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Veröffentlicht am 12.08.2021

1. Überblick

Divertikel im Darm entstehen vor allem im Dickdarm. Häufig bereiten sie kaum Beschwerden. Woran erkennt man eine Divertikulose und wie behandelt man sie?

Divertikel im Darm kommen hauptsächlich im Dickdarm vor. Treten viele Divertikel auf, sprechen Mediziner von einer Divertikulose.

Als Divertikel bezeichnet man generell alle pilz-, birnen- oder sackförmigen Ausstülpungen in der Wand eines Hohlorgans, wie zum Beispiel im Darm. Divertikel können aber auch in anderen Organen auftreten, wie etwa der Harnblase oder in der Speiseröhre – sind sie in der Darmwand zu finden, handelt es sich entsprechend um Darmdivertikel.

Vor allem bei älteren Menschen kommen Divertikel im Darm häufig vor. Wiederholte Verdauungsprobleme in Form von Verstopfung und Blähungen deuten bei ihnen darauf hin, dass Divertikel im Darm vorliegen könnten. Eine Divertikulose kann der Arzt deshalb meist bereits an dem Beschwerdebild und einer Blutuntersuchung ablesen. Eine Darmspiegelung sichert die Diagnose. Häufig bereitet eine Divertikulose jedoch kaum Beschwerden, weshalb sie oft unbemerkt bleibt. Eine beschwerdefreie Divertikulose erfordert keine Therapie

Treten bei einer Divertikulose Beschwerden auf, werden in der Regel nur die Symptome behandelt. Zur Therapie der Beschwerden gehört vor allem eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten auf eine fettarme und ballaststoffreiche Kost sowie regelmässige Bewegung.

Eine Komplikation der Divertikulose ist die sogenannte Divertikulitis: Bei etwa 20 Prozent aller Betroffenen, bei denen die Divertikel im Darm bereits jahrelang bestehen, entzünden sich im Verlauf die Divertikel – eine sogenannte Divertikulitis. Sie entsteht, wenn Stuhl die Divertikel verschliesst. Eine Divertikulitis macht sich durch Beschwerden wie länger anhaltende, hauptsächlich im linken Unterbauch angesiedelte, teils starke Bauchschmerzen, Verstopfung und Fieber bemerkbar. In einigen Fällen kann es dabei zu einer unter Umständen lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung kommen.

Eine Frau hält sich den schmerzenden Bauch.

Divertikel im Darm können zu Bauchschmerzen führen. Oft bleiben sie aber auch ohne Symptome.

Quelle: Getty Images

2. Definition von Divertikel im Darm

Divertikel im Darm sind Ausstülpungen der Darmwand und treten vor allem im Dickdarm auf. Liegen viele Darmdivertikel vor, sprechen Mediziner von einer Divertikulose.

Divertikel sind im Grunde alle pilz-, birnen- oder sackförmigen Ausstülpungen in der Wand eines Hohlorgans. Divertikel treten beispielsweise im Darm (Darmdivertikel) auf, aber auch in anderen Organen, wie zum Beispiel in der Harnblase oder in der Speiseröhre. Sie können entweder angeboren sein oder erst im Laufe des Lebens entstehen.

Experten unterscheiden echte und unechte Divertikel:

  • Echte Divertikel: Als echte Divertikel im Darm bezeichnet man Ausstülpungen aller Darmwandanteile. Sie sind in der Regel angeboren und treten einzeln auf (z.B. das sog. Meckel-Divertikel des Dünndarms).
  • Unechte Divertikel: Bei unechten Darmdivertikeln sind nur die innersten Schichten der Darmwand ausgestülpt, nämlich die Schleimhaut (Mukosa) und die darunterliegende Schicht (Submukosa). Sie werden auch als falsche Divertikel oder Pseudodivertikel bezeichnet. Unechte Divertikel im Darm sind nicht angeboren, sondern entstehen meist erst im Laufe der Zeit, sind also erworben. Herrscht innerhalb des Darms ein grösserer Druck oder ziehen bindegewebige Strukturen wie zum Beispiel Narben von aussen an der Wand des Organs, dann können schwache Stellen der Wand nachgeben. Oft handelt es sich bei diesen Schwachstellen um Lücken zwischen Gefässen in der Darmwand – hier entstehen leicht unechte Divertikel.

Die meisten Divertikel im Darm sind unechte Divertikel (sogenannte Pseudodivertikel).

In den Darmdivertikeln kann sich Stuhl ablagern und diese verschliessen. Die Divertikel im Darm können sich dadurch entzünden und zu einer sogenannten Divertikulitis führen.

Häufigkeit

Divertikel im Darm bilden sich vor allem bei älteren Menschen und häufiger bei Frauen als bei Männern. In den westlichen Industrieländern ist fast jede zweite Person über 70 von Divertikeln im Darm betroffen. Jedoch kommen die Darmausstülpungen zunehmend auch bei jüngeren Menschen vor. Das durchschnittliche Erkrankungsalter ist in den vergangenen Jahren gesunken. Bei etwa ein bis zwei Prozent der Betroffenen kommt es im weiteren Verlauf zu einer Divertikulitis, also einer Entzündung der Darmdivertikel.

In bis zu neun von zehn Fällen befinden sich die Divertikel im hinteren Darmabschnitt oberhalb des Mastdarms (im sog. Sigma oder Sigmoideum). Dort treten sie meist in grösserer Zahl auf, weil durch den kurvigen Verlauf des Sigmas ein besonders hoher Binnendruck besteht.

Im Unterschied zu europäischen Ländern treten Divertikel im Darm in Asien und Afrika auch im höheren Lebensalter eher selten auf. Diese regionalen Unterschiede in der Häufigkeit führen Mediziner vor allem auf die unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten zurück. Insbesondere die vergleichsweise ballaststoffarme Ernährung in den westlichen Industriestaaten scheint eine Divertikulose zu fördern.

3. Ursachen von Divertikel im Darm

Divertikel im Darm (Divertikulose) können verschiedene Ursachen haben – der genaue Entstehungsmechanismus ist aber noch nicht völlig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel zwischen einem hohen Druck im Darminneren und einer Schwäche der Darmwand: In der Muskelschicht der Darmwand gibt es anatomisch bedingte Lücken, in denen die versorgenden Blutgefässe verlaufen. Der altersbedingte Abbau des Bindegewebes, das die Gefässe umgibt, macht diese Schwachstellen zusätzlich empfindlich. Steigt im Inneren des Darms der Druck – etwa durch Verstopfung und harten Stuhlgang infolge einer ballaststoffarmen Ernährung – wird die Schleimhaut durch die Lücken in der Muskelschicht gepresst, sodass Divertikel entstehen.

Eine ballaststoffarme Ernährung begünstigt auf Dauer die Entstehung von Divertikeln im Darm. Durch die geringe Menge unverdaulicher Fasern entsteht wenig Stuhl, der aufgrund des mangelnden Nachschubs nur langsam durch den Dickdarm befördert wird. Dabei muss sich die Wand des Darms stark zusammenziehen, um den wenigen Inhalt vorwärts zu bewegen. Der Druck im Inneren des Darms steigt. Während der Passage durch den Dickdarm wird vom Körper ausserdem Wasser aus dem Stuhl aufgenommen, sodass der Stuhl sehr hart und weiter zusammengepresst wird. Eine ballaststoffarme Ernährung zählt daher bei Divertikeln im Darm beziehungsweise einer Divertikulose zu den Hauptursachen.

Der Darmabschnitt vor dem Mastdarm (Enddarm), das sogenannte Sigma oder Sigmoideum, ist am stärksten von der Divertikelbildung betroffen. Divertikel im Darm entstehen dort vermehrt, weil der Verlauf des Darms dort kurvig ist und die Ursachen Druck und Darmwandschwäche hier am stärksten zusammentreffen. Man spricht deshalb auch von der sogenannten Hochdruckzone des Darms.

Lagert sich Stuhl in den Darmdivertikeln ab und verschliesst diese, können sich die Divertikel auch entzünden. Dann spricht man von einer Divertikulitis.

4. Symptome von Divertikel im Darm

Divertikel im Darm (Divertikulose) rufen in etwa 80 Prozent der Fälle keinerlei Symptome hervor. Mediziner sprechen dann von einer asymptomatischen Divertikulose. Solange keine Beschwerden auftreten, ist in der Regel auch keine Therapie erforderlich. Dennoch empfiehlt es sich, bei einer Divertikulose (sofern diese festgestellt wurde) ballaststoffreich zu essen und ausreichend zu trinken. So lassen sich Komplikationen und Beschwerden meist vermeiden.

Bei manchen Betroffenen verursacht die Divertikulose hin und wieder Bauchschmerzen, ein Völlegefühl oder Stuhlunregelmässigkeiten wie Verstopfung, Blähungen oder selten auch Durchfälle. Erst bei Komplikationen wie Entzündungen (Divertikulitis) rufen die Divertikel im Darm schwerere Symptome wie starke Schmerzen (meist im linken Unterbauch), Fieber und Verstopfung hervor. In manchen Fällen ist der betreffende Darmabschnitt als schmerzhafte Walze im linken Unterbauch zu ertasten.

5. Diagnose von Divertikel im Darm

Divertikel im Darm (Divertikulose) erfordern eine eindeutige Diagnose, um bösartige Darmturmoren (Darmkrebs) auszuschliessen. Dazu erfragt die Ärztin zunächst die genauen Beschwerden und veranlasst anschliessend verschiedene Untersuchungen.

Wiederholte Verdauungsprobleme in Form von Verstopfung und Blähungen deuten bei älteren Menschen darauf hin, dass Divertikel im Darm vorliegen können. Um andere Erkrankungen wie Darmtumoren auszuschliessen, wird beim Verdacht auf eine Divertikulose die Diagnose in der Regel mithilfe einer Darmspiegelung und/oder und einer Computertomographie gestellt. Häufig ist die Divertikulitis auch eine Nebendiagnose bei einer Darmspiegelung.

Divertikulitis

Liegt eine Divertikulitis vor, sind ein oder mehrere Darmdivertikel entzündet. In diesem Fall ergibt sich die Diagnose bereits aus den geschilderten Beschwerden und der körperlichen Untersuchung.

Bei der körperlichen Untersuchung tastet die Ärztin auch den Bauch ab und horcht mit dem Stethoskop die Geräusche des Darms ab. Zudem misst sie die Körpertemperatur und nimmt eine Blutprobe.

Im Blut ist manchmal eine starke Erhöhung der weissen Blutkörperchen (sog. Leukozytose) und eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit nachweisbar. Auch die Menge des C-reaktiven Proteins (CRP), das als unspezifischer Marker von Entzündungen dient, ist in der Regel erhöht. Geht die Entzündung auf die Harnblase über, befinden sich weisse oder rote Blutkörperchen im Urin.

Um bei einer Divertikulitis die Diagnose zu sichern, liefert eine Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomographie das verlässlichste Ergebnis, manchmal wird auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt.

Eine Darmspiegelung wird im akuten Stadium einer Divertikulitis nicht durchgeführt, denn die Darmwand ist in diesem Fall durch die Entzündung bereits stark beansprucht und möglicherweise geschädigt. Dadurch könnte das Endoskop die Darmwand bei der Spiegelung leichter verletzen. Eine Darmspiegelung erfolgt deswegen meist erst etwa sechs Wochen nach Abklingen der Entzündung und dient in erster Linie dazu, einen Tumor  sicher auszuschliessen.

6. Therapie von Divertikel im Darm

Hat der Arzt beim Betroffenen zahlreiche Divertikel im Darm (Divertikulose) festgestellt, richtet sich die Therapie danach, ob Beschwerden auftreten und ob sich die Divertikel im Darm bereits entzündet haben, also eine Divertikulitis vorliegt.

Zufällig entdeckte beschwerdefreie Divertikel im Darm bedürfen meist keiner besonderen Therapie. Verursachen die Darmdivertikel jedoch Symptome, können Massnahmen, die den Stuhl regulieren, die Beschwerden verbessern. Eine beschwerdefreie Divertikulose lässt sich am besten behandeln mit:

 

  • einer fleischarmen, fettarmen und ballaststoffreichen Ernährung (d.h. viel frisches Obst, Gemüse, Vollkornprodukte),
  • ausreichender Flüssigkeitszufuhr (etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag, z.B. Wasser, ungesüsste Kräutertees) und
  • regelmässiger Bewegung (z.B. tägliche Spaziergänge).

 

Ballaststoffe und viel Flüssigkeit sorgen dafür, dass die Stuhlmenge steigt und der Druck im Darm sinkt. Bewegung regt ausserdem die Darmaktivität an und sorgt so dafür, dass der Stuhl besser transportiert wird. Dadurch sinkt der Druck ebenfalls.

Früher gab es die Empfehlung, bei einer Divertikulose auf den Verzehr von Körnern oder ähnlichen kleinteiligen Nahrungsmitteln bei der Ernährung zu verzichten. Man nahm an, dass es sonst leicht zu Darmblutungen kommen könnte. Wissenschaftlich überprüft hatte man das allerdings nicht. Inzwischen weiss man, dass das nicht der Fall ist. Einer grossen Studie zufolge treten bei Betroffenen mit Divertikulose, die regelmässig Nüsse, Körner und Samen in ihre Ernährung mit einbauen, sogar seltener Komplikationen wie Darmblutungen auf. Menschen mit Divertikulose dürfen Nüsse, Körner oder auch Popcorn also ohne Angst verzehren.

Eine Operation ist bei einer einfachen Divertikulose normalerweise nicht nötig. Erst wenn Komplikationen wie eine Divertikulitis immer wieder auftreten – also eine Entzündung der Divertikel –, kann ein operativer Eingriff erforderlich sein. Dann wird meist das Sigma entfernt, also der Dickdarmanteil mit der höchsten Zahl an Divertikeln und der höchsten Komplikation durch Divertikel.

Divertikulitis

Bei einer Entzündung der Darmdivertikel (Divertikulitis) ist eine nicht-operative (konservative) oder eine operative Therapie möglich. Wie die Behandlung genau aussieht, hängt davon ab, wie stark die Symptome der Divertikulitis sind und ob ernste Komplikationen auftreten.

Bei einer leichten Divertikulitis besteht die konservative Therapie meist aus einer Antibiotika-Behandlung. Allerdings mehren sich inzwischen Hinweise, dass in leichten Fällen auf Antibiotika möglicherweise auch verzichtet werden kann. Bei krampfartigen Schmerzen können krampflösende Medikamente (Spasmolytika) die Divertikulitis-Therapie unterstützen und die Beschwerden lindern.

Während der akuten Phase einer Divertikulitis empfehlen Ärzte ausserdem meist eine leicht verdauliche Schonkost, die den Darm entlastet. Auf Vollkornprodukte, Rohkost oder blähende Speisen sollte dann verzichtet werden, um die entzündeten Divertikel nicht zusätzlich zu reizen.

Eine schwere Divertikulitis macht eine Therapie im Spital erforderlich. Dort können mögliche Komplikationen rechtzeitig erkannt und gegebenenfalls behandelt werden. Betroffene erhalten Antibiotika mit einem breiten Wirkspektrum per Infusion direkt über eine Vene.

Eine Operation ist notwendig, wenn der Darm infolge der Entzündung reisst, sich grössere Entzündungshöhlen (Abszesse) bilden oder Verbindungsgänge zu anderen Darmabschnitten oder Organen (sog. Fisteln) entstehen.

Eine Divertikelblutung verläuft praktisch immer unabhängig von einer Entzündung beziehungsweise Divertikulitis und kann im Regelfall durch eine endoskopische Blutstillung behandelt werden.

Auf manche Medikamente aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR) sollte bei einer Divertikulitis verzichtet werden, denn sie können Komplikationen wie zum Beispiel eine Darmblutung begünstigen. Zu diesen problematischen NSAR zählen unter anderem gängige Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS).

Divertikulitis und Ernährung

Eine wichtige Rolle bei der Divertikulitis-Therapie spielt die Ernährung. Während bei der Divertikulose viele Ballaststoffe empfehlenswert sind, ist bei einer Divertikulitis eine ballaststoffarme Ernährung wichtig. Da der Darm durch die Entzündung bei einer Divertikulitis stark geschwächt ist, wäre eine ballaststoffreiche Ernährung zu belastend. Ein hohes Stuhlvolumen, wie es durch eine ballaststoffreiche Ernährung erreicht wird, kann dann die Beschwerden noch verstärken.

Bei einer leichten Divertikulitis ist manchmal eine Ernährung mit einer niedermolekularen Formeldiät (sog. Astronautenkost) sinnvoll, die bereits im Dünndarm aufgenommen wird. Bei einer schweren Divertikulitis sollten Betroffene nichts essen und Nährstoffe per Infusion über eine Vene erhalten.

Nach etwa zwei bis vier Tagen sollten Betroffene mit leichter Divertikulitis keine Beschwerden mehr haben. Dann ist es ratsam, die Ernährung schrittweise wieder auf ballaststoffreiche Nahrung umzustellen.

7. Verlauf von Divertikel im Darm

Divertikel im Darm (Divertikulose) zeigen – besonders bei gesunder Lebensweise – in der Regel einen günstigen Verlauf: Die Prognose der Darmdivertikel ist im Allgemeinen gut. Die Betroffenen erleben meist keinerlei Einschränkungen.

Der Divertikulose-Verlauf lässt sich über eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung positiv beeinflussen. In vielen Fällen lassen sich hierdurch schwere Komplikationen wie eine Divertikulitis, also eine Entzündung der Divertikel, verhindern. Auch ein Rauchverzicht kann sich günstig auf den Verlauf einer Divertikulose auswirken.

Komplikationen

Nur in seltenen Fällen entstehen Komplikationen, bei denen man operieren muss. Wird eine solche Operation notwendig, sind Betroffene anschliessend meist beschwerdefrei.

Sammelt sich Stuhl in den Divertikeln im Darm an, können sie sich entzünden – eine Divertikulitis tritt auf. Etwa ein bis zwei Prozent aller Betroffenen mit langjähriger Divertikulose bekommen eine Divertikulitis. Sie tritt meist mit Fieber und einem starken, anfallartigem Schmerz im linken (selten auch im rechten) Unterbauch in Erscheinung. Der gesamte Bauch ist dann äusserst druckempfindlich. Mitunter lässt sich der betroffene Abschnitt des Dickdarms durch die Haut wie eine «Walze» tasten. Als Folge einer Divertikulitis können sich Bakterien in den Divertikeln ansammeln und abgekapselte Eiterherde (Abszesse) in der Darmwand bilden.

Breitet sich die Entzündung aus, wird das umliegende Gewebe geschädigt. Darüber hinaus kann die Entzündung auch auf andere Organe wie den Dünndarm oder die Harnblase übergreifen.

Eine gefürchtete Komplikation ist der Durchbruch eines entzündeten Darmdivertikels in die Bauchfellhöhle. Der bakterienhaltige Inhalt des Divertikels ergiesst sich dann in die normalerweise keimfreie Bauchhöhle und verursacht eine lebensbedrohliche infektiöse Bauchfellentzündung (kotige Peritonitis). Wiederholte Entzündungen von Divertikeln führen häufig zu Vernarbungen in der Darmwand. Darmverengungen bis hin zu Verschlüssen (Ileus) durch das Narbengewebe können die Folge sein.

Da sich Darmdivertikel bevorzugt an Stellen bilden, an denen grössere Blutgefässe von der Muskelschicht zur Schleimhaut der Darmwand verlaufen, zählen auch Darmblutungen zu den Komplikationen. Es besteht nämlich die Gefahr, dass die Gefässe bei einer Schädigung der Schleimhaut durch die Entzündungsreaktionen verletzt werden. In vielen Fällen hören die Blutungen von selbst wieder auf oder können endoskopisch behandelt werden.

Operationen sind nur in Ausnahmefällen notwendig.

8. Vorbeugen gegen Divertikel im Darm

Bislang ist noch nicht im Detail geklärt, welche Ursachen Divertikel im Darm (Divertikulose) haben. Experten geht jedoch davon aus, dass durch eine ballaststoffreiche Ernährung Divertikel im Darm seltener auftreten und man ihnen dadurch vorbeugen kann. Vegetarier haben insgesamt ein niedrigeres Risiko für Divertikel. Ausreichendes Trinken, regelmässige körperliche Bewegung und das Vermeiden von Übergewicht beeinflussen die Darmtätigkeit zusätzlich positiv.