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Veröffentlicht am 15.09.2021

1. Überblick

Ein Fersensporn ist ein spitzer Knochenauswuchs am Fuss. Auf dem Röntgenbild sieht er aus wie ein Dorn, der vom Fersenknochen in Richtung Fussspitze wächst.

Der Fersensporn ist ein Knochenauswuch im Bereich der Ferse, wo die Sehnenstränge der Muskeln am Knochen (dem sog. Fersenbein oder Kalkaneus) ansetzen – oft ohne dass man ihn spürt. In manchen Fällen bereitet ein Fersensporn aber Beschwerden.

Fersensporne beziehungsweise durch sie bedingte Beschwerden entstehen durch Überbelastung; besonders oft findet sich ein Fersensporn bei Fussfehlformen wie dem Knick-Senkfuss), bei denen an der Sehnenplatte im Bereich der Fusssohle eine erhöhte Zugbelastung herrscht. Ausserdem können zum Beispiel schlechte Schuhe, Übergewicht und schwere körperliche Arbeiten die Entstehung eines Fersensporns fördern. Wenn sich ein Kalkaneussporn hinten am Fuss bildet, dann überwiegend entweder an der Fusssohle unterhalb der Ferse oder am Ansatz der Achillessehne:

 

  • Meistens bildet sich ein Kalkaneussporn als sogenannter unterer beziehungsweise plantarer Fersensporn unterhalb der Ferse.
  • Vergleichsweise selten entsteht ein Kalkaneussporn am Ansatz der Achillessehne. Ein solcher oberer beziehungsweise dorsaler Fersensporn ist auch als Haglund-Ferse oder Haglund-Exostose bekannt (Exostose = knöcherner Auswuchs).

 

Wenn ein Fersensporn Symptome hervorruft, dann vor allem in Form von Schmerzen, die bei Belastung oder durch Druck entstehen. Bei einem unteren Fersensporn sind die Schmerzen stechend und belastungsabhängig. Ein oberer Fersensporn schmerzt oft durch Druck des Schuhrands.

Hilfe bei einem Fersensporn bieten vor allem Einlagen (Fersenkissen) und entzündungshemmende Medikamente. Eine Operation erfolgt bei einem Fersensporn als letzte Möglichkeit erst dann, wenn die nicht-operative Behandlung versagt hat. Sie kommt daher sehr selten zum Einsatz.

Eine Person ist auf einer Strasse am Joggen.

Fersensporne entstehen meist durch Überbelastung. Auch die falschen Schuhe können dazu beitragen.

Quelle: Getty Images

2. Definition von Fersensporn

Ein Fersensporn (Kalkaneussporn) ist ein unnatürlicher dornartiger Knochenauswuchs, der sich in der Regel im Ansatzbereich eines Muskels (an der sog. Sehnenplatte) am Fersenbein (auch Kalkaneus oder Calcaneus genannt) bildet.

Ein Fersensporn bereitet oft keine oder nur so geringe Beschwerden, dass die Betroffenen keinen Anlass für einen Arztbesuch sehen. Deshalb bleibt ein solcher Sporn in der Regel unerkannt, bis man ihn zufällig (bei einer aus anderen Gründen durchgeführten Röntgenuntersuchung) entdeckt. Ein Kalkaneussporn kann jedoch zur Entzündung des umliegenden Gewebes und damit zu Schmerzen führen. Andererseits kann auch eine Entzündung bewirken, dass sich ein Sporn ausbildet.

Fersensporne treten überwiegend an zwei verschiedenen Stellen hinten am Fuss auf – entsprechend unterscheidet man zwei Formen von Fersensporn:

  • Sporn unterhalb der Ferse = unterer (plantarer) Fersensporn
  • Sporn am Ansatz der Achillessehne = oberer (dorsaler) Fersensporn, auch Haglund-Ferse oder Haglund-Exostose genannt

Insgesamt haben mehr Frauen als Männer einen Fersensporn. Ein möglicher Grund: Ungeeignetes Schuhwerk kann die Entstehung eines Fersensporns begünstigen. Das Durchschnittsalter der Betroffenen beträgt 40 bis 60 Jahre.

Plantarer Fersensporn

Meistens befindet sich ein Fersensporn (Kalkaneussporn) dort, wo die Sehnenstränge der Muskeln am Knochen ansetzen – dem sogenannten Fersenbein oder Kalkaneus. Mediziner sprechen deshalb oft auch von einem Kalkaneussporn.

Haglund-Ferse oder Haglund-Exostose

Ein Fersensporn (Kalkaneussporn) kann sich nicht nur unterhalb der Ferse (sog. plantarer Fersensporn) bilden, sondern (seltener) auch als Knochenerhebung am Ansatz der Achillessehne auftreten. Ein solcher oberer oder dorsaler Fersensporn heisst auch Haglund-Ferse oder Haglund-Exostose (eine Exostose ist ein knöcherner Auswuchs). Die Haglund-Ferse ist angeboren und nicht zwingend mit Beschwerden verbunden. Tragen die Betroffenen falsche Schuhe und belasten sie die Ferse falsch oder übermässig, kann diese Dauerreizung beim oberen Fersensporn jedoch zu Entzündungen und Fersenschmerzen führen. Häufig steht diese Form von Kalkaneussporn in Verbindung mit einem entzündlichen Schleimbeutel und einer Entzündung der Achillessehne.

3. Ursachen von Fersensporn

Ein Fersensporn (Kalkaneussporn) wenn der Fuss über Jahre hinweg überbelastet wird. Durch diese übermässige Belastung kann der Sehnenstrang der Fusssohle (sog. Plantarfaszie) an seiner Ansatzstelle an der Ferse derart beansprucht sein, dass er kleine Risse bekommt. Dies reizt das umliegende Gewebe beziehungsweise die Knochenhaut. Es entsteht eine schmerzhafte, örtlich begrenzte Entzündung – ein unterer Fersenschmerz.

Nachfolgend lagert der Körper Kalk an den betroffenen Stellen ab – möglicherweise, um die kleinen Sehnenrisse zu heilen. Entlang der Sehnen bildet sich daraus allmählich der sogenannte Fersensporn. Andererseits kann auch (erblich bedingt oder durch Überbelastungen) zunächst ein Fersensporn entstehen, der seinerseits die Sehnen reizt und zu einer Entzündung des umliegenden Gewebes führt.

Für Überbelastungen, die zu einem Fersensporn führen können, kommen verschiedene Ursachen infrage:

  • schlechtes Schuhwerk
  • besonders intensiver Sport in untrainiertem Zustand (v.a. bei wiederholten Belastungen)
  • Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas)
  • Fussfehlstellungen
  • schwere körperliche Arbeiten
  • langes Stehen am Arbeitsplatz

Ein Kalkaneussporn bildet sich oft bei Fussfehlformen, die durch ein flach stehendes Fersenbein (Kalkaneus) gekennzeichnet sind – wie beim Knick-Senkfuss. Dies hat seine Ursachen darin, dass dann eine vermehrte Zugbelastung an der Sehnenplatte im Bereich der Fusssohle besteht: Dieser Zug kann dazu führen, dass der Ansatzbereich eines Muskels verknöchert – es entsteht ein plantarer oder unterer Fersensporn.

4. Symptome von Fersensporn

Ein Fersensporn (Kalkaneussporn) verursacht selten deutliche Symptome, weshalb er oft unentdeckt bleibt. Wenn beim Fersensporn überhaupt Beschwerden auftreten, handelt es sich um Schmerzen im Bereich der Sehnenansätze. Je nachdem, wo der Sporn liegt, unterscheiden sich die von ihm ausgelösten Symptome:

Ist ein unterer (plantarer) Fersensporn für die schmerzhaften Symptome verantwortlich, sind die Schmerzen an den Fusssohlen stechend und belastungsabhängig. Unter Umständen treten dann bei jedem Schritt Fersenschmerzen auf, die sich anfühlen, als wäre man auf einen Reissnagel getreten. Der plantare Kalkaneussporn ist besonders durch morgendlichen Schmerz bei den ersten Schritten gekennzeichnet (sog. Anlaufschmerz). Die schmerzfreie Gehstrecke ist deutlich eingeschränkt. Durch Druck kann man einen deutlich begrenzten Schmerz (Druckschmerz) am Ansatz der Sehnenplatte (sog. Aponeurose) im Bereich der Fusssohle auslösen.

Ein hinterer oberer (dorsaler) Fersensporn (bzw. Haglund-Exostose) äussert sich vor allem durch zwei Symptome: Druckschmerz beim Abtasten der Achillessehne und Belastungsschmerzen. Der hintere Schuhrand drückt auf den Sporn, wodurch die Haut gerötet und entzündet ist. Der Druck des Schuhrands verursacht ausserdem meist eine Entzündung am Ansatz der Achillessehne, die mit einer Schleimbeutelentzündung verbunden ist.

5. Diagnose von Fersensporn

Bei einem Fersensporn (Kalkaneussporn) erfolgt die Diagnose in der Regel zufällig (bei einer aus anderen Gründen durchgeführten Röntgenuntersuchung), da der Sporn von aussen nicht erkennbar ist und sich meist kaum bemerkbar macht. Bereitet ein Fersensporn doch Beschwerden, weisen diese meist auf eine Entzündung des Fusssohlenstrangs (Plantarfasziitis) hin – wobei auch andere Ursachen als ein Fersensporn infrage kommen können, zum Beispiel Morbus Ledderhose oder eine Atrophie des Fersenfettpolsters. Klarheit schafft eine Röntgenuntersuchung:

  • Ob ein plantarer Fersensporn (hinterer unterer Kalkaneussporn) vorliegt, zeigt sich in einer seitlichen Röntgenaufnahme des Rückfusses: Dort ist meist ein zehenwärts gerichteter, ein bis fünf Millimeter langer knöcherner Sporn erkennbar.
  • Bei der Haglund-Exostose (hinterer oberer bzw. dorsaler Fersensporn) gelingt die Diagnose häufig anhand der Tatsache, dass die Knochenverwachsung im Röntgenbild kleiner ist als der klinisch tastbare Befund, da die Spitze vom Fersensporn knorpelig ausgebildet sein kann.

6. Therapie von Fersensporn

Konservative Behandlung

Ein Fersensporn (Kalkaneussporn) macht nur dann eine Therapie nötig, wenn er Beschwerden bereitet. Schwerpunktmässig kommt gegen einen Fersensporn eine konservative (d.h. nicht-operative) Behandlung zum Einsatz. Häufig reicht es schon, den Fersensporn durch Entlastung zu behandeln. Welche Massnahmen für Sie die beste Hilfe bedeuten, hängt davon ab, wo sich Ihr Kalkaneussporn befindet:

 

  • Plantarer Fersensporn: Ist ein hinterer unterer Fersensporn für Ihre Beschwerden verantwortlich, können Sie ein Fersenkissen mit Locheinlage über der druckempfindlichen Stelle tragen. Dies lindert die Schmerzen. Zusätzlich sind bei einem plantaren Fersensporn bei Bedarf Einlagen (Locheinlagen) sinnvoll, die das Längsgewölbe des Fusses unterstützen und entlasten.
  • Haglund-Exostose: Bereitet Ihnen ein solcher hinterer oberer (dorsaler) Fersensporn Probleme, erreichen Sie bereits durch einen Wechsel Ihrer Schuhe Besserung. Verzichten Sie bei einem oberen Fersensporn auf zu starres Schuhwerk und vermeiden Sie Schuhe, die auf Höhe des Sporns abschliessen.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten, die sich bei den meisten Patienten als hilfreich erwiesen haben, sind:

  • manuelle Therapie (vor allem Mobilisationsübungen)
  • Tapeverbände
  • Dehnübungen für die Achillessehne und die Plantarsehne
  • Nachtschienen

Reichen diese Massnahmen nicht aus, um die Fersenschmerzen zu lindern, können auch verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen. Es eignen sich zum Beispiel Lokalanästhetika- und Kortikoid-Gemische, die als Salbe im Bereich des Muskelansatzes aufgetragen werden.

Manche Ärzte raten bei einem Fersensporn auch zu einer Elektrotherapie oder einer sogenannten extrakorporalen Stosswellentherapie – die Wirksamkeit dieser Verfahren ist allerdings umstritten. Die Kosten für eine solche Fersensporn-Behandlung muss man in der Regel selbst tragen.

Operation

Bei einem Fersensporn (Kalkaneussporn) ist für eine erfolgreiche Therapie in der Regel keine Operation notwendig. Nur wenn die konservativen Massnahmen gegen den Fersensporn nach mindestens neun bis zwölf Monaten noch keine Besserung verschafft haben, ist eine operative Behandlung in Erwägung zu ziehen.

Bei der Operation trägt der Operateur den Kalkaneussporn mit einem Meissel ab und entfernt ein Stück des Sehnenstrangs. Die Operation birgt das Risiko in sich, dass sich Narben bilden, die zu anhaltenden Schmerzen führen. Darum ist es wichtig, dass Sie bei einem Fersensporn vor einer Operation alle Möglichkeiten der nicht-operativen Behandlung ausschöpfen.

7. Vorbeugen gegen Fersensporn

Einem Fersensporn (Kalkaneussporn) können Sie vorbeugen, indem Sie die Sehnen Ihrer Fusssohle schonen. Dies erreichen Sie zum Beispiel, indem Sie:

  • sich vor dem Sport ausreichend aufwärmen und dehnen
  • passende und nicht zu enge Schuhe tragen
  • gelegentlich Ihre Haltung am Arbeitsplatz ändern (stehen/sitzen)
  • beim Joggen auf gute Laufschuhe achten

Wenn Sie einem Fersensporn vorbeugen möchten, ist es ausserdem ratsam, Übergewicht zu vermeiden beziehungsweise abzubauen.

«Wissen, was dem Körper gut tut.»

Chantal Hebeisen, Redaktorin

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