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Veröffentlicht am 25.11.2020

1. Überblick

Eine Gürtelrose (Herpes zoster) kann nur entwickeln, wer schon eine Windpocken-Infektion hinter sich hat. Gefährdet davon sind vor allem ältere Menschen.

Herpes zoster hat dieselbe Ursache wie Windpocken: das Varicella-Zoster-Virus. Es gehört zur Gruppe der Herpesviren und wird darum auch humanes Herpes-Virus Typ 3 (HHV 3) genannt. Entsprechend bezeichnet man Gürtelrose auch als Herpes zoster oder einfach als Zoster.

Die Varicella-Zoster-Viren (auch Varizellen genannt) lösen bei der ersten Infektion (meist in der Kindheit) normalerweise Windpocken aus. Wenn diese sogenannte Kinderkrankheit ausgeheilt ist, bleiben die Viren allerdings im Körper und schlummern in bestimmten Nervenzellen des Rückenmarks weiter. Führen bestimmte Umstände zu ihrer Reaktivierung, lösen sie eine Gürtelrose aus.

Anders ausgedrückt: Keine Gürtelrose ohne Windpocken! Einen Herpes zoster kann nur bekommen, wer in der Vergangenheit eine – manchmal unbemerkte – Windpocken-Infektion durchlebt hat.

Eine Gürtelrose tritt meist nach dem 40. Lebensjahr auf.

Eine Gürtelrose entsteht normalerweise nur in einer begrenzten Körperregion.

Quelle: Getty Images

Im Gegensatz zu den Windpocken, die sich über den ganzen Körper ausbreiten, zeigen sich die Symptome der Gürtelrose jedoch in der Regel nur auf einer Seite und nur auf einem begrenzten Gebiet des Körpers – und zwar entlang der Nervenbahnen, in denen sich die Viren bis dahin als «Schläfer» eingenistet haben. Doch der Hautausschlag ist häufig nicht das erste Symptom einer Gürtelrose.

  • Eine Gürtelrose macht sich zu Beginn oft durch ein allgemeines Krankheitsgefühl bemerkbar.
  • Betroffene fühlen sich müde und haben leichtes Fieber.
  • Etwa zwei bis drei Tage später treten teils heftige, brennende Schmerzen und Empfindungsstörungen auf.

Die Schmerzen beim Herpes zoster betreffen den Körperbereich, den der infizierte Nerv versorgt. Sie können vor dem Hautausschlag auftreten. In der Regel sind Brust-, Bauch- und Rückenhaut von einer Gürtelrose betroffen: Meist beginnt der Hautausschlag an der Wirbelsäule und breitet sich dann gürtelförmig um den Körper aus:

  • Die Haut schwillt dabei an,
  • färbt sich rötlich
  • und auf der Oberfläche entstehen kleine Blasen.
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Von Menschen mit Gürtelrose geht nur eine geringe Ansteckungsgefahr aus: Anders als Windpocken ist Gürtelrose nur über den Bläscheninhalt ansteckend (also durch Schmierinfektion) – und nur für diejenigen, die noch keine Windpocken hatten. Eine solche erste Ansteckung mit Varizellen führt dann nicht zu einem Herpes zoster, sondern zu Windpocken.

Eine Gürtelrose der Frau während der Schwangerschaft ist auch kein Risiko für das Ungeborene. Aber: Windpocken stellen ein Gesundheitsrisiko für das Ungeborene dar. Deshalb ist es ratsam, dass Menschen mit Herpes zoster engen Kontakt zu Schwangeren vermeiden, wenn diese noch keine Windpocken hatten und auch nicht dagegen geimpft sind.

Normalerweise verläuft eine Gürtelrose komplikationlos und heilt spätestens nach vier Wochen wieder aus. Vor allem bei älteren Menschen und bei geschwächter Immunabwehr kann ein Herpes zoster jedoch mit Komplikationen verbunden sein.

Allgemein gilt: Suchen Sie bei den ersten Anzeichen für eine Gürtelrose so schnell wie möglich einen Arzt auf, damit die Therapie optimal wirken kann. Umso schneller bilden sich die Symptome in der Regel wieder zurück.

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2. Definition von Gürtelrose

Der Begriff Gürtelrose (auch Herpes zoster oder einfach Zoster genannt) bezeichnet per Definition eine Hauterkrankung, die als Spätfolge einer Infektion mit dem Erreger der Windpocken auftritt – dem sogenannten Varicella-Zoster-Virus.

Im Gegensatz zu Windpocken ist Gürtelrose wenig ansteckend. Nach der Verkrustung der Bläschen ist keine Ansteckung mehr möglich.

Häufigkeit

Je nach Altersgruppe tritt Gürtelrose mit unterschiedlicher Häufigkeit auf: Am häufigsten entwickelt sich der Herpes zoster im höheren Lebensalter sowie bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z.B. durch chronische Erkrankungen, HIV-Infektion, Krebs). Vereinzelt kann eine Gürtelrose aber auch bei Kindern, Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen und trotz funktionsfähiger Immunabwehr auftreten.

3. Ursachen von Gürtelrose

Eine Gürtelrose (Herpes zoster) hat ihre Ursachen in denselben Viren wie die Windpocken: den sogenannten Varicella-Zoster-Viren (VZV) oder Varizellen, die zur Gruppe der Herpes-Viren gehören. Mediziner bezeichnen den Erreger der Windpocken und der Gürtelrose auch als humanes Herpes-Virus Typ 3 (HHV 3).

Wer zum ersten Mal (meist in der Kindheit) mit dem Erreger in Kontakt kommt, entwickelt zunächst Windpocken – und keine Gürtelrose. Die Ursache für Herpes zoster ist eine erneute Aktivierung schon im Körper vorhandener Erreger.

Sind die Windpocken überstanden, wandert das Varicella-Zoster-Virus entlang der Nervenfasern zu bestimmten Nervenknoten der Wirbelsäule (sog. Spinalganglien). Das Virus kann auch bis zum Gehirn in die dortigen Nervenknoten (sog. Hirnganglien) vordringen.

  • In den Nervenknoten nistet es sich lebenslang ein und «schlummert» vor sich hin, ohne zwangsläufig eine Erkrankung zu verursachen.
  • Bestimmte Umstände können das «schlummernde» Varicella-Zoster-Virus jedoch reaktivieren – dann entwickelt sich eine Gürtelrose.

Die genaue Ursache für diese Reaktivierung und damit für den Herpes zoster ist bisher nicht eindeutig geklärt. Auffällig ist allerdings, dass besonders ältere Menschen und jene mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel bei AIDS oder Krebserkrankungen, häufiger eine Gürtelrose bekommen. Auch bestimmte Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (sog. Zyostatika), können eine Gürtelrose auslösen.

Allerdings können auch jüngere Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche, die ansonsten völlig gesund sind, eine Gürtelrose entwickeln.

Weitere mögliche Auslöser für die Reaktivierung der Varizellen mit nachfolgendem Herpes zoster sind:

  • UV-Strahlung (z.B. starke Sonneneinwirkung im Urlaub)
  • Röntgenstrahlung
  • giftige Substanzen
  • Infektionen
  • Stress
  • psychische Belastungen

Übrigens: Nicht nur eine Windpockenerkrankung kann eine Gürtelrose nach sich ziehen. Auch wer gegen Varizellen geimpft wurde, kann nachfolgend Herpes zoster entwickeln. Bei geimpften Kindern ist das Risiko für Gürtelrose aber bis zu 12-mal geringer als bei ungeimpften.

Ansteckung

Zwar hat Gürtelrose (Herpes zoster) als Ursachen dieselben Viren wie Windpocken. Bei Gürtelrose ist das Risiko einer Ansteckung aber geringer:

Die Gürtelrose (Herpes zoster) ist – anders als bei Windpocken, die sich auch durch Tröpfcheninfektion (z.B. durch Husten oder Niesen) übertragen – wenig ansteckend: Die einzig möglichen Ursachen für eine Ansteckung mit den Erregern (den Varicella-Zoster-Viren o. Varizellen) sind sogenannte Schmierinfektionen, bei denen eine Übertragung des virenhaltigen Bläscheninhalts stattfindet.

Dieser virenhaltige Bläscheninhalt kann aber nur die Menschen krank machen, die die Viren noch nicht in sich tragen – also noch keine Windpocken hatten. Eine solche erste Ansteckung mit Varizellen führt dann nie zu einer Gürtelrose, auch wenn die Erreger aus Gürtelrosen-Bläschen stammen: Die so infizierten Menschen entwickeln stattdessen Windpocken. Für Menschen, die bereits die Windpocken hatten, bedeutet ein Herpes zoster keine Ansteckungsgefahr.

Bei Gürtelrose besteht Ansteckungsgefahr, solange die Bläschen mit Flüssigkeit gefüllt sind. Dieser ansteckende Bläscheninhalt ist anfangs klar oder weiss. Nach zwei bis fünf Tagen beginnen die Bläschen einzutrocknen: Die Flüssigkeit wird trüb und eitrig, dann bildet sich eine gelbliche Kruste.

Sobald die Bläschen eingetrocknet und verkrustet sind, ist Gürtelrose nicht mehr ansteckend. Nach etwa zwei bis drei Wochen ist die Haut in der Regel vollständig abgeheilt.

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Auch eine Gürtelrose der Frau während der Schwangerschaft stellt kein Risiko für das ungeborene Kind dar. Wenn jedoch die Schwangere nicht immun gegen Varizellen ist (weil sie noch keine Windpocken-Infektion durchgemacht hat oder nicht geimpft ist), kann sie sich über den Inhalt der Herpes-zoster-Bläschen anstecken und Windpocken bekommen.

In seltenen (1-2 von 100) Fällen infiziert sie dann ihr ungeborenes Baby über die Plazenta. Das kann ein schweres Gesundheitsrisiko für das Kind sein. Deshalb vermeiden Menschen mit Herpes zoster besser einen engen Kontakt zu schwangeren Frauen, um keine Ansteckung zu riskieren.

 

 

Inkubationszeit

Eine Gürtelrose entsteht nicht durch eine neue Infektion mit von aussen stammenden Erregern. Stattdessen entsteht der Herpes zoster durch Reaktivierung von schon im Körper «schlummernden» Varizellen.

Daher lässt sich für eine Gürtelrose keine Inkubationszeit, das heisst die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit, angeben.

Wer sich allerdings bei einem Menschen mit Gürtelrose oder Windpocken zum ersten Mal mit Varizellen infiziert, entwickelt in der Regel nach 14 bis 16 Tagen Windpocken. Die Inkubationszeit kann aber auch nur 8 Tage oder bis zu 28 Tage dauern.

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Eine Frau betrachtet den Ausschlag an ihrem Arm.

Meist zeigt sich eine Gürtelrose als lokaler und schmerzhafter Ausschlag.

Quelle: Getty Images

4. Symptome von Gürtelrose

Anfangs treten bei einer Gürtelrose (Herpes zoster) eher allgemeine Symptome auf, die wenig charakteristisch sind. Die typischen Symptome der Gürtelrose zeigen sich erst ein einige Tage später. Das liegt vor allem daran, dass es ein paar Tage dauert, bis sich die Reaktivierung der ursächlichen Varicella-Zoster-Viren (die nach einer durchgemachten Windpocken-Infektion in den Nervenbahnen «schlummern») deutlich bemerkbar macht.

Erstes Anzeichen einer Gürtelrose ist ein allgemeines Krankheitsgefühl. Die Betroffenen fühlen sich im Anfangsstadium des Herpes zoster müde, sie frösteln und haben manchmal leichtes Fieber.

Nach etwa zwei bis drei Tagen treten teils heftige, brennende Schmerzen und Empfindungsstörungen in dem Körperbereich auf, den der infizierte Nerv versorgt.

Bald darauf treten in der Regel die für eine Gürtelrose kennzeichnenden Symptome auf: Die Varicella-Zoster-Viren lösen nach ihrer Reaktivierung einen (oft gürtelförmigen) Hautausschlag aus. Dabei schwillt die Haut meist von der Wirbelsäule her entlang der infizierten Nervenbahn um den Körper herum an, färbt sich rötlich und es bilden sich auf der Oberfläche Knötchen, die gruppenförmig angeordnet sind. Im weiteren Verlauf wandeln sie sich zu stecknadelkopf- bis erbsengrossen Bläschen, die eine wässrige oder blutige Flüssigkeit enthalten können.

Anders als bei den Windpocken, bei denen der gesamte Körper vom Hautauschlag befallen ist, sind diese Symptome bei der Gürtelrose örtlich begrenzt: Der Ausschlag zeigt sich nur auf einer Körperseite und nur in dem Gebiet, das der betroffene Rückenmarks- oder Hirnnerv versorgt. In der Regel sind das Brust, Bauch und Rücken.

Manchmal fehlen diese Hautveränderungen allerdings. Eine solchen Herpes zoster ohne Bläschenausschlag bezeichnen Mediziner als Zoster sine herpete.

Gürtelrose im Gesicht

Bei einer Gürtelrose können die Symptome auch im Gesicht auftreten: Eine Gürtelrose im Gesicht entsteht, wenn sich die ursächlichen Varicella-Zoster-Viren in den Hirnnerven befinden. Besonders häufig ist der Gesichtsnerv (Nervus trigeminus) befallen. Ist sein erster Ast (Nervus ophtalmicus) betroffen, spricht man von Zoster ophthalmicus: Dann entwickeln sich die Symptome der Gürtelrose an Auge, Nase, Stirn und behaarter Kopfhaut einer Gesichtshälfte.

Wenn sich an der Hornhaut oder der Regenbogenhaut des Auges ein Geschwür bildet, kann es durch den Herpes zoster zu bleibenden Schäden bis hin zur Erblindung kommen.

Ein Herpes zoster im Bereich des Ohrs (sog. Zoster oticus) führt bei bis zu 60 Prozent der Betroffenen zu einer Gesichtslähmung (sog. Fazialisparese), die sich jedoch meist vollständig zurückbildet. Auch wenn sich am Hals eine Gürtelrose bildet, können im Gesicht Symptome einer Muskellähmung auftreten.

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5. Diagnose von Gürtelrose

Bei einer Gürtelrose (Herpes zoster) ergibt sich die Diagnose fast immer anhand der typischen Symptome: brennende Schmerzen und Bläschen auf der Haut in bestimmten Körperregionen. Nur in Einzelfällen ist es bei einem Herpes zoster erforderlich, zur Diagnose den Erreger – das Varicella-Zoster-Virus – nachzuweisen. Der Erregernachweis ist etwa dann nötig, wenn eindeutige Symptome fehlen.

Löst Gürtelrose Symptome wie Bewusstseinsstörungen oder Lähmungen aus, kann dies auf einen Gehirn- oder Rückenmarksbefall hinweisen – dann ist eine Untersuchung der Hirnflüssigkeit (Liquor) empfehlenswert. Denn bei einer Infektion mit Varizellen vermehren sich die Zellen in der Hirnflüssigkeit und der Eiweissgehalt nimmt leicht zu. Verläuft Herpes zoster unkompliziert, ist die Untersuchung der Hirnflüssigkeit jedoch nicht notwendig.

Da die Gürtelrose häufig bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auftritt, ist es ausserdem ratsam, die Betroffenen bei der Diagnose auf Grund- und Begleiterkrankungen zu untersuchen.

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6. Therapie von Gürtelrose

Bei einer Gürtelrose (Herpes zoster) zielt die Therapie darauf ab, die Symptome zu lindern und die Dauer der Erkrankung zu verkürzen. Normalerweise heilt die Gürtelrose dann nach spätestens vier Wochen aus.

Wenn eine Ärztin einen Herpes zoster frühzeitig erkennt und zur Therapie Medikamente einsetzt, bessern sich die Symptome meistens schneller. Deswegen gilt: Suchen Sie bei den ersten Anzeichen für eine Gürtelrose so schnell wie möglich einen Arzt auf, damit die Therapie optimal wirken kann.

Die Ärztin verschreibt Ihnen zur Herpes-zoster-Therapie in der Regel Medikamente, deren Wirkstoffe gezielt gegen Herpesviren gerichtet sind: Diese sogenannten Virostatika bekämpfen die Erreger der Gürtelrose (sog. Varicella-Zoster-Viren), indem sie deren Vermehrung hemmen. So eignen sich bei Gürtelrose zur Therapie zum Beispiel die Wirkstoffe

  • Brivudin,
  • Aciclovir,
  • Famciclovir oder
  • Valaciclovir.

Gegen die brennenden Schmerzen bei Gürtelrose kommt meist eine zusätzliche Therapie mit Schmerzmitteln zum Einsatz: So können zum Beispiel nicht-steroidale Antirheumatika wie Diclofenac oder Ibuprofen die mit Herpes zoster verbundenen Schmerzen lindern. Nehmen Sie die Schmerzmittel konsequent ein, damit es nicht zu postherpetischen Schmerzen kommt. Diese starken Schmerzen können als Folge von Herpes zoster auftreten und über lange Zeit anhalten.

Neben der ärztlichen Herpes-zoster-Therapie gibt es aber auch einiges, was Sie selbst gegen Gürtelrose tun können:

  • In erster Linie ist es wichtig, dass Sie sich ausruhen und Ihrem Körper eine Ruhepause gönnen.
  • Ausserdem ist es ratsam, die entzündete Haut sorgfältig zu pflegen.
  • Um zu vermeiden, dass sich die Hautbläschen mit Bakterien infizieren, ist es wichtig, dass Sie auf ausreichende Hygiene achten (z.B. Hände, Kleidung und Bettwäsche regelmässig waschen), sowie die Bläschen auf gar keinen Fall aufkratzen, aufstechen oder aufscheuern.

Es gibt auch verschiedene Lösungen, die die Beschwerden bei Gürtelrose lindern können. Fragen Sie am besten Ihren behandelnden Arzt oder einen Apotheker: Sie können Ihnen entsprechende Mittel empfehlen.

7. Verlauf von Gürtelrose

Eine Gürtelrose (Herpes zoster) zeigt in den meisten Fällen einen harmlosen Verlauf mit guter Prognose: Zwei Drittel der Fälle heilen folgenlos ab. Auch ohne Behandlung bildet sich eine Gürtelrose meist nach einer Dauer von zwei bis vier Wochen wieder zurück.

Allerdings kann der für Gürtelrose typische Hautausschlag auch bei mildem Verlauf Spuren hinterlassen: Ist der Herpes zoster abgeheilt, bleiben häufig pigmentierte Hautbereiche zurück. Die betroffene Haut ist dann entweder stärker gebräunt oder hat ihre Tönung verloren.

Der Verlauf einer Gürtelrose hängt vom Alter der Betroffenen ab: Während bei Kindern ein Herpes zoster in der Regel unkompliziert verläuft, können bei Erwachsenen zum Teil starke Schmerzen auftreten. Darum ist eine konsequente Schmerztherapie wichtig: Sie kann anhaltende postherpetische Schmerzen vermeiden.

Komplikationen

Eine Gürtelrose (Herpes zoster) kann in ihrem Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein. So kann es in seltenen Fällen zu bleibenden Lähmungen kommen, die zum Beispiel das Gesicht, aber auch das Zwerchfell betreffen können. Weitere mögliche Komplikationen einer Gürtelrose sind:

  • Zoster-Enzephalitis, wenn das Gehirn (Encephalon) beteiligt ist
  • Zoster-Meningitis: wenn die Gehirnhäute (Meningen) beteiligt sind
  • Zoster-Myelitis: wenn das Rückenmark beteiligt ist

Manchmal kann sich bei Gürtelrose eine Schädigung mehrerer Nerven (Polyneuropathie) oder ein Guillain-Barré-Syndrom entwickeln. Bei Letzterem treten oft Muskelschwächen auf, die von den Beinen aufsteigen und in ihrem Verlauf bis zu einer Lähmung der Arme und Beine führen können. In seltensten Fällen kann auch das Zwerchfell mitbeteiligt sein und die Atmung ausfallen – dies macht eine Beatmung der Betroffenen notwendig.

Treten bei einer Gürtelrose Komplikationen in Gehirn und Rückenmark mit Halbseiten- oder mit Querschnittsyndromen auf, kann die Erkrankung zu einem ernsthaften Zustand führen – die Betroffenen benötigen dann eine intensivmedizinische Behandlung.

In seltenen Fällen kann sich ein Herpes zoster auch auf den ganzen Körper und die inneren Organe ausbreiten (sog. Zoster generalisatus) – dabei handelt es sich ebenfalls um eine lebensbedrohliche Komplikation. Ein solch schwerwiegender Verlauf ist besonders bei Menschen möglich, die eine Immunschwäche haben oder deren Immunsystem durch Medikamente (Immunsuppressiva) unterdrückt ist.

In etwa 10 bis 15 Prozent der Fälle halten die mit einer Gürtelrose einhergehenden Nervenschmerzen über eine längere Zeit an (sog. Post-Zoster-Neuralgie oder postherpetische Neuralgie) – bei Menschen, die über 60 Jahre alt sind, ist jeder zweite von diesem langwierigen Verlauf betroffen. Eine Post-Zoster-Neuralgie kann Monate bis Jahre andauern.

8. Vorbeugen gegen Gürtelrose

Einer Gürtelrose können Sie durch eine Impfung vorbeugen: Seit 2018 existiert ein Totimpfstoff (das heisst, es werden keine lebenden Erreger gespritzt, sondern nur tote Viren oder Virenteile), der vor Herpes zoster und dessen Komplikationen (wie die Post-Zoster-Neuralgie) schützt.

Der neue Totimpfstoff bietet – anders als der schon länger verfügbare Lebendimpfstoff – auch im höheren Alter einen guten Schutz vor Gürtelrose: Die Impfung kann bei über 70-Jährigen Herpes zoster zu 90 Prozent verhindern. Bislang ist der Impfstoff allerdings in der Schweiz nicht zugelassen.

Die Impfung gegen Gürtelrose mit dem Lebendimpfstoff Zostavax wird vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfohlen für

  • alle Personen im Alter von 65 bis 79 Jahren, bzw.
  • Personen zwischen 50 und 79 Jahren, bei denen in naher Zukunft eine Immunschwäche erwartet wird (z.B. durch eine geplante Immunsuppressions-Therapie).

Auch für Menschen, die schon einmal Gürtelrose hatten, kann die Impfung sinnvoll sein, um eine erneute Erkrankung zu verhindern. Der Herpes-zoster-Impfstoff kann jedoch nicht den Varizellen-Impfstoff gegen Windpocken ersetzen.

Die Impfung gegen Gürtelrose gilt als sicher – mit schweren Nebenwirkungen ist nicht zu rechnen. Vorübergehende Impfreaktionen kommen oft vor. Sie sind aber nur von kurzer Dauer – nach ein paar Tagen verschwinden sie in der Regel von selbst. Örtliche Impfreaktionen wie Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle treten bei gut der Hälfte der Geimpften auf, Kopfschmerzen bei etwa sechs Prozent. Sehr selten kann es auch für fünf bis sechs Tage zu einem Windpocken-artigen Ausschlag an der Injektionsstelle kommen.

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