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1. Überblick

Bei einer Fettgewebsnekrose der Brust entstehen gutartige, tastbare Knoten. Diese Veränderungen der Brust sind in der Regel nicht schmerzhaft und äusserlich nicht von einem Tumor zu unterscheiden.

Ursache für die Fettgewebsnekrose der Brust (lat.: mamma) ist fast immer eine Wunde (Trauma), zum Beispiel bedingt durch Gewalteinwirkungen oder eine Brustoperation: Infolge der Verletzung kommt es zur Nekrose des Brustfettgewebes (d.h. es sterben Fettgewebszellen ab) und dadurch zu einer örtlich begrenzten Entzündung, bei der Bindegewebezellen das durch den Fettgewebszerfall freiwerdende Fett aufnehmen – nach und nach bildet sich eine mit öliger Flüssigkeit gefüllte Scheinzyste, deren Inhalt verkalken kann. Am Ende entsteht ein harter Knoten, der mehrere Zentimeter gross sein kann.

Solche Knoten in der Brust infolge von Fettgewebsnekrosen sind gutartig, lassen sich aber mit bösartigen Tumoren der Brust verwechseln und sind deshalb sehr genau zu begutachten. Obwohl eine Fettgewebsnekrose der Brust wegen ihrer Gutartigkeit eigentlich keine Behandlung erfordert, sind die Knoten daher operativ zu entfernen, um sie untersuchen und so Brustkrebs sicher ausschliessen zu können.

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2. Definition

Eine Fettgewebsnekrose der Brust (lat.: mamma) ist eine Veränderung in der Brust, die vor allem infolge von Gewalt oder einer gestörten Versorgung, zum Beispiel nach einer Operation, auftritt. Der Begriff Nekrose bezeichnet das Absterben von Gewebe, Organen oder Organteilen. Bei Fettgewebsnekrosen stirbt Fettgewebe ab. Dies kann unterschiedliche Organen betreffen und verschiedene Ursachen und Erscheinungsbilder haben. Die Fettgewebsnekrose der Brust zählt zu den einfachen Nekrosen. Die hierbei in der Brust entstehenden Knoten sind gutartig, lassen sich zum Teil aber schwer von bösartigen Tumoren abgrenzen.

Häufigkeit

Die Fettgewebsnekrose der Brust tritt mit grösster Häufigkeit im Zeitraum vor und nach Eintritt in die Wechseljahre (Menopause) auf. Das Durchschnittsalter der betroffenen Frauen beträgt 52 Jahre.

3. Ursachen

Eine Fettgewebsnekrose der Brust hat fast immer traumatische Ursachen (Trauma = Wunde): Häufigste Auslöser für Nekrosen des Brustfettgewebes sind Gewalteinwirkungen oder Verletzungen. Äussere Gewalteinwirkungen führen zu einer direkten Schädigung und nachfolgend zum Absterben (= Nekrose) der Zellen des Fettgewebes durch Quetschung oder Prellung – zum Beispiel ein Sturz oder Autounfall. Bei Verletzungen entsteht die Fettgewebsnekrose infolge von durchtrennten Blutgefässen, wodurch die Blutversorgung der Fettgewebszellen in der Brust gestört ist und die Zellen nachfolgend absterben. Dies kann zum Beispiel (unbemerkt) bei Brustoperationen, bei einer Stanzbiopsie oder Feinnadelbiopsie geschehen.

Die infolge der Fettgewebsnekrose auftretenden Knoten in der Brust haben ihre Ursachen in der durch die Nekrose ausgelösten Entzündungsreaktion: Wenn die Fettgewebsnekrose das Fettgewebe der Brust zerstört, gelangt flüssiges Fett als ölige Masse in das umliegende Gewebe der Brust. Es entsteht ein sogenannten lipophages Granulom: eine örtlich begrenzte Entzündung, bei der Bindegewebezellen das freigewordene Fett (Lipid) aufnehmen. So entstehen je nach Fettmenge unterschiedlich grosse Ölzysten. Diese Zysten sind im eigentlichen Sinne fettgefüllte Blasen, deren Inhalt zur Verkalkung neigt. Im Endstadium ihrer Entwicklung bilden die Zysten harte Knoten in der Brust, die mehrere Zentimeter gross sein können.

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4. Symptome

Die für eine Fettgewebsnekrose der Brust typischen Symptome sind tastbare Knoten in der Brust, die sich derb verschwommen anfühlen. In der Regel verursachen diese Veränderungen keine Schmerzen in der Brust. Wenn das umgebende Gewebe entzündet ist, kann ein solcher Knoten jedoch auch schmerzempfindlich sein. Ausserdem kann sich die Haut darüber einziehen und bläulich verfärben. Ein weiteres mögliches Anzeichen für eine Fettgewebsnekrose der Brust ist eine Schwellung der Lymphknoten in den Achseln.

Die äusseren Symptome der bei einer Fettgewebsnekrose der Brust gutartigen Knoten sind leicht mit den äusseren Anzeichen für einen bösartigen Tumor zu verwechseln. Um durch Fettgewebsnekrosen bedingte Veränderungen der Brust sicher von Brustkrebs zu unterscheiden, ist es daher nötig, solche Knoten operativ zu entfernen und anschliessend zu untersuchen.

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5. Diagnose

Bei einer Fettgewebsnekrose der Brust erfolgt die Diagnose anhand einer Brustuntersuchung: durch Abtasten der Brust und mit bildgebenden Verfahren. Ausserdem sind Informationen zu vorangegangenen Gewalteinwirkungen oder Brustoperationen hilfreich.

Ein genauer Tastbefund kann bei einer Fettgewebsnekrose der Brust erste Aufschlüsse darüber geben, wie viele Knoten in der Brust vorliegen und wie weit sie sich ausdehnen. Die Knoten sind meist gut tastbar. Da die Grösse der Knoten davon abhängt, wie viel Brustfettgewebe von der Nekrose betroffen ist (d.h. abstirbt), können die einzelnen Knoten unterschiedlich gross sein. Die bei Fettgewebsnekrosen tastbaren Veränderungen in der Brust sind zwar gutartig, doch schwer von bösartigen Tumoren zu unterscheiden. Deshalb ist es wichtig, bösartige Veränderungen bei der Diagnose auszuschliessen.

Zunächst erfolgt bei Verdacht auf eine Fettgewebsnekrose der Brust jedoch eine Ultraschalluntersuchung. Hierbei lassen sich lassen mögliche weitere Veränderungen oder Nekroseherde in der Brust aufspüren, die nicht tastbar sind. Zudem ist auf diesem Weg das genaue Ausmass der Fettgewebsnekrose feststellbar.

Um bei der Diagnose Brustkrebs sicher auszuschliessen, ist es wichtig, die Knoten operativ zu entfernen und anschliessend feingeweblich zu untersuchen.

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6. Therapie

Die durch eine Fettgewebsnekrose der Brust bedingten Knoten sind gutartig und erfordert an sich keine Therapie. Wenn bei Ihnen solche bei der Fettgewebsnekrose harmlosen Veränderungen in der Brust feststellbar sind, besteht die Behandlung dennoch darin, die Knoten operativ zu entfernen. Der Grund hierfür ist vor allem: Die bei Fettgewebsnekrosen auftretenden Knoten lassen sich durch Abtasten nicht von bösartigen Tumoren unterscheiden. Daher ist es notwendig, die Knoten zu entfernen, um sie anschliessend genau untersuchen zu können. Nur so ist es möglich, eine differenzierte Diagnose zu stellen und einen Brustkrebs sicher auszuschliessen.

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7. Verlauf

Eine Fettgewebsnekrose der Brust zeigt in der Regel einen guten Verlauf: Meist sind die Fettgewebsnekrosen wenig ausgeprägt. Die in der Brust als Folge der Nekrose auftretenden Veränderungen sind gutartig und bereiten in der Regel auch keine Beschwerden.

Nur selten kommt es im Verlauf einer Fettgewebsnekrose der Brust zu einer Komplikation in Form einer Fettembolie: In einzelnen Fällen können bei einer Fettgewebsnekrose der Brust Fetttröpfchen in die Blutbahn gelangen, zum Beispiel wenn während einer Gewalteinwirkung eine Verletzung an einem Blutgefäss entstanden ist. Ein solches Fetttröpfchen kann dann ein Blutgefäss verstopfen. Diese Blutgefässverstopfung (= Embolie) geschieht vor allem in der Lunge. Allerdings ist ein schwerer Verlauf dieser Komplikation selten. Manchmal ist die Fettembolie kaum mit Symptomen verbunden, so dass sie unentdeckt bleibt.

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8. Vorbeugen

Einer Fettgewebsnekrose der Brust können Sie kaum vorbeugen: Die Fettgewebsnekrose entsteht meist infolge von Gewalteinwirkungen, zum Beispiel durch Gurtverletzungen bei Autounfällen oder nach Brustoperationen, wenn der Operateur dabei Blutgefässe durchtrennt hat. Daher beschränken sich wirksame vorbeugende Massnahmen darauf, sich soweit wie möglich vor Unfällen und Verletzungen zu schützen und sich keiner medizinisch unnötigen Brustoperation zu unterziehen.

Die mit einer Fettgewebsnekrose der Brust einhergehenden Veränderungen der Brust sind gutartig, ähneln aber in ihrem Erscheinungsbild einem Brustkrebs. Wenn Sie eine Verhärtung oder sonstige Veränderung in Ihrer Brust feststellen, vor allem tastbare Knötchen, ist es daher ratsam, sie umgehend fachärztlich untersuchen zu lassen: Nur so lassen sich mögliche bösartige Tumoren sicher ausschliessen. Dies ist besonders wichtig, da Brustkrebs jeden betreffen kann. Sie können ihm zwar nicht vorbeugen, aber durch eine frühe Diagnose und entsprechende Therapie Ihre Heilungschancen erhöhen.

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