitiger chronischer Ateminsuffizienz weniger als 50%).

Labordiagnostik

Bei einer COPD spielt die Labordiagnostik eine untergeordnete Rolle: Spezielle Blutwerte zur Diagnose einer Lungenkrankheit wie der COPD, die beispielsweise mit Werten zur Leber- oder Nierenfunktion vergleichbar wären, gibt es nicht.

Dennoch sind bei der COPD-Diagnose Basislaboruntersuchungen notwendig, um neben der COPD bestehende Entzündungen und Begleiterkrankungen zu erkennen. Ausserdem ermöglicht es die Labordiagnostik, die sehr seltene erbliche Ursache einer COPD auszuschliessen: das Antitrypsin-Mangel-Syndrom. Hierfür ist die Bestimmung des Alpha-1-Antitrypsins erforderlich. Ärzte bestimmen diesen Wert zum Beispiel bei Menschen unter 45 Jahren, die Symptome einer COPD aufweisen.

Des Weiteren ist die Blutgasanalyse bei der COPD Teil der Labordiagnostik: Bei der Diagnose hilft sie, eine eventuelle Ateminsuffizienz zu beurteilen, und auch bei der Verlaufskontrolle einer COPD ist sie ein wichtiges Hilfsmittel. Die Blutgasanalyse liefert Hinweise darüber, ob der Gasaustausch in der Lunge beeinträchtigt ist.

Röntgen

Bei einer COPD ist für die Diagnose das Röntgen der Brustorgane in der Regel wichtig: Bei einer COPD mit Lungenemphysem sind auf dem Röntgenbild klassische Zeichen der Lungenüberblähung (wie das tief stehende Zwerchfell) zu sehen. Das Bild der Lunge ist insgesamt durchscheinender (transparenter) als bei einer normalen Lunge, weil weniger Lungengewebe vorhanden ist. Auch bei einer COPD ohne Lungenemphysem ist es zur Diagnose im Bedarfsfall sinnvoll, zu röntgen – zum Beispiel, um Entzündungen und Tumoren auszuschliessen.

Pneumologe

Während die Basisdiagnostik bei einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) meist durch den Hausarzt erfolgt, ist für die weiterführende Diagnose in der Regel ein Lungenfacharzt (Pneumologe) zuständig: Nur Lungenfachärzte und Spezialkliniken verfügen zum Beispiel über folgende aufwendige Untersuchungsmethoden und -geräte:

Ganzkörperplethysmographie

Bei der COPD-Diagnose setzt der Pneumologe die Ganzkörperplethysmographie ein, um bei normaler Ruheatmung die Atemwiderstände beim Aus- und Einatmen zu messen. Dabei sitzt man in einem kleinen Raum, der etwa ein Kubikmeter gross ist. Die Ganzkörperplethysmographie liefert genauere und aufschlussreichere Ergebnisse als die Spirometrie.

Bronchoskopie

Bei der COPD-Diagnose nutzt der Pneumologe die Bronchoskopie, um in die Luftröhre und ihre grossen Abzweigungen (Bronchien) zu sehen und die Schleimhäute genauer zu betrachten. Hierzu bekommt man in der Regel einen etwa bleistiftdicken, biegsamen Schlauch, an dessen Ende sich eine kleine Kamera befindet, durch den Mund in die Atemwege geschoben. Bei der Untersuchung kann der Pneumologe direkt Gewebeproben entnehmen und anschliessend feingeweblich (histologisch) untersuchen lassen (sog. Biopsie).

6. Therapie

Bei einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) zielt die Therapie hauptsächlich darauf ab,

  • Symptome, Anfallshäufigkeit und Fortschreiten der Lungenkrankheit zu verringern,
  • Lungenfunktion und damit die Lebensqualität zu verbessern oder zu erhalten,
  • Komplikationen vorzubeugen,
  • die Überlebensrate zu steigern.

Entscheidend bei der COPD-Therapie ist es, die Auslöser der Lungenkrankheit zu vermeiden. Da die Hauptursache für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung das Rauchen ist, heißt das in erster Linie: auf Zigaretten verzichten! Denn die fortlaufende Inhalation von Tabakrauch verstärkt die chronisch vorhandene Entzündung der Schleimhäute.

Die medikamentöse Grundbehandlung einer COPD besteht darin, die Bronchien mithilfe von speziellen Sprays zu erweitern. Wie die Therapie bei einer COPD genau aussieht und welche Medikamente eingesetzt werden, hängt von dem jeweiligen Schweregrad der Lungenerkrankung ab.

Empfehlungen der COPD-Therapie in Abhängigkeit der vier Schweregrade

 Patientengruppe APatientengruppe BPatientengruppe CPatientengruppe D
Medikamente erster Wahl• kurzwirksame Anticholinergika oder
• kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika
• langwirksame Anticholinergika oder
• langwirksame Beta-2-Sympathomimetika
• langwirksame Anticholinergika oder
• langwirksame Beta-2-Sympathomimetika in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden
• langwirksame Anticholinergika oder
• langwirksame Beta-2-Sympathomimetika in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden
Medikamente zweiter Wahl• langwirksame Anticholinergika oder
• langwirksame Beta-2-Sympathomimetika oder
• kurzwirksame Anticholinergika in Kombination mit kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika
• langwirksame Anticholinergika in Kombination mit langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika• langwirksame Anticholinergika in Kombination mit langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika oder
• langwirksame Beta-2-Sympathomimetika in Kombination mit PDE-4-Hemmern oder
• langwirksame Anticholinergika in Kombination mit PDE-4-Hemmern
• langwirksame Beta-2-Sympathomimetika in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden und langwirksamen Anticholinergika oder
• langwirksame Beta-2-Sympathomimetika in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden und PDE-4-Hemmern oder
• langwirksame Anticholinergika in Kombination mit langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika oder
• langwirksame Anticholinergika in Kombination mit PDE-4-Hemmern
Alternative Wahl• Theophyllin• kurzwirksame Anticholinergika und/oder
• kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika oder
• Theophyllin
• kurzwirksame Anticholinergika und/oder
• kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika oder
• Theophyllin
• Carbocistein oder • kurzwirksame Anticholinergika und/oder
• kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika oder
• Theophyllin

In fortgeschrittenen Stadien der COPD kommt der entzündungshemmende PDE-4-Hemmer Roflumilast zum Einsatz. In manchen Fällen setzen Ärzte zusätzlich zu den bronchienerweiternden Mitteln vorübergehend Kortison ein.

Komplikationen, wie etwa bakterielle Lungeninfektionen, behandeln Mediziner mit entsprechend wirksamen Antibiotika.

Ist die chronisch obstruktive Lungenerkrankung fortgeschritten, ist in der Regel eine lebenslange COPD-Behandlung nötig, denn: Vollständig lassen sich die bestehenden Schäden an Bronchien und Lungen nicht mehr rückgängig machen. Auch durch eine langfristige COPD-Therapie ist keine völlige Heilung möglich.

Medikamente

Bei einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) stehen zur Therapie folgende Medikamente zur Verfügung:

Bronchodilatatoren

Bei der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) besteht das Hauptziel der Therapie darin, die Bronchien weit zu stellen und dadurch die Atmung zu verbessern. Dies gelingt mithilfe bestimmter Medikamente – sogenannter Bronchodilatatoren: Sie erweitern die verengten Bronchien, indem sie auf die Bronchialmuskulatur einwirken. Die Bronchodilatatoren stehen in Sprayform (z.B. Beta-2-Sympathomimetika oder Anticholinergika), als Tabletten, als Tropfen oder als Trinklösung (z.B. Theophylline) zur Verfügung.

Wenn bei fortgeschrittener COPD die Therapie mit Bronchodilatatoren keine ausreichende Wirkung zeigt, ist der Einsatz kortisonhaltiger Medikamente sinnvoll:

Kortison

Bei der COPD wirkt eine Kortison-Therapie, bei der Sie das Kortison inhalieren (in die Lunge einziehen) müssen, meist gut gegen die chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut. Experten empfehlen Kortison in der Regel zur vorübergehenden Behandlung.

Schleimlösende Mittel

Auf den COPD-Verlauf hat eine Therapie durch schleimlösende Mittel wie Acetylcystein oder Efeuextrakt keine direkte Wirkung. Deshalb empfehlen Ärzte diese Mittel nicht allgemein, um eine COPD zu behandeln. Sinnvoll können Schleimlöser unter Umständen zur Behandlung von akuten Infekten und massiver Schleimbildung sein.

Hustenstiller

Verursacht die COPD trockenen, lästigen Husten (Reizhusten), kann dagegen ein Hustenstiller mit Codein oder Noscapin helfen. Jedoch ist es (nicht nur bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung) ratsam, diese Arzneimittel nur in Ausnahmefällen und kurzfristig anzuwenden, denn: Hustenstiller unterdrücken den Hustenreiz, sodass Sie den Schleim nicht mehr auf natürliche Weise abhusten können – der Schleim kann sich dann in Ihren Bronchien festsetzen und letztendlich eine Lungenentzündung auslösen.

Antibiotika

Unter bestimmten Umständen, etwa im Rahmen bakterieller Infektionen, sind bei einer COPD zur Therapie antibiotisch wirkende Medikamente sinnvoll. Eine Antibiotika-Behandlung ist auf jeden Fall empfehlenswert, wenn

  • sich die Atemnot verstärkt oder sich der Husten verschlimmert,
  • der Auswurf nicht mehr weiß, sondern gelb-grün ist und
  • Fieber besteht.

Solche Veränderungen sind Anzeichen einer Infektion, für die in den meisten Fällen Bakterien verantwortlich sind – seltener Viren. Bakterielle Atemwegsinfekte im Rahmen der COPD sind konsequent mit Antibiotika zu behandeln, weil sich Ihr Zustand sonst dauerhaft verschlechtern kann. Vor der Therapie ist eine Speichelentnahme empfehlenswert, um die Bakterienart und deren Widerstandsfähigkeit (sog. Resistenz) gegen die verschiedenen antibiotischen Medikamente zu bestimmen.

Nicht-medikamentöse Therapie

Neben der medikamentösen Behandlung spielt bei der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) auch die nicht-medikamentöse Therapie eine wichtige Rolle. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören zum Beispiel:

  • Schulung: Durch eine gezielte COPD-Schulung (bei der Sie z.B. Ihre Technik zur Inhalation der COPD-Medikamente verbessern) lernen Sie, aktiv zur Bewältigung Ihrer Erkrankung beizutragen. So können Sie Ihre chronisch obstruktive Lungenerkrankung besser kontrollieren sowie die Anzahl akuter Verschlechterungen der Krankheit (sog. Exazerbationen) und Notfallbehandlungen verringern.
  • Physiotherapie: Mithilfe einer Atemphysiotherapie können Sie eine erleichterte Atmung in Ruhe und unter Belastung sowie eine bessere Hustentechnik erreichen.
  • Körperliches Training: Diese Massnahme ist zur COPD-Langzeittherapie empfehlenswert, da auch sie die Anzahl akuter COPD-Verschlechterungen verringert sowie Ihre Lebensqualität und Belastbarkeit steigert.
  • Ernährungstherapie: Bei COPD ist es wichtig, Ihr Körpergewicht regelmässig zu kontrollieren und – falls nötig – durch gesteigerte Nährstoffzufuhr zuzunehmen, weil sich Unterernährung und ungewollter Gewichtsverlust negativ auf den Verlauf der Lungenkrankheit auswirken.
  • Hilfsmittel: Die Versorgung mit verschiedenen Hilfsmitteln (wie Rollator, Greifhilfen, Verlängerungen für Schuhlöffel usw.) kann Ihnen im Alltag eine grosse Erleichterung verschaffen.
  • Heimbeatmung: Bei Bedarf lässt sich unter Umständen durch nicht-invasive Beatmung die Überlastung der Atemmuskulatur verringern.
  • Langzeittherapie mit Sauerstoff:

Sauerstoff-Langzeittherapie (LTOT)

In fortgeschrittenen COPD-Stadien hat sich eine langfristige Therapie mit Sauerstoff bewährt: Die Sauerstoff-Langzeittherapie (LTOT) steigert die Lebenserwartung bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung deutlich. Herrscht in Ihrem Blut ein erheblicher chronischer Sauerstoffmangel, erhalten Sie bei der LTOT über eine Nasensonde mindestens 16 bis 24 Stunden täglich Sauerstoff. Sinnvoll ist diese Therapie vor allem bei COPD und gleichzeitiger chronischer Rechtsherzschwäche (Rechtsherzinsuffizienz). Eine regelmässige Kontrolle durch den Facharzt ist notwendig.

7. Verlauf

Bei einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) hängt der Verlauf davon ab, welche der unter diesem Begriff zusammengefassten Erkrankungen vorliegt – und ganz besonders davon, wie sich die Betroffenen verhalten. Wer zum Beispiel trotz einer einfachen chronischen Bronchitis weiterhin raucht, riskiert eine chronisch obstruktive Bronchitis. Aus dieser kann sich ein Lungenemphysem entwickeln.

Prognose

Da unter dem Begriff COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) mehrere Krankheiten mit uneinheitlichem Verlauf zusammengefasst sind, ist auch die Prognose sehr unterschiedlich. In jedem Fall wirken sich eine geeignete Therapie und der Verzicht auf das Rauchen positiv auf den Krankheitsverlauf aus.

Während die meist vor einer COPD bestehende einfache chronische Bronchitis in kurzer Zeit ausheilen kann, indem die Betroffenen die auslösenden Gifte meiden, ist eine chronisch obstruktive Bronchitis in der Regel nicht mehr vollständig heilbar. Allerdings hilft ein rauchfreies Leben bei dieser Form der COPD in vielen Fällen, den fortschreitenden Verlauf aufzuhalten und die Beschwerden erheblich zu lindern.

Eine COPD mit Lungenemphysem ist jedoch mit einer ungünstigeren Prognose verbunden: Diese chronisch obstruktive Lungenerkrankung ist nicht mehr rückgängig zu machen, weil das Lungengewebe zu stark zerstört ist. Langfristig kann ein Lungenemphysem das Herz schädigen.

Komplikationen

Die bei einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) im weiteren Verlauf häufigsten Komplikationen sind Infektionen der Bronchien und die Lungenentzündung. Diese Erkrankungen sowie Zigarettenrauch oder schädliche Gase, Stäube oder Dämpfe können dazu führen, dass sich der Zustand der Betroffenen akut verschlechtert. Auch zusätzlich auftretende schwere Erkrankungen von Herz und Lunge verschlimmern die COPD meist akut. Bemerkbar macht sich die Verschlechterung durch folgende Symptome:

  • zunehmende Atemnot
  • vermehrter Husten
  • zunehmender eitrigen Auswurf
  • Druck- und Engegefühl in der Brust
  • Fieber

Eine späte Komplikation der COPD ist das sogenannte Cor pulmonale – eine Schwächung und Vergrösserung des rechten Herzens aufgrund des erhöhten Widerstands in der Lungenarterie. Schwere, lebensgefährliche COPD-Komplikationen sind das Versagen der Atemmuskulatur und das Herzversagen.

8. Vorbeugen

Einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) können Sie wirksam vorbeugen, indem Sie die Risikofaktoren meiden. Der Hauptrisikofaktor für eine COPD ist das Rauchen: 90 Prozent aller Menschen mit einer COPD sind Raucher! Nichtraucher haben ein erheblich niedrigeres Risiko für eine COPD. Nur in seltenen Ausnahmefällen entwickeln sie eine chronische Bronchitis, zum Beispiel als Berufskrankheit, oder (erblich bedingt) ein Lungenemphysem bei einem Alpha-1-Antitrypsinmangelsyndrom.

Impfungen

Bestimmten Komplikationen während einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) können Sie durch folgende Impfungen vorbeugen:

Grippeimpfung

Bei einer bestehenden COPD ist die Grippeimpfung jedes Jahr aufs Neue empfehlenswert, weil die Grippeerreger jährlich wechseln. Mit der Impfung können Sie aber ausschliesslich einer echten Grippe (Influenza) vorbeugen – einfache Erkältungskrankheiten, die durch andere Viren verursacht werden, verhindert der Impfstoff nicht. Es ist sinnvoll, wenn sich auch die Partner der betroffenen Personen gegen Grippe impfen lassen.

Pneumokokken-Schutzimpfung

Besonders für Menschen mit COPD, die über 60 Jahre alt sind, ist die Pneumokokken-Schutzimpfung wichtig. Pneumokokken sind weit verbreitete Bakterien, die Lungenentzündungen hervorrufen können. Eine Pneumokokken-Impfung kann diese häufig verhindern. Die Pneumokokken-Schutzimpfung ist zum Vorbeugen von Komplikationen ausdrücklich für Asthmatiker und Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung empfehlenswert.