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Veröffentlicht am 15.07.2021

1. Überblick

Genitalherpes ist eine Infektion, die durch bestimmte Herpesviren entsteht. Typisches Symptom sind schmerzhafte Bläschen mit eitrigen, verkrusteten Belägen.

Herpes genitalis (Genitalherpes) entsteht durch eine Infektion mit bestimmten Herpesviren und ist eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten. Typische Symptome bei Herpes genitalis sind kleine, schmerzhaft juckende Bläschen an den Geschlechtsorganen. In den meisten Fällen verursacht das Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2) den Genitalherpes, manchmal aber auch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1). Beide Virustypen können auch zu Lippenherpes führen. Herpes-simplex-Viren sind weltweit verbreitet und für ein breites Spektrum von Erkrankungen verantwortlich: Es reicht von örtlich auftretenden Haut- oder Schleimhautverletzungen bis hin zu schweren Infektionen, die sich über den ganzen Körper ausbreiten.

Durch Typ 2 verursachter Herpes genitalis überträgt sich hauptsächlich über sexuelle Kontakte. Das Typ-1-Virus geht dagegen in den meisten Fällen bereits im Kindesalter von den Eltern oder Geschwistern auf das Kind über. Ausserdem ist eine Übertragung von Herpes genitalis während der Geburt möglich. Rund 70 Prozent der Schweizer sind mit Typ 1 infiziert, 20 Prozent mit Typ 2. Allerdings kommt es nicht bei allen Infizierten zu Symptomen. Herpesviren bleiben lebenslang im Körper, so dass die Herpesinfektion immer wieder ausbrechen kann.

Welche Therapie bei Herpes genitalis hilft, hängt davon ab, wie schwer er ausgeprägt ist. Wirksam gegen die Herpesviren ist zum Beispiel der Wirkstoff Aciclovir, den es verschreibungspflichtig in Salben- und Tablettenform gibt. In schweren Fällen ist es auch möglich, die Mittel per Spritze zu verabreichen.

Ein junger Mann drückt medizinische Salbe aus der Tube auf seinen Finger.

Bei Herpes reicht es oft, abzuwarten oder antivirale Salben aufzutragen. In schweren Fällen müssen die Mittel gespritzt werden.

Quelle: Getty Images

2. Definition von Herpes genitalis

Herpes genitalis (Genitalherpes) ist eine Virusinfektion und gehört zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten.

Es gibt mehrere Erkrankungen, die den Begriff «Herpes» als Teil ihrer Bezeichnung führen (neben Herpes genitalis z.B. Herpes Zoster, also Gürtelrose). Für ihre Entstehung sind verschiedene Herpesviren verantwortlich. Ein Vertreter dieser Herpesviren ist das Herpes-simplex-Virus (HSV), auch humanes Herpesvirus (HHV) genannt.

Nur Infektionen mit Herpes-simplex-Viren – wie den Herpes genitalis – bezeichnet man umgangssprachlich häufig kurz als Herpes. Vom Herpes-simplex-Virus gibt es acht Typen. Die Herpes-simplex-Viren vom Typ 1 und Typ 2 (HSV-1 und HSV-2) können folgende Herpesformen verursachen:

 

  • Herpes (simplex) genitalis oder Genitalherpes: 80 bis 90 Prozent aller Fälle entstehen durch HSV-2, 10 bis 20 Prozent durch HSV-1.
  • Herpes (simplex) labialis oder Lippenherpes: Entsteht meist durch HSV-1, selten durch HSV-2.

Häufigkeit

Der Herpes genitalis (Genitalherpes) zählt zu den mit grösster Häufigkeit auftretenden sexuell übertragbaren Krankheiten. Etwa 10 bis 30 Prozent der Weltbevölkerung sind mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2) infiziert.

Infektionen mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 sind noch häufiger: Bis zu 90 Prozent der Bevölkerung sind hiervon betroffen. Typ 1 ist jedoch seltener der Auslöser von Genitalherpes, sondern häufiger die Ursache von Lippenherpes.

3. Ursachen von Herpes genitalis

Erreger

Für Herpes genitalis (Genitalherpes) kommen als Ursachen zwei verschiedene Erreger infrage: das Herpes-simplex-Virus (HSV) beziehungsweise humanes Herpesvirus (HHV) vom Typ 1 und vom Typ 2. Herpes-simplex-Viren zählen zur Gruppe der Herpesviren, die wiederum zu den DNA-Viren gehören.

Beide Erreger des Genitalherpes – HSV-1 und HSV-2 – sind eng miteinander verwandt. Sie sind für eine Reihe von bekannten Herpesausprägungen verantwortlich. Beim Auftreten eines Herpes genitalis kann der Zeitpunkt der Ansteckung schon länger zurückliegen, denn die erste Infektion mit den Herpesviren verläuft, ähnlich wie beim Lippenherpes, häufig unbemerkt. Die eindringenden Viren gelangen vom Ort der Erstinfektion (z.B. Schleimhaut der Genitalien, Mundschleimhaut) über die Nervenleitbahnen (Axone) zum dazugehörigen Nervenknoten (Ganglion) und infizieren ihn ebenfalls.

Während der ersten Woche einer Herpesinfektion beseitigt das Immunsystem sowohl die Viren in der Schleimhaut als auch in einem Teil der infizierten Nervenzellen. Das Erbgut (DNA) der Herpesviren versteckt sich jedoch im Zellkern der Nervenzellen. Dies ist die Ursache dafür, dass das Immunsystem die Virus-DNA nicht erkennen und somit auch nicht angreifen kann. So kann die Virus-DNA lebenslang in den Nerven überdauern und für die Herstellung weiterer Herpes-Viren sorgen. Sobald das Immunsystem der Betroffenen geschwächt ist, reaktiviert sich die Virus-DNA – und in den infizierten Zellen entstehen zahlreiche neue Viren. Es kommt zu einer Zweitinfektion: dem sichtbaren Herpes genitalis oder Genitalherpes.

Für die Reaktivierung des Herpesvirus und somit für die Entstehung des Herpes genitalis oder Genitalherpes kommen zum Beispiel folgende Ursachen infrage:

 

  • Hautreizungen
  • Verbrennungen
  • Sonnenbrand
  • Verletzungen
  • Reizungen des infizierten Nervenknotens (Entzündung, zahnärztliche Behandlung, ...)
  • Stress
  • Hormonschwankungen (z.B. im Rahmen des Menstruationszyklus)
  • Fieber
  • Tumorerkrankungen
  • bakterielle Lungenentzündungen

Übertragung

Für eine Ansteckung mit Herpes genitalis (Genitalherpes) kommen verschiedene Ursachen infrage. Die Übertragung der für die Infektion verantwortlichen Herpesviren geschieht wie folgt:

 

  • Das Herpes-simplex-Virus vom Typ 2 (HSV-2) ist vor allem durch sexuelle Kontakte übertragbar,
  • das Herpes-simplex-Virus vom Typ 1 (HSV-1) dagegen über Tröpfcheninfektion und Schmierinfektion.

Die Flüssigkeit, die sich in den Herpesbläschen befindet, ist äusserst ansteckend. Platzen die Bläschen, verteilen sie sich – die Ansteckungsgefahr ist jetzt besonders hoch.

Aber auch, wenn die Bläschen wieder verheilt sind, kann man sich anstecken, etwa durch Kontakt mit

  • Speichel,
  • Sperma,
  • Vaginalsekret oder
  • Prostatasekret.

– denn die Viren können in den infizierten Bereichen verbleiben. Beim Geschlechtsverkehr können die Viren über die Schleimhäute oder durch kleine Hautverletzungen in den Körper gelangen. Auch beim Oralverkehr ist eine Ansteckung möglich: Herpesbläschen an den Lippen können an die Genitalien gelangen – oder umgekehrt.

Viele Infektionen mit Genitalherpes durch HSV-2 entstehen in der Pubertät oder später. Denn sexuelle Kontakte mit einer Person, die an Herpes genitalis leidet, sind der größte Risikofaktor.

Häufig kommt es schon im Kindesalter zur Infektion mit Herpes genitalis durch HSV-1. Ursachen hierfür sind Eltern-Kind-Kontakte, der enge Kontakt zu Geschwistern oder zu Spielkameraden. In seltenen Fällen erfolgt die Übertragung der Erreger des Herpes genitalis während der Geburt, vorwiegend wenn die werdende Mutter während der Schwangerschaft eine Erstinfektion durchläuft.

Eine Herpes-genitalis-Infektion kann für Neugeborene sehr gefährlich werden. Aus diesem Grund wird Frauen mit Genitalherpes meist zu einem Kaiserschnitt geraten. Auf jeden Fall sollten schwangere Frauen deshalb ihre Ärztin über eine bestehende Herpes-genitalis-Infektion informieren.

4. Symptome von Herpes genitalis

Genitalherpes kann völlig ohne Symptome oder sehr milde verlaufen, sodass die Erkrankung unbemerkt bleibt. Manche Betroffene tragen das Virus in sich, haben aber nie Symptome eines Herpes genitalis.

Bei anderen wiederum treten die Symptome erst lange Zeit nach der Infektion auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Die Symptome ähneln dann denen des Lippenherpes.

Genitalherpes betrifft, wie der Name schon sagt, die Region der Genitalien, sowohl beim Mann als auch bei der Frau. Da Herpes genitalis bei sexuellen Kontakten übertragen wird, sind überwiegend Penis, Scheide und After betroffen sowie die angrenzenden Bereiche. Die Haut ist dann gereizt, überempfindlich und juckt.

Als typisches Symptom von Genitalherpes bilden sich schmerzhafte Bläschen mit eitrigen, verkrusteten Belägen. Auch eine Wasseransammlung im Gewebe (Ödem) oder ein glasiger Ausfluss können zu den Beschwerden zählen. In einigen Fällen sind bei einem Herpes genitalis die angrenzenden Lymphknoten geschwollen.

Zu weiteren möglichen Symptomen zählen:

Die Erstinfektion mit Herpes genitalis bleibt häufig unbemerkt, kann sich aber auch durch die typischen juckenden Bläschen bemerkbar machen.

Innerhalb von etwa zwei bis drei Wochen heilen die Bläschen ab. Da die Viren auch nach dem Abheilen der Bläschen im Körper verbleiben, kann die Erkrankung erneut auftreten (sog. Rezidiv).

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5. Diagnose von Herpes genitalis

Häufig wird Genitalherpes nicht erkannt, weil die Infektion mit den Herpes-simplex-Viren ganz ohne Symptome oder so milde verlaufen kann, dass die Betroffenen keine Beschwerden bemerken.

Bei Herpes genitalis (Genitalherpes) erfolgt die Diagnose anhand der typischen Symptome: Entzündliche Bläschen an den Geschlechtsorganen weisen deutlich auf Herpes genitalis hin.

Ob das Herpes-simplex-Virus vom Typ 2 oder vom Typ 1 für den Herpes genitalis verantwortlich ist, lässt sich bei der Diagnose anhand der äusserlich sichtbaren Anzeichen nicht feststellen. Um den ursächlichen Erreger zu bestimmen, schickt der Arzt daher Bläscheninhalt, Schleimhaut- beziehungsweise Hautabstriche oder Gewebeproben (Biopsie) ins Labor. Dort lässt sich das Erbgut (DNA) des Virus nachweisen. Zudem finden sich bei einer Infektion im Blut Antikörper gegen das Virus.

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6. Therapie von Herpes genitalis

Bei Herpes genitalis (Genitalherpes) richtet sich die Therapie danach, wie schwer die Symptome sind: Ein begrenzter Herpesbefall der Haut oder der Schleimhäute kann meist unbehandelt bleiben und klingt nach einer Weile von selbst ab.

Ist eine Behandlung des Herpes genitalis erforderlich, zielt sie darauf ab, den Ausbruch der Infektion einzudämmen und die Beschwerden zu lindern. Dabei ist zu beachten: Liegt bei Ihnen Genitalherpes vor, ist es wichtig, dass sich auch Ihr Sexualpartner untersuchen beziehungsweise behandeln lässt.

Die Eindämmung des Genitalherpes und die Linderung der Beschwerden gelingt durch virenhemmende Wirkstoffe (sog. Virostatika) wie Aciclovir oder Famciclovir. Diese verschreibungspflichtigen Mittel gegen Herpes genitalis verhindern die Vermehrung des Herpesvirus und sorgen dafür, dass die Bläschen schneller abheilen. Je früher sie eingesetzt werden, desto wirksamer sind diese Mittel.

Wenn es sich bei Ihnen um einen leichten Herpes genitalis handelt, können Sie die virenhemmenden Medikamente als Tablette oder Salbe anwenden. In schweren Fällen verabreicht der Arzt die Mittel gegen Genitalherpes per Injektion direkt in die Vene. Die Ursache des Herpes genitalis lässt sich durch diese Behandlung jedoch nicht völlig beseitigen: Die Herpesviren bleiben Ihr Leben lang im Körper, so dass es jederzeit zu einem erneuten Ausbruch des Genitalherpes kommen kann.

Verursacht der Genitalherpes starke Schmerzen, können Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Diclofenac helfen. Auch Salben, welche die schmerzenden Stellen betäuben, können hilfreich sein.

Entwickelt sich während eines Ausbruchs von Genitalherpes zusätzlich eine bakterielle Infektion, können zur Therapie Antibiotika und örtlich desinfizierende Massnahmen notwendig sein.

Genitalherpes in der Schwangerschaft

Bei Schwangeren, die kurz vor oder während der Geburt einen Genitalherpes haben, kann ein Kaiserschnitt sinnvoll sein, damit sich die Viren nicht während der Geburt auf das Kind übertragen. Gegebenenfalls verabreicht der Arzt dem Neugeborenen ein Mittel gegen die Viren, wenn der Verdacht besteht, dass sich das Baby angesteckt haben könnte.

Schwangere, die schon einmal einen Genitalherpes hatten, sollten das mit ihrem Arzt besprechen, da die Viren lebenslang im Körper verbleiben und die Infektion immer wieder ausbrechen kann.

7. Verlauf von Herpes genitalis

Genitalherpes kann einen individuell sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen, heilt in den meisten Fällen aber innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder ab. Allerdings kann der Herpes genitalis auch nach seiner Heilung immer wieder neu auftreten. Denn die ursächlichen Herpesviren bleiben lebenslang im Körper. Solche Neuerkrankungen (sogenannte Rezidive) sind bei einer Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus vom Typ 2 häufiger als bei Typ 1 – das Risiko beträgt bei Typ 2 etwa 60 bis 70 Prozent.

Komplikationen

Ein Herpes genitalis (Genitalherpes) kann in seinem Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein:

 

  • Ist die Immunabwehr gestört, etwa durch eine Infektion mit dem HI-Virus, kann Genitalherpes einen schweren Verlauf nehmen. Besonders bei Kindern, bei einem Befall des ganzen Körpers, bei immungeschwächten Menschen und bei zusätzlicher Infektion des Gehirns kann der Genitalherpes unter Umständen auch lebensbedrohlich sein.
  • Die Haut des befallenen Bereichs ist während der Infektion sehr empfindlich – wenn die Bläschen platzen, können etwa Pilze oder Bakterien eindringen und zu einer zusätzlichen Infektion führen (sog. Superinfektion).
  • Ein Genitalherpes kann im weiteren Verlauf ausserdem verschiedene Erkrankungen mit unterschiedlichen Symptomen nach sich ziehen.Die Herpesviren können beispielsweise über die Blutbahn das Gehirn befallen und eine Gehirnentzündung auslösen – eine sogenannte Herpesenzephalitis. Insbesondere Neugeborene, die während der Geburt von der Mutter infiziert wurden, können diese Komplikation entwickeln.
  • Äusserst selten breitet sich die Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 2 auf das Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark), die Leber, die Lunge und auf andere Organe aus. Diese sogenannte HSV-Sepsis kann lebensbedrohlich verlaufen.

8. Vorbeugen gegen Herpes genitalis

Bei einem bekannten Herpes genitalis (Genitalherpes) können Sie einem Ausbruch mit verschiedenen Massnahmen weitgehend vorbeugen:

 

  • Schlafen Sie ausreichend.
  • Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil.
  • Vermeiden Sie Stress.
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem.
  • Sorgen Sie für ausreichenden UV-Schutz.

Dennoch bricht ein Herpes genitalis in einigen Fällen ohne ersichtlichen Auslöser aus. Dann können Sie möglichen Komplikationen und der Weiterverbreitung des Erregers vorbeugen, indem Sie es während einer Herpesinfektion vermeiden, die entzündeten Stellen zu berühren beziehungsweise sich nach Berührung die Hände waschen.

Wenn einer der Partner Symptome zeigt, können Sie Ihr Ansteckungsrisiko verringern, indem sie vorübergehend auf Geschlechtsverkehr verzichten. Bei Bläschen an den Lippen ist es ratsam, Oralverkehr zu vermeiden. Da der Genitalherpes eine sexuell übertragbare Erkrankung ist, können Sie sich ausserdem beim Geschlechtsverkehr durch Kondome wirksam vor einer Ansteckung schützen.

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