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1. Überblick

Fusspilz (Tinea pedis) ist hierzulande eine der häufigsten Infektionskrankheiten: Jeder vierte erwachsene Europäer hat irgendwann im Leben einen Fusspilz.

Verantwortlich für Fusspilz sind bestimmte Pilze, die Haut, Haare und Nägel befallen: sogenannte Dermatophyten. Eine durch diese Hautpilze verursachte Pilzinfektion bezeichnet man allgemein als Tinea oder Dermatophytose. Bei der Tinea pedis, also einer Dermatophytose am Fuss, kann der ursächliche Pilz neben der Fusshaut auch die Zehennägel befallen (Nagelpilz bzw. Tinea unguium).

Doch nicht immer, wenn Dermatophyten auf die Haut gelangen, kommt es auch zu Pilzinfektionen: Die Tinea pedis entsteht vor allem in feuchtem Milieu, wie es besonders in den Zwischenräumen der äusseren Zehen herrscht. Schlecht luftdurchlässige Schuhe können ein idealer Feuchtraum für Fusspilz sein. Zudem haben Menschen mit Diabetes mellitus oder Durchblutungsstörungen ein erhöhtes Risiko für Fusspilz oder Nagelpilz.

Häufig sind beide Füsse gleichzeitig von Fusspilz betroffen. Oft entzünden sich die befallenen Hautstellen gleichzeitig, wenn auch unterschiedlich stark. Typische Symptome für eine Tinea pedis sind:

  • Hautrötung
  • Hautnässen
  • Schuppung der Haut
  • Blasenbildung
  • Juckreiz


Ob Fusspilz vorliegt, erkennt der Arzt in der Regel bereits, wenn er sich den Fuss anschaut. Eine Untersuchung von Hautproben mit dem Mikroskop zeigt, um welchen Fusspilz-Erreger es sich handelt. Bei unklarem mikroskopischen Befund oder um die genaue Pilzart zu bestimmen, ist es möglich, Tinea pedis im Labor genauer zu untersuchen.

Bei Tinea pedis kommen zur Therapie Antipilzmedikamente (sog. Antimykotika) zum Einsatz. Ausserdem ist es für eine erfolgreiche Fusspilz-Behandlung von grosser Hilfe, befallene Hautstellen trocken zu halten. Dies gelingt mit von Stoffstreifen, die man zwischen die Zehen legt, mit Puder oder luftdurchlässigen Schuhen. Treten beim Fusspilz gleichzeitig starke Entzündungen auf, ist es ratsam, diese zuerst zu behandeln, zum Beispiel mit einem speziellen Fussbad.

Einer Tinea pedis können Sie vorbeugen, indem Sie die Zehenzwischenräume trocken halten. Wer häufiger Probleme mit Fusspilz hat, kann speziellen Puder für die Füsse verwenden, um für eine Desinfektion der Haut zu sorgen und sie trocken zu halten. Ausserdem ist es ratsam, verstärkt auf atmungsaktive Fussbekleidung zu achten, um Fusspilz zu vermeiden.

2. Definition

Fusspilz (Tinea pedis) ist eine sogenannte Dermatomykose – also eine Pilzerkrankung (= Mykose) der Haut (= Derma) – im Fussbereich, für die bestimmte parasitäre Pilze verantwortlich sind: Der Begriff Tinea bezeichnet per Definition nur durch Dermatophyten ausgelöste Pilzinfektionen der Haut, Haare oder Nägel, weshalb man die Tinea auch als Dermatophytose bezeichnet.

Neben Fusspilz gibt es viele weitere Formen von Dermatophytose: Sind zum Beispiel die Zehennägel von Dermatophyten befallen, handelt es sich um einen Nagelpilz (sog. Onychomykose) – genauer um eine Tinea unguium.

Ein feuchtes Milieu bietet den idealen Nährboden für Fusspilz-Erreger und ist für den Ausbruch von Fusspilz von entscheidender Bedeutung: Im englischen Sprachraum ist Fusspilz als Athlete's foot bekannt, was so viel wie Sportlerfuss bedeutet. Die Bezeichnung rührt daher, dass häufig Sportler von Fusspilz betroffen sind. Der Grund hierfür: Vor allem häufiges Nutzen öffentlicher Duschräume oder Umkleidekabinen von Sportstätten begünstigt die Tinea pedis, aber auch schweissförderndes Schuhwerk (wie manche Sportschuhe).

Häufigkeit

Fusspilz (Tinea pedis) zählt mit zu den häufigsten Infektionskrankheiten: Jeder vierte erwachsene Europäer hat irgendwann im Leben einen Fusspilz. Bei barfuss laufenden Naturvölkern tritt Fusspilz dagegen praktisch gar nicht auf. Kinder haben in der Regel selten Fusspilz, doch mit zunehmendem Alter steigt die Infektionsrate. Bei Frauen weist Fusspilz eine etwas geringere Häufigkeit auf als bei Männern. Mögliche Gründe hierfür sind unterschiedliche Fussbekleidung und Pflegegewohnheiten bei Frauen und Männern.

Ehepartner stecken sich meist nicht mit dem Fusspilz des Ehemanns oder der Ehefrau an. Zwar findet hier häufig eine Übertragung der Pilze statt, es kommt aber nur selten zu einer tatsächlichen Erkrankung, denn: Neben der Übertragung müssen weitere Faktoren vorliegen, die eine Infektion begünstigen, wie ein feuchtes Fussmilieu. Nur dann kann in der Regel auch ein Fusspilz ausbrechen.

3. Ursachen

Fusspilz (Tinea pedis) liegen als Ursachen bestimmte Hautpilze zugrunde: sogenannte Dermatophyten (griech.: derma= Haut, phyton = Pflanze). Dermatophyten sind parasitäre Fadenpilze, die speziell die Haut und ihre Anhangsgebilde befallen – das heisst Nägel und Haare. Neben den Hefe- und Schimmelpilzen sind Dermatophyten für den grössten Teil der menschlichen Hautpilzerkrankungen verantwortlich. Die Fusspilz-Erreger breiten sich in der Hornschicht der Haut aus – also in der obersten Hautschicht –, in der Regel finden sie sich weder in der Oberhaut noch in tieferen Hautschichten.

Übertragung

Fusspilz (Tinea pedis) hat seine Ursachen in der Regel in einer Übertragung von Mensch zu Mensch. Dabei sind verschiedene Übertragungswege möglich, zum Beispiel:

  • indirekte Übertragung über typische Infektionsquellen wie Fussböden in öffentlichen Bädern und Duschen, Schuhe, Strümpfe und Teppichböden (v.a. in Hotels)
  • direkte Übertragung durch Hautkontakt (z.B. bei Kontaktsportarten wie Judo)

Eine indirekte Übertragung ist überall dort möglich, wo Menschen mit Fusspilz barfuss gehen und so deren Hautschüppchen auf den Boden und an den Fuss anderer Menschen gelangen. Ob nach der Übertragung der Pilze eine Tinea pedis entsteht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein feuchtes Milieu fördert die Fusspilzinfektion. Die wichtigsten Ursachen für den Ausbruch von Fusspilz sind:

  • enge Schuhe
  • Schweissfüsse (z.B. durch häufiges Tragen von Sportschuhen)
  • schlechtes Abtrocknen der Füsse, vor allem in Verbindung mit schlechter Abdunstung durch luftundurchlässige Kleidung wie ungeeignete Strümpfe oder Schuhe aus Kunststoff (z.B. Gummistiefel)
  • kleinere Hautverletzungen
  • geschwächte Körperabwehr

Im englischen Sprachraum ist Fusspilz unter der Bezeichnung Athlete's foot (= Sportlerfuss) bekannt, da Sportler häufig von der Tinea pedis betroffen sind. Dies hat seine Ursachen in der Kombination aus häufiger Nutzung öffentlicher Duschräume oder Umkleidekabinen von Sportstätten, wo das Risiko einer Übertragung hoch ist, und schweissfördernden Sportschuhen.

Neben den häufigsten Ursachen für einen Fusspilz-Ausbruch können auch weitere individuelle Faktoren darüber entscheiden, ob es nach der Übertragung der Pilze zu einer Infektion kommt oder nicht. Ein erhöhtes Risiko für Fusspilz besteht für Menschen mit Erkrankungen wie:

4. Symptome

Bei Fusspilz (Tinea pedis) ist die Haut der Füsse mit bestimmten Pilzen (sog. Dermatophyten) infiziert, was typischerweise folgende Symptome auslöst:

  • Hautrötung
  • Hautnässen
  • Hautschuppung
  • Blasenbildung
  • Juckreiz

Oft zeigen beide Füsse gleichzeitig Fusspilz-Symptome. Je nach Befallsmuster unterscheidet man drei Formen von Tinea pedis:

1. Fusspilz zwischen den Zehen

Fusspilz (Tinea pedis) bildet sich häufig in den Zehenzwischenräumen; meistens treten die ersten Symptome zwischen dem vierten und fünften Zeh auf. Die Fachbezeichnung für diese Form lautet interdigitaler Fusspilz (interdigital = zwischen den Fingern bzw. Zehen). Anfangs weicht die Haut etwas auf. Anschliessend können die betroffenen Hautstellen unter Umständen

  • leicht gerötet sein,
  • schuppen,
  • jucken,
  • weisse, verquollene, dicke Hautlagen oder
  • tiefe, schmerzhafte Risse bilden.

Weitere häufige Symptome bei Fusspilz zwischen den Zehen sind kleine Bläschen, die sich an den Seitenflächen der Zehen bilden. Die Tinea pedis bleibt häufig jahrelang unerkannt und dehnt sich unter Umständen auf Fusssohlen, Fusskanten und auch den Fussrücken aus.

2. Schuppiger und stark verhornender Fusspilz

Fusspilz (Tinea pedis) kann auch die Fusssohlen betreffen (Tinea pedis plantaris) und sich langsam auf die Fusskanten und den Fussrücken ausbreiten. Typische Symptome sind, dass die betroffene Haut schuppig ist und stark verhornt (was Mediziner als squamös-hyperkeratotisch bezeichnen):

  • Zunächst bildet sich eine feine, trockene Schuppung auf einer leicht bis mässig stark entzündeten Haut.
  • Im weiteren Verlauf können sich dicke Hornhautschichten und schmerzhafte Risse bilden, vor allem an den Fersen.

Ein solcher schuppiger und stark verhornender Fusspilz erinnert durch sein Befallsmuster und die Symptome an einen Mokassin, weshalb man ihn auch als Mokassin-Form bezeichnet. Häufig erkennen die Betroffenen diese Form nicht als Tinea pedis, sondern halten sie für trockene Haut.

3. Fusspilz mit Bläschen

Fusspilz (Tinea pedis) kann als erste Symptome auch flüssigkeitsgefüllte Bläschen am Fussgewölbe und den Fusskanten auslösen (d.h. vesikulös-dyshidrotisch verlaufen). Aufgrund der dicken Hornschicht an den Fusssohlen platzen diese Bläschen nicht spontan auf, sondern trocknen ein. In der Folge spannt und juckt die Haut.

5. Diagnose

Bei Verdacht auf Fusspilz (Tinea pedis) schabt der Arzt zur Diagnose in der Regel Hautschuppen vonn der betroffenen Hautstelle ab, die er unter dem Mikroskop auf Pilze untersucht. In schwierigen Fällen ist es auch möglich, das Material mit einem transparenten Klebestreifen abzuziehen, diesen einzufärben und dann auf den Objektträger zu kleben. Wenn es so nicht gelingt, eine eindeutige Diagnose zu stellen oder den Fusspilz genau zu identifizieren, ist es notwendig, den Pilz für eine genauere Untersuchung im Labor zu vermehren.

Bei der Diagnose von Fusspilz ist es wichtig, Erkrankungen auszuschliessen, die ebenfalls in den Zehenzwischenräumen vorkommen können und einer Pilzinfektion sehr ähnlich sind. Zu diesen Krankheiten zählen:

6. Therapie

Hilfe gegen Fusspilz (Tinea pedis) bietet eine Therapie mit einem pilzabtötenden Mittel (sog. Antimykotikum).

Mittel gegen Fusspilz erhalten Sie als Salbe, Creme oder Puder rezeptfrei in der Apotheke. Gängige Wirkstoffe gegen Fusspilz sind Clotrimazol, Econazol, Bifonazol, Terbinafin oder Amorolfin. Wenn nur die Zehenzwischenräume vom Fusspilz befallen sind, reicht in der Regel eine örtliche Behandlung aus. Schlägt die äusserliche Therapie nicht an (z.B. bei einer über die ganzen Fusssohlen ausdehnten Tinea pedis), ist es sinnvoll, die Antipilzmittel nach Absprache mit dem Arzt in Tablettenform einzunehmen.

Wie lange die Fusspilz-Therapie dauert, bis Sie einen Heilungserfolg bemerken, hängt vom eingesetzten Mittel ab. Antimykotika können auf unterschiedliche Arten wirken, sodass die Anwendungsdauer variiert:

  • Fungistatische Antimykotika: Antipilzmittel mit fungistatischen Wirkstoffen wie z.B. Clotrimazol töten den Pilz nicht ab, sondern verhindern, dass er weiter wächst und sich dadurch weiter verbreitet. Denn da sich die Haut ständig erneuert und abgestorbene Hautschuppen abstösst, werden Hautzellen, die vom Pilz befallen sind, ebenfalls nach und nach mit abgestossen. Wenden Sie das Antipilzmittel lange genug an, ist Ihr Fuss nach einer Weile pilzfrei. In der Regel ist es deshalb nötig, solche Antipilzmittel etwa drei bis vier Wochen zu verwenden.
  • Fungizide Antimykotika: Antipilzmittel mit fungiziden Wirkstoffen wie z.B. Terbinafin töten den Pilz direkt ab; dadurch ist die notwendige Behandlungszeit deutlich kürzer als bei fungistatischen Mitteln.

Tipps zur weiteren Behandlung

Bei Fusspilz (Tinea pedis) ist es neben den Medikamenten für eine erfolgreiche Therapie wichtig, dass Sie Ihre Zehen getrennt und trocken halten. Sinnvolle Tipps zur weiteren Behandlung lauten:

  • Trocknen Sie Ihre Füsse inklusive der Zehenzwischenräume immer gründlich ab.
  • Tragen Sie Baumwollstrümpfe und wechseln Sie diese täglich.
  • Waschen Sie die Socken bei 60 Grad Celsius.
  • Tragen Sie nicht zu enge Schuhe und achten Sie auf Schuhe aus möglichst luftdurchlässigen oder atmungsaktiven Materialien.
  • Legen Sie Verband- oder Stoffstreifen zwischen die Zehen – diese nehmen die Feuchtigkeit auf.
  • Desinfizieren Sie alle Gegenstände, die Fusspilz-Erreger verbreiten können (wie Schuhe und Strümpfe) mit einem Antipilzmittel. So können sich die Erreger nicht weiter ausbreiten.
  • Tragen Sie an öffentlichen Orten wie Duschräumen, Schwimmbädern oder im Hotel Badeschuhe.

7. Verlauf

Fusspilz (Tinea pedis) heilt – wie der manchmal zusätzlich entstehende Nagelpilz – nicht von alleine, nimmt also ohne Behandlung einen chronischen Verlauf.

Komplikationen

Fusspilz (Tinea pedis) kann in seinem Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein. So können die ursächlichen Pilze beispielsweise, wenn das Nagelbett der Zehen verletzt ist, zusätzlich einen Nagelpilz (Onychomykose) auslösen.

Häufige Komplikationen bei Fusspilz sind die zusätzliche Infektion (Superinfektion) der betroffenen Hautbereiche mit Bakterien und die Ausbildung einer Wundrose (Erysipel). Der Grund: Die verletzte Haut der vom Fusspilz befallenen Stellen bietet Bakterien eine Eintrittspforte. Kommt es zu einer Infektion mit A-Streptokokken, kann sich eine Wundrose entwickeln – also eine bakterielle Entzündung der Haut mit flammenförmigen, scharf begrenzten Rötungen, in deren Verlauf die Haut anschwellen kann und ein Spannungsgefühl, Schmerzen sowie Fieber möglich sind.

Auch im Verlauf der Fusspilz-Behandlung können Komplikationen entstehen: Kommen gegen die Tinea pedis Antipilzmittel (sog. Antimykotika) zum Einsatz, treten gelegentlich Unverträglichkeitsreaktionen auf, zum Beispiel ein sogenanntes Kontaktekzem.

8. Vorbeugen

Fusspilz (Tinea pedis) können Sie durch geeignete Massnahmen wirksam vorbeugen:

  • Sorgen Sie für trockene Zehenzwischenräume. Wenn Sie sehr stark schwitzen und sehr eng stehende Zehen haben, ist es sinnvoll, zusätzlich Stoffstreifen zwischen die Zehen zu legen.
  • Verzichten Sie möglichst auf zu enges Schuhwerk und Synthetikmaterialien bei Schuhen und Strümpfen, da sie die Entstehung von Feuchtigkeit und somit eine Pilzinfektion begünstigen, und wählen Sie stattdessen atmungsaktive Materialien.
  • Zusätzlich können Sie zur Vorbeugung von Fusspilz Ihre Schuhe regelmässig desinfizieren.
  • Waschen Sie Ihre Socken und Strümpfe bei 60 Grad Celsius.
  • Tragen Sie in Schwimmbädern, öffentlichen Duschen oder Saunen möglichst Badeschuhe.
  • Vermeiden Sie in der Sauna den direkten Kontakt mit dem Holz und Ähnlichem, indem Sie ein eigenes Handtuch unterlegen.
  • Laufen Sie auf Teppichböden in Hotelzimmern nicht barfuss.