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1. Überblick

Ein Frontzahntrauma ist eine durch mechanische Krafteinwirkung entstandene Verletzung an einem Frontzahn (d.h. einem Schneide- oder Eckzahn). Meist ist es möglich, geschädigte Frontzähne zu erhalten.

Frontzahnfraktur
Am häufigsten kommen Frontzahnschäden bei Kindern und Jugendlichen als Folge eines Unfalls vor. Sind Zähne durch ein Frontzahntrauma nur locker, hilft eine Schienung bei der Regeneration. Wenn ein Frontzahn abgebrochen ist, ist es (abhängig von der Lage der Bruchstelle) in der Regel möglich, ihn zu erhalten. Und vollständig ausgeschlagene Zähne lassen sich wieder einsetzen (reimplantieren), wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind: Dazu gehört die Unversehrtheit des Knochenfachs, aus dem der ausgeschlagene Zahn stammt, und die des Zahns selbst.

Nach einem Zahnverlust ist es wichtig, die ausgeschlagenen Zähne oder Zahnstücke feucht in Kochsalzlösung, Speichel oder Milch zu lagern, damit sie nicht austrocknen und absterben. Je schneller die Reimplantation nach dem Frontzahntrauma erfolgt, desto höher sind die Chancen, dass der wieder eingesetzte Zahn auch einwächst.

2. Definition

Ein Frontzahntrauma ist ein durch äussere Krafteinwirkung hervorgerufener Schaden an einem Frontzahn. Zu den Frontzähnen zählen die Schneide- und die Eckzähne. Diese Zähne können sich auf verschiedene Arten Verletzungen zuziehen. Der Zahn kann abgebrochen und dazu sein Knochenfach und das umliegende Zahnfleisch beschädigt sein. Der extremste Zahnschaden ist der vollständige Verlust eines oder mehrerer Frontzähne.

Häufigkeit

Das Frontzahntrauma weist eine recht hohe Häufigkeit auf. Die meisten Frontzahntraumata treten bei Kindern und Jugendlichen in der Folge von Unfällen auf. Frontzähne im Oberkiefer sind aufgrund ihrer Grösse und Lage häufiger von Verletzungen betroffen als die Schneide- und Eckzähne im Unterkiefer. Ein vermehrtes Auftreten solcher Zahnschäden bei Jungen lässt sich statistisch nicht bestätigen.

3. Ursachen

Einem Frontzahntrauma liegen als Ursachen immer Verletzungen zugrunde: Ein Stoss, Schlag, Fall oder auch ein sportlicher Körpereinsatz können zu einer Verletzung der Frontzähne führen. Kinder und Jugendliche ziehen sich Schäden an einem Frontzahn meist durch einen Unfall zu.

4. Symptome

Ein Frontzahntrauma kann sich durch verschiedene Symptome äussern. Welche das sind, hängt zum einen von der Ursache der Zahnschädigung ab (d.h. davon, ob das Zahntrauma z.B. infolge einer Verletzung oder eines Unfalls entstand). Zum anderen ist das Ausmass der Zahnschädigung für die auftretenden Symptome entscheidend. Ist ein Zahn vollständig herausgebrochen, schmerzt und blutet die Wunde im Ober- oder Unterkiefer. Unter Umständen ist auch der Kieferknochen in Mitleidenschaft gezogen. Wenn bei einem Frontzahntrauma nur ein Zahnstück abgebrochen ist, entstehen meist nur optische Beeinträchtigungen.

5. Diagnose

Nach einem Frontzahntrauma erfolgt im Rahmen der Diagnose eine Beurteilung der entstandenen Schäden an den Frontzähnen (d.h. Schneide- oder Eckzähne). Je nach Art der Schädigung lassen sich dabei periphere und zentrale Kippungen der Frontzähne sowie Zahnbrüche unterscheiden:

  • Periphere Kippungen umfassen alle Grade der Lockerung eines Frontzahns, von teilweiser und unvollständiger Kippung bis zum vollständigen Zahnverlust.
  • Zentrale Kippungen sind Kippungen eines Zahns nach innen, also ein Hineinschlagen in den Kieferknochen.
  • Zahnbrüche (Frakturen) teilt man nach ihrem Ausmass in Sprünge, Schmelz-, Kronen-, Wurzel-, Quer-, Schräg- oder Längsfrakturen ein.

Je stärker Frontzähne durch das Frontzahntrauma gekippt beziehungsweise gelockert sind, desto weniger wahrscheinlich ist ihr Bruch – und umgekehrt. Ob ein Zahn gebrochen oder locker ist, stellt der Zahnarzt bei der Diagnose durch vorsichtiges Betasten fest. Ausserdem fertigt er ein Röntgenbild an.

6. Therapie

Bei einem Frontzahntrauma hängt die geeignete Therapie von der Art des Zahns sowie von der Art der Verletzung ab.

Milchzähne

Wenn das Frontzahntrauma keine bleibenden Zähne, sondern Milchzähne betrifft, besteht die Therapie meist darin, den betroffenen Zahn (bzw. die betroffenen Zähne) zu ziehen. So lassen sich Schmerzen und weitere Störungen des bleibenden Zahns ausschliessen und der Erwachsenenzahn kann schneller durchbrechen.

Zahnsprünge

Wenn sich ein Frontzahntrauma durch Zahnsprünge an einem bleibenden Zahn äussert, kann der Zahnarzt zur Therapie einen einfachen Schutzfilm auf den Zahn aufbringen. Unbehandelt kann ein Sprung im Zahn den betroffenen Frontzahn empfindlich machen. Durch den Schutzfilm lässt sich diese möglicherweise auftretende Empfindlichkeit vermeiden.

Zahnbrüche

Wenn bei einem Frontzahntrauma Zahnbrüche (Zahnfrakturen) entstehen, hängt die Therapie vom Ausmass der Zahnschäden ab:

Kronenbrüche lassen sich durch eine Füllung beheben, wenn die Zahnnerven der betroffenen Frontzähne unverletzt oder nur minimal geschädigt sind. Liegen Zahnnerven jedoch grossflächig frei, erfordern Zahnbrüche eine Wurzelkanalbehandlung. Unter Umständen bringt der Zahnarzt einen Stift in den Zahn ein und fertigt eine Krone an, um ihn zu überkronen. Bei einem Zahnbruch im oberen oder mittleren Wurzelbereich besteht keine Hoffnung mehr für den gebrochenen Frontzahn – dann ist es erforderlich, den Zahn zu ziehen. Bei einem Bruch im unteren Wurzelbereich ist es möglich, den Zahn zu erhalten, wenn die Therapie in einer Entfernung der Wurzelspitze (sog. Wurzelspitzenresektion) und Füllung des Wurzelkanals besteht.

Zahnverlust

Wenn ein Frontzahntrauma zu einem Zahnverlust führt, lassen sich ausgeschlagene Zähne unter Umständen wieder einsetzen (sog. Reimplantation). Ob diese Therapie möglich ist, hängt vom Knochenfach und vom Zustand der Zähne ab: Bei der Reimplantation kommt es vor allem darauf an, wie Sie den ausgeschlagenen Zahn bis zum Eintreffen beim Zahnarzt lagern, denn er darf auf keinen Fall austrocknen. Ausgeschlagene Frontzähne oder Zahnfragmente sollten Sie einsammeln und in Kochsalzlösung, Speichel oder Milch feucht lagern. Besonders empfehlenswert sind sogenannte Zahnrettungsboxen. Sie sind mit einer speziellen Zellnährlösung gefüllt und in Apotheken erhältlich. Zahlreiche Institutionen, wie zum Beispiel Schulen, Jugendclubs oder Sportvereine, haben diese Boxen meist vorrätig. In einer Zahnrettungsbox lässt sich ein verlorener Zahn 24 Stunden lagern, ohne Schaden zu nehmen.

Ist eine Reimplantation nach einem Zahnverlust nicht mehr möglich, dann kann der Zahnarzt die durch das Frontzahntrauma entstandene Lücke mit einem Implantat oder einer Brückenkonstruktion als Zahnersatz für den verlorenen Frontzahn füllen.

Gelockerte Zähne

Wenn sich ein Frontzahntrauma durch gelockerte Zähne äussert, legt der Zahnarzt zur Therapie eine Schienung an die betroffenen Frontzähne an. Dies fixiert lockere Zähne in einer bestimmten Position und gewährleistet deren Schonung. So haben die Zähne die beste Möglichkeit, wieder fest anzuwachsen.

Zahnfleischverletzungen

Wenn ein Frontzahntrauma mit Zahnfleischverletzungen einhergeht, erfordern auch diese Verletzungen je nach Ausmass eine Therapie: Risse im Zahnfleisch vernäht der Zahnarzt und versorgt sie mit einer Salbe. Zur Unterstützung des Heilungsverlaufs sind Kamillenspülungen geeignet.

7. Verlauf

Bei einem Frontzahntrauma hängt der Verlauf von verschiedenen Faktoren ab. Es ist schwer einzuschätzen, wie sich ein verletzter Schneidezahn oder Eckzahn (sog. Frontzahn) regeneriert: In jedem Einzelfall ist die Prognose abhängig von dem Vorfall, der zum jeweiligen Zahnschaden geführt hat, und von der folgenden Behandlung. In den meisten Fällen lässt sich jedoch nach Frontzahntraumata die Kaufunktion der gelockerten, gebrochenen oder ausgeschlagenen Zähne wiederherstellen und eine kosmetisch befriedigende Lösung finden.

8. Vorbeugen

Einem Frontzahntrauma können Sie nur bedingt vorbeugen, da wirksame Vorsichtsmassnahmen für durch mechanische Krafteinwirkung bedingte Verletzungen an den Frontzähnen nur schwer zu treffen sind. Wenn es zu einem Zahnverlust gekommen ist, sollten Sie den Zahn einsammeln, optimal lagern und schnellstmöglich zum Zahnarzt befördern, um ihn eventuell zu retten.