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  4. Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose)

1. Überblick

Bei einer Coxarthrose ist das Hüftgelenk abgenutzt, wodurch starke Hüftschmerzen entstehen können. Genauer gesagt beginnt eine Hüftgelenksarthrose damit, dass die knorpeligen Oberflächen der Hüftpfanne und des Hüftkopfes mit der Zeit aufrauen – etwa durch Überbelastung, Fehlstellungen oder Verletzungen.

Langsam, aber fortlaufend baut sich der Gelenkknorpel ab, wodurch der natürliche Puffer im Hüftgelenk verloren geht. Dieser Knorpelverschleiss kann so weit gehen, dass irgendwann die Knochen des Hüftgelenks direkt aneinander reiben. Daher werden bei einer Hüftgelenksarthrose auch die Gelenkflächen selbst nach und nach beschädigt.

Da bei einer Coxarthrose nicht nur die Knorpel des Hüftgelenks beschädigt werden, sondern auch die umliegenden Knochen, Bänder und Muskeln von Umbauprozessen betroffen sein können, sollte man eine Coxarthrose nicht als reine Knorpelerkrankung betrachten.

Durch den Gelenkverschleiss entstehen allmählich Schmerzen in der Leistengegend und im Gesässbereich, die bis in das Knie ausstrahlen können – dies sind die typischen Symptome einer Coxarthrose.

Eine Coxarthrose entwickelt sich schleichend: Zuerst treten die Hüftgelenksschmerzen nur zu Beginn einer Belastung auf – zum Beispiel wenn man nach längerem Sitzen aufsteht. Im Laufe der Bewegung lässt der Schmerz aber rasch wieder nach.

Im weiteren Verlauf geht eine Hüftgelenksarthrose mit

  • ständigen Schmerzen (auch in Ruhe),
  • zunehmenden Bewegungseinschränkungen
  • und einem veränderten Gangbild (Schonhinken)

einher.

Prinzipiell kann eine Arthrose jedes Gelenk des Körpers betreffen. Am häufigsten tritt sie allerdings an den Gelenken auf, die durch das Körpergewicht besonders intensiven Belastungen standhalten müssen – dazu gehören vor allem

  • das Knie (die Arthrose im Knie heisst Gonarthrose)
  • und die Hüfte.

Wissenswertes
Die Hüftgelenksarthrose ist die häufigste Arthrose überhaupt. Etwa 70 bis 90 Prozent der bei über 65-Jährigen weisen im Röntgenbild eine Coxarthrose auf – wobei nur etwa ein Drittel der Betroffenen behandlungsbedürftige Beschwerden entwickelt.

Wie entsteht eine Coxarthrose?

Vereinfacht gesagt entsteht eine Coxarthrose durch ein Ungleichgewicht zwischen der Belastungsfähigkeit des Hüftgelenkes und der tatsächlichen Belastung – die Hüfte kann der ihr zugemuteten Belastung nicht standhalten.

Die Ursachen für dieses Ungleichgewicht können ganz unterschiedlich sein. Manchmal tritt die Hüftgelenksarthrose ohne erkennbaren Grund auf – man spricht dann von einer sogenannten primären Coxarthrose. Die primäre Coxarthrose beruht vermutlich auf dem natürlichen Knorpelabrieb im Laufe des Lebens, der sich dann im höheren Alter bemerkbar macht.

Die Coxarthrose kann aber auch im Verlauf einer anderen Erkrankung entstehen – beispielsweise

  • als Folge einer Gelenkfehlstellung,
  • durch eine angeborene Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne (sog. Hüftdysplasie)
  • oder als Spätfolge eines Unfalls.

Auch rheumatische Erkrankungen, bakterielle Infektionen oder Durchblutungsstörungen (Morbus Perthes) können unter Umständen zu einer Coxarthrose führen. Dies nennt man eine sekundäre Coxarthrose.

Hüftgelenksarthrose: Was tun?

Eine Heilung der Coxarthrose im eigentlichen Sinne ist nicht möglich – das liegt daran, dass sich aufgrund der fehlenden Blutgefässe die Gelenkknorpel nur sehr schlecht regenerieren. Mithilfe bestimmter Medikamente sowie physikalischer (z.B. Krankengymnastik) und orthopädischer Massnahmen (z.B. Pufferabsätze) lassen sich aber zumindest

  • die Schmerzen lindern,
  • Entzündungen hemmen,
  • die Gelenkbeweglichkeit und das Gangbild fördern
  • und somit insgesamt die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Erst wenn konservative Therapien nicht den gewünschten Erfolg zeigen, wird der Arzt eine Operation in Erwägung ziehen. Zu den operativen Massnahmen bei einer Coxarthrose zählen

  • die Osteotomie (die Korrektur der Gelenkfehlstellung)
  • und die Endoprothetik (der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks, sog. Hüft-TEP).

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie versuchen, einer Coxarthrose so gut es geht vorzubeugen. Generell empfehlenswert sind gezieltes Muskeltraining und regelmässige Bewegung.

2. Definition

Als Arthrose – auch Gelenkverschleiss genannt – bezeichnet man den Knorpelabrieb in den Gelenken. Bei einer Coxarthrose liegt ein degenerativer Verschleiss des Knorpels im Hüftgelenk vor, wovon auch die knöcherne Hüftpfanne und der Hüftkopf, die Gelenkkapsel sowie die umliegende Muskulatur betroffen sein können.

Ein gesunder Knorpel sorgt dafür, dass die Knochen im Gelenk nicht direkt aneinander reiben. Er wirkt also als Puffer zwischen den Knochen und dämpft Belastungen. Eine gewisse Knorpelabnutzung ist normal und tritt bei jedem Menschen im Laufe seines Lebens auf. Durch eine ständige Fehl- oder Überlastung des Gelenks kann sich der Gelenkknorpel allerdings etwas früher und stärker abnutzen als üblich – eine Arthrose entsteht.

Eine Coxarthrose entwickelt sich schleichend, das heisst über viele Jahre hinweg. Anfangs bemerken Betroffene den Gelenkverschleiss kaum. Wenn der Knorpelabrieb jedoch weiter voranschreitet, machen sich Schmerzen im Bereich der Hüfte bemerkbar, die bis in den Oberschenkel und das Kniegelenk ausstrahlen können.

Generell gilt: Je weiter die Coxarthrose fortgeschritten ist, desto stärker sind in der Regel die Symptome.
 
Um den Schweregrad der Hüftgelenksarthrose besser beurteilen zu können, lässt sich eine Coxarthrose in verschiedene Stadien einteilen. Hierfür gibt es verschiedene Methoden:

  • Einige Ärzte bewerten den Schweregrad der Arthrose anhand der Befunde im Röntgenbild,
  • wohingegen andere eine Stadieneinteilung nach den Symptomen und der Hüftfunktion bevorzugen.

Radiologische Stadieneinteilung nach Kellgren und Lawrence

Der Kellgren-Lawrence-Score dient dazu, den Schweregrad einer Coxarthrose anhand der Röntgenaufnahmen zu bestimmen – angefangen von Grad 0 (geringste Ausprägung) bis hin zu Grad 4 (ausgeprägte Hüftgelenksarthrose).

Dabei achtet der Arzt vor allem darauf, ob

  • sich kleine Knochenauswüchse am Gelenkrand gebildet haben (Osteophyten),
  • der Gelenkspalt enger geworden ist,
  • der Knochen unter dem Knorpel verdichtet ist (Sklerose)
  • und ob Schäden an den Knochen erkennbar sind (Geröllzysten).

Radiologische Stadieneinteilung

Grad

Beschreibung

Grad 0

keine Zeichen einer Coxarthrose

Grad 1

minimale Knochenauswüchse, die in der Regel nicht weiter stören

Grad 2

kleine Osteophyten, geringe Gelenkspaltverschmälerung möglich

Grad 3

mehrere Osteophyten erkennbar, Gelenkspalt ist leicht verengt, der Knochen unter dem betroffenen Knorpel ist möglicherweise etwas verdichtet

Grad 4

ausgeprägte Osteophyten vorhanden, der Gelenkspalt ist deutlich verschmälert, Sklerose und Geröllzysten gut erkennbar

Die klinische Stadieneinteilung der Coxarthrose nach Harris

Eine Hüftgelenksarthrose lässt sich auch mithilfe verschiedener klinischer Parameter bestimmten Stadien zuordnen – zum Beispiel anhand der Schmerzdauer und der -intensität, der Hüftbeweglichkeit und der schmerzfreien Gehdistanz.

Häufig verwenden Ärzte zur klinischen Stadieneinteilung der Coxarthrose den sogenannten Hip Harris Score. Um diesen Wert zu ermitteln, befragt der Arzt den Betroffenen zunächst nach seinen Schmerzen und seinen Tätigkeiten im Alltag. Anschliessend untersucht er den Patienten auf Hüftfehlstellungen und überprüft die Beweglichkeit der Hüfte.

Bei jeder Untersuchung verteilt der Arzt Punkte – bei einem schlechten Ergebnis (z.B. starkes Hinken) bekommt der Patient wenig Punkte, ein gutes Ergebnis (z.B. keine Schmerzen) bringt viele Punkte.

Insgesamt kann der Patient zwischen 0 und 100 Punkten erreichen. Mit dieser Gesamtpunktzahl lässt sich die Funktion des Hüftgelenks beurteilen und die Coxarthrose ebenfalls in vier Stadien einteilen:

Funktion des Hüftgelenks

Punkte

Ergebnis

90 bis 100

sehr gut

80 bis 89

gut

70 bis 79

mässig

weniger als 70

schlecht

3. Ursachen

Eine Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose) kann verschiedene Ursachen haben. Ganz allgemein gesagt entsteht eine Coxarthrose, wenn das Hüftgelenk über Jahre hinweg so stark belastet wird, dass sich der Gelenkknorpel nach und nach zurückbildet.

Welche Ursachen genau für diesen Rückgang verantwortlich sind, lässt sich oft nicht sicher sagen. Man nimmt an, dass in der Regel das Zusammenspiel vieler Faktoren für die Ausbildung einer Coxarthrose verantwortlich ist.

Fest steht: Eine höhere Belastung des Hüftgelenks – etwa durch Sport – geht nicht automatisch mit einem erhöhten Arthroserisiko einher. So sind zum Beispiel Briefträger und Langstreckenläufer nicht vermehrt von Knie- oder Hüftgelenksarthrosen betroffen.

Mediziner unterscheiden zwei Arten der Hüftgelenksarthrose:

  • die primäre Coxarthrose (ohne erkennbare Ursache)
  • und die sekundäre Coxarthrose (der Verschleiss lässt sich auf eine bestimmte Ursache zurückführen).

Bei der primären Coxarthrose sind die Ursachen nicht bekannt – möglicherweise spielen hierbei ganz gewöhnliche Alterungsprozesse des Knorpelgewebes eine Rolle. Diese Form der Hüftgelenksarthrose macht sich normalerweise erst nach dem 50. bis 60. Lebensjahr bemerkbar und tritt meist beidseitig auf.

In diesem Zusammenhang sprechen Ärzte manchmal von einer sogenannten „Coxarthrose bds“. Dabei handelt es sich schlicht um die Abkürzung für eine beidseitige Hüftgelenksarthrose – das heisst, dass sowohl das linke als auch das rechte Hüftgelenk von einer Arthrose betroffen sind.

Bei der sekundären Coxarthrose kann der Arzt eine oder mehrere Ursachen feststellen, die eindeutig für die Entstehung der Arthrose im Hüftgelenk (mit)verantwortlich sind. Dabei lassen sich biomechanische und biologische Ursachen voneinander unterscheiden.

Ursachen der Hüftgelenksarthrose

Form

Ursache

primäre Coxarthrose

ohne erkennbare Ursache (natürliche Alterung des Gelenkknorpels)

sekundäre Coxarthrose

biomechanische Ursachen

  • angeborene Fehlbildung der Hüftgelenkspfanne (Hüftgelenksdysplasie)
  • Achsfehlstellungen (X- oder O-Beine)
  • Verletzungen (z.B. Knochenbrüche)
  • Durchblutungsstörungen (Morbus Perthes)
  • Verschiebung des Hüftkopfes vom Oberschenkelhals

biologische Ursachen

Auch wenn Mediziner grundsätzlich zwischen einer primären und einer sekundären Coxarthrose unterschieden, geht man davon aus, dass es sich bei einer Arthrose immer um einen multifaktoriellen Prozess handelt – nicht eine einzige Ursache, sondern erst das Zusammenwirken mehrerer Ursachen und Risikofaktoren führt letztendlich dazu, dass eine Hüftgelenksarthrose entsteht.

4. Symptome

Typisch für eine Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose) sind vor allem Schmerzen im Bereich der Leistengegend und der Gesässregion. Die Schmerzen können jedoch bis in den Oberschenkel und ins Knie ausstrahlen.

Im Frühstadium einer Hüftgelenksarthrose treten die Schmerzen nur zu Beginn einer Bewegung auf – man spricht auch von einem sogenannten Anlaufschmerz. Das Hüftgelenk fühlt sich steif an und muss sich sozusagen erst «einlaufen».

Ein Beispiel: Wenn Betroffene nach längerem Sitzen aufstehen, spüren sie häufig Schmerzen im Hüftgelenk. Nach einigen Schritten oder mehreren Gehminuten lassen die Beschwerden dann aber rasch wieder nach.

Schreitet die Arthrose im Hüftgelenk fort, nehmen die Symptome zu: Die Schmerzen werden stärker und treten nun vor allem bei Belastung auf – zum Beispiel beim Abwärtssteigen von Treppen.

Die Schmerzen im Hüftgelenk führen häufig dazu, dass Betroffene ihre Bewegungen einschränken und zum Beispiel ihr Gangbild ändern (Schonhinken). Selbst alltägliche Tätigkeiten wie Schuhe binden oder Socken anziehen gelingen unter Umständen nur noch mit erheblicher Einschränkung.

Bei fortgeschrittener Coxarthrose treten die Schmerzen auch in Ruhe auf, etwa nachts. Meist kommt es durch den starken Knorpelabrieb zu Entzündungen im Hüftgelenk, wodurch es geschwollen und gerötet sein kann.

5. Diagnose

Damit der Arzt sicher feststellen kann, ob hinter den Hüftgelenksbeschwerden eine Coxarthrose steckt und wie weit die Hüftgelenksarthrose schon fortgeschritten ist, sind mehrere Untersuchungen notwendig.

Beim Verdacht auf eine Coxarthrose wird der Arzt den Patienten zunächst nach dem genauen Krankheitsbild befragen (Anamnese).

  • Wann treten die Schmerzen auf?
  • Seit wann bestehen die Beschwerden?
  • Fühlt sich das Gelenk steif an?
  • Sind Vorerkrankungen bekannt?
  • Gibt es Familienangehörige, die unter einer Hüftgelenksarthrose leiden?

Anschliessend erfolgt die körperliche Untersuchung. Dabei überprüft der Arzt das Gangbild, die Körperhaltung, die Beinlängen und mögliche Bewegungseinschränkungen des Hüftgelenks. Ausserdem achtet er auf Rötungen, Schwellungen und druckschmerzhafte Punkte, die auf eine Entzündung des Hüftgelenks hinweisen können.

Nach der körperlichen Untersuchung wird der Arzt fast immer ein Röntgenbild der Hüfte veranlassen. Die Röntgenuntersuchung ist die wichtigste Untersuchung, um beim Verdacht auf eine Coxarthrose die Diagnose zu sichern.

Im Röntgenbild kann der Arzt erkennen, ob

  • der Gelenkspalt des Hüftgelenks enger geworden ist,
  • dornartige Auswüchse an den Knochen (Osteophyten) entstanden sind
  • und ob der Knochen verdichtet (Sklerose) oder beschädigt (Geröllzysten) ist.

Normalerweise reicht die Röntgenuntersuchung aus, um eine Coxarthrose sicher zu diagnostizieren. Um andere Erkrankungen des Hüftgelenks auszuschliessen oder um den Zustand der Bänder und Muskeln zu überprüfen, kann es im Einzelfall jedoch vorkommen, dass der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen wird – zum Beispiel:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Computertomographie (CT)
  • Szintigraphie

6. Therapie

Eine Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose) ist nicht heilbar – ein Gelenkknorpel, der sich über Jahre hinweg abgenutzt hat, lässt sich nicht wieder aufbauen. Die Therapie der Hüftgelenksarthrose besteht also daraus, die Schmerzen im Hüftgelenk zu lindern und den Betroffenen wieder beweglicher und leistungsfähiger zu machen.

Dabei kann man grundsätzlich zwischen

  • nicht-operativen (konservativen)
  • und operativen Behandlungen

unterscheiden.

Welche Therapieform zum Einsatz kommt, hängt in erster Linie vom Schweregrad der Coxarthrose ab. Wenn die Hüftgelenksarthrose noch nicht so weit fortgeschritten ist, erfolgt in der Regel eine konservative Behandlung – zum Beispiel mit Schmerzmitteln, physikalischen sowie orthopädischen Massnahmen.

Erst wenn die konservative Therapie nicht mehr ausreicht und die Schmerzen im Hüftgelenk zu erheblichen Einschränkungen im Beruf und im Alltag führen, ist es ratsam, sich einer Operation zu unterziehen.

Konservative Therapie

Die Behandlung der Hüftgelenksarthrose sollte immer mit einer ausführlichen Beratung des Patienten beginnen. Dabei erklärt der Arzt,

  • wie die Krankheit in der Regel verläuft,
  • welche Risikofaktoren eine Coxarthrose begünstigen können
  • und welche Massnahmen allgemein empfehlenswert sind.

Wichtig ist, dass Betroffene das Hüftgelenk zwar entlasten (z.B. durch Gewichtsreduktion oder geeignete Gehhilfen), es aber dennoch regelmässig bewegen. Der Grund: Mangelnde Bewegung kann den Stoffwechsel des Knorpels negativ beeinflussen, was letztendlich die Coxarthrose verschlimmert.

 

Medikamente

Bestimmte Medikamente können bei einer Coxarthrose die Schmerzen lindern und Entzündungen hemmen. Hierfür stehen unterschiedliche Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen zur Verfügung:

  • Schmerzmittel (Analgetika), z.B. mit dem Wirkstoff Paracetamol: Analgetika wirken nicht entzündungshemmend, daher werden sie häufig nur im Anfangsstadium der Hüftgelenksarthrose verschrieben.
  • kortisonfreie Entzündungshemmer (nicht-steroidale Antirheumatika, NSAR): Sie sind die am häufigsten eingesetzten Medikamente bei Arthrose. Nicht-steroidale Antirheumatika enthalten zum Beispiel die Wirkstoffe Diclofenac oder Ibuprofen und können in Form von Tabletten, Spritzen, Zäpfchen oder als Salbe verwendet werden. Die Wirksamkeit der Salbentherapie ist allerdings umstritten.

Knorpelaufbauende Präparate und pflanzliche Mittel (z.B. Teufelskralle) können Studien zufolge die Beschwerden bei einer Hüftgelenksarthrose nicht lindern.

 

Physikalische Therapie

Es gibt verschiedene Arten der physikalischen Behandlung, die bei einer Coxarthrose ratsam sind und den fortlaufenden Gelenkverschleiss verzögern können. Dazu gehören:

  • Krankengymnastik (Physiotherapie)
  • Wärme- und Kältebehandlung
  • Muskelkräftigung und -dehnung
  • gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen und Radfahren
  • Elektrotherapie

 

Orthopädische Verfahren

Mithilfe verschiedener orthopädischer Hilfsmittel kann man betroffene Hüftgelenk entlasten und so die Schmerzen lindern – zum Beispiel durch

  • Pufferabsätze oder Fersenkissen
  • Unterarmgehstützen
  • und Bandagen.

7. Operation

Eine Operation kommt dann infrage, wenn sich die Coxarthrose mithilfe konservativer Massnahmen nicht ausreichend behandeln lässt. Grundsätzlich stehen dabei zwei Verfahren zur Verfügung:

  • die gelenkerhaltende Operation (Osteotomie)
  • der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks (Endoprothetik)

Welche der beiden Operationsmethoden für die Behandlung einer Coxarthrose besser geeignet ist, hängt vor allem vom Ausmass des Gelenkverschleisses und vom Alter des Patienten ab. Bei jüngeren Menschen kommt häufig die Osteotomie zum Einsatz, bei älteren Patienten ist der Hüftgelenkersatz das Mittel der Wahl.

Osteotomie

Die Osteotomie ist ein operatives Verfahren, um Fehlstellungen unterschiedlicher Art wieder auszugleichen. Bei dieser Operation durchtrennt ein Chirurg kontrolliert den Knochen, um ihn anschliessend in einer neuen Stellung wieder zusammenzusetzen. Danach fixiert er den neu konstruierten Knochenabschnitt mit Klammern, Drähten, Platten und Schrauben oder Nägeln.

Ein Beispiel: Wenn Hüftkopf und Hüftpfanne im falschen Winkel aufeinandersitzen oder wenn X- oder O-Beine das Hüftgelenk übermässig stark belasten, wird auf Dauer der Gelenkknorpel geschädigt, was häufig eine Coxarthrose nach sich zieht.

Bei einer Osteotomie der Hüfte durchtrennt der Arzt entweder alle drei Beckenknochen, die die Hüftpfanne bilden, oder er entfernt unterhalb des Schenkelhalses ein Stück aus dem Oberschenkelknochen. Auf diese Weise kann er die Stellung von Hüftkopf und Hüftpfanne zueinander korrigieren.

Künstliches Hüftgelenk

Die bei weitem häufigste Operation bei einer Coxarthrose ist der Hüftgelenkersatz durch eine Prothese. Mittlerweile zählt die sogenannte Hüftendoprothetik in der Schweiz zu den häufigsten Operationen überhaupt.

Bei einer ausgeprägten Coxarthrose ersetzt der Arzt häufig sowohl den Gelenkkopf als auch die Gelenkpfanne – man spricht dann von einer Hüfttotalendoprothese (abgekürzt: Hüft-TEP).

In einigen Fällen reicht für die Behandlung der Hüftgelenksarthrose ein Oberflächenersatz des Hüftkopfes aus. Dabei überkront der Arzt den Oberschenkelknochen mit einer Kappe aus Metall – der Oberschenkelhals bleibt erhalten.

Sowohl die Teilprothese als auch die Totalendoprothese lindern die Schmerzen der Betroffenen deutlich und steigern ihre Beweglichkeit. In der Regel können selbst Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Coxarthrose bereits kurz nach der Operation mit Übungen zur Mobilisierung beginnen und müssen nicht wochenlang das Bett hüten.

Mit welcher Operationsmethode der Chirurg die Hüftprothese einsetzt und welche Materialien er dabei verwendet, ist unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab – unter anderem vom Zustand der Knochen und dem Alter des Patienten.

Ein Beispiel: Die Haltbarkeit eines künstlichen Hüftgelenks hängt massgeblich davon ab, wie gut es im Oberschenkelknochen verankert ist.

  • Bei älteren Menschen sind die Oberschenkelknochen meist nicht mehr so stabil wie bei jüngeren. Daher verwenden Chirurgen hier häufig einen speziellen, besonders schnell aushärtenden Zement, der das künstliche Hüftgelenk mit dem Knochen verbindet.
  • Bei jüngeren Patienten kommt oft eine zementfreie Fixierung zum Einsatz, da die Oberschenkelknochen stabil sind und die Prothese gut einwachsen kann. Ein weiterer Vorteil: Durch den zementfreien Einbau kann die Prothese bei Bedarf leichter ausgetauscht werden.

Trotz moderner Operationsmethoden und verbesserter Implantate gibt es bislang allerdings noch keine Hüftprothesen, die genauso belastbar und leistungsfähig sind wie das natürliche Hüftgelenk.

Künstliche Hüftgelenke halten etwa 15 bis 20 Jahre – je nach Beanspruchung durch den Patienten. Danach ist es möglich, das alte künstliche Gelenk gegen eine neue Endoprothese auszutauschen, wobei das zweite Ersatzgelenk häufig nicht mehr so lange hält wie das erste

8. Verlauf

Eine Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose) entwickelt sich über Jahre. Da die Ursachen für eine Coxarthrose von Person zu Person unterschiedlich sein können und sich oft gar keine genaue Ursache für den Gelenkverschleiss feststellen lässt, kann man den Verlauf der Erkrankung nicht genau vorhersagen.

Fest steht: Je weiter die Hüftgelenksarthrose fortgeschritten ist, desto stärker sind in der Regel die Beschwerden. Daher sollte man Hüftgelenksschmerzen nicht ignorieren, sondern stets von einem Arzt abklären lassen – eine frühzeitige Therapie kann den Gelenkverschleiss positiv beeinflussen.

Eine Coxarthrose beginnt damit, dass sich das Knorpelgewebe in Hüftgelenk nach und nach abnutzt – zum Beispiel durch ständige Fehlbelastung. Im weiteren Verlauf treten Umbauprozesse der Hüftpfanne und des Hüftkopfes hinzu. Bei einer Hüftgelenksarthrose kann sich der Gelenkknorpel so weit zurückbilden, dass irgendwann die Knochen direkt aneinander reiben – Gehen ist dann nur noch unter Schmerzen möglich.

Ein abgenutzter Knorpel lässt sich nicht wieder aufbauen – eine grundsätzliche Heilung der Coxarthrose ist daher bislang nicht möglich. Verschiedene Massnahmen können jedoch dabei helfen, die Beschwerden zu lindern, zum Beispiel

  • Physiotherapie,
  • Medikamente,
  • Gehhilfen
  • oder Fersenkissen.

Im fortgeschrittenen Stadium der Coxarthrose hilft allerdings meist nur noch eine Operation.

9. Vorbeugen

Jeder einzelne kann durch gezielte Massnahmen einer Coxarthrose vorbeugen – oder zumindest ihr Fortschreiten hinauszögern.

Generell empfehlenswert ist eine aktive Lebensweise. Das heisst vor allem: Bewegen Sie sich regelmässig! Studien haben gezeigt, dass Bewegungsmangel das Risiko für eine Coxarthrose erhöht.

Dabei ist es wichtig, dass mögliche körperliche Fehlstellungen (z.B. X- oder O-Beine) nicht zu einer übermässigen Belastung des Hüftgelenks führen. Bei Neugeborenen zum Beispiel lässt sich eine Fehlstellung des Hüftgelenks leicht durch eine Ultraschalluntersuchung erkennen und so frühzeitig behandeln, damit sie nicht zu einer Coxarthrose führt.

Wenn Sie schon an einer leichten Coxarthrose leiden, sollten Sie darauf achten, Ihre Hüftgelenke nicht zu überlasten. Wählen Sie also lieber gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking.