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Hausstauballergie

(Hausstaubmilbenallergie)
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1. Überblick

Sie gehört neben Heuschnupfen zu den häufigsten Allergien: die Hausstauballergie – oder besser Hausstaubmilbenallergie, denn die Betroffenen reagieren allergisch auf im Hausstaub lebende Milben. Der eigentliche Auslöser der Allergie (das sog. Allergen) stammt aus dem Kot der Hausstaubmilben.

In der Schweiz sind zwischen 5-8 Prozent der Kinder und Erwachsenen Hausstauballergiker. Anders als bei einer Pollenallergie besteht bei der Hausstaubmilbenallergie die Allergenbelastung ständig, weshalb die Betroffenen in der Regel ganzjährig allergische Symptome zeigen. Im Winter ist die Hausstauballergie aber stärker: Dann sterben viele Hausstaubmilben durch das Heizen der Wohnräume und zerfallen, was Unmengen an Allergenen freisetzt.

Die für eine Hausstauballergie typischen Symptome sind:

Bei einer schweren Hausstauballergie können auch Atemnot und allergisches Asthma bronchiale auftreten. Die gegen eine Hausstaubmilbenallergie eingesetzte Therapie hat vor allem zum Ziel, die Hausstaubmilbe zu bekämpfen und den Hausstaub zu beseitigen, um den Kontakt zum Auslöser der Allergie so weit wie möglich zu vermindern.

Die erste Massnahme zur Behandlung einer Hausstauballergie besteht darin, das Bett zu sanieren, da Hausstaubmilben besonders in regelmässig genutzten Matratzen ideale Lebensbedingungen vorfinden. Wenn ein Haushaltsmitglied eine Hausstauballergie hat, ist es beispielsweise ratsam,

  • alle Matratzen mit einem allergendichten Matratzenüberzug, einem sogenannten Encasing, aus wasserdampfdurchlässigem Material zu überziehen und
  • für das Bettzeug milbendichte beziehungsweise allergendichte Bezüge zu verwenden oder es regelmässig bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen.

Als Mittel gegen akute Symptome der Hausstauballergie stehen schnell wirkende Antihistaminika und Glukokortikoid-Lösungen sowie Adrenalin-Spray zum Inhalieren zur Verfügung. Wenn all diese Massnahmen nicht ausreichen, um das Leben mit der Hausstaubmilbenallergie erträglich zu machen, kommt (v.a. bei Kindern sowie bei noch nicht lange bestehender Allergie) eine Desensibilisierung beziehungsweise Hyposensibilisierung gegen die im Hausstaub enthaltenen Allergieauslöser infrage.

2. Definition

Die Begriffe Hausstauballergie und Hausstaubmilbenallergie bezeichnen per Definition eine gesteigerte beziehungsweise übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe im Hausstaub: Diese Auslöser der Allergie (sog. Allergene) stammen aus dem Kot der im Staub lebenden Milben (Hausstaubmilben). Die Allergene verteilen sich als feiner Staub in der Atemluft und können so eine allergische Reaktion auslösen. Diese Reaktion gehört zum Allergietyp I (Allergie vom Soforttyp).

Häufigkeit

Die Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie) gehört zu den mit grösster Häufigkeit vorkommenden Allergien: Zwischen 5-8 Prozent der Menschen in der Schweiz haben eine Allergie gegen Hausstaubmilben.

3. Ursachen

Eine Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie) hat dieselben Ursachen wie alle anderen Allergien: eine Fehlregulation und überschiessende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte, eigentlich harmlose Stoffe (sog. Allergene).

Hausstaubmilben

Die einer Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie) als Ursachen zugrunde liegenden Allergene stammen aus dem Kot lebender und aus den zerfallenen Körpern toter Hausstaubmilben. Meist gehören die für die Allergie verantwortlichen Milben zu den Arten Dermatophagoides pteronyssinus und D. farinae. Vereinzelt können auch andere Milbenarten eine Allergie auslösen. Hausstaubmilben zählen zur Gruppe der Spinnentiere und gehören zu den natürlichen Bewohnern der häuslichen Umgebung. Die Milben übertragen keinerlei Krankheiten und treten auch nicht durch mangelnde Hygiene auf.

Die Hausstaubmilbe ist bis zu einen halben Millimeter gross und mit blossem Auge kaum zu erkennen. Hausstaubmilben ernähren sich von Haaren und Hautschuppen, von denen der Mensch pro Tag bis zu ein Gramm verliert. Sie lieben ein feuchtwarmes Klima mit Temperaturen zwischen 20 und 35 Grad Celsius und einer 70- bis 75-prozentigen Luftfeuchtigkeit. Dies ist der Grund dafür, dass sich die eigentlichen Ursachen der Hausstauballergie (die aus dem Milbenkot stammenden Allergene) vor allem in Matratzen, Polstermöbeln, Teppichen, Vorhängen und Kuscheltieren finden.

Im Spätsommer und im Herbst ist die Milbenkonzentration am höchsten. Die Allergenbelastung besteht ganzjährig, weshalb sich eine Hausstauballergie in der Regel das gesamte Jahr über bemerkbar macht. Im Winter verstärkt sich die Allergenbelastung und damit die Hausstaubmilbenallergie jedoch. Ursache hierfür ist, dass dann infolge der – durch das Heizen der Wohnräume – sinkenden Luftfeuchtigkeit ein Grossteil der Hausstaubmilben abstirbt und ihre zerfallenden Körper Unmengen an Allergenen freigeben.

4. Symptome

Eine Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie) äussert sich durch typische Symptome einer allergischen Reaktion wie:

  • tränende oder juckende Augen,
  • Husten,
  • allergischer Schnupfen (Fliessschnupfen),
  • Niesanfälle und
  • allergische Hautreaktionen wie Schwellungen und Rötungen.

Die Symptome der Hausstauballergie zeigen, dass verschiedene Organsysteme betroffen sind: Augen, Nase, Lungen und Haut. Bei einer länger unbehandelten oder besonders stark ausgeprägten Hausstaubmilbenallergie können die Symptome der Lungenbeteiligung schwerwiegender sein: Die Allergiker können dann Atemnot und allergisches Asthma bronchiale entwickeln.

Meist treten bei einer Hausstauballergie die Symptome das gesamte Jahr über auf. Charakteristisch ist, dass die Beschwerden einer Hausstaubmilbenallergie besonders nachts und am frühen Morgen nach dem Aufstehen sowie im Winter stärker sind. Gerade in der kalten Jahreszeit treten auch gehäuft Atemwegsinfekte auf, welche die Beschwerden einer Hausstaubmilbenallergie überlagern können. Symptome einer Allergie gegen Hausstaub bleiben dann leicht unerkannt.

5. Diagnose

Bei einer Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie) besteht der erste Schritt zur Diagnose darin, abzuklären, wann und wo Symptome einer Allergie auftreten. Bestehen Beschwerden wie tränende oder juckende Augen, Husten, Schnupfen, Niesen, geschwollene oder gerötete Haut ganzjährig und vor allem nachts und am frühen Morgen, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Hausstauballergie vorliegt.

Um den Verdacht auf eine Hausstauballergie zu bestätigen, ist ein Allergietest mit dem entsprechenden Allergen zur Diagnose hilfreich. Meist kommt hierbei ein sogenannter Pricktest zum Einsatz, bei dem man standardisierte Testlösungen auf die Haut des Unterarms oder des oberen Rückens tropft und anschliessend die Haut unter dem Tropfen mit einer Nadel anritzt. Im Fall einer Allergie ist die getestete Hautstelle nach 15 bis 20 Minuten gerötet und geschwollen.

Um das Testergebnis und somit die Diagnose der Hausstaubmilbenallergie zu bestätigen, ist eine Blutuntersuchung geeignet: Dabei untersucht man das Blut der möglichen Hausstaubmilbenallergiker auf Antikörper (RAST-Test). In speziellen Fällen kann auch ein nasaler Provokationstest (mit dem in die Nase eingebrachten Allergen) zur Diagnose der Hausstauballergie beitragen. Da sich hierbei eine starke allergische Reaktion entwickeln kann, erfolgt dieser Test am besten nur, wenn direkt nach dem Test eine mindestens halbstündige ärztliche Überwachung gewährleistet ist.

6. Therapie

Die gegen eine Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie) eingesetzte Therapie zielt in erster Linie darauf ab, den Kontakt zum Auslöser der Allergie weitestgehend zu vermindern. Das bedeutet: Hausstaubmilbe bekämpfen und Hausstaub beseitigen. Eine absolut staubfreie und milbenfreie Wohnung ist zwar nie zu erreichen. Bei bestehender Hausstauballergie ist es dennoch wichtig, gegen die Milben vorzugehen und so einen möglichst milben- und allergenarmen Wohnraum zu schaffen. In Apotheken ist ein Milbentest erhältlich, mit dem Sie den Grad der Milbenbelastung selbst ermitteln können.

Bei einer Hausstaubmilbenallergie besteht der erste Schritt zur Therapie darin, das Bett zu sanieren, da die Milben, welche die Hausstauballergie auslösen, besonders in regelmässig genutzten Matratzen ideale Lebensbedingungen vorfinden. Wenn Sie eine Hausstauballergie haben, überziehen Sie am besten alle Matratzen in Ihrem Haushalt mit einem allergendichten Matratzenüberzug, einem sogenannten Encasing, aus wasserdampfdurchlässigem Material. Daneben ist es empfehlenswert, für das Bettzeug entweder ebenfalls milbendichte beziehungsweise allergendichte Bezüge zu besorgen oder es regelmässig bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen. Als Alternative können Sie sich Bettwaren besorgen, die mit Substanzen aus dem Neembaum (Azadirachtinen) behandelt sind, welche die Fortpflanzung der Milben behindern.

Ausserdem stehen zur Hausstauballergie-Behandlung Milbenspray, Pulver und Waschmittelzusätze zur Verfügung, mit denen Sie die vorhandenen Milben bekämpfen können. Die Anwendung dieser Mittel gegen Milben ist bei einer Hausstauballergie aber nur in extremen Einzelfällen sinnvoll.

Auch Teppichböden sind gute Rückzugsorte für Hausstaubmilben (ausser bei Fußbodenheizungen: die vertragen Milben gar nicht). Andererseits wirbelt allergenbelasteter Hausstaub bei glatten Böden noch stärker auf als bei kurzflorigen Teppichböden. Daher ist bei einer Hausstaubmilbenallergie für eine erfolgreiche Therapie zwar nicht unbedingt die Art des Fussbodens wichtig, sondern dessen richtige Pflege: Wenn Sie oder in Ihrem Haushalt lebende Personen eine Hausstauballergie haben, sind statt Teppich nur dann glatte Böden wie Parkett oder Laminat empfehlenswert, wenn Sie diese sehr häufig – möglichst täglich – feucht wischen.

Sollten die Massnahmen gegen die Hausstaubmilben nicht ausreichen, um die Hausstaubmilbenallergie ausreichend zu bekämpfen, kann Ihnen möglicherweise eine Therapie weiterhelfen, die auf Ihr Immunsystem abzielt und dessen überschiessende Reaktion auf die Allergene verringern soll: die oft auch Desensibilisierung genannte Hyposensibilisierung gegen im Hausstaub enthaltene Allergieauslöser. Die abmildernde Wirkung auf die Hausstauballergie kann nach Abschluss der Behandlung (die etwa 3 Jahre dauert) noch jahrelang anhalten. Besonders gut geeignet ist die Hyposensibilisierung gegen eine Hausstaubmilbenallergie bei Kindern (ab 6 Jahren) und bei erst seit kurzem bestehender Allergie.

Gegen akute Symptome der Hausstauballergie sind zur Behandlung schnell wirkende Antihistaminika und Glukokortikoid-Lösungen sowie Adrenalin-Spray zum Inhalieren geeignet. Um allergische Reaktionen der Haut bei einer Hausstaubmilbenallergie zu lindern, können zur Therapie ausserdem spezielle Pflegeprodukte mit Inhaltsstoffen wie Dexpanthenol, Urea, Sanddorn oder Aloe Vera hilfreich sein.

7. Verlauf

Eine Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie) nimmt in den meisten Fällen einen lebenslangen Verlauf. Diesen kann man jedoch durch verschiedene Massnahmen (wie Hyposensibilisierung, Verringerung der Konzentration der allergieauslösenden Milben im häuslichen Umfeld) günstig beeinflussen.

Unbehandelt kann eine Haustauballergie im weiteren Verlauf zu einem allergischen Asthma bronchiale führen. Daher ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung der Hausstaubmilbenallergie wichtig.

8. Vorbeugen

Einer Hausstauballergie (Hausstaubmilbenallergie) können Sie nicht generell vorbeugen. Die allergieauslösenden Stoffe (die Hausstaubmilbenallergene) zu verringern ist zwar bei der Behandlung bestehender Hausstauballergien wirkungsvoll, zeigt aber als vorbeugende Massnahme keine Wirkung.

Bei einer schon bestehenden Hausstauballergie gibt es jedoch einiges, was Sie tun können, um weitere allergische Reaktionen zu verhindern.

Folgende Massnahmen können bei einer Hausstauballergie allergischen Beschwerden weitgehend vorbeugen:

  • Alle Räume stets gut lüften und trocken halten.
  • Matratzen, die älter als acht Jahre sind, austauschen.
  • Bei Doppelbetten oder Zimmern, in denen mehrere Personen schlafen, jede Matratze (nicht nur die Matratzen der Hausstauballergiker) mit einem allergendichten Überzug (Encasing) umhüllen, um die Allergenbelastung zu senken.
  • Nicht im Schlafzimmer an- und auskleiden oder die Haare kämmen.
  • Bei einer Hausstauballergie einen Staubsauger mit speziellen Feinstaubfiltern (HEPA-Filter, High-Efficiency Particulate Air-Filter) verwenden. Bei einer Hausstauballergie nach Möglichkeit auch nicht selbst staubsaugen oder Bettwäsche wechseln.
  • Auf Staubfänger wie Polstermöbel, offene Bücherregale, Kissen oder Stofftiere verzichten.
  • Kuscheltiere regelmässig in einer Plastiktüte verpackt einfrieren und so von Milben (aber nicht von Allergenen) befreien. Waschbare Kuscheltiere vorziehen.
  • Als Urlaubsgebiete Regionen in über 1.200 Metern Höhe wählen.

Ausserdem kann man den typischen Beschwerden der Hausstauballergie oft durch eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) vorbeugen: Nach mehrjähriger Behandlung kann deren Wirkung noch jahrelang anhalten. Besonders gut wirkt die (oft auch als Desensibilisierung bezeichnete) Hyposensibilisierung, wenn die Allergie gegen Hausstaub noch nicht lange besteht und bei Kindern ab dem 6. Lebensjahr.