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1. Überblick

Bei einem Darmverschluss (Ileus) ist der Dünndarm oder der Dickdarm verschlossen, so dass sich Nahrungsbrei nicht weitertransportieren lässt.

Einem Darmverschluss können mechanische und/oder funktionelle Ursachen zugrunde liegen: Ein mechanischer Darmverschluss entsteht durch ein Hindernis, das von aussen oder von innen die natürliche Darmpassage teils oder vollständig verhindert. Ein funktioneller Darmverschluss entwickelt sich durch eine Störung oder Lähmung der Darmmuskulatur. Ein gemischter Darmverschluss ist die Folge einer Kombination aus mechanischen und funktionellen Faktoren.

Je nach Ursachen für den Darmverschluss können sehr unterschiedliche Symptome auftreten. Typische Anzeichen für einen mechanisch bedingten Ileus sind Erbrechen, kolikartige Bauchschmerzen, eine vermehrte Gasansammlung im Darm und Stuhlverhalt (fehlender Stuhlgang). Je nach Lage des Verschlusses im Darm sind die einzelnen Symptome mehr oder weniger stark ausgeprägt. Ein funktioneller (paralytischer) Darmverschluss äussert sich durch einen langsam beginnenden, mässigen Dauerschmerz.

Welche Ursachen zum Verschluss des Darms führen und an welcher Stelle im Darm sich der Verschluss befindet, hat auch entscheidenden Einfluss auf die Form der Therapie. Ein Darmverschluss kann zu lebensbedrohlichen Situationen führen, bei denen eine sofortige ärztliche Behandlung ratsam ist. In manchen Fällen reichen nicht-operative Massnahmen gegen einen Ileus aus; häufig ist aber eine sofortige Operation notwendig.

Je schneller bei einem Darmverschluss die Behandlung erfolgt, umso günstiger ist die Prognose: Mit jeder Stunde, die ohne therapeutische Massnahmen vergeht, steigt das Risiko für einen tödlichen Verlauf des Ileus um etwa ein Prozent.

2. Definition

Ein Darmverschluss (auch Ileus genannt) ist eine vollständige Unterbrechung der normalen Darmpassage im Dünndarm oder im Dickdarm. Ein unvollständiger Darmverschluss ist ein sogenannter Subileus.

Aufgabe des Darms

Ein Darmverschluss (Ileus) hat schwerwiegende Folgen. Unter anderem wirkt er sich störend auf die Fähigkeit des Darms aus, seine Funktion zu erfüllen. Die Aufgabe des Darms besteht darin, die im Magen begonnene Verdauung fortzuführen und die Nahrungsbestandteile in den Blutkreislauf zu überführen (Resorption). Die unverdaulichen Anteile scheidet der Mensch als Kot (Faeces) aus. Die verschiedenen Abschnitte des Darms erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Während des Nahrungstransports durch den Darm nimmt der Körper die Nährstoffe auf. Im letzten Abschnitt des Dünndarms, dem Krummdarm (Ileum), ist dann die Aufnahme von Nährstoffen abgeschlossen. In den Dickdarm gelangen also nur die unverdaulichen Nahrungsreste. Bakterien, die im Dickdarm in grosser Anzahl natürlich vorkommen, zersetzen diese Reste durch Gärung und Fäulnis. Die wichtigste Aufgabe des Dickdarms besteht jedoch darin, das Wasser und die Salze, die mit den Verdauungssäften in den Darm gelangen, wieder dem Körper zurückzuführen. Beinahe zwei Liter Verdauungssäfte bildet ein Erwachsener am Tag. Verbleiben diese zwei Liter im Darm, wie beim Darmverschluss, oder scheidet der Mensch sie einfach mit dem Stuhl aus, wie zum Beispiel bei Durchfall, ist das ein enormer Flüssigkeitsverlust für den Körper.

3. Ursachen

Einem Darmverschluss (Ileus) können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Dementsprechend lassen sich drei Typen von Darmverschluss unterscheiden:

  • Ein mechanischer Darmverschluss hat seine Ursache in einem Hindernis, das von aussen oder von innen die natürliche Darmpassage behindert oder ganz verhindert.
  • Ein funktioneller Darmverschluss entsteht, wenn die Passage der Nahrung aufgrund einer Störung oder sogar einer Lähmung der Darmmuskulatur behindert ist.
  • Ein gemischter Darmverschluss ist eine Kombination aus mechanischer und funktioneller Ursache.

Mechanischer Darmverschluss (Ileus)

Ein mechanischer Darmverschluss (Ileus) hat mechanische Ursachen: Er kann entstehen, wenn irgendein Hindernis das Darminnere (Lumen) von innen her verschliesst, zum Beispiel ein Fremdkörper, Würmer oder auch Tumoren. Dies bezeichnet man als Obturation des Darms. Ein Hohlorgan wie der Darm lässt sich aber auch von aussen zusammendrücken. Diese sogenannte Okklusion kann zum Beispiel auch durch einen Tumor entstehen.

Ein mechanischer Darmverschluss kann auch in Form des sogenannten Strangulationsileus vorliegen: Bei dieser Form von Ileus sind die Gefässe im sogenannten Darmgekröse (Mesenterium) abgeschnürt. Das Darmgekröse ist ein Band aus Bindegewebe, das den Darm im Bauch befestigt und in dem die Blutgefässe zum Darm verlaufen. Durch seine Abschnürung sind Blutversorgung und -abfluss des Darms unterbrochen. Diese Form des Darmverschlusses ist ein absoluter Notfall, da die Darmwand ohne Blutversorgung nach wenigen Stunden abstirbt und der entsprechende Darmteil nicht mehr zu retten ist. Häufigste Ursachen für einen solchen Darmverschluss durch einen strangulierten Darmabschnitt sind Verwachsungen, die zum Beispiel auch nach Operationen am Darm auftreten können.

Ein mechanischer Darmverschluss (Ileus) durch Strangulation kann auch durch Lücken im Darmgekröse oder andere Bruchpforten entstehen. Bruchpforten sind dabei Lücken in der Muskulatur der Bauchdecke, durch die sich der Darm ausstülpen und die ihn dann einklemmen können, wie zum Beispiel bei einem Leistenbruch. Auch wenn sich der Darm um die eigene Achse dreht, können dadurch Gefässe abgeschnürt sein. Weitere Ursache für einen Strangulationsileus ist die sogenannte Invagination, bei der sich ein Darmabschnitt in einen anderen einstülpt.

Ein mechanischer Darmverschluss kann seine Ursachen auch in manchen Krankheiten haben: Ein Morbus Crohn kann beispielsweise an der Entstehung eines Ileus im Dünndarm beteiligt sein. Der Dickdarmverschluss hingegen ist eher durch Gallensteine oder Stuhl bedingt. Aber auch entzündliche Erkrankungen des Darms oder eine Divertikulitis (Entzündung einer als Divertikel bezeichneten sackförmigen Ausstülpung der Darmwand) können einen Darmverschluss im Dickdarm verursachen. Ein bösartiger Tumor (Darmkrebs) ist mit 60 Prozent eine sehr häufige Ursache für einen Darmverschluss im Dickdarm.

Funktioneller Darmverschluss (Ileus)

Ein funktioneller Darmverschluss (Ileus) hat seine Ursachen in einer Störung, die von der Muskulatur der Darmwand ausgeht (also myogen

  • Ein paralytischer Darmverschluss hat seine Ursache in einer Lähmung der Darmmuskulatur,
  • ein spastischer Darmverschluss ist die Folge einer Verkrampfung (Spasmus) der Darmmuskulatur.


Ein funktioneller Darmverschluss kann durch toxisch-infektiöse Vorgänge, zum Beispiel bei einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder einer Lungenentzündung, entstehen. Daneben kommen durch Stoffwechselstörungen bedingte Probleme als mögliche Ursachen für einen funktionellen Ileus infrage. Ein gestörter Elektrolythaushalt oder ein Nierenversagen kann ebenfalls einen funktionellen Darmverschluss verursachen.

Ein funktioneller paralytischer Darmverschluss kann infolge einer reflexbedingten Darmlähmung nach einer Operation (sogenannt postoperativer paralytischer Ileus), bei Koliken oder infolge einer Verletzung des Bauchraums durch stumpfe Gewalt (stumpfes Bauchtrauma) entstehen. Auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung und ein Herzinfarkt kommen als Ursachen für einen paralytischen Ileus infrage. Ein weiterer möglicher Auslöser für einen funktionellen Darmverschluss ist eine unterbrochene Durchblutung der Darmwand (wenn z.B. eine zuführende Arterie verschlossen ist und somit ein sogenannter Mesenterialinfarkt vorliegt). Im Rahmen einer Bleivergiftung kann ein spastischer Darmverschluss entstehen. Weitere Ursachen können eine Porphyrie (Blutkrankheit) sowie bestimmte Würmer sein, die sich im menschlichen Darm ansiedeln können – die sogenannten Askariden.

Gemischter Darmverschluss (Ileus)

Ein gemischter Darmverschluss (Ileus) entsteht durch eine Kombination aus funktionellen und mechanischen Ursachen: Dies ist der Fall, wenn eine Bauchfellentzündung mit Darmlähmung besteht, wobei der Darm zusätzlich mechanisch (d.h durch irgendein Hindernis) verschlossen ist.

4. Symptome

Ein Darmverschluss (Ileus) kann sich – je nach Art und Ursache – durch sehr unterschiedliche Symptome äussern.

Mechanischer Darmverschluss (Ileus)

Ein mechanischer Darmverschluss (Ileus) ist durch folgende Symptome gekennzeichnet: Erbrechen, kolikartige Bauchschmerzen, eine vermehrte Gasansammlung im Darm (auch Meteorismus genannt) und Stuhlverhalt (fehlender Stuhlgang).

Wenn sich ein mechanisch bedingter Darmverschluss entwickelt, ist der Darm zu Beginn in seinen Bewegungen meist überaktiv. Anzeichen hierfür sind spritzende Geräusche , die beim Abhören des Bauchs mit dem Stethoskop zu hören sind. In diesem Stadium löst ein mechanischer Darmverschluss (Ileus) meist kolikartige Schmerzen aus. Die Überaktivität der Darmbewegungen bezeichnet man als Hyperperistaltik. Sie ist als Darmsteife zu fühlen und manchmal auch zu sehen. Eine fortdauernd erregte Muskulatur führt über Reflexe dazu, dass der Darm lahmgelegt ist.

Je nachdem, an welcher Stelle ein mechanischer Darmverschluss (Ileus) vorliegt, können sich die Symptome unterscheiden:

  • Bei einem höher gelegenen Dünndarmverschluss können eigentlich typische Symptome für den mechanischen Darmverschluss (Blähungen, vermehrte Gasansammlung im Darm, fehlender Stuhlgang) fehlen.
  • Bei einem tief gelegenen Dünndarmverschluss setzt das Erbrechen eventuell später ein, das Erbrochene ist dann meist braun und übel riechend. Die Schmerzen sind in beiden Fällen meist kolikartig und treten im Bereich des Bauchnabels auf.
  • Ein mechanischer Darmverschluss im Bereich des Dickdarms verursacht weniger starke Schmerzen, die aber allmählich zunehmen. Da weder die Weiterbeförderung von Stuhl noch die von Gas stattfindet, entwickelt sich als typisches Symptom dieses Ileus schnell ein Blähbauch. Erbrechen tritt in diesem Fall jedoch erst sehr spät auf.

Funktioneller Darmverschluss (Ileus)

Ein funktioneller paralytischer Darmverschluss (Ileus) ist mit einem langsam beginnenden, mässigen Dauerschmerz verbunden. Darmgeräusche sind beim Abhören nicht feststellbar: Diese beim mechanisch bedingten Ileus typischen Symptome fehlen.

Entwickelt sich ein funktioneller paralytischer Darmverschluss, ist der Bauch anfangs weich und stark mit Gas gefüllt. Erst wenn bei dieser Ileus-Form auch das Bauchfell von der Entzündung betroffen ist, ändern sich die Symptome: Dann ist der Bauch hart und gespannt.

Gemischter Ileus

Ein gemischter Darmverschluss (Ileus) zeigt Symptome sowohl des mechanischen als auch des funktionellen Darmverschlusses in unterschiedlich starker Ausprägung.

5. Diagnose

Bei einem Darmverschluss (Ileus) ist die richtige Diagnose nicht immer einfach: Vor allem bei Kindern und alten Menschen ist ein Darmverschluss manchmal schwer zu erkennen, da er sich hinter vielfältigen Krankheitsanzeichen verbergen kann. Deshalb ist auch an einen Darmverschluss zu denken, wenn die Symptome nicht ganz eindeutig sind. Wenn deutliche Anzeichen für einen Darmverschluss vorliegen, können die teilweise unterschiedlichen Beschwerden darüber Aufschluss geben, wo der Darmverschluss liegt und welche Art von Darmverschluss vorliegt.

Bei Verdacht auf einen Darmverschluss erfolgen daher zunächst eine genaue Befragung und körperliche Untersuchung der Betroffenen. Daneben spielt bei der Ileus-Diagnostik das Röntgen eine grosse Rolle: Eine Röntgenaufnahme des Bauchs liefert meist weitere wichtige Informationen, die dabei helfen, Ort und Ursache des Darmverschlusses zu bestimmen oder festzustellen, ob andere Komplikationen vorliegen:

Bei einem mechanischen Darmverschluss ist der Darmabschnitt vor dem Passagehindernis erweitert, mit Gas und eventuell mit Flüssigkeit gefüllt, wobei der nachfolgende Anteil leer erscheint. Die Flüssigkeitsansammlung zeigt sich im Röntgenbild als Spiegelbildung in den Darmschlingen. Bei einem funktionellen Ileus dagegen ist der gesamte Darm erweitert, mit Gas und mit Flüssigkeit gefüllt. Ist der Darm mit Kontrastmittel gefüllt, ist bei der Diagnose im Röntgenbild häufig die Höhe des Hindernisses feststellbar.

Auch die Ultraschalluntersuchung kommt zum Einsatz, um die Darmverschluss-Diagnose zu stellen und genau zu bestimmen, an welcher Stelle der Darm verschlossen ist.

6. Therapie

Bei einem Darmverschluss (Ileus) richtet sich die Therapie nach der Ursache für die Unterbrechung der normalen Darmpassage. Ob zur Darmverschluss-Behandlung eine sofortige Operation ratsam ist, hängt entscheidend davon ab, an welcher Stelle im Darm der Verschluss vorliegt.

Wenn eine Lähmung der Darmmuskulatur Ihren Darmverschluss verursacht hat (sog. paralytischer Ileus), kann anfangs möglicherweise eine konservative (d.h. nicht-operative) Therapie ausreichen. Dies gilt jedoch nur, wenn sich ein Strangulationsileus (bei dem Blutversorgung und -abfluss des Darms durch eine Gefässabschnürung unterbrochen sind) sicher ausschliessen lässt. Um den Darmverschluss konservativ zu behandeln, bekommen Sie eine Magensonde. Über diesen direkt in den Magen geschobenen Schlauch kann der Arzt versuchen, den gestauten Darminhalt abzusaugen. Dabei ist es wichtig, Flüssigkeit und Elektrolyte, die über den Darm verloren gehen, zu ersetzen. Um die ausgefallene Darmmotorik beim paralytischen Darmverschluss (Ileus) wieder in Gang zu bringen, kann eine Behandlung durch Medikamente hilfreich sein, die eine anregende Wirkung auf Bewegungen der Darmwände (Peristaltik) haben.

Zwei Formen von Darmverschluss erfordern zur Therapie eine sofortige Operation: der Strangulationsileus und der Dickdarmverschluss. Ein Strangulationsileus ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der innerhalb von einer Stunde zu operieren ist.

7. Verlauf

Bei einem Darmverschluss (Ileus) hängt der Verlauf unter anderem von seiner Ursache ab. Eine frühzeitige Behandlung wirkt sich positiv auf die Prognose aus: Mit einer Sterblichkeitsrate von 10 bis 25 Prozent ist der Darmverschluss ein ernst zu nehmendes Ereignis. Mit jeder Stunde ohne therapeutische Massnahmen steigt das Risiko für die Betroffenen um etwa 1 Prozent. Daher sind eine schnelle Diagnose und Therapie besonders wichtig.

Die günstigste Prognose hat ein mechanischer Ileus mit einer gutartigen Ursache. Jeder mechanische Darmverschluss, der fortdauernd besteht, geht jedoch im weiteren Verlauf in einen paralytischen Darmverschluss über.

Komplikationen

Ein Darmverschluss (Ileus) kann in seinem Verlauf mit verschiedenen Komplikationen einhergehen. Die schwersten Komplikationen bei einem Darmverschluss stellen eine Durchbrechung des Darminhalts durch die Darmwand (Perforation), ein Schock und eine allgemeine Infektion – eine sogenannte Sepsis – dar. Ausserdem kann sich das Bauchfell entzünden und es können Darmteile absterben.

Die meisten Komplikationen sind auf den bei einem Darmverschluss im weiteren Verlauf zunehmend erhöhten Druck im Darm zurückzuführen:

  • Dadurch, dass sich beim Darmverschluss vor einem möglichen Hindernis im Darm Gas entwickelt und sich Stuhl oder Nahrungsbrei anstaut, kann die Darmwandspannung (der Druck im Darm) im weiteren Verlauf auf das 150-Fache des Normaldrucks ansteigen. Der Darm ist durch den erhöhten Innendruck nicht mehr richtig durchblutet, die Gefässe sind von innen abgedrückt. Dies schädigt den Darm, denn infolge der fehlenden Durchblutung ist ein Gebiet der Darmwand nicht ausreichend versorgt. Die Funktion des Darms ist nachfolgend gestört. Nun sind die natürlich im Darm vorkommenden Bakterien in der Lage, die Darmwand zu durchwandern. Sie können zu einer Entzündung des Bauchfells führen und über das Blut in den gesamten Körper gelangen. Eigentlich helfen die Bakterien im Darm bei der Verdauung. Im übrigen Körper können sie jedoch grossen Schaden anrichten: Die Bakterien können eine lebensbedrohliche Sepsis verursachen.
  • Der durch den Darmverschluss erhöhte Druck im Bauchraum drückt von unten auf das Zwerchfell (eine Muskelschicht zwischen Bauch und Brust, die durch Kontraktion die Atmung ermöglicht). Dies behindert die Atmung, da sich die Lunge nicht mehr frei ausdehnen kann. Dies führt manchmal dazu, dass die Betroffenen nicht genügend Sauerstoff bekommen. Dabei kann zusätzlich der Stoffwechsel gestört sein, was die schlechte Durchblutung der Darmwand noch verstärken kann. Ausserdem kann eine Behinderung der Atmung zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) führen.
  • Der beim Darmverschluss erhöhte Druck im Darm führt dazu, dass die Wandschicht des aufgeblähten Darms sehr dünn ist. Zusätzlich zu den durch die schlechte Durchblutung entstandenen Schädigungen droht der Inhalt des Darms die Darmwand durch ein Loch oder einen Riss zu durchbrechen (Perforation). Wenn dies geschieht, ist es ratsam, sofort zu operieren und das Leck zu finden. Manchmal ist die Luft, die frei wird, wenn der Darminhalt die Darmwand an einer Stelle durchbricht, im Röntgenbild zu sehen.

Weitere Komplikationen sind dadurch bedingt, dass beim Darmverschluss die Fähigkeit des Darms gestört ist, Nahrungsbestandteile in den Blutkreislauf zu überführen (Resorption): So gehen Flüssigkeit und Elektrolyte verloren, die der Körper wieder aus dem Darm aufnehmen sollte. Durch den Flüssigkeitsverlust des Körpers kann es zu einem Schock kommen, denn die im Darm gesammelte Flüssigkeit ist für den Körper nicht nutzbar. Im Röntgenbild ist diese Flüssigkeit sichtbar; mit dem Stethoskop ist sie als metallisches Plätschern zu hören. Durch den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust kann schnell eine lebensbedrohliche Situation entstehen.

8. Vorbeugen

Einem Darmverschluss (Ileus) können Sie bedingt vorbeugen, indem Sie auf einen regelmässigen Stuhlgang achten und bei Ihrer Ernährung Speisen meiden, die erfahrungsgemäss schwer verdaulich sind.

Darmverschlüsse treten besonders häufig nach Operationen im Bauchbereich auf. Daher ist es im Anschluss an eine solche Operation ratsam, besonders aufmerksam auf mögliche Anzeichen für einen Darmverschluss (z.B. Erbrechen, Bauchschmerzen, vermehrte Gasansammlung im Darm oder fehlender Stuhlgang) zu achten und bei Beschwerden sofort zum Arzt zu gehen: So können Sie möglichen Komplikationen eines zu spät erkannten und behandelten Ileus vorbeugen.